In der heutigen Zeit setzen Frauen zunehmend auf digitale Hilfsmittel, um ihren Menstruationszyklus und ihre allgemeine Gesundheit besser zu überwachen. Smartphones haben sich hierbei zu vielseitigen Werkzeugen entwickelt, die weit über einfache Notizen hinausgehen und Funktionen wie Eisprungrechner, Schwangerschaftsplanung und Erinnerungen bieten.
Was leisten Zyklus-Apps und warum lohnen sie sich?
Zyklus-Apps befassen sich mit dem monatlichen Zyklus einer Frau, der nicht nur die Periode, sondern auch Stimmung, Energielevel, Hautbild und sogar das Trainingsverhalten beeinflussen kann. Diese Apps machen diese Muster sichtbar:
- Zyklus-Tracking: Ermittlung des Zeitpunkts der nächsten Periode.
- Fruchtbare Tage erkennen: Berechnung der Eisprungphase, was bei Kinderwunsch hilfreich ist.
- Lifestyle anpassen: Bessere Anpassung von Sport- und Ernährungsempfehlungen an die Zyklusphasen.
- Symptome dokumentieren: Nachvollziehbarkeit von Symptomen wie PMS, Kopfschmerzen, Brustspannen oder Hautproblemen.
Darüber hinaus können Menstruations-Apps Frauen helfen, ihren Körper besser kennenzulernen und hormonell bedingte Gefühlslagen zu verstehen. Die Beschäftigung mit dem eigenen Zyklus wird von Experten als sinnvoll erachtet, da er erheblichen Einfluss auf das Leben und das Wohlbefinden hat.

Wie funktionieren digitale Menstruationskalender-Apps?
Digitale Menstruationskalender-Apps sind eine smarte Alternative zu Stift und Papier. Sie basieren auf Kalendern und unterstützen Frauen dabei, ihren Körper besser kennenzulernen und den Überblick über ihre Zyklen zu behalten. Die digitalen Einträge eignen sich zur übersichtlichen Dokumentation von Beobachtungen, die mit einem Frauenarzt besprochen oder bei der Freizeitplanung berücksichtigt werden können.
Fast alle Perioden-Tracker ermöglichen das Aktivieren von Erinnerungen, beispielsweise für die Pilleneinnahme oder das Abtasten der Brüste. Sie können auch als Push-Nachricht darauf hinweisen, wenn die Periode überfällig ist.
Bei Kinderwunsch oder zur Empfängnisverhütung sind Kenntnisse über den eigenen Körper und persönliche Notizen besonders wichtig. Dies betrifft insbesondere das Wissen über den Zeitraum, in dem die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft durch die fruchtbaren Tage erhöht ist. Zyklus-Apps können hier als Hilfsmittel dienen.
Was versteht man unter dem weiblichen Zyklus?
Der weibliche Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Menstruation und endet am letzten Tag vor der nächsten Blutung. Die Dauer variiert zwischen 21 und 35 Tagen. Innerhalb eines Menstruationszyklus laufen parallel mehrere Phasen ab:
- Follikelphase: Wachstum von Eibläschen mit den Eizellen und Aufbau der Gebärmutterschleimhaut.
- Ovulationsphase: Auslösung des Eisprungs durch das Hormon LH, bei dem die Eizelle in den Eileiter entlassen wird und dort etwa 12 bis 24 Stunden befruchtbar ist.
- Lutealphase: Nach dem Eisprung bildet sich der Gelbkörper zurück, wenn keine Befruchtung stattfindet, was zum Absinken des Progesteronspiegels und zur Menstruation führt. Bei einer Befruchtung beginnt die Schwangerschaft.
Viele Faktoren wie Gewicht, Ernährung oder Stress können den Ablauf des weiblichen Zyklus beeinflussen.
Wie verlässlich ist eine Zyklus-App bei der Empfängnisverhütung?
Die Verlässlichkeit von Zyklus-Apps bei der alleinigen Verhütung wird kritisch gesehen. Da die Zykluslänge schwanken kann und Faktoren wie Stress oder Krankheit den Zeitpunkt des Eisprungs beeinflussen, sind die Vorhersagen der Apps nicht immer präzise genug, um als alleinige Verhütungsmethode zu dienen. Der Pearl-Index für die reine Kalendermethode liegt bei etwa 9,0, was bedeutet, dass im Jahr 9 von 100 Frauen, die diese Methode anwenden, schwanger werden. Im Vergleich dazu ist die Sicherheit von hormonellen Verhütungsmethoden wie der Pille oder der Spirale deutlich höher.
Um eine möglichst sichere Verhütung zu gewährleisten, wird empfohlen, zusätzlich auf bewährte Methoden wie Kondome zurückzugreifen.
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Sind Zyklus-Apps sinnvoll bei einem Schwangerschaftswunsch?
Für Frauen mit Kinderwunsch können Zyklus-Apps eine wertvolle Unterstützung sein, um fruchtbare Tage besser zu identifizieren und die Chance auf eine Schwangerschaft zu erhöhen. Durch die Dokumentation von Körperparametern und Symptomen können Anwenderinnen ihren Zyklus genauer verstehen und den optimalen Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr bestimmen.
Bei Schwierigkeiten, schwanger zu werden, kann ein Besuch beim Frauenarzt sinnvoll sein. Dieser kann mittels Urintests überprüfen, ob ein Eisprung stattfindet, da Ovulationstests den Anstieg des LH-Hormons nachweisen, was Zyklus-Apps nicht immer exakt erfassen können.
Wie sicher sind Eisprungkalender und Zyklus-Apps?
Die Sicherheit von reinen Eisprungkalendern, die den Eisprung und den Beginn der Periode rein mathematisch berechnen, ist begrenzt. Diese Apps können hilfreich sein, wenn es darum geht, den eigenen Zyklus zu beobachten oder eine Schwangerschaft zu planen. Problematisch wird es jedoch, wenn eine Zyklus-App zur alleinigen Verhütung verwendet wird. Lebensumstände wie Stress, chronische Krankheiten oder die Einnahme von Medikamenten können den Zeitpunkt des Eisprungs erheblich verschieben, was die Prognosen der Apps ungenau macht.
Stiftung Warentest hat 23 Perioden-Apps getestet und festgestellt, dass viele von ihnen mangelhaft sind, insbesondere aufgrund ihres rein mathematischen Berechnungssystems. Fruchtbare Tage und der Beginn der Regelblutung lassen sich nicht zuverlässig anhand von Durchschnittswerten bestimmen. Verlassen sich Paare auf solche Apps zur Verhütung, kann dies zu ungewollten Schwangerschaften führen. Die Nutzung von Zyklus-Apps zur Verhütung ist riskant, insbesondere wenn sie nicht auf der symptothermalen Methode basieren.
“Gute” Apps setzen auf Zervixschleim und Basaltemperatur
Als "gut" eingestufte Zyklus-Apps nutzen die symptothermale Methode, die auf der Messung der Basaltemperatur nach dem Aufwachen und der Beobachtung des Zervixschleims basiert. Klarer und flüssiger Zervixschleim deutet auf fruchtbare Tage hin, während zäher Schleim das Ende der fruchtbaren Phase markiert. Diese Methode erfordert anfangs etwas Übung, bietet aber eine höhere Genauigkeit.
Fünf Zyklus-Apps im Überblick
Es gibt eine Vielzahl von Zyklus-Apps, die Nutzerinnen und Testern positiv bewertet wurden. Hier sind einige beliebte Optionen:
Verhütungs-App Lady Cycle
Lady Cycle wurde von Stiftung Warentest als "gut" bewertet und unterstützt bei Verhütung, Kinderwunsch und Schwangerschaft. Die App bestimmt fruchtbare Tage mithilfe der symptothermalen Methode durch Eingabe von Basaltemperatur und Zervixschleim-Beschaffenheit. Sie bietet auch die Beobachtung von Schwangerschaftssymptomen und Zusammenhängen zwischen physischem und mentalem Zustand. Handbücher und Tutorials zur NFP sind ebenfalls enthalten. Die Basisversion ist kostenlos für Android erhältlich, während die Premium-Version zusätzliche Statistiken und Analysen bietet.
Menstruationskalender Clue
Die Menstruations-App Clue gibt einen Überblick über den voraussichtlichen Periodenbeginn und ermöglicht die Hinterlegung zusätzlicher Daten wie Schlafdauer, Stimmung und Verhütung. Zu den Hauptfunktionen gehören Perioden- und Vorhersage der nächsten drei Perioden, Pillen-Erinnerungen, Aufzeichnung der Basaltemperatur und Vorhersage fruchtbarer Tage. Clue bietet personalisierte Analysen und Durchschnittswerte von Menstruationszyklen. Die Basisversion ist kostenlos.
Eisprungrechner Flo
Die Menstruations-App Flo bietet vielfältige Funktionen und sehr gute Bewertungen im Apple App Store und Google Play Store. Sie agiert als Gesundheitsassistent mit Ratgeberfunktionen zu Haut und Schlaf, bietet Perioden- und Ovulationsvorhersagen auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) und tägliche Gesundheitsinformationen. Funktionen während und nach der Schwangerschaft, wie Bildmaterial und Artikel von medizinischen Experten, sind ebenfalls verfügbar. Nutzerinnen können sich in der Community Unterstützung holen. Die App ist kostenlos herunterladbar.
Zykluskalender-App Ovy
Ovy zeichnet sich durch ein schlichtes Design aus und bietet einen guten Überblick über die Zykluslänge. Ein Basalthermometer wird zum Kauf angeboten, dessen tägliche Messungen die Bestimmung fruchtbarer Tage unterstützen. Die App ermöglicht die Planung einer Schwangerschaft und die Auswertung nach der symptothermalen Methode. Körpersignale, Temperatur und Störfaktoren können erfasst werden. Nutzerinnen können ihre Daten mit ihrem Partner teilen. Die Ovy-App ist kostenlos für Android und iOS nutzbar.
Fruchtbarkeits App Ava Fertility und Armband
Der Ava Fertility, ein Wearable mit dazugehöriger Zyklus-App, nutzt Sensortechnologie und wissenschaftliche Daten zur Feststellung fruchtbarer Tage. Der Algorithmus wertet Parameter wie Hauttemperatur, Ruhepuls, Durchblutung, Herzfrequenzvariabilität und Atemfrequenz aus, um die fünf fruchtbarsten Tage zu ermitteln. Die App verfolgt die Zyklusentwicklung, zeichnet physiologische Anzeichen der Fruchtbarkeit auf und kann Vitalwerte während der Schwangerschaft nachvollziehen. Die App ist kostenlos, funktioniert aber nur in Kombination mit dem kostenpflichtigen Ava Armband.

Die passende Zyklus-App auswählen
Bei der Auswahl einer Zyklus-App sollten Nutzerinnen überlegen, welche Funktionen für sie am wichtigsten sind. Neben den genannten Apps gibt es weitere beliebte Optionen wie Natural Cycles, Daysy und Femometer.
Es ist wichtig zu beachten, dass Zyklus-Apps sensible Gesundheitsdaten sammeln. Nutzerinnen sollten sich über die Speicherung und Verwendung dieser Daten informieren, da einige Apps Daten ohne ausreichende Verschlüsselung übermitteln können. Die Inhalte dieses Artikels spiegeln den aktuellen wissenschaftlichen Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wider und ersetzen keine medizinische Beratung.
Ursprünglich veröffentlicht am 29. April 2020.
Zyklus-Apps im Detail: Funktionen und Empfehlungen
Zyklus-Apps sind mehr als nur digitale Periodenkalender. Sie bieten eine Vielzahl von Funktionen, die Frauen dabei unterstützen können, ihren Körper und ihre Gesundheit besser zu verstehen. Die Auswahl an Apps ist groß, und jede hat ihre eigenen Stärken und Schwächen.
Was kann eine Zyklus-App eigentlich und warum sollte ich sie nutzen?
Zyklus-Apps sind der moderne Ersatz für Stift und Papier, um den eigenen Zyklus zu dokumentieren und besser kennenzulernen. Sie basieren auf Kalendern und helfen, einen Überblick über die Zyklen zu behalten. Die digitalen Einträge eignen sich zur übersichtlichen Dokumentation von Beobachtungen, die mit einem Frauenarzt besprochen oder bei der Freizeitplanung berücksichtigt werden können. Viele Apps bieten auch Reminder für Medikamenteneinnahme oder Vorsorgetermine.
Bei Kinderwunsch oder zur Empfängnisverhütung sind Kenntnisse über den eigenen Körper und persönliche Notizen essenziell. Zyklus-Apps können hierbei als Hilfsmittel dienen, um den Zeitraum der fruchtbaren Tage zu identifizieren.
Welche Zyklus-Apps gibt es?
Der Markt bietet eine breite Palette an Zyklus-Apps. Hier sind einige der beliebtesten und am besten bewerteten:
- FLO - Alleskönner mit Premium-Version: Mit über 420 Millionen Downloads die meistgenutzte Zyklus-App weltweit. Bietet Funktionen wie Perioden- und Eisprungberechnung, Symptom-Tracking, einen Gesundheitsassistenten und einen "Anonymous Mode" für mehr Datenschutz. Die Premium-Version enthält individuelle Insights und Expertinnen-Artikel.
- Clue - von Frauen für Frauen: Von einem Berliner Start-up gegründet und als medizinisches Produkt (CE-zertifiziert) anerkannt. Bekannt für klares, wissenschaftlich fundiertes Design und starke Datenschutzrichtlinien. Ermöglicht das Tracken von Symptomen wie Schmerzen, Stimmungsschwankungen oder Energielevel.
- MyNFP - Der Teufel steckt im Detail: Spezialisiert auf die symptothermale Methode. Erfasst neben Blutung, Temperatur und Zervixschleim auch Muttermundveränderungen oder Brustsymptome für eine präzise Eisprungbestimmung. Gilt als besonders genau für hormonfreie Verhütung oder gezielte Familienplanung.
- Ovy - Zyklus verfolgen zu zweit: Setzt auf die Basalthermometer-Methode. In Kombination mit dem Ovy Bluetooth-Thermometer können Werte direkt in die App übertragen werden. Ermöglicht das Teilen von Zyklusdaten mit dem Partner.
- Period Tracker - Farbenfroh und funktional: Beliebt bei Einsteigerinnen, die eine unkomplizierte und optisch ansprechende App suchen. Bietet Zyklus- und Eisprungberechnung sowie die Erfassung von Symptomen und Stimmungen.
- Natural Cycles - wissenschaftlich zertifiziert: Die erste von FDA und EU als Verhütungsmethode zugelassene Zyklus-App. Berechnet mithilfe der täglichen Basaltemperatur die fruchtbaren Tage. Beliebt bei Frauen, die hormonfrei verhüten möchten.

Für wen sind Zyklus-Apps geeignet?
Zyklus-Apps sind für alle Frauen geeignet, die ihren Zyklus verfolgen möchten. Sie sind zwar keine zwingende Notwendigkeit, können aber hilfreich sein, um einen Überblick zu behalten und sich auf die nächste Periode vorzubereiten.
Auch Frauen, die die Pille nehmen, können von einer Zyklus-App profitieren, obwohl der Eisprung unterdrückt wird und die Periode regelmäßiger ist. Die Apps können helfen, den Zyklus zu dokumentieren und Muster zu erkennen.
Wie gut ist eine Zyklus-App bei PMS?
Für Frauen, die stark unter dem prämenstruellen Syndrom (PMS) leiden, können Zyklus-Apps eine echte Erleichterung darstellen. Sie ermöglichen es, Symptome wie Unterleibsschmerzen, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen zu dokumentieren und auf PMS zurückzuführen.
Datensicherheit und Datenschutz bei Zyklus-Apps
Zyklus-Apps sammeln sensible Gesundheitsdaten. Nutzerinnen sollten sich über die Speicherung und Verwendung dieser Daten im Klaren sein. Einige Apps übermitteln Nutzerdaten ohne ausreichende Verschlüsselung an Dritte, was insbesondere in Ländern mit restriktiven Abtreibungsgesetzen problematisch sein kann, da diese Daten als Beweismittel verwendet werden könnten.
Es ist ratsam, die Datenschutzbestimmungen zu prüfen und auf Apps zu achten, die Daten lokal speichern oder transparente Datenschutzrichtlinien haben. Unabhängige Vergleichsportale können bei der Einschätzung der Sicherheit und Qualität von Apps helfen.
Die besten vier Zyklus-Apps im Überblick
Basierend auf verschiedenen Tests und Nutzerbewertungen haben sich einige Apps als besonders empfehlenswert herauskristallisiert:
- Flo: Bietet eine breite Palette an Funktionen, darunter Perioden- und Eisprungvorhersagen, Symptom-Tracking und einen Schwangerschaftskalender. Die App macht auf kleinste Veränderungen aufmerksam und erinnert an regelmäßige Einträge.
- Clue: Zeichnet sich durch ein klares und aufgeräumtes Design aus. Neben der Vorhersage von Periode und Eisprung ermöglicht die App das Eintragen des Wohlbefindens und erinnert an die Pilleneinnahme.
- Menstruationskalender (Mein Kalender): Bietet eine intuitive Bedienung mit einfachen Notizen und der Möglichkeit, Erinnerungen einzustellen. Eine große Auswahl an Symptomen und Stimmungen kann erfasst werden.
- Menstruations Kalender Lite: Ähnlich unkompliziert wie "Mein Kalender", bietet aber eine Vielfalt an zu bewertenden Symptomen und deren Stärken für einen strukturierten Überblick über das monatliche Wohlbefinden.
Einige Apps wie Drip sind Open Source und speichern Daten lokal auf dem Gerät, was den Nutzerinnen die volle Kontrolle über ihre Daten gibt.
Fazit: Zyklus-Apps als wertvolle Unterstützung
Zyklus-Apps sind eine praktische Unterstützung, um den eigenen Menstruationszyklus zu tracken, fruchtbare Tage zu berechnen oder PMS-Symptome im Blick zu behalten. Insbesondere bei Kinderwunsch sind sie ein echtes Plus. Zur alleinigen Verhütung sind sie jedoch nicht zuverlässig genug. Die Digitalisierung bietet Frauen immer mehr Werkzeuge, um ihre Gesundheit und ihren Körper besser zu verstehen.