Der weibliche Körper gibt durch viele unterschiedliche körperliche und psychische Anzeichen den Eisprung zu erkennen. Diese Anzeichen werden auch als Eisprung-Symptome bezeichnet. Der Mittelschmerz ist dabei ein sekundäres Zeichen der Fruchtbarkeit, das auf die fruchtbaren Tage im Menstruationszyklus hinweisen kann. Der Mittelschmerz macht sich durch Beschwerden im Unterleib bzw. Unterbauch bemerkbar und kann einen bis mehrere Tage andauern.
Die Symptome können einige Sekunden, Minuten oder auch Stunden anhalten. Es gibt Frauen, die über mehrere Stunden hinweg an starken, krampfartigen Schmerzen leiden. Jede Frau, die den Mittelschmerz erlebt, beschreibt den Schmerz etwas anders. Meist wird der Eisprung-Schmerz eindeutig links oder rechts im Unterbauch gefühlt. Wenn die Unterleibsschmerzen auf einer bestimmten Seite gespürt werden können, stimmt dies vielfach mit der Seite überein, auf der der Eisprung stattfindet.
Die Symptome des Mittelschmerzes treten um den Eisprungzeitpunkt im Zyklus in Erscheinung, d. h. von wenigen Tagen davor bis zu kurz danach. Bringt man die verschiedenen Eisprung-Symptome in Verbindung, so kann man davon ausgehen, dass der Mittelschmerz etwa 2 Tage vor dem Anstieg der Basaltemperatur stattfindet. Er tritt oft parallel zu Ovulationsblutungen auf.

Ursachen und Charakteristika des Mittelschmerzes
Die genauen Ursachen des Mittelschmerzes sind nicht eindeutig geklärt. Es wird vermutet, dass das Platzen des Eibläschens eine Rolle spielt. Die aus dem Eibläschen austretende Flüssigkeit könnte das Bauchfell reizen. Nach dem Follikelsprung ziehen sich die Eileiter zusammen, um das Ei in Richtung Gebärmutter zu bewegen.
Es ist wichtig zu betonen, dass der Mittelschmerz nicht immer den Eisprung exakt anzeigt. Die Gründe dafür liegen darin, dass die zeitliche Verbindung zwischen dem Mittelschmerz und dem Ovulationstermin nicht präzise festgelegt werden kann und jede Frau die Symptome individuell verspürt. Manche Frauen spüren eher die Spannung der Kapsel, wenn das Eibläschen wächst und die Wand des Eierstocks dehnt, was zu einem Schmerz vor dem Eisprung führt. Andere spüren eher den Reiz der Flüssigkeit im Bauchfell nach dem Eisprung. Diese Flüssigkeit, die die Eizelle in den Eileiter spült, reizt das Bauchfell und wird dort über einige Tage abgebaut. In diesem Fall kann der Schmerz deutlich länger anhalten, obwohl der Eisprung bereits abgelaufen ist.
Studien zeigen, dass nur ein Teil der Frauen den Mittelschmerz tatsächlich am Tag des Eisprungs spürt. Bei vielen Frauen enden die Eisprung-Schmerzen bereits spätestens einen Tag vor dem Eisprung. Meist ist die Dauer des Eisprung-Schmerzes nur kurz; sehr selten wird er über mehrere Tage oder gar eine Woche gespürt.
Wann können Sie schwanger werden?
Die Identifizierung des Mittelschmerzes kann dennoch sehr hilfreich sein, wenn Sie einen Kinderwunsch haben, da während dieser Phase die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung besonders hoch ist. Einerseits hat sich gezeigt, dass der Mittelschmerz meist vor dem Eisprungtermin gespürt wird. Gleichzeitig ist der größere Abstand vor dem Eisprungtag von Vorteil, da hier die Wahrscheinlichkeit auf eine Schwangerschaft am größten ist. Wenn Sie die fruchtbaren Tage zuverlässig bestimmen möchten, können Sie ein Basalthermometer wie das cyclotest mySense inklusive Zyklus-App zur Zyklusauswertung nutzen.
Abgrenzung von anderen Beschwerden
Es ist wichtig, den Mittelschmerz von anderen Beschwerden zu unterscheiden, die ähnliche Symptome hervorrufen können:
- Einnistungsschmerz: Während des Andockens der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterwand fühlen manche Frauen einen ähnlichen Schmerz wie beim Mittelschmerz. Die Art des Schmerzes ist demnach nicht klar abzugrenzen, jedoch tritt der Einnistungsschmerz zeitlich später auf.
- Regelschmerzen: Anders als Menstruationsschmerzen während der Blutung treten Eisprung-Schmerzen eher einseitig auf. Typische Periodenschmerzen während der Menstruation sind zudem oftmals stärker und treten regelmäßiger in Erscheinung. Menstruationsbeschwerden unterscheiden sich auch in ihrem zeitlichen Auftreten.
- Blinddarmentzündung: Im Gegensatz zur Blinddarmentzündung, die nur rechts im unteren Bereich des Bauches zu spüren ist, kann der Mittelschmerz wechselweise einmal links und das nächste Mal rechts auftreten.
- Endometriose: Diese weit verbreitete, gutartige, aber oft schmerzhafte chronische Erkrankung bei Frauen kann ebenfalls zu Unterleibsschmerzen führen, die mit Eisprung-Schmerzen verwechselt werden können.
- Zysten des Eierstocks, Tumore oder Myome: Diese können ebenfalls Ursache für ein Druckgefühl und Schmerzen im Bereich des Eierstocks und Rückens sein.
- Eileiterentzündung oder Eierstockentzündung: Starke Unterleibsschmerzen können auch hierauf zurückzuführen sein.

Behandlung und Umgang mit Mittelschmerz
Der Mittelschmerz ist ein natürlicher Schmerz und bedarf grundsätzlich keiner Behandlung. Ovulationsschmerzen sind normalerweise gesundheitlich unbedenklich. Nur etwa 30-40 % der Frauen spüren diesen besonderen Eisprung-Schmerz.
Bei Frauen, die von sehr heftigen Schmerzen betroffen sind, kommen als Therapieform Medikamente wie Ovulationshemmer (zum Beispiel die Pille) oder GnRH-Analoga in Frage. Hierbei ist eine ärztliche Beratung unerlässlich.
Zur Linderung können folgende Maßnahmen hilfreich sein:
- Wärmeanwendung: Ein heißes Bad oder eine Wärmflasche kann entspannend wirken.
- Ruhe und Entspannung: Gönnen Sie sich eine Pause und legen Sie sich bequem hin.
- Leichte Bewegung: Sanfte Bewegung wie ein Spaziergang oder Yoga kann die Durchblutung fördern und Verspannungen lösen.
- Schmerzmittel: Bei Bedarf können rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Naproxen eingesetzt werden.
- Hausmittel: Einige Frauen berichten von positiven Erfahrungen mit Kräutertees (z.B. Frauenmanteltee) oder Magnesium.
Sollten Sie trotz dieser Tipps weiterhin unter starken Schmerzen leiden oder treten ungewöhnliche Begleitsymptome auf, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um ernstere Erkrankungen auszuschließen.
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr während des Eisprungs
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, die insbesondere rund um den Eisprung auftreten, können verschiedene Ursachen haben. Dies kann durch die körperlichen Veränderungen während des Eisprungs selbst bedingt sein, wie z. B. das Wachstum des Follikels oder die Reizung des Bauchfells. Manchmal kann der Schmerz auch auf eine unzureichende Befeuchtung der Scheide zurückzuführen sein, insbesondere wenn keine ausreichende Erregung vorliegt oder hormonelle Veränderungen (z. B. Östrogenmangel) eine Rolle spielen.
Weitere mögliche Ursachen für Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, die nicht direkt mit dem Eisprung zusammenhängen, aber in dieser Zyklusphase bemerkt werden könnten, umfassen:
- Entzündungen im Genitalbereich (z. B. Scheidenpilz, bakterielle Vaginose)
- Eierstockzysten oder Myome
- Endometriose
- Verwachsungen oder Narben nach Operationen oder Geburten
- Vaginismus (Scheidenkrampf)
Wenn Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auftreten, ist es ratsam, dies mit einem Gynäkologen zu besprechen, um die genaue Ursache abzuklären und geeignete Behandlungsoptionen zu finden.