Baby im Bauch beruhigen: Tipps für werdende Eltern

Während es werdenden Müttern in der Regel deutlich leichter fällt, schon im Laufe der Schwangerschaft eine Bindung zu ihrem Kind herzustellen, wissen viele Väter oft nicht recht, wie sie selbst das Baby im Bauch beruhigen können. Babies sind schon einige Monate vor der Geburt dazu in der Lage, Geräusche und auch Stimmen durch die Bauchdecke hindurch wahrzunehmen. Deshalb ist es sehr sinnvoll, wenn auch der werdende Vater regelmäßig mit dem Kind im Bauch spricht. Ihr Baby ist schon jetzt in der Lage, Stimmen voneinander zu unterscheiden und wiederzuerkennen.

Illustration eines werdenden Vaters, der sanft auf den Bauch seiner Partnerin spricht

Kommunikation mit dem Ungeborenen

Auch Lieder, die Sie dem Ungeborenen selbst vorsingen oder bestimmte Geschichten, die Sie vorlesen, können Ihr Kind später vermutlich besonders gut beruhigen. Wenn Sie den Babybauch streicheln, merkt das Baby dies. Ist das Kind schon größer, können Sie je nach Position auch einzelne Körperteile wie den Po oder einen Fuß ertasten. Babys scheinen anhand der Berührungen erkennen zu können, wer gerade den Bauch der Mutter streichelt.

Während Ungeborene bei Berührungen der eigenen Mama besonders stark reagieren, ignorieren Sie den Vater oftmals. Um Ihre Partnerin in der Schwangerschaft weiter zu unterstützen und auch für Ihr ungeborenes Baby da zu sein, bieten sich außerdem einige Hilfsmittel an, mit denen Sie Abwechslung in den Kontakt zum Kind bringen können.

Hilfsmittel zur Kommunikation mit dem Baby

Neben dem Streicheln können Sie den Bauch Ihrer Partnerin auch sanft mit verschiedenen pflegenden Ölen massieren. Kinder erinnern sich später an Lieder, die ihnen in der fortgeschrittenen Schwangerschaft vorgespielt wurden - zeigen Sie Ihrem Kleinen also ruhig schon mal Ihre Lieblingssongs. Achten Sie aber darauf, das Kind nicht zu lauter Musik auszusetzen, da dadurch Stress ausgelöst werden kann.

Eine weitere Methode, mit dem Baby im Bauch zu kommunizieren, ist über Licht: Die Bauchdecke und die Gebärmutter sind lichtdurchlässig, so nehmen Babys schon im Bauch Hell und Dunkel wahr. Mit einer Taschenlampe, die Sie auf den Bauch halten und abwechselnd an- und ausschalten, können Sie Ihr Baby neugierig machen. Es wird vermutlich mit den Augen und vielleicht sogar mit Bewegungen des ganzen Körpers auf das Licht reagieren.

Kleine Babymassage am Bauch

Das Baby im Bauch: Aktivität und Wahrnehmung

Eine Bindung zu Ihrem noch ungeborenen Kind aufzubauen und bereits mit dem neuen Familienmitglied zu kommunizieren, ist in jedem Fall eine gute Idee und wirkt sich positiv auf die Zeit nach der Geburt aus. Ist das Baby im Bauch sehr aktiv während der Schwangerschaft, ist das ein gutes Zeichen. Denn es macht deutlich, dass gesundheitlich alles in Ordnung ist beim Kind. Es gibt einen Grund, warum ein Kind manchmal mehr und manchmal weniger stark im Mutterleib turnt oder tritt.

Wann spüren werdende Mütter die ersten Kindsbewegungen?

Bevor die Bewegungen Ihres Babys von außen spürbar und sichtbar sind, merken zuerst Sie selbst die gesteigerte Aktivität des Kindes. Diese machen sich durch leichte Stöße bemerkbar. Die meisten Frauen spüren die ersten Tritte und Turnübungen des Kindes ungefähr in der 18. Schwangerschaftswoche. Vor allem Zweitgebärende nehmen die Kindesbewegungen früher wahr. Die Bewegungen nehmen mit jeder weiteren Schwangerschaftswoche zu. Ab ungefähr der 20. Schwangerschaftswoche werden die Bewegungen immer deutlicher. Die Häufigkeit der kindlichen Aktivität nimmt mit der 24. Schwangerschaftswoche zu. Während dieser Zeit übt Ihr Kind kräftig. Sie können Tritte und Stöße nun sehr klar spüren.

Ab der 36. Schwangerschaftswoche wird der Platz in Ihrem Bauch dagegen knapper. Es bleibt Ihrem Kind kaum noch Raum für Purzelbäume. Stattdessen sind vermehrt Tritte spürbar. In der Regel werden Sie das Kind spüren, wenn Sie sich selbst eine Ruhepause gönnen. Sind Sie beschäftigt und bewegen sich, wird das Baby in Ihrem Bauch in den Schlaf gewiegt.

Faktoren, die die Kindsbewegungen beeinflussen

Es gibt einige Faktoren, die die Häufigkeit und Intensität der Bewegungen Ihres Kindes beeinflussen. Haben Sie viel Fruchtwasser, dämpft dies die Bewegungen und Sie werden Ihr Kind nicht so intensiv spüren. Zu guter Letzt ist auch das Temperament Ihres Babys ausschlaggebend. In Ihrem Bauch wächst ein eigenständiger Mensch heran, der schon seinen "eigenen Kopf" hat.

Infografik: Entwicklung der Sinne des Babys im Mutterleib

Unterschiedliche Bewegungen des Babys im Bauch: Ein gutes Zeichen?

Spielt und tobt das Baby in Ihrem Bauch, ist dies ein Zeichen, dass es ihm gut geht. Manche Eltern machen sich Sorgen, dass ein im Bauch sehr aktives Baby vielleicht hyperaktiv werden könnte. Die verschiedenen Formen von ADS und ADHS zeichnen sich jedoch nicht schon im Mutterleib ab. Tobt und turnt Ihr Baby im Bauch, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Im Gegenteil: Ihrem Kind geht es gut, wenn es sich bewegt.

Spüren Sie hingegen ab der 18. Schwangerschaftswoche nur sehr zarte oder kaum Bewegungen, muss das kein Grund zur Besorgnis sein. Manchmal liegt eine Vorderwandplazenta oder auch eine dickere Bauchdecke vor, die die Wahrnehmung für Tritte reduzieren kann. Spüren Sie täglich außergewöhnliche Bewegungsmuster, kann das auf eine Mehrlingsschwangerschaft zurückzuführen sein. Vermutlich wissen Sie bereits, dass Sie Zwillinge erwarten. Sollten Sie längere Zeit keine Bewegungen spüren, ist es ratsam, eine Arztpraxis aufzusuchen.

Tipps für werdende Mütter mit einem aktiven Baby

Es ist gut, wenn Ihr Baby schon im Bauch viel spielt und sich bewegt. Wie im ersten Abschnitt beschrieben, wiegt Ihre Bewegung das Baby im Bauch in den Schlaf. Das können Sie auch bewusst nutzen: Bewegen Sie sich, um das Kind ein wenig zu beruhigen. Es muss nicht Hausarbeit sein. Machen Sie etwas, was auch Ihnen Spaß macht. Ideal ist beispielsweise Schwimmen in der Schwangerschaft. Auch Tanzen wirkt wie eine Wiege auf Ihr Baby. Sanfte Bewegungen sind ideal, um sich selbst fit zu halten oder Rückenschmerzen entgegenzuwirken, die gerade gegen Ende der Schwangerschaft zunehmen können.

Möchten Sie lieber auf der Couch liegen bleiben, streicheln Sie über Ihren Bauch und reden Sie mit Ihrem Baby. Ab der 26. Schwangerschaftswoche kann das Baby ebenso die Welt außerhalb des Bauches akustisch wahrnehmen.

Manche Frauen empfinden die starken Bewegungen ihres Babys als belastend, besonders nachts, wenn sie versuchen zu schlafen. Das kann dazu führen, dass sie kaum noch Schlaf finden und sich unwohl fühlen. Auch wenn ein Stillkissen zur Unterstützung genutzt wird, kann das Liegen unbequem sein.

Es ist normal, dass Babys aktiv sind, wenn sie wach sein wollen, oft nach Phasen des Schlafes. Eine Spieluhr kann helfen, das Baby zu beruhigen, indem sie abends vor dem Schlafen aufgezogen wird. Auch wenn es mitten in der Nacht passiert, kann die Spieluhr eine beruhigende Wirkung haben.

Manchmal sind die Bewegungen des Babys so stark, dass sie schmerzhaft werden, was darauf hindeuten kann, dass es im Bauch langsam eng wird. Dennoch können diese Babys nachts brav sein und schlafen, auch wenn die Mutter häufiger wegen des Toilettengangs aufwachen muss.

Eine Methode, das Baby zu beruhigen, ist, es sanft in den Schlaf zu schaukeln. Ob man nun stundenlang wach liegt oder eine halbe Stunde herumläuft, das Schaukeln kann helfen. Das Hinzufügen einer Spieluhr am Bauch kann ebenfalls unterstützend wirken, auch wenn das Baby sie manchmal wegboxt, folgt oft danach Ruhe.

Manche empfinden die Aktivität des Babys als eine Art Training für die Zeit nach der Geburt. Wenn das Baby wach ist und sich bewegt, wird es geschaukelt, um einzuschlafen. Das Spieluhr am Bauch kann dabei helfen.

Wie Väter mit dem Baby im Bauch interagieren können

Der Babybauch ist mehr als nur ein Symbol für neues Leben. Schon vor der Geburt können Sie mit Ihrem Kind eine Bindung aufbauen. Die Bauchpflege mit Creme oder Öl lässt sich z. B. super mit zärtlichen Berührungen oder einer Schwangerschaftsmassage kombinieren.

Während der Schwangerschaft schwimmt das Ungeborene im Fruchtwasser der Gebärmutter und ist so gegen starke Erschütterungen geschützt. Nach und nach entwickelt das Ungeborene seine Sinne und kann sogar Helligkeitsunterschiede, Stimmen und Geräusche wahrnehmen. Kommunikative Berührungen lassen sich hervorragend mit der Pflege oder einer Massage des Babybauchs verbinden - so können auch Väter vor der Geburt eine Beziehung zu ihrem Nachwuchs aufbauen.

Die Rolle der Partnermassage

Grundsätzlich gilt: Was Ihnen gut tut, tut auch dem Baby gut. Deshalb eignen sich Babybauch-Massagen gleich doppelt ausgezeichnet als sinnliches Entspannungsprogramm. Größere Kinder lassen sich meist toll in die Interaktion mit dem Babybauch einbeziehen.

Während der Schwangerschaft wird die Haut an Bauch, Brust, Po und Oberschenkeln in kurzer Zeit stark gedehnt. Fangen Sie spätestens ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel mit der regelmäßigen Bauchpflege an. Zupfen Sie die Haut beim Eincremen bzw. Einölen vorsichtig zwischen zwei Fingern, um die Durchblutung zu fördern.

Bild: Ein Vater massiert sanft den Babybauch seiner Partnerin

Entwicklung der Sinne und Wahrnehmung des Babys

In der Geborgenheit des mütterlichen Bauchs entwickelt sich über 40 Wochen hinweg ein kleines Wunder - mit Händen, Füßen und allen Sinnen, die es fürs Leben brauchen wird. Studien zeigen, dass sich Babys nach der Geburt z. B. an Melodien erinnern können, die sie während der Schwangerschaft gehört haben.

Bereits ab der 8. Schwangerschaftswoche kann das Ungeborene Veränderungen in seiner Umgebung spüren und reagiert immer stärker auf Reize von außen. Die meisten Frauen spüren die Bewegungen des Kindes zwischen der 18. und 20. Woche der Schwangerschaft. Bei vielen dauert es aber auch bis in die 25. Woche hinein - machen Sie sich also keine Sorgen, wenn Sie noch nichts fühlen.

Die Entwicklung der kindlichen Sinne

  • Tasten: Schon ab der 8. Schwangerschaftswoche spürt das Kind seine Umgebung. Nach und nach nimmt es Mamas Herzschlag, Erschütterungen und sanfte Berührungen des Babybauchs wahr.
  • Schmecken: Ihren Geschmackssinn entwickeln Babys ab Schwangerschaftswoche 16. Jetzt nehmen sie Veränderungen im Fruchtwasser wahr - verursacht durch die Ernährungsgewohnheiten der Mutter.
  • Riechen: Theoretisch können Babys ab der 10. Woche riechen - allerdings ist ihr Geruchssinn an den Geschmack gekoppelt, da sie noch im Fruchtwasser schwimmen. Sie lernen zu riechen, indem sie das aromatisierte Wasser schlucken.
  • Hören: Um die 20. Woche beginnt sich der Hörsinn des Babys zu entwickeln. Dies macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn das Kind auf plötzliche, laute Geräusche mit deutlichen Bewegungen reagiert.
  • Sehen: Zwischen der 20. und 25. Schwangerschaftswoche beginnt sich allmählich der Sehsinn des Ungeborenen auszubilden.
  • Fühlen: Während der gesamten Schwangerschaft besteht eine enge körperliche sowie emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind. Bereits im zweiten Drittel der Schwangerschaft beginnen Babys damit, Gesichtsausdrücke wie Lachen und Weinen für später zu üben.

Ein neues Level erreicht die Kontaktaufnahme mit dem ungeborenen Kind um die 20. Schwangerschaftswoche, denn: Ab jetzt entwickelt sich Babys Hörsinn. Sanfte Klänge beruhigen Ihr Baby im Bauch. Weder mit der Lautstärke noch mit der Dauer der Baby-Beschallung sollte man es jedoch übertreiben: Laute, schnelle Musik hören Sie am besten über Kopfhörer. Zwar zeigen Studien, dass sich das Baby nach der Geburt an Melodien erinnern kann, die es im Bauch gehört hat.

Während ein ungeborenes Kind Mamas Herzschlag und allerlei sonstige Töne von innen und außen wahrnehmen kann, hören Sie Ihr Baby im Bauch nicht. Sobald das ungeborene Kind Töne aus der Außenwelt wahrnehmen kann, gewöhnt es sich an Mamas Stimme - sie vermittelt ihm auch nach der Geburt Geborgenheit.

Warum wird mein Baby im Bauch nachts aktiv?

Viele Frauen schildern, dass ihr Baby vor allem dann aktiv ist, wenn sie sich auf die Couch oder ins Bett legen und eigentlich gerne ausruhen möchten. Insbesondere nachts spüren viele Schwangere ihre Babys deutlich stärker als tagsüber - und das kann Schlafstörungen noch verstärken. Aber: Auch das ist völlig normal und weder ein gutes noch ein schlechtes Zeichen.

Wenn Sie zur Ruhe kommen, nehmen Sie die Kindsbewegungen natürlich auch viel intensiver wahr, als wenn Sie gerade mit Ihrem älteren Kind über den Spielplatz toben, die Fenster putzen oder im Job konzentriert arbeiten. Auch empfindet Ihr Baby die Ruhe beim Liegen vielleicht erstmal als unangenehm. Es wird einfach lieber geschaukelt und hin und her gewiegt, um einschlafen oder Ruhe geben zu können. Das ist ebenfalls ein Grund dafür, dass es sich im Liegen stärker bewegt, so als wollte es DICH animieren, Dich zu bewegen, damit es besser zur Ruhe kommt. Vor allem zu Beginn spüren viele Frauen die Kindsbewegungen fast ausschließlich im Liegen.

Illustration einer schwangeren Frau, die versucht, nachts zu schlafen, während das Baby aktiv ist

Was beeinflusst die Kindsbewegungen?

Tatsächlich fragen mich immer mal wieder Frauen, ob ein zu aktives Kind ein Grund zur Sorge sein könnte. Wobei „zu“ aktiv ja auch immer relativ zu sehen ist. Allein die Lage der Plazenta beeinflusst z.B. maßgeblich, wie stark Du Kindsbewegungen überhaupt empfindest. So spüren Frauen mit einer Vorderwandplazenta Kindsbewegungen nicht nur deutlich später, sondern auch oft nicht so kräftig. Dann hängt die Art, wie Du Kindsbewegungen empfindest auch mit der Lage des Kindes zusammen. Viele Frauen, deren Kind in Beckenendlage liegt, empfinden die Kindsbewegungen nicht so stark wie Frauen in der gleichen Schwangerschaftswoche, deren Baby in Schädellage liegt. Auch die Fruchtwassermenge spielt eine Rolle, da viel Fruchtwasser zwar Bewegungen leichter ermöglicht, andererseits die Flüssigkeit die Stärke der Bewegungen auch abpuffert.

Du siehst also: Wie stark die Kindsbewegungen empfunden werden, sagt nicht unbedingt etwas darüber aus, wie kräftig das Baby sich tatsächlich bewegt. Deshalb ist die Aussage „mein Baby im Bauch ist sehr aktiv“ natürlich immer etwas subjektiv.

Wie viele Kindsbewegungen sind „normal“?

Auch das ist pauschal sehr schwierig zu sagen. Ab dem zweiten Trimester spüren die meisten Frauen ihr Baby mindestens einmal am Tag. Sollte mal ein „ruhigerer“ Tag dabei sein, ist das auch kein großartiges Problem. Allerdings sollte ein gesundes und fittes Baby sich zur Bewegung „animieren“ lassen. Das kannst Du z.B. durch:

  • eine Spieluhr auf dem Bauch
  • ein paar Kniebeugen
  • vorsichtiges „Rütteln“ am Bauch
  • kräftiges in-die-Hände-klatschen vor dem Bauch

Reagiert Dein Baby auch auf diese Animationsversuche nicht, kannst Du noch versuchen, Dich hinzulegen. In (Links-)Seitenlage ist die Durchblutung der Plazenta besonders gut und das Baby wird so vielleicht noch mehr zur Bewegung ermutigt.

Muss ich mir Sorgen machen, wenn mein Baby im Bauch ganz plötzlich sehr aktiv ist? Generell merken meiner Erfahrung nach Mütter relativ schnell, wenn sich an den Bewegungen des Babys etwas verändert. Eine (plötzliche) Veränderung ist immer etwas, was Du gut beobachten solltest und ggf. auch abklären lassen kannst. Wobei hier in erster Linie das plötzliche Nachlassen von Kindsbewegungen bei eigentlich aktivem Baby zu nennen ist. Plötzlich auftretende heftige Kindsbewegungen sind eher selten ein Grund zur Sorge, vielleicht verändert Dein Baby nur gerade seine Lage oder ruckelt sich in eine bequemere Position.

Mein Baby im Bauch ist sehr aktiv - ist das gut oder schlecht?

Lebhafte Kindsbewegungen sind zumindest ein Zeichen dafür, dass die Durchblutung der Plazenta so gut ist, dass das Baby genug Energie zur Verfügung hat, um sich (neben dem Wachstum) auch noch bewegen zu können. Und das ist per se natürlich etwas Gutes und ein Zeichen dafür, dass es Deinem Baby gut geht.

Allerdings ist es auch so, dass eine beschleunigte Herzfrequenz der Mutter oft auch zu einer Beschleunigung des kindlichen Pulses und zu einer gesteigerten motorischen Aktivität führt. Das heißt, mütterlicher Stress, Nervosität oder Angst können ebenfalls der Grund sein, dass sich das Baby heftiger oder häufiger bewegt. ABER: Kurze Intervalle, die durch stressige Phasen im Job, Nervosität vor einer Prüfung oder einem Schreckmoment ausgelöst werden, stecken Babys im Bauch für gewöhnlich gut weg. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass Du in stressigen Phasen oder nach einem Trauma oder Schreck eine kurzfristige Veränderung der Kindsbewegungen merkst.

Wird aus einem sehr aktiven Baby im Bauch auch später ein kleiner Zappelphilipp? Ansonsten finde ich nicht, dass man von einem bewegungsfreudigen Kind im Bauch zwangsläufig auf ein „zappeliges“ Kind schließen kann. Viele Kinder sind im Bauch laut Mama sehr aktiv - bei uns auf der Welt in meinen Augen aber gar nicht außergewöhnlich lebhaft.

Was sich allerdings häufig überschneidet, sind die Zeitfenster, in denen das Kind aktiv ist. Vor allem in den ersten Lebenswochen bemerken viele Eltern, dass die Wachphasen des Neugeborenen zu den Zeiten passen, in denen das Baby auch im Bauch aktiv war und sich bewegt hat. Wenn Dein Baby im Bauch während der Schwangerschaft also oft nachts aktiv war, kannst Du Dich darauf einstellen, dass das nach der Geburt auch erst einmal so sein wird.

Ist ein sehr aktives Baby am Geburtstermin ein schlechtes Zeichen?

In nahezu jedem Ratgeber steht, dass ein Baby in den letzten Tagen vor der Geburt ruhiger ist und die Kindsbewegungen deutlich abnehmen. Das liegt daran, dass das Fruchtwasser weniger wird und das Baby kaum noch Platz hat, um sich in der Fruchtblase zu bewegen. Deshalb herrscht immer mal wieder Verunsicherung, wenn das Baby weiterhin agil ist und sich relativ viel bewegt. Aber das bedeutet weder, dass die Geburt definitiv nicht losgeht, noch dass Dein Baby gestresst oder nicht normal ist. Denn - jede Schwangerschaft, jede Geburt und jedes Baby ist eben anders.

Können starke Kindsbewegungen dazu führen, dass das Baby früher kommt?

Schon mehr als einmal hatte ich den Fall, dass heftige Kindsbewegungen (insbesondere bei Mehrlingen) einen Blasensprung und somit indirekt den Beginn der Geburt ausgelöst haben. Die Kindsbewegungen waren hier vielleicht der Grund, dass die Fruchtblase genau in diesem Moment gesprungen ist - aber sie waren ganz sicher nicht der Auslöser dafür. Denn der Beginn der Geburt wird hormonell ausgelöst - da sind die Kindsbewegungen höchstens der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Und das könnte ebenso ein herzhaftes Lachen, ein kräftiges Husten oder ein überraschender Nieser der Mama sein. Man kann also keinesfalls sagen, dass sehr aktive Babys tendenziell früher oder schneller auf die Welt kommen als Gemütlichere.

Bild: Eine Frau, die sanft ihren Babybauch streichelt

Fazit

Es gibt keine pauschalen Aussagen bezüglich der Bedeutung von starken Kindsbewegungen für die Schwangerschaft, Geburt und spätere Entwicklung des Babys. Die Bandbreite der Normalität ist extrem breit, und es ist nicht automatisch ein Grund zur Sorge, wenn das Baby im Bauch aktiver oder ruhiger ist, als es laut diversen Ratgebern der Norm entspricht. Vertraue auf Deine Verbindung zu Deinem Baby und darauf, dass Du Veränderungen, die wirklich besorgniserregend wären, bemerken würdest.

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