Während der Schwangerschaft bereitet sich der Körper auf die Geburt vor. Dies geschieht unter anderem durch verschiedene Arten von Kontraktionen. Zwei häufig vorkommende Empfindungen, die Schwangere oft verwechseln, sind die Braxton-Hicks-Kontraktionen (auch Übungswehen genannt) und Kindsbewegungen. Obwohl beide im Bauchbereich wahrgenommen werden können, unterscheiden sie sich in Ursache, Gefühl und Wirkung.
Was sind Braxton-Hicks-Kontraktionen?
Braxton-Hicks-Kontraktionen, benannt nach dem viktorianischen Arzt John Braxton Hicks, sind unregelmäßige, oft schmerzlose oder nur leicht unangenehme Zusammenziehungen der Gebärmuttermuskulatur. Sie können bereits ab der 12. Schwangerschaftswoche auftreten, werden aber meist erst im zweiten oder dritten Trimester deutlicher wahrgenommen. Diese Kontraktionen sind ein natürlicher Teil der Schwangerschaft und dienen dazu, die Gebärmutter auf die Geburt vorzubereiten. Sie werden auch als "falsche Wehen" oder "Übungswehen" bezeichnet, da sie nicht zur Öffnung des Muttermundes führen.
Wie fühlen sich Braxton-Hicks-Kontraktionen an?
Die Empfindungen von Braxton-Hicks-Kontraktionen können von Frau zu Frau variieren. Sie werden oft als ein Gefühl des Zusammenziehens oder Verhärtens des Bauches beschrieben. Manchmal können sie sich wie leichte Menstruationskrämpfe anfühlen, sind aber in der Regel nicht schmerzhaft. Die Kontraktionen sind unregelmäßig, kommen und gehen plötzlich und sind oft vorne im Bauch spürbar. Sie können aufhören oder sich verändern, wenn die Frau ihre Position ändert, sich bewegt oder ruht.
Merkmale von Braxton-Hicks-Kontraktionen:
- Unregelmäßige Abstände
- Unterschiedliche Intensität, oft schwächer werdend
- Unangenehm, aber meist nicht schmerzhaft
- Kommen und gehen plötzlich
- Hören bei Bewegung oder Positionswechsel auf
- Werden nur vorne im Bauch gespürt
- Dauern in der Regel weniger als 30 Sekunden

Was löst Braxton-Hicks-Kontraktionen aus?
Obwohl die genauen Auslöser nicht immer klar sind, gibt es Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Braxton-Hicks-Kontraktionen erhöhen können:
- Körperliche Aktivität oder Sport
- Volle Blase
- Dehydrierung
- Sexuelle Aktivität
- Gegen Abend
- Stress oder Überanstrengung
Was sind Kindsbewegungen?
Kindsbewegungen sind die physischen Aktionen, die das Baby im Mutterleib ausführt. Sie können von leichtem Flattern und Kribbeln bis hin zu kräftigen Tritten und Drehungen reichen. Mit fortschreitender Schwangerschaft werden diese Bewegungen oft deutlicher spürbar.
Wie fühlen sich Kindsbewegungen an?
Kindsbewegungen werden oft als sanfte Stöße, Tritte, Drehungen oder ein Gefühl des "Wackelns" im Bauch beschrieben. Manchmal können sie sich wie ein kurzes, leichtes Stechen anfühlen. Im späteren Stadium der Schwangerschaft können sie auch als deutliche Beulen wahrgenommen werden, wenn das Baby sich gegen die Bauchdecke drückt. Im Gegensatz zu Braxton-Hicks-Kontraktionen sind Kindsbewegungen oft mit der Aktivität des Babys verbunden und können sich je nach Position und Aktivitätsgrad des Kindes unterschiedlich anfühlen.
Es ist möglich, dass sich ein Baby während einer Braxton-Hicks-Kontraktion dreht, was fälschlicherweise als Kontraktion interpretiert werden kann. Ebenso können manche Kindsbewegungen, besonders wenn sie kräftig sind, zu einer lokalen Verhärtung führen, die von einer Übungswehe unterschieden werden muss.
Unterschiede zwischen Braxton-Hicks-Kontraktionen und Kindsbewegungen
Der Hauptunterschied liegt in der Ursache und der Art der Empfindung:
- Braxton-Hicks-Kontraktionen sind ein Zusammenziehen der gesamten Gebärmuttermuskulatur. Sie fühlen sich oft wie ein globales Verhärten des Bauches an, das unregelmäßig auftritt und sich bei Positionswechsel beruhigt.
- Kindsbewegungen sind Aktionen des Babys im Mutterleib. Sie können punktuell oder flächig gespürt werden und fühlen sich eher wie Tritte, Stöße oder Drehungen an. Eine einzelne, lokale Verhärtung, die nicht den gesamten Bauch betrifft, kann eher auf eine Kindsbewegung oder einen Körperteil des Kindes hindeuten.
Wenn sich ein Teil der Gebärmutter hart anfühlt, aber noch weiche Stellen tastbar sind, kann dies sowohl auf Körperteile des Kindes zurückzuführen sein, die sich gegen die Bauchdecke drücken, als auch auf lokale Kontraktionen, die zu den Übungswehen zählen. Bei schlanken Frauen sind solche Phänomene oft deutlicher spürbar.

Wann sollte man ärztlichen Rat einholen?
Obwohl Braxton-Hicks-Kontraktionen und Kindsbewegungen in der Regel harmlos sind, gibt es Situationen, in denen eine ärztliche Abklärung ratsam ist:
Vor der 37. Schwangerschaftswoche:
- Wenn die Kontraktionen regelmäßig auftreten (z. B. alle 5 Minuten), stark sind und länger als 30-60 Sekunden dauern.
- Wenn die Schmerzen stark sind oder nicht nachlassen, auch in Ruhe.
- Bei Blutungen oder Ausfluss.
- Wenn die Fruchtblase platzt.
- Bei Sorgen über die Kindsbewegungen.
Nach der 37. Schwangerschaftswoche:
- Wenn die Kontraktionen regelmäßig alle 5 Minuten oder in kürzeren Abständen auftreten.
- Wenn die Fruchtblase platzt (mit oder ohne Wehen).
- Bei Blutungen (mehr als nur leichte Schmierblutungen).
- Bei durchgehend starken Schmerzen.
Im Zweifelsfall ist es immer ratsam, sich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Hebamme zu wenden. Sie können die Situation beurteilen und beruhigende Ratschläge geben.
Braxton-Hicks-Kontraktionen vs. echte Wehen
Mit fortschreitender Schwangerschaft können sich Braxton-Hicks-Kontraktionen verändern und echten Wehen ähneln. Es ist wichtig, die Unterschiede zu kennen:
| Merkmal | Braxton-Hicks-Kontraktionen | Echte Wehen |
|---|---|---|
| Regelmäßigkeit | Unregelmäßig | Regelmäßig, Abstände werden kürzer |
| Dauer | Kürzer (oft unter 30 Sek.), unterschiedlich lang | Länger (60-90 Sek.), etwa gleichbleibend |
| Intensität | Schwankend, wird oft nicht stärker | Nimmt zu |
| Wirkung bei Bewegung | Hören auf oder verändern sich bei Positionswechsel/Bewegung | Bleiben bestehen, egal was man tut |
| Lokalisation | Hauptsächlich vorne im Bauch | Wandern vom Rücken nach vorne |
| Schmerzempfinden | Unangenehm, aber meist nicht schmerzhaft | Schmerzhaft, oft mit Druckgefühl nach unten |
| Muttermundwirkung | Keine | Öffnen den Muttermund |
Übungswehen & Geburtswehen unterscheiden ✪ D-SSK.de
Was tun bei Unwohlsein durch Braxton-Hicks-Kontraktionen?
Wenn Braxton-Hicks-Kontraktionen unangenehm sind, können verschiedene Maßnahmen Linderung verschaffen:
- Positionswechsel: Wenn Sie lange gesessen haben, gehen Sie spazieren. Wenn Sie sehr aktiv waren, legen Sie sich hin und ruhen Sie sich aus.
- Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Wasser, da Dehydrierung Kontraktionen auslösen kann.
- Entspannung: Ein warmes Bad (nicht heiß!), eine Massage oder Entspannungsübungen können helfen.
- Blase entleeren: Ein voller Blase kann Druck ausüben und Kontraktionen verstärken.
- Atemübungen: Tiefe, bewusste Atemzüge können beruhigend wirken.
Es ist wichtig, auf den eigenen Körper zu hören und bei Unsicherheiten oder anhaltendem Unwohlsein immer ärztlichen Rat einzuholen.
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