Die Hypnose, als Zustand veränderter Aufmerksamkeit, findet in der Medizin breite Anwendung, beispielsweise beim Zahnarzt oder Kinderarzt, um ängstlichen Patienten Behandlungen zu erleichtern und Schmerzen zu lindern. Ein bekanntes Beispiel ist das "Bohren ohne Spritze". Auch im psychologischen Setting gewinnt die Hypnose zunehmend an Bedeutung.
In der angeleiteten Hypnose oder Trance fokussiert sich die Aufmerksamkeit nach innen auf einen bestimmten Bereich oder ein Thema. Dies lässt sich mit einem Punktlaser vergleichen, der gezielt auf eine Sache richtet, im Gegensatz zum breiten Scheinwerfer des Alltags. Künstler, Wissenschaftler und Sportler, aber auch jeder Mensch im Alltag, erleben Trancezustände. Ein Beispiel hierfür ist das tiefe Eintauchen in eine wichtige Aufgabe, bei der Zeit und Umwelt vergessen werden. Ein weiteres alltägliches Phänomen ist die "Autofahrt-Amnesie", bei der man sich nach dem Erreichen des Ziels nicht mehr an den Weg erinnern kann, oder die erfolglose Suche nach Gegenständen, die sich direkt vor der Nase befinden, weil die Aufmerksamkeit auf etwas anderes gerichtet war.
Nach einem intensiven Gespräch und Übungen leitet ein Therapeut seinen Klienten mittels einer angenehmen, ruhigen Stimme in eine Trance. Der Therapeut achtet dabei auf die Reaktionen des Klienten - wie Atmung, Muskeltonus, Hautfarbe und Augenbewegungen -, um den Grad der Mitwirkung zu erkennen. Ist ein wohltuender Entspannungszustand erreicht, kann der Therapeut zur gemeinsamen Arbeit am vereinbarten Thema, wie der Geburtsvorbereitung, überleiten.

Hypnose in Schwangerschaft und Geburt
Die Geburtsvorbereitung mittels Hypnose kann Schwangerschaftsbeschwerden lindern oder vollständig auflösen. Während der Geburt ermöglicht Hypnose den Frauen, in einen Trancezustand zu gehen. Durch die Lösung des Angst-Anspannungs-Schmerz-Syndroms wird eine erhöhte Schmerzresistenz erreicht und die Fähigkeit zur körperlichen und mentalen Entspannung gefördert.
Selbst im fortgeschrittenen Stadium der Geburt, wenn die Wehentätigkeit intensiver wird, können Frauen, die Selbsthypnose erlernt haben, durch tiefes rhythmisches Atmen und Suggestionen zur Entspannung Schmerzen mindern oder ausblenden. Schmerzempfindungen können lediglich durch die Dehnung des Perineums beim Durchtritt des kindlichen Kopfes entstehen.
Erfahrungsbericht: Hypnose bei der zweiten Geburt
Eine Frau berichtet von ihrer ersten Geburt, die als Katastrophe endete und mit einem Kaiserschnitt per Notoperation abgeschlossen wurde. Die zweite Schwangerschaft war anfangs von Übelkeit begleitet, doch durch eine frühe Trance zur Geburtsvorbereitung konnte sie alle hinderlichen Gefühle und Gedanken der ersten Schwangerschaft auflösen. Die zweite Schwangerschaft verlief beschwerdefrei, und die Geburt dauerte nur 18 Stunden, was ihr ermöglichte, ihren Sohn auf natürlichem Wege zur Welt zu bringen. Dieses Erlebnis beschreibt sie als wundervoll und das Schönste.
Sie empfiehlt die Geburtsvorbereitung mit Hypnose uneingeschränkt, insbesondere nach einer Kaiserschnittgeburt, da sie alle Ängste bezüglich der ersten Schwangerschaft und Geburt auflöste. Positiv hervorgehoben wird auch das Fehlen des "Gruppenhechelns" der klassischen Geburtsvorbereitung und die Vermeidung von Horror-Geburtsgeschichten, die oft in solchen Kursen erzählt werden. Bedauerlicherweise werden die Kosten für Geburtsvorbereitung mit Hypnose noch nicht von den Krankenkassen übernommen und liegen pro Sitzung zwischen 80 und 150 Euro.

Vorbereitung auf einen Kaiserschnitt
Ein Kaiserschnitt kann für viele Frauen unerwartet kommen, sei es mitten in der Geburt oder als geplanter Eingriff. Die Enttäuschung, "es nicht geschafft zu haben", ist eine häufige Reaktion. Die Vorbereitung auf einen Kaiserschnitt, sei er gewünscht oder medizinisch notwendig, ist entscheidend, um den gemeinsamen Start für Eltern und Kind so positiv wie möglich zu gestalten und die Basis für eine gelungene Eltern-Kind-Beziehung zu schaffen.
Frauen und Paare haben zahlreiche Fragen, sowohl medizinischer als auch schmerzbezogener Natur. Themen wie Schmerzbewältigung, die ersten Minuten nach der Geburt, Wundheilung und Bonding nach einem Kaiserschnitt sind von großer Bedeutung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich mental auf einen Kaiserschnitt vorzubereiten, um sich wohl und sicher zu fühlen. Ein ausführliches Beratungsgespräch mit der Klinik ist hierbei unerlässlich, um sich über konkrete Abläufe, Vorbereitungen und Termine zu informieren.
Geburtsvorbereitungskurse für Kaiserschnitte, oft von Hebammen oder Mentaltrainerinnen geleitet, beantworten spezifische Fragen und vermitteln Techniken zur mentalen Vorbereitung und Entspannung am Tag der Geburt. Auch wenn der Kaiserschnitt nicht auf Wunsch erfolgt, ist es wichtig, sich mit der neuen Situation abzufinden, ein mögliches schlechtes Gewissen wegen der fehlenden natürlichen Geburt abzubauen und Ängste rund um die Operation zu bewältigen. Hierbei können Werkzeuge wie Hypnose für ein gutes Schmerzmanagement von großer Hilfe sein.
Das passiert bei einem Kaiserschnitt! 🍼👶
HypnoBirthing und Kaiserschnitt: Eine Verbindung
Die Verbindung von HypnoBirthing und Kaiserschnitt mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, da HypnoBirthing oft mit der natürlichen Geburt assoziiert wird. Viele Frauen, die mit Ängsten und Sorgen zum Thema Kaiserschnitt kommen, müssen sich erst mit der neuen Situation abfinden und auf diese Art der Geburt einstellen. Ängste vor der Operation und den damit verbundenen Schmerzen können durch Techniken wie Hypnose abgebaut werden.
Statistisch gesehen kommt jedes dritte Kind in der Schweiz per Kaiserschnitt zur Welt. Daher ist es umso wichtiger, dass auch diese Frauen und Paare mentale Unterstützung erhalten. Ein Kaiserschnitt-Geburtsvorbereitungskurs kann hierbei sehr sinnvoll sein. Nervosität vor einem Kaiserschnitt kann sowohl in den Tagen davor als auch am Operationstag auftreten. Der Abbau von Ängsten und Unsicherheiten ist entscheidend.
Am Tag vor der Operation ist es wichtig, sich psychisch auf die Entbindung vorzubereiten und sich zu entspannen. Zeit als Paar zu verbringen und die letzten Momente zu zweit zu genießen, kann unterstützend wirken. Es ist essenziell, sich an die Vorgaben der Ärzte zu halten, wie etwa das Essensverbot ab Mitternacht.
Bei einem geplanten Kaiserschnitt ist kein normaler Geburtsvorbereitungskurs notwendig; empfohlen wird ein spezieller Kurs zur Vorbereitung auf den Kaiserschnitt, der kürzer ist und von einer Hebamme oder Mentaltrainerin geleitet wird.
Die Philosophie des Hypnobirthing
Hypnose ist ein natürlicher Zustand, in dem sich die meisten Menschen einen Großteil des Tages befinden. HypnoBirthing bedeutet, sich während des Geburtsverlaufs in Trance zu befinden. Die Philosophie dahinter knüpft an die antike Vorstellung der Geburt als einem Fest des Lebens an. Die praktischen Ursprünge liegen in den Theorien des englischen Frauenarztes Dr. Grantly Dick-Read, der Anfang des 20. Jahrhunderts die Rolle von Angst und Verspannung bei der Geburt erforschte.
Er erkannte, dass Frauen, die ihre Kinder entspannt zur Welt brachten, dies vor allem dadurch erreichten, dass sie keine Angst hatten. Das Konzept von Hypnobirthing wurde von der Hypnosetherapeutin Marie F. Mongan entwickelt. Sie stellte es 1989 als Geburtsmethode vor und vertrat die Ansicht, dass jede Frau mithilfe ihres Mutterinstinkts ihr Kind angenehm und mit Freude zur Welt bringen kann, wie es der Natur entspricht.
Das "Angst-Anspannungs-Schmerz-Syndrom" wird durch Hypnosetechniken systematisch abgebaut, auch solche, die aus traumatisch erlebten Geburten stammen. Zusätzlich können Schmerzen durch spezielle Atem-, Entspannungs- und Konzentrationsübungen drastisch reduziert werden, sodass Schmerzmittel oft überflüssig sind. Dies reduziert auch die Rate an Kaiserschnitten und anderen ärztlichen Eingriffen.
Das Konzept vermittelt nicht nur Entspannungs- und Visualisierungstechniken, sondern auch Gymnastikübungen und einen Ernährungsplan. Hypnobirthing hilft werdenden Eltern, wichtige Entscheidungen zu treffen, sich mit ihrem ungeborenen Kind zu verbinden und ein tieferes Verständnis für ihr Baby als bewussten Menschen aufzubauen, der bereits vor der Geburt kommunizieren kann.

Die Rolle des Geburtsbegleiters und die Sprache
Der Geburtsgefährte - sei es der Vater, ein Elternteil oder eine andere Vertrauensperson - spielt beim Hypnobirthing eine wichtige Rolle. Die Verbundenheit und der Halt, der während der Geburt entsteht, vertiefen die Partnerschaft. Auch die Sprache ist entscheidend: Begriffe, die unbewusst mit Schmerz oder negativen Gefühlen verbunden sind, werden ersetzt.
Die Gebühren für Hypnobirthing-Kurse variieren. Einige Krankenkassen übernehmen anteilig die Kursgebühren, was jedoch eine Einzelfallentscheidung darstellt. Es ist ratsam, sich vorab über eine mögliche Kostenübernahme zu informieren.
Der Trend des Hypnobirthings hat leider auch zu einer Zunahme von unqualifizierten Kursanbietern geführt. Das Erlernen von Hypnobirthing ist ein fortlaufender Prozess, der über die Schwangerschaft hinweg begleitet werden sollte.
Mentale Werkzeuge für jede Geburtssituation
Selbst bei einer "Risikoschwangerschaft" ist es möglich, mentale Werkzeuge zu erlernen, um jede Geburtssituation - von natürlich bis Not-Kaiserschnitt - selbstbestimmt und gelassen zu gestalten. Anstatt mit Angst in die Geburt zu gehen, kann man mit einem tiefen Gefühl innerer Stärke entgegenblicken. Selbst wenn medizinische Schritte notwendig werden, behält die Frau die Kontrolle und agiert als Hauptakteurin ihrer Geburtsgeschichte.
Ärzte und medizinisches Personal dienen dabei der Frau, und die Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Die Atmung spielt eine zentrale Rolle, um bewusst Raum einzunehmen.
Ein Beispiel für eine schnelle Geburt, bei der Hypnose eine Rolle spielte: Morgens begannen die Wehen moderat, die Frau reparierte ihr Fahrrad, baute das Kinderbett auf, hörte Hypnose und begab sich dann in die Klinik, wo der Muttermund bereits vollständig geöffnet war.

3Keys®-HypnoBirth: Ein strukturierter Ansatz
Das 3Keys®-HypnoBirth-Programm lehrt in fünf Wochen, wie Ängste losgelassen, Vertrauen in den Körper aufgebaut und eine stärkende Geburtserfahrung ermöglicht wird, selbst wenn diese anders verläuft als erträumt. Der Kurs umfasst 10 Stunden Hypnosetechniken und Wissen, um Ängste abzubauen, Vertrauen in den Körper zu stärken und die Geburt zu einer positiven, kraftvollen Erfahrung zu machen.
Erwartbare Ergebnisse sind Tiefenentspannung, innere Stärke, Ruhebewahrung, Selbstbestimmung und eine geförderte Intuition. Ebenso wichtig ist das Loslassen alter Belastungen durch eine Hypnose zur Reinigung des Unterbewusstseins, um Platz für Neues zu schaffen und die positive Geburtserfahrung nicht durch unschöne Geburtsgeschichten oder Schwangerschaftsverluste zu überschatten.
Videoanleitungen für Wehenhypnose stärken Gelassenheit in entscheidenden Momenten, fördern die Umarmung der Kontraktionen und deren Fluss. Diese Hypnose trainiert auch die Ruheatmung zur optimalen Sauerstoffversorgung von Mutter und Kind. Videoanleitungen für die Geburtshypnose (für vaginale Geburt und Kaiserschnitt) sorgen für Frieden und Fokus, unabhängig davon, wie das Baby zur Welt kommt. Es gibt Versionen für natürliche Geburten, geplante oder absehbare Kaiserschnitte sowie eine Kurzversion für Not-Kaiserschnitte.
Eine Wochenbett-Hypnose unterstützt den guten Start ins Mama-Leben, dankt der Gebärmutter und richtet die eigenen Energien aus. Die Kosten für den 3Keys® HypnoBirth Kurs variieren, und einige Krankenkassen übernehmen anteilig die Gebühren.
Kritische Betrachtung und Weiterentwicklung von Hypnobirthing
Eine Hebamme berichtet von anfänglich kritischen Erfahrungen mit Hypnobirthing, da Frauen, die sich damit vorbereiteten, oft abweisend gegenüber Fachpersonal waren und dogmatische Lehren verkrampft umsetzten, was häufig zu Enttäuschungen führte. Der Kern der Methode sei jedoch sinnvoll und hilfreich. In Geburtsvorbereitungskursen räumt sie Mentalstrategien viel Zeit ein.
Ein positiver Austausch entwickelte sich mit Kristin Graf, die sich vom "klassischen" Hypnobirthing distanziert und eine eigene, Hypnose-gestützte Methode namens "Die friedliche Geburt" entwickelt hat. Kristin Graf arbeitet undogmatisch und kooperiert mit Hebammen, Doulas und Ärzten.
Die Trance wird durch Hypnose oder Selbsthypnose erreicht und sollte regelmäßig geübt werden. Kristin Graf leitet Trancen in Präsenzkursen oder online an. Die Hypnosen sind als Audio verfügbar und können auch mit in den Kreißsaal genommen werden, oft mit großen Kopfhörern, um Ablenkung zu vermeiden.

Die Geburtstrance und ihre Wahrnehmung
Manche Frauen geraten unter der Geburt automatisch in eine Geburtstrance, bei anderen verhindert die Angst vor Schmerzen diesen Prozess. Die Trance kann als eine ruhige Oase verstanden werden, die eine leichte Abschottung von der äußeren Welt ermöglicht, ohne die Verbindung zu ihr zu verlieren. Fragen können aus der Trance reißen, da sie einen Teil des Gehirns ansprechen, der für logisches Denken zuständig ist.
Einige Hebammen kritisieren die Geburtstrance als einen Zustand, der die Selbstbestimmung untergräbt. Diese Ansicht wird jedoch relativiert, da die Entscheidung für die Hypnose eine bewusste ist und Geburtspläne im Vorfeld getroffen werden können. Vieles kann auch nonverbal kommuniziert werden, und klare Ansagen sind hilfreicher als fragende Formulierungen.
Atmung und Visualisierung in der Geburtsvorbereitung
Eine gute Atmung unter der Geburt ist entscheidend für die Sauerstoffversorgung von Mutter und Kind und fördert die Entspannung. Kristin Graf leitet zu einer tiefen Bauchatmung mit Fokus auf die Einatmung an. Andere Ansätze nutzen die Ausatmung "in die Anstrengung" (Wehe), was für Frauen, die dies von Sportarten kennen, oft einfacher ist.
Visualisierung, eine klassische Mentaltrainingstechnik, wird ebenfalls eingesetzt. Dabei wird sich beispielsweise vorgestellt, wie sich der Muttermund weich und sanft öffnet. Ein wichtiges Element der Geburtsvorbereitung ist die Umdeutung der Geburt, um alte Glaubenssätze zu durchbrechen. Geburt wird nicht als etwas "Schlimmes" dargestellt, dem man einfach durch muss.
Im Gegensatz zu manchen Hypnobirthing-Ansätzen, die Druck aufbauen können, indem sie eine nicht-schmerzfreie Geburt als Versagen des Glaubens darstellen, bereitet Kristin Graf Frauen auf eine schöne, interventionsfreie Geburt vor, schließt aber Interventionen und auch einen Kaiserschnitt nicht aus. Ihre Methode betont, dass auch ein Kaiserschnitt gut bewältigt und sogar positiv erlebt werden kann.
Die Methode von Kristin Graf wird von einigen Kolleginnen kritisch gesehen, da sie die Erfahrung einer dritten Geburt nicht mit einer ersten vergleichen könne. Frauen haben bei späteren Geburten oft bessere Erlebnisse, da sie wissen, was auf sie zukommt, und die körperlichen Prozesse leichter ablaufen. Dennoch sind gute Geburten selten ohne gute Vorbereitung.
Die Empfehlung lautet, Kristins Methode zusätzlich zu einem klassischen Geburtsvorbereitungskurs zu belegen. Der frei verfügbare Podcast "Die friedliche Geburt" dient als Einstieg.
Hypnobirthing: Eine Methode für eine positive Geburtserfahrung
Jede Frau hat das Recht auf eine positive, selbstbestimmte Geburtserfahrung. Als Hebamme seit 1998 und Expertin im Bereich Familie betont Jana Friedrich die Bedeutung von Hypnobirthing, das seit der Geburt der Kinder von Herzogin Kate populär geworden ist.
Hypnobirthing kombiniert Methoden der Eigenhypnose und Atemtechniken. Sofern keine besonderen Umstände vorliegen, kann jede Geburt ruhig und stressfrei verlaufen, da der weibliche Körper instinktiv weiß, was zu tun ist. Frauen, die sich mit Hypnobirthing vorbereiten, entscheiden sich oft für eine Wassergeburt.
Die Mongan-Methode basiert auf den Forschungen von Dr. Grantly Dick-Read und zielt darauf ab, Frauen eine möglichst schmerzfreie, kraftvolle und positive Geburtserfahrung zu ermöglichen. Marie F. Mongan entwickelte das Konzept aufgrund eigener Geburtserfahrungen, bei denen sie trotz Wunsches nach einer natürlichen Geburt Zwangsnarkosen und Geburtszangen erlebte.
Das Hauptziel von Hypnobirthing ist das Durchbrechen des Angst-Schmerz-Kreislaufs, was die Blutversorgung der Gebärmutter verbessert und eine reibungslose Zusammenarbeit der Muskelgruppen fördert.
Kursleiter setzen auf Aufklärung, um Ängste und Panik vor der Geburt zu vermeiden. Dabei wird die historische Entwicklung der Geburtshilfe beleuchtet, um das Bild der schmerzhaften Geburt in der Gesellschaft zu hinterfragen. Anstelle von "Wehen" spricht man von "Wellen".
Entspannungsmethoden und Techniken der Eigenhypnose sind zentral. Frauen lernen, sich während der Geburt selbst in einen Trancezustand zu versetzen, um entspannt zu bleiben. Ein Geburtsbegleiter sollte am Kurs teilnehmen, um gemeinsam Massagen und andere Techniken anzuwenden.
Hypnobirthing-Kurse werden teilweise von Hebammen durchgeführt und von der Hypnobirthing Gesellschaft zertifiziert. Die Kosten liegen in der Regel bei 500 Euro pro Paar und werden von den Krankenkassen meist nicht getragen. Regelmäßiges Üben zu Hause ist essenziell, damit Atmung und Entspannung automatisch abgerufen werden können.
Die vorbereitende Hypnose hilft immer, auch bei der Vorbereitung auf einen Kaiserschnitt. Frauen, die selbst per Kaiserschnitt geboren wurden oder Traumata erlebt haben, profitieren davon. Die Entscheidung für eine vaginale Geburt oder einen Kaiserschnitt sollte individuell getroffen werden.
Es ist wichtig zu wissen, dass auch nach einer Kaiserschnittgeburt eine vaginale Geburt möglich ist. Die Größe des Kindes oder das Verhältnis von Kopfumfang zu Beckenquerschnitt sollten nur in Ausnahmefällen der alleinige Grund für einen Kaiserschnitt sein. Auch bei der Durchführung eines Kaiserschnitts gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Die Beschäftigung mit der Bindungsphase und dem Stillen nach Kaiserschnitt ist ebenfalls wichtig. Einige Krankenhäuser bieten an, Kolostrum vor der OP auszustreichen. Die Bindungserfahrung nach der Geburt ist eine der wichtigsten Erfahrungen zwischen Mutter und Kind. Eine gute, entspannte und glückliche Kaiserschnittgeburt erfordert die Auseinandersetzung mit dem Moment unmittelbar nach der Geburt.
Viele Techniken aus dem Hypnobirthing sind unabhängig davon anwendbar, wie das Baby zur Welt kommt. Im Hypnobirthing lernt man Mental- und Hypnosetechniken, um mit unangenehmen Körperempfindungen umzugehen, und Heilungsmeditationen wirken sich positiv auf den Körper aus.
Affirmationen sind positive Sätze oder Gedanken, die wiederholt werden, um das Denken und die Einstellung zu lenken. Hypnobirthing-Onlinekurse können eine ebenso gute Vorbereitung auf eine selbstbestimmte, freudvolle und entspannte Geburt bieten.
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