Maxi-Cosi AxissFix Air und andere Kindersitze im Test: Sicherheit und Komfort für unterwegs

Die Innovation: Maxi-Cosi AxissFix Air mit Airbag-Technologie

Im Moment des Aufpralls legt sich der Airbag vors Gesicht. Diese innovative Technik, die bereits in Autos zur Lebensrettung beiträgt, ist nun auch in Kindersitzen verfügbar. Der Maxi-Cosi AxissFix Air ist das erste Modell, das mit einem integrierten Airbag ausgestattet ist. Bei einem Frontal-Crash füllt sich ein Kunst­stoff­beutel in Millisekunden mit Luft und verhindert, dass der Kopf des Kindes mit massiver Wucht gegen die Scheibe oder das Lenk­rad schleudert.

Sensoren in der Sitzhalterung geben das Signal an eine Steuerung, die dann die Luft­säcke aus den Brust­gurten auslöst und ein Kissen vor dem Gesicht des Kindes bildet. Der Airbag des Maxi-Cosi AxissFix Air senkt die gemessenen Belastungen für Kopf und Nacken bei einem Frontal-Crash. Allerdings schneidet er bei einem Seiten­aufprall etwas schlechter ab.

Diese fortschrittliche Technologie hat ihren Preis: Der Sitz kostet 650 Euro. Zum Vergleich: Das etwa 180 Euro billigere Schwestermodell AxissFix Plus ohne Airbag war im Crashtest ähnlich sicher.

Schematische Darstellung der Airbag-Technologie in einem Kindersitz

Stiftung Warentest und ADAC: Umfassende Prüfungen von Kindersitzen

Die Stiftung Warentest und der ADAC führen regelmäßig Tests von Autokindersitzen durch, um Eltern bei der Kaufentscheidung zu unterstützen. Sie kaufen Produkte anonym ein und testen sie in unabhängigen Laboren nach strengen Kriterien. Im Fokus stehen dabei die Sicherheit, die Benutzerfreundlichkeit und die Ergonomie.

Sicherheitsaspekte im Test

Das Herzstück der Tests bildet der Crashtest. Dabei werden die Sitze auf einem Prüfschlitten mit unterschiedlich großen Dummys getestet, um die Belastungen für Kopf, Nacken, Brust und Bauch zu erfassen. Getestet werden sowohl Frontal- als auch Seiten­aufprälle. Die Testbedingungen sind für alle Kindersitze gleich. Wenn ein Sitz verschiedene Befestigungs­arten (z.B. Isofix oder Drei­punkt­gurt) oder Nutzungsmöglichkeiten (vorwärts- oder rück­wärts­gerichtet) bietet, werden entsprechende Crashtests für alle Varianten durchgeführt.

Schadstoffprüfung

Neben der mechanischen Sicherheit wird auch auf gesundheitlich bedenkliche Schadstoffe im Bezugsmaterial geachtet. Getestet werden unter anderem poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK), Formaldehyd und neu auch PFAS (Per- und poly­fluorierte Alkyl­verbindungen). Bei kritischen Mengen dieser Stoffe wird das Qualitäts­urteil abgewertet.

Handhabung und Komfort

Die Handhabung eines Kindersitzes ist entscheidend für dessen tatsächliche Sicherheit. Falsch montierte Sitze bieten kaum Schutz. Daher werden der Ein- und Ausbau, das Anschnallen des Kindes, der Sitzumbau und die Größen­anpassung von Experten und Test­personen bewertet. Auch der Platzbedarf im Fahrzeug und der Komfort für das Kind (Bein­auflage, Pols­terung, Sicht­verhältnisse) spielen eine wichtige Rolle.

Normen und Zulassungen

Für Kindersitze gibt es verschiedene Sicherheitsnormen. Aktuell sind drei gültige Normen relevant:

  • Die i-Size-Norm (UN ECE Reg. 129), die sich an der Körpergröße des Kindes orientiert und meist Isofix-Befestigung nutzt.
  • Die ältere Norm UN ECE Reg. 44/04, die sich an der Gewichtsklasse des Kindes orientiert.

Seit September 2023 gilt ein Verkaufsstopp für Kindersitze nach der Norm UN ECE Reg. 44 mit Gurtbefestigung. Nur noch Sitze mit der aktuellen i-Size-Norm sind zulässig.

Typen von Kindersitzen

Für die verschiedenen Alters- und Größenstufen von Kindern gibt es unterschiedliche Sitztypen:

  • Babyschale: Der erste Kindersitz für Neugeborene, oft mit praktischem Tragegriff.
  • Reboarder: Sitze, die entgegen der Fahrtrichtung montiert werden. Experten empfehlen diese für Kinder bis mindestens 2 Jahre, da sie bei einem Unfall die Kräfte auf die empfindliche Halsmuskulatur reduzieren.
  • Kindersitz: Für Kinder, die aus der Babyschale herausgewachsen sind. Es gibt verschiedene Klassen je nach Körpergröße oder Gewicht.
  • Sitzerhöhung: Für größere Kinder (ab 125 cm und mindestens 22 kg), die mit dem Fahrzeuggurt angeschnallt werden. Modelle mit Rückenlehne bieten zusätzlichen Schutz.
Infografik, die die verschiedenen Typen von Kindersitzen und ihre Anwendungsbereiche zeigt

Kaufberatung und Empfehlungen

Worauf beim Kauf achten?

  • Passform: Nehmen Sie Ihr Kind zum Kauf mit, damit Sie den Sitz ausprobieren können.
  • Sicherheit: Achten Sie auf aktuelle Prüfsiegel und Testergebnisse.
  • Befestigung: Prüfen Sie, ob der Sitz zu Ihrem Fahrzeug passt (Isofix oder Gurtbefestigung).
  • Alter und Größe: Wählen Sie einen Sitz, der zur Größe und dem Alter Ihres Kindes passt.
  • Handhabung: Ein einfach zu bedienender Sitz erhöht die Sicherheit.

Vorsicht bei gebrauchten Sitzen

Von gebrauchten Autokindersitzen wird generell abgeraten. Selbst wenn äußerlich keine Schäden erkennbar sind, kann ein Sitz, der in einen Unfall verwickelt war, seine Schutzfunktion verloren haben. Achten Sie auch auf das Prüfsiegel und vermeiden Sie Sitze nach alten Normen (UN ECE Reg. 44/01 und 44/02).

Maxi-Cosi Axiss und AxissFix: Drehfunktion und Sicherheit

Der Maxi-Cosi Axiss (auch bekannt als Bébé Confort Axiss) zeichnet sich durch seine 90-Grad-Drehfunktion aus, die das Ein- und Aussteigen des Kindes erheblich erleichtert. Dies ist besonders in engen Parklücken oder bei langen Türen von Vorteil. Die Montage mit dem 3-Punkt-Fahrzeuggurt wird durch klare Gurtführungen und eine farbige Kontrollanzeige für korrektes Anschnallen vereinfacht.

Der Sitz bietet zudem 8 verschiedene Sitz- und Ruhepositionen sowie eine gleichzeitig verstellbare Kopfstütze und Gurtsystem. In Sachen Unfallsicherheit verfügt er über einen integrierten Seitenaufprallschutz. Allerdings hat dieser Sitz mit knapp 12 Kilogramm ein hohes Gewicht, was ihn für häufige Fahrzeugwechsel eher ungeeignet macht.

Der Maxi-Cosi AxissFix Air nutzt die gleiche Drehfunktion, integriert aber zusätzlich die Airbag-Technologie für erhöhte Sicherheit bei Frontal-Crashes. Das Schwestermodell AxissFix Plus bietet eine ähnliche Sicherheit ohne Airbag zu einem deutlich geringeren Preis.

Maxi-Cosi Axiss Group 1 Car Seat

Testergebnisse und Verlierer

Die Stiftung Warentest und der ADAC haben im Rahmen ihrer Tests auch Sitze identifiziert, die nicht überzeugen konnten. Von den 154 getesteten Autokindersitzen sind einige Modelle durchgefallen. Besonders negativ fielen zwei drehbare Kindersitze auf:

  • Chipolino Olympus i-Size und Reecle 360 (ZA10 i-Size) zeigten im Crash-Test gravierende Sicherheitsmängel und erhielten die Gesamtnote "MANGELHAFT".
  • Der Maxi Cosi Nomad Plus wurde ebenfalls mit "MANGELHAFT" (4,6) bewertet.

Auch beim Concord Ultimax i-Size riss bei der Simulation eines Frontalaufpralls die Gurthalterung aus der Rückenlehne. Beim Avionaute Ultralite wurden bedenkliche Mengen des Flammschutzmittels TCPP im Sitzbezug gefunden, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

ADAC Testsieger und Top-Modelle

Im ADAC Kindersitztest, der neben Sicherheit auch Handhabung, Sitzkomfort und Schadstoffbelastung berücksichtigt, konnten sich einige Modelle besonders hervorheben:

Babyschalen

  • Joie i-Level Pro (Gesamtnote GUT (2,3), Preis: 199 €)
  • Joie i-Level Pro + i-Base Encore (Gesamtnote GUT (2,3), Preis: 398 €)

Kleinkindsitze

  • Besafe Beyond 360 + Beyond Base (Gesamtnote GUT (2,4), Preis: 828 €)

Kindersitze

  • Britax Römer Kidfix Pro (Gesamtnote GUT (1,8), Preis: 220 €)
  • Axkid Up (Gesamtnote GUT (2,0), Preis: 500 €)

Die Stiftung Warentest rät generell von sogenannten "mitwachsenden" Kindersitzen ab, die für eine sehr lange Nutzungsdauer konzipiert sind. Kompromisse in der Konstruktion können die Sicherheit und Handhabung negativ beeinflussen. Es wird empfohlen, mindestens zwei verschiedene Sitze während der Kindheit zu verwenden (z.B. Babyschale und Kleinkind-/Kindersitz).

Vergleichstabelle der getesteten Maxi-Cosi Kindersitze mit ihren Noten und Preisen (basierend auf den im Text genannten Daten)

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