Schmerzen in der Scheide während der Schwangerschaft: Ursachen und Behandlung

Schmerzen im Vaginalbereich während der Schwangerschaft können beunruhigend sein, sind aber oft auf harmlose Ursachen zurückzuführen, die mit den körperlichen Veränderungen im Körper der werdenden Mutter zusammenhängen. Insbesondere im späteren Stadium der Schwangerschaft, wenn sich der Körper auf die Geburt vorbereitet, können solche Beschwerden auftreten.

Ursachen für Scheidenschmerzen in der Schwangerschaft

In der 21. Schwangerschaftswoche (SSW) und auch in anderen Phasen der Schwangerschaft können verschiedene Faktoren zu Schmerzen in der Scheide führen. Eine häufige Ursache ist die Symphysenlockerung, auch bekannt als Symphysenschmerzen oder Beckenringinstabilität.

Symphysenlockerung: Eine häufige Ursache

Die Symphyse, auch Schambeinfuge genannt, ist die Verbindung der beiden Beckenhälften vorne im Becken, die aus Faserknorpel besteht. Während der Schwangerschaft sorgen Hormone wie Relaxin dafür, dass die Bänder, Sehnen und Knorpel im gesamten Beckenbereich elastischer werden. Dies ist notwendig, damit sich das Becken für die Geburt erweitern kann.

Durch diese hormonell bedingte Aufweichung der Bänder und des Knorpels kann die Schambeinfuge bis zu vier Millimeter breiter werden. Dies kann zu einer Lockerung der Symphyse führen, wodurch die Beckenknochen sich leichter verschieben können. Diese Verschiebung übt Zugkräfte auf die empfindliche Knochenhaut aus und verursacht Schmerzen. Medizinerinnen und Mediziner bezeichnen dieses Phänomen als Symphysenlockerung.

Symphysenschmerzen treten typischerweise ab Mitte der Schwangerschaft auf, insbesondere bei Frauen, die bereits ein oder mehrere Kinder geboren haben. Die Schmerzen können sich vom Schambeinbereich bis in die Hüften und Beine ausstrahlen und sind oft bei bestimmten Bewegungen besonders stark spürbar.

Symptome einer Symphysenlockerung

  • Anhaltende oder plötzliche, stechende Schmerzen im Schambeinbereich und an der Symphyse.
  • Ausstrahlung der Schmerzen in die Hüften und Beine.
  • Zusätzliche Rückenschmerzen.
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen.
  • Gefühl der Beckeninstabilität.
  • Schmerzen bei Bewegung wie Gehen, Treppensteigen, Aufstehen von einem Stuhl, Umdrehen im Liegen oder Anheben eines Beins.
  • Manchmal ein knirschendes Gefühl im Beckenbereich bei Bewegung.
  • Unangenehmes Gefühl bei direktem Druck auf die Symphyse.
Schema der Symphysis pubica und umliegender Strukturen zur Veranschaulichung der Lockerung während der Schwangerschaft.

Weitere mögliche Ursachen für Scheidenschmerzen

Neben der Symphysenlockerung können auch andere Faktoren zu Beschwerden im Vaginalbereich führen:

  • Druck des wachsenden Babys: Mit zunehmendem Schwangerschaftsalter übt das Baby vermehrt Druck auf das Becken und die umliegenden Organe aus, was zu einem Druckgefühl oder Stechen führen kann.
  • Verstärkte Durchblutung: In der Schwangerschaft sind die Geschlechtsorgane stärker durchblutet, was zu Schwellungen und einem Druckgefühl führen kann. Dies kann sich ähnlich wie Hämorrhoiden anfühlen.
  • Vaginale Infektionen: Durch hormonelle Veränderungen kann die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht geraten, was das Risiko für Scheidenentzündungen (Kolpitis) erhöht. Symptome können Juckreiz, Brennen oder Ausfluss sein. Unbehandelt können Infektionen zu vorzeitigen Wehen oder einem vorzeitigen Blasensprung führen.
  • Vorzeitige Wehen: Obwohl seltener, können stechende oder krampfartige Schmerzen auch ein Anzeichen für vorzeitige Wehen sein. Dies ist besonders wichtig zu beachten, wenn die Schmerzen regelmäßig auftreten oder von anderen Symptomen wie Blutungen oder einem harten Bauch begleitet werden.
  • Harnwegsinfektionen: Manchmal können Schmerzen im Unterleib auf eine Blasenentzündung zurückgeführt werden, die mit Antibiotika behandelt wird.

Behandlung von Scheidenschmerzen in der Schwangerschaft

Die Behandlung von Scheidenschmerzen hängt stark von der zugrundeliegenden Ursache ab. Es ist ratsam, bei auftretenden Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen, um eine genaue Diagnose und geeignete Therapie zu erhalten.

Therapiemaßnahmen bei Symphysenlockerung

Bei einer Symphysenlockerung stehen konservative Maßnahmen im Vordergrund, um die Schmerzen zu lindern und die Stabilität des Beckens zu verbessern:

  • Schonung und Entlastung: Vermeiden Sie Bewegungen, die Schmerzen verursachen, wie ruckartige Bewegungen, Springen, schnelles Richtungswechseln, langes Stehen, Treppensteigen und das Abspreizen oder Anheben eines gestreckten Beins.
  • Physiotherapie und gezielte Übungen: Spezielle Übungen zur Kräftigung der Beckenboden- und Beckenmuskulatur sind sehr hilfreich, da diese Muskeln zur Stabilität des Beckens beitragen. Eine Physiotherapeutin kann ein individuelles Trainingsprogramm erstellen.
  • Becken- oder Symphysengurt: Ein spezieller Gurt aus dem Sanitätshaus kann das Becken stabilisieren und die Gelenke entlasten, was besonders beim Gehen Erleichterung verschaffen kann. In vielen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten für solche Hilfsmittel.
  • Lagerung im Schlaf: Das Einklemmen eines Kissens zwischen den Knien in Seitenlage kann die Symphyse nachts entlasten. Beim Umdrehen im Bett sollten die Knie gebeugt und geschlossen gehalten werden.
  • Wärmetherapie: Spezielle Wärmeanwendungen können zur Linderung der Beschwerden beitragen.
  • Medikamentöse Therapie: Bei starken Schmerzen können ärztlich verordnete Schmerzmittel helfen. Diese sollten jedoch niemals ohne ärztlichen Rat und nicht dauerhaft eingenommen werden.
  • Bettruhe und Ruhigstellung: In schweren Fällen, wie bei einem Symphysenriss, kann Bettruhe und die Ruhigstellung mit einem festen Gurt notwendig sein.
Eine schwangere Frau mit einem Beckengurt zur Entlastung der Symphyse.

Behandlung von Scheidenentzündungen

Bei Verdacht auf eine Scheidenentzündung ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich. Die Behandlung kann je nach Erreger variieren und umfasst oft:

  • Medikamentöse Behandlung: Antiseptische Mittel oder spezielle Vaginalzäpchen zur Wiederherstellung des gesunden Scheidenmilieus.
  • Hygiene: Eine gute Intimhygiene ist wichtig, aber übertriebene Waschungen sollten vermieden werden, da sie die natürliche Scheidenflora weiter stören können.
  • Vermeidung von Reizstoffen: Eng anliegende Unterwäsche aus synthetischen Materialien sollte vermieden werden.
  • Antroposophische Präparate: In einigen Fällen können Präparate wie Majorana Vaginalgel zur Harmonisierung des Scheidenmilieus eingesetzt werden.

Umgang mit anderen Ursachen

Wenn die Schmerzen auf den Druck des Babys oder verstärkte Durchblutung zurückzuführen sind, können Entlastung, moderate Bewegung und gegebenenfalls Sitzbäder mit Eichenrindenextrakt Linderung verschaffen. Bei Verdacht auf vorzeitige Wehen ist eine sofortige ärztliche Untersuchung notwendig.

Symphysenschmerzen und die Geburt

Während der Geburt weitet sich das Becken weiter, und die Symphyse gibt nochmals nach. Bei bestehenden Symphysenschmerzen können bestimmte Positionen während der Wehen und Geburt als angenehmer empfunden werden:

  • Seitenlage mit einem Kissen zwischen den Beinen.
  • Vierfüßlerstand.
  • Rückenlage mit abgespreizten Beinen kann oft als sehr unangenehm empfunden werden.

Nach der Geburt verschwinden die Symphysenschmerzen in der Regel innerhalb weniger Wochen von selbst. In sehr seltenen Fällen kann es jedoch zu länger anhaltenden Beschwerden kommen.

Schmerz im Becken in Schwangerschaft und danach. Muss ich mir Sorgen machen?

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