Meghan Markle sorgt mit einem Interview über das US-Abtreibungsrecht für Kritik. In dem Gespräch mit der Feminismus-Ikone Gloria Steinem, in dem sie als «Herzogin von Sussex» vorgestellt wird, äussert sich die Herzogin zum Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA, das das landesweite Recht auf Abtreibung gekippt hat. Dies löst bei einigen Fans und Beobachtern Unmut aus, da Royals sich traditionell aus politischen Angelegenheiten heraushalten.

Das Wichtigste in Kürze
Das Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA zum Abtreibungsrecht, das sogenannte «Roe v. Wade»-Urteil von 1973, wurde gekippt. Dieses Urteil hatte Frauen in allen US-Bundesstaaten das Recht auf Abtreibung zugesprochen. Nun wird dieses verfassungsmässige Recht abgeschafft, und die Bundesstaaten müssen eigene Regelungen schaffen. Dies hat eine Welle der Empörung ausgelöst, zu deren Kritikern auch Meghan Markle und ihr Ehemann Prinz Harry gehören.
Meghan Markle fordert Männer zur Stellungnahme auf
In einem Interview mit der «Vogue» fordert Meghan Markle Männer auf, sich zu diesem Thema zu äussern: «Männer müssen in diesem Moment und darüber hinaus ihre Stimme erheben. Dies sind Entscheidungen, die Beziehungen, Familien und Gemeinschaften im Allgemeinen betreffen.» Sie berichtet zudem, dass sie mit ihrem Ehemann Prinz Harry, der sich ebenfalls als Feminist bezeichne, intensiv über das Thema gesprochen habe und er «zutiefst erschüttert» sei.
Die zweifache Mutter erklärt weiter: «Die Entscheidungen mögen auf Frauen abzielen, aber die Konsequenzen betreffen uns alle.» Sie fügt hinzu: «Ich weiß, dass so viele Frauen im Moment verzweifelt sind. Aber auch hier müssen wir uns zusammenschließen und dürfen uns nicht hängen lassen. Wir müssen die Arbeit machen.»

Kritik an der Nennung des Titels «Herzogin von Sussex»
Für das Interview mit Gloria Steinem erntet Meghan Markle Kritik, da sie explizit als «Herzogin von Sussex» vorgestellt wird und nicht einfach als Meghan Markle. Dies verstösst gegen die ungeschriebene Regel, dass sich britische Royals nicht zu politischen Themen äussern sollten. User auf sozialen Medien fordern sie auf, ihren Titel wegzulassen und als Privatperson zu sprechen. «Meghan, lass deinen Titel weg und sprich als du selbst», fordert eine Userin, während eine andere schreibt: «Hör auf, deinen britischen Royal-Titel zu nutzen, wenn du über amerikanische Politik sprichst!»
Prinz Harry als Feminist
Meghan Markle betont in dem Interview, dass ihr Ehemann Prinz Harry ein Feminist sei und das Urteil ihn «zutiefst erschüttert» habe. Sie beschreibt seine Reaktion als «aus dem Bauch heraus, genau wie meine». Die Herzogin hebt hervor, dass die Entscheidungen zwar auf Frauen abzielen, die Konsequenzen jedoch alle betreffen.
Weitere Prominente äussern sich zum Urteil
Vor Herzogin Meghan hatten bereits zahlreiche Prominente, darunter Halle Berry, Billie Eilish, Viola Davis und Barack Obama, öffentlich kritisch auf die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs reagiert. Der ehemalige US-Präsident Barack Obama rief zu Protesten auf und forderte die Bürger auf, sich den Aktivisten anzuschliessen, die seit Jahren auf den Zugang zu Abtreibungen aufmerksam machen.
USA: Oberster Gerichtshof könnte Recht auf Schwangerschaftsabbruch kippen
Die Bedeutung des «Roe v. Wade»-Urteils
Das «Roe v. Wade»-Urteil von 1973 war eine bahnbrechende Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, die Frauen in allen US-Bundesstaaten das Recht auf Abtreibung zusprach. Mit der jüngsten Entscheidung wird dieses verfassungsmässige Recht abgeschafft, und die einzelnen Bundesstaaten sind nun für die Gesetzgebung zuständig. Dies könnte dazu führen, dass Abtreibungen in mindestens 24 Bundesstaaten verboten werden.
Meghan Markles persönliche Perspektive
Meghan Markle, die selbst eine Fehlgeburt im Jahr 2020 erlebte und offen darüber schrieb, äussert sich im Interview mit der «Vogue» zu ihren persönlichen Erfahrungen und wie diese ihre Sicht auf das neue Abtreibungsgesetz beeinflussen. Sie beschreibt den Verlust eines Kindes als einen fast unerträglichen Schmerz, über den zu wenige sprechen. Sie betont, wie wichtig es sei, solche Themen zu normalisieren, um Schutzmassnahmen zu ergreifen.
Die Herzogin bezeichnet die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs als «Einschränkung der Sicherheit von Frauen». Sie hebt hervor, dass es darum gehe, eine Wahl zu haben, sei es für eine Frau in einer undenkbaren Situation, eine Frau, die noch nicht bereit ist, eine Familie zu gründen, oder ein Paar, das seine Familie planen möchte. Sie betont, dass die körperliche Unversehrtheit von Frauen wichtig sei.
Meghan Markle sieht zudem ein grosses Problem für farbige Frauen in jenen Staaten, die Abtreibung illegal gemacht haben. Sie verweist auf eine höhere Sterberate bei schwarzen Frauen in den USA und auf systemische Ungleichheiten beim Zugang zu Gesundheitsversorgung und wirtschaftlichen Möglichkeiten, die diese Frauen besonders stark von den neuen Gesetzen betroffen machen.
Aufruf zur Aktivität
Die Herzogin von Sussex ruft dazu auf, aktiv zu werden, wenn man etwas verändern will. Sie beschreibt, wie man Wut in Energie umwandeln kann, die Wandel bewirkt: «Das ist es, was Aktivismus ausmacht. Es geht darum, wie wir uns zeigen.»

Kontroverse um politische Äusserungen von Royals
Meghan Markle ist dafür bekannt, sich trotz ihres royalen Titels zu politischen Themen zu äussern. Dies steht im Gegensatz zur royalen Regel, sich nicht aktiv in die Politik einzumischen. In der Vergangenheit hat sie sich unter anderem für bezahlten Erziehungsurlaub eingesetzt und einen offenen Brief an den US-Kongress geschrieben, wofür sie heftige Kritik erntete. Die aktuelle Situation zeigt erneut die Spannungen zwischen ihrem Wunsch, sich politisch zu engagieren, und den Erwartungen an Mitglieder der königlichen Familie.
Die Entscheidung des Supreme Courts, das Abtreibungsrecht zu kippen, hat weltweite Empörung ausgelöst. Während viele Stars und Persönlichkeiten ihre Meinung geäussert haben, wird von Meghan Markle, die sich gerne als engagiert und für soziale Zwecke einsetzend bezeichnet, eine Stellungnahme erwartet. Einige vermuten, dass sie möglicherweise den Zorn der königlichen Familie vermeiden möchte, andere hoffen weiterhin auf eine öffentliche Meinungsaeusserung der Sussexes, die nach ihrem Rücktritt als hochrangige Royals mehr Freiheiten geniessen.
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