Cashewkerne in der Stillzeit: Ein Leitfaden für stillende Mütter

Nüsse sind bekanntlich sehr gesund und enthalten viele wichtige Inhaltsstoffe. Doch wie sieht es während der Stillzeit aus? Können sie bedenkenlos gegessen werden oder sollten sie vorsichtshalber vom Speiseplan verschwinden?

Infografik über die Nährwerte verschiedener Nusssorten

Die Bedeutung von Nüssen für die Ernährung während der Stillzeit

Nüsse sind reich an wertvollen ungesättigten Fettsäuren, Eiweiß, Kohlenhydraten und Ballaststoffen. Sie enthalten verhältnismäßig wenig Wasser, aber dafür eine hohe Dichte an wichtigen Nährstoffen. Gerade während der Stillzeit ist es essenziell, dass die stillende Mutter auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achtet, um ihren erhöhten täglichen Bedarf zu decken. Ein Mehrbedarf von etwa 500 kcal täglich sollte in der Kalorienbilanz berücksichtigt werden.

Nüsse eignen sich hervorragend als gesunder Snack zwischendurch, da sie nicht nur Energie liefern, sondern auch wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Natrium und Phosphor enthalten. Einige Sorten, wie beispielsweise Mandeln, sollen sich sogar positiv auf die Milchbildung auswirken.

Nüsse und Allergien während der Stillzeit

Generell gilt, dass Stillende nicht grundlos auf bestimmte Lebensmittel verzichten müssen, auch nicht auf potenziell allergene wie Nüsse. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, darunter Meta-Analysen und Reviews, deuten darauf hin, dass das Weglassen von allergenen Lebensmitteln während der Stillzeit keinen nachweisbaren Einfluss auf die spätere Entwicklung von Allergien oder Neurodermitis beim Kind hat.

Muttermilch stärkt das Immunsystem des Kindes und wird aus dem Blut der Mutter gebildet. Das bedeutet, dass die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln nicht direkt in die Muttermilch übergehen, mit Ausnahmen wie Alkohol. Was die Mutter isst, beeinflusst zwar den Geschmack der Milch, aber nicht zwangsläufig die Allergenität.

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Wann Vorsicht geboten ist: Allergie-Symptome beim Baby

Sollten bei deinem Kind dennoch Symptome einer Allergie während der Stillzeit auftreten, ist es ratsam, umgehend einen Kinderarzt zu konsultieren. Gemeinsam können die Ursachen besprochen und eine angepasste Ernährungsstrategie entwickelt werden. Oft bilden sich solche Allergieerscheinungen innerhalb eines gewissen Zeitraumes zurück, der von wenigen Tagen bis zu zwei Wochen dauern kann.

Prinzipiell können und sollten Nüsse in die Ernährung integriert werden. Es wird empfohlen, mit einer Nussart und kleineren Mengen zu beginnen. Sollten Rötungen oder ein Hautausschlag beim Baby auftreten, ist ein Arztbesuch ratsam.

Vielfalt der Nüsse und ihre Vorteile

Die Vielfalt an Nüssen, die in Supermärkten erhältlich ist, ist groß und bietet zahlreiche gesunde Optionen. Dazu gehören:

  • Walnüsse
  • Haselnüsse
  • Erdnüsse
  • Pekannüsse
  • Paranüsse
  • Cashewkerne
  • Pinienkerne
  • Mandeln (keine Bittermandeln)
  • Pistazien

Diese Nusssorten können auch zu einem selbstgemischten "Studentenfutter" kombiniert werden, idealerweise mit Rosinen und anderen Trockenfrüchten, wobei auf ungesalzene Varianten zurückgegriffen werden sollte. Salz wird ohnehin oft in ausreichender Menge über andere Lebensmittel aufgenommen.

Spezifische Nüsse und ihre Nährstoffe

  • Kürbiskerne: Sehr nahrhaft, reich an Vitaminen (A, B1, B2, B6, C, D und E), ungesättigten Fettsäuren wie Linolsäure, Magnesium, Kalzium, Eisen, Kalium, Selen und Zink. Täglich etwa 30 Gramm können zur Aufnahme wichtiger Nährstoffe beitragen. Bei Pollenallergie ist Vorsicht geboten.
  • Walnüsse: Besonders reich an Omega-3-Fettsäuren, die das Gehirnwachstum bereits im embryonalen Stadium unterstützen.
  • Macadamianüsse: Geschätzt für ihre hochwertigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die für Stoffwechselprozesse wichtig sind.
  • Haselnüsse: Enthalten viel Vitamin E, das für die Entwicklung von roten Blutkörperchen, Nervenzellen und Muskeln entscheidend ist.
  • Mandeln: Liefern neben Magnesium, Zink, Kalium, Eisen und B-Vitaminen auch mehr als zwanzig antioxidativ wirkende Flavonoide zur Stärkung des Immunsystems. Sie können auch bei Bauchweh Linderung verschaffen.
  • Cashewnüsse: Bekannt für ihren süßen Geschmack und ihren hohen Magnesiumgehalt, wichtig für den Muskelaufbau und den Eiweiß- sowie Kohlenhydratstoffwechsel.
  • Pistazien: Die enthaltenen Antioxidantien können Erkältungen vorbeugen, indem sie das Immunsystem kräftigen.
Collage verschiedener Nusssorten und Trockenfrüchte

Nüsse als Energie- und Mineralstofflieferant

Nüsse sind ein wichtiger Lieferant von Energie und essentiellen Mineralstoffen während der Stillzeit. Sie versorgen die Mutter mit Folsäure, vielen weiteren wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen sowie ungesättigten Fettsäuren. Studien deuten darauf hin, dass Nüsse eine regulierende Wirkung auf den Blutdruck und Blutzucker haben können.

Eine Studie des IS Global in Barcelona aus dem Jahr 2019, die über 2.200 Frauen begleitete, legte nahe, dass der Konsum von Nüssen während der Schwangerschaft das Allergierisiko bei Kindern reduzieren könnte. Eine dänische Studie im Journal of Allergy and Clinical Immunology kam zu dem Ergebnis, dass Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft Nüsse aßen, seltener mit Allergien zur Welt kamen.

Alternativen bei Nussallergien

Sollte dein Kind tatsächlich allergisch auf Nüsse reagieren, gibt es durchaus Alternativen, die eine wertvolle Quelle für hochwertige Fette, Vitamine und Mineralstoffe darstellen. Dazu gehören beispielsweise Sonnenblumenkerne, Leinsamen und Sesam.

Generell gilt: Eine gesunde Ernährung in der Stillzeit ist entscheidend, um die eigene Fitness zu erhalten und dem Baby alle notwendigen Nährstoffe zukommen zu lassen. Nüsse können hierbei eine wertvolle Rolle spielen, solange keine Allergien vorliegen.

Vergleichstabelle: Nährwerte von Nüssen und alternativen Samen

Wichtige Hinweise zur Ernährung in der Stillzeit

Es ist wichtig zu betonen, dass für stillende Mütter keine allgemeingültige "Stilldiät" oder generell verbotene Nahrungsmittel existieren, mit der Ausnahme von Alkohol. Der Einfluss der mütterlichen Ernährung auf das Verhalten des Kindes wird oft überschätzt. Viele Babys leiden an Blähungen, unabhängig von der Ernährung der Mutter. Darmgase und Ballaststoffe gehen nicht in die Muttermilch über.

Wenn du selbst oder dein Kind eine bekannte Nussallergie haben, ist es ratsam, eine allergologische Abklärung durch einen Facharzt vornehmen zu lassen. Bei einer nachgewiesenen Allergie müssen die entsprechenden Nusssorten gemieden werden. Liegt keine Allergie vor, können Nüsse jedoch bedenkenlos genossen werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, täglich mindestens eine Handvoll Nüsse zu essen, um von den vielen gesunden Inhaltsstoffen zu profitieren.

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