Der Apfelbaum der Sorte ‘Topaz’ (Malus domestica ‘Topaz’) ist eine relativ neue Sorte, die aus einer gezielten Kreuzung der Sorten ‘Rubin’ und ‘Vanda’ am Institut für experimentelle Botanik in Prag (Tschechien) entstand. Diese Sorte ist nicht nur für den professionellen Erwerbsanbau und extensiven Anbau auf Streuobstwiesen geeignet, sondern auch für den Hobbyanbau im eigenen Garten, unter Umständen sogar im Kübel.
Die Frucht des Topaz-Apfels ist mittelgroß, flach und mittel- bis stielbauchig. Die Deckfarbe nimmt 40 bis 70 % der Schale ein und ist dunkelrot geflammt und gestreift. Die Schale ist dick und kann beim Essen des Apfels ein wenig stören. Mit fortschreitender Reife wird die Schale fettig und das anfangs feste gelbe und saftige Fruchtfleisch wird mittelfest und süßer. Der Geschmack des Topaz-Apfels ist sehr aromatisch und feinsäuerlich mit gut ausgewogenem Zucker-Säure-Verhältnis.
Der Apfelbaum der Sorte ‘Topaz’ wächst mittelstark und aufrecht bis breit. An den Triebenden kommt es oftmals zu regelrecht büschelartigen Verzweigungen, wodurch die Krone schnell sehr dicht wird und unbedingt regelmäßig ausgelichtet werden sollte. Wie alle Sorten wird sowohl die Wuchsstärke als auch die Form stark durch die verwendete Unterlage beeinflusst, auf welche der Topaz-Apfel veredelt wurde.
Unterlagen und Wuchsformen
Die Wahl der Unterlage beeinflusst maßgeblich die Wuchsstärke und die Endgröße des Apfelbaums:
- Mit einer schwachwüchsigen Unterlage wie M27 kann ein Topaz-Apfelbaum gut in einem großen Kübel kultiviert werden, da er dann schwach wächst.
- Auf einer mittelstark wüchsigen Unterlage wie M7 ist die Sorte perfekt für die Kultur als mittelgroßer Baum geeignet. Hier können sowohl Halb- als auch Hochstämme entstehen und sind durch den etwas gebremsten Wuchs noch relativ leicht zu pflegen.
- Für den extensiven Anbau auf Streuobstwiesen sind auch Veredelungen auf starkwüchsigen Unterlagen wie A2 oder Sämlingsunterlagen möglich. Auf solchen Unterlagen veredelte Topaz-Äpfel sind ausnahmslos Hochstämme.
Der Topaz-Apfelbaum kann auch als Spalierobst gezogen werden. Dafür eignen sich Unterlagen wie M4, die zwar nicht schwachwüchsigen sind, aber durch regelmäßigen Schnitt in Form gehalten werden können.
Die Endhöhe eines Apfelbaumes ist stark von der verwendeten Veredelungsunterlage abhängig. Durch geeignete Schnittmaßnahmen kann die Höhe und Breite des Apfelbaumes gesteuert werden. Ein jährlicher Rückschnitt an milden Wintertagen, bei dem 30 bis 40 % der Triebe entfernt werden, ist empfehlenswert. Bäume auf der Unterlage M9 sind schwachwüchsige Buschbäume von niedriger Höhe mit einem günstigen Einfluss auf Größe und Ausfärbung der Frucht.
Containerpflanzen können das ganze Jahr über gepflanzt werden, solange der Boden frostfrei ist. Zweijährige Obstbäume werden wurzelnackt geerntet und versendet und können nur während der Winterruhe gepflanzt werden.
Der Apfelbaum 'Topaz' erreicht gewöhnlich eine Höhe von 2 bis 4 Metern und wächst etwa 20 bis 40 cm pro Jahr. Der Habitus ist der eines Kleinbaumes mit aufrechtem, breitem und buschigem Wuchs.

Blütezeit und Befruchtung
Der Blühbeginn des tendenziell sehr reichblühenden Topaz-Apfelbaumes ist früh bis mittelfrüh. Die Blütezeit liegt zwischen April und Mai, oft mit hellrosafarbenen Blüten und rosa Knospen. Aufgrund seiner frühen Blüte ist der Topaz-Apfelbaum anfällig für Blütenfrost bei Spätfrösten im Frühjahr.
Für eine erfolgreiche Fruchtbildung benötigt der Topaz-Apfel Unterstützung durch geeignete Befruchtersorten. Als gute Befruchtersorten für ‘Topaz’ kommen zum Beispiel infrage:
- ‘Rewena’
- ‘James Grieve’
- ‘Retina’
- ‘Boskoop’
- ‘Prinz Albrecht’
- ‘Weiße Klarapfel’
- ‘Regine’
- ‘Resi’
- ‘Rubinette’
- ‘Saturn’
- ‘Goldparmäne’
- ‘Braeburn’
- ‘Elstar’
- ‘Alkmene’
- ‘Jamba’
- ‘Rubinola’
Es ist zu beachten, dass ‘Reglindis’ keine gute Befruchtersorte für Topaz ist. Wenn die Nachbarschaft unsicher ist, kann es ratsam sein, eine zusätzliche Befruchtersorte zu pflanzen, eventuell einen Zierapfel wie ‘Everest’ oder ‘Golden Hornet’, oder einen Säulenapfel, falls der Platz begrenzt ist.
Die Apfelsorte ‘Topaz’ ist selbst nicht vollständig selbstfruchtbar. Eine gegenseitige Befruchtung mit ‘Rubinette’ ist leider nicht möglich. Eine Kombination mit ‘Alkmene’ könnte jedoch funktionieren, da diese sowohl für Topaz als auch für Rubinette als Befruchter dient.
In Kleingartenkolonien sind in der Regel genügend Äpfel und Zieräpfel in der Nähe, sodass sich ein passender Bestäuber findet. Dennoch ist es ratsam, die Kompatibilität der Sorten zu prüfen.
Krankheiten und Schädlinge
Die Apfelsorte ‘Topaz’ ist schorfresistent, was eine der wichtigsten Apfelbaumkrankheiten bei ihr ausschließt. Sie ist nur leicht anfällig für Mehltau, zeigt jedoch eine mittel- bis starke Anfälligkeit für die Obstbaumspinnmilbe sowie die Apfelblattlaus.
Außerdem neigen Äpfel der Sorte ‘Topaz’ zur Stippe, also zu braunen Flecken im Fleisch. Holzfrost kann ebenfalls ein Problem werden, weshalb raue, winterkalte und feuchte Lagen nichts für diesen Apfel sind.
Der Baum kann von Kragenfäule befallen werden. Unterlagen wie M9 oder MM111 sind widerstandsfähiger gegen Kragenfäule als beispielsweise M26. Dennoch kann Kragenfäule auch oberhalb der Veredelungsstelle auftreten, wenn die Unterlage selbst eine gute Resistenz hat.
Regelmäßige Kontrollen auf Schädlingsbefall sind wichtig, um schnell reagieren zu können. Schnitt- und Sägewunden sowie Astbrüche sollten schnellstmöglich mit einem Wundverschlussmittel versorgt werden, um das Eindringen von Krankheitserregern zu verhindern.
Ernte, Lagerung und Geschmack
Für den Topaz-Apfel liegt die Erntezeit zwischen Ende Oktober und Anfang November. Zu diesem Zeitpunkt ist er pflückreif und befindet sich im Zustand seiner besten Lagerfähigkeit. Die Genussreife am Baum wird ab Ende November erreicht, im kühlen Lager läuft sie aber langsamer ab.
Gekühlt auf knapp über 0 °C hält sich der Topaz-Apfel daher bis in den März. In einem Lager mit kontrollierter und gesteuerter Atmosphäre kann er sich sogar bis in den Mai halten.
Wegen seines sehr guten Geschmacks ist der Topaz-Apfel optimal für den direkten Genuss geeignet. Er ist aromatisch, saftig und fest mit einem süß-säuerlichen Geschmack. Die Schale ist glatt und weist eine leicht fettende, wachsige Schicht auf. Die Farbe der Schale ist zur Reifezeit orangerot und weist zum Teil feine rötliche Streifen auf gelblichen Grund auf.
Die hohe Saftausbeute macht ihn zudem zu einem gesuchten Saft- und Mostapfel. Er eignet sich auch zum Backen und Kochen.

Besondere Eigenschaften
Die Apfelsorte ‘Topaz’ gilt durch eine verhältnismäßig geringe Konzentration des Apfel-Allergens “Mal d1” als allergikerfreundlich.
Der Apfel 'Topaz' zeichnet sich durch seine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten aus und überzeugt mit einem frischen, säuerlichen Geschmack.
Bei Malus domestica 'Topaz'(s) handelt es sich um eine geschützte Sorte. Die Sorte wurde 1994 im Institut für wertvoll befunden und bereits 1998 kam es daraufhin zu einem offiziellen Sortenschutz in der EU. Damit darf die Sorte ‘Topaz’ nicht aus Erwerbsgründen weiter vermehrt werden, ohne dass eine entsprechende Gebühr geleistet wird.
Der Apfelbaum 'Topaz' ist besonders bestäuberfreundlich und ein wertvoller Nahrungsgeber für Bienen zur Blütezeit.
Weitere Apfelsorten im Vergleich
Neben dem 'Topaz' gibt es weitere interessante Apfelsorten, die sich in Wuchs, Geschmack und Verwendung unterscheiden:
Malus 'Adersleber Kalvill'
Diese historische Sorte aus dem Jahr 1839 zeichnet sich durch ein edles Aroma aus. Die Früchte sind groß und kantig, das Fruchtfleisch ist saftig, aromatisch und mildsüß. Als Winterapfel ist er gut lagerfähig und vielseitig verwendbar, sowohl frisch als auch in der Küche.
Malus 'Admiral' ®
Eine moderne Sorte aus Tschechien (1980er Jahre) mit intensiver roter Färbung und kräftigem Aroma. Der Baum wächst breitkugelig. Die Früchte sind mittelgroß bis groß, rundlich und zeigen eine glatte Schale in kräftigem Rot. Das Fruchtfleisch ist fest und saftig mit einem harmonischen süß-säuerlichen Aroma. Er ist sehr robust und widerstandsfähig gegen Apfelschorf.
Malus 'Ananasrenette'
Eine beliebte alte Sorte mit kleinen bis mittelgroßen, goldgelben Früchten und einem aromatischen, fein-fruchtigen und angenehm süß-säuerlichen Geschmack. Sie ist gut lagerfähig und eignet sich hervorragend zum Frischverzehr, Backen und Kochen.
Malus 'Antonowka'
Eine traditionsreiche Sorte aus Osteuropa, bekannt für ihre Robustheit und Winterhärte. Die Früchte sind mittelgroß bis groß, rundlich mit einer glatten, gelbgrünen Schale. Das Fruchtfleisch ist fest, saftig und angenehm säuerlich. Sie ist ein Allrounder für die Verarbeitung.
Malus 'Baumanns Renette'
Diese historische Sorte aus dem Elsass überzeugt durch regelmäßigen Ertrag und sehr gute Lagerfähigkeit. Die Früchte sind mittelgroß, rundlich mit einer glatten, gelben Schale und attraktiver roter Deckfarbe. Geschmacklich mild-aromatisch und süß-säuerlich, eignet sie sich für Frischverzehr und Verarbeitung.
Malus 'Baya®Marisa'
Eine moderne deutsche Sorte mit leuchtend rotem Fruchtfleisch und intensiv roter Schale. Die Farbe bleibt auch nach der Verarbeitung erhalten. Sie überzeugt mit einem aromatischen, süß-säuerlichen Profil und eignet sich für Frischverzehr, Backen, Kochen und zur Herstellung von Säften.
Alte Apfelsorten vs. Neue Apfelsorten: Die besten Apfelbäume für deinen Garten 🍎🌳
Generell sollten Apfelbäume zur sicheren Befruchtung entsprechende Partnersorten zugesellt werden. Die Befruchtertabellen geben Aufschluss über geeignete Kombinationen für verschiedene Apfel- und Zierapfelsorten sowie für Birnen, Pflaumen und Kirschen.
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