Duke Nukem Forever: Eine kritische Betrachtung nach 14 Jahren Entwicklungszeit

Die Spieleserie "Duke Nukem" ist fast jedem, der sich auch nur annähernd mit Videospielen beschäftigt hat, ein Begriff. Der neueste Teil der Reihe, "Duke Nukem Forever", hat dabei traurige Berühmtheit als das Spiel mit der längsten Entwicklungszeit in der Geschichte erlangt. Nach etwa 14 Jahren Entwicklungszeit ist nun tatsächlich der Nachfolger von "Duke Nukem 3D" erschienen, der schon vor seinem Release zur Legende wurde.

Ein Bild des ikonischen Charakters Duke Nukem mit Zigarre und zwei Frauen an seiner Seite

Ein legendärer Auftakt

Das Spiel beginnt mit einem lässig-coolen Intro: Ein Zigarre rauchender Duke mit zwei Frauen an seiner Seite begrüßt den Spieler mit einem "I'm back Back!". Darauf folgt eine rockige Videosequenz in altbackener Grafik mit Rotstich, in der der Duke diverse Aliens verstümmelt und politisch inkorrekt mit Frauen redet.

Nachdem man diese kurzen Videos mehr oder weniger ehrfürchtig aufgenommen hat, stößt man auf ein minimalistisch eingerichtetes Startmenü mit den Optionen "Kampagne", "Xbox Live" und "Optionen".

Die erste Mission: Mehr als nur Wasser lassen

Das legendäre "Duke Nukem Forever" beginnt mit einem Urinal. Die erste Mission lautet also, Wasser zu lassen, danach kann man sich im Badezimmer umsehen. Bemerkenswert ist die Detailtreue: Fast alles, vom Licht über den Handtrockner bis zur Toilettenspülung, lässt sich mit der X-Taste bedienen. Der Duke zeigt sogar Manieren und klappt die Brille beim Pinkeln hoch - eine Detailtreue, die in Shootern selten zu finden ist.

Doch die Frage bleibt: Konnte die lange Entwicklungszeit tatsächlich genutzt werden?

Grafik und Performance: Ein gemischter Eindruck

Anfänglich macht die Grafik einen ganz guten Eindruck. Seltsamerweise scheint sie jedoch mit jeder weiteren Minute nachzulassen, sodass schnell wirklich veraltete Animationen sichtbar werden. Gerade die Bewegungen von Lebewesen wirken sehr stockig, und das Bild ruckelt regelmäßig. Unter diesen Umständen rennt man durch die Villa des Dukes, um in den Kampf gegen fiese Aliens zu ziehen.

Eine Gegenüberstellung der Grafik von Duke Nukem 3D und Duke Nukem Forever, die die grafische Weiterentwicklung zeigt

Kritikpunkte und Wertung

Die Wertung eines Spiels lebt von der Qualität der vergebenen Sterne. Nur selten hat ein gutes Spiel die Höchstnote verdient, und umgekehrt muss auch ein schwächeres Spiel nicht gleich komplett abgestraft werden. Je objektiver die Sterne vergeben werden, desto aussagekräftiger ist die Gesamtwertung.

Der Knackpunkt war für viele Kritiker nicht die Grafik, sondern die unsaubere Steuerung, die gerade im Multiplayer verheerend wirkte. Die vielen Fehler haben zusammen diese Wertung ergeben. Zweifellos werden auch einige Fans glücklich mit dem Spiel sein, aber die Mehrheit wird enttäuscht sein, da das Spiel gravierende Mängel aufweist, was die Wertung für viele gerechtfertigt erscheinen lässt.

Bei einer 14-jährigen Entwicklungszeit kann man durchaus mehr erwarten. Für einen seriösen Test sollte das Spiel vollständig durchgespielt werden, was in diesem Fall leider nicht immer geschah.

Die kontroverse Rezeption

Würde das Spiel nicht "Duke Nukem" heißen, sondern "Project Alien Armageddon" oder ähnlich, würde kaum jemand über den Titel reden, da er als schlecht gilt. Frauenfeindlich, furchtbar stumpf und völlig unlustig - das sind nur einige der Bezeichnungen, mit denen Kritiker die Spiele-Katastrophe "Duke Nukem Forever" umschreiben.

Als Nachfolger des Action-Meilensteins "Duke Nukem 3D" (1996) verbanden viele Spieler höchste Erwartungen mit diesem Spiel. Ben Kuchera von "Ars Technica" urteilte: "Kaum spielbar, nicht lustig, ausufernd unflätig". Neil Davey vom "Guardian" monierte vor allem die langen Ladezeiten und bezeichnete das Spiel - trotz Nostalgie und schlechtem Humor - bestenfalls als durchschnittlich.

Duke Nukem Forever - Test / Review von GameStar.de (Gameplay)

Im Reddit-Forum und anderen Diskussionsforen geht die Lästerei weiter. Die Sprungbewegungen des Duke werden als lächerlich bezeichnet, das Level-Design als zu gradlinig.

Gameplay-Elemente und Gegnervielfalt

Das Spiel bietet ein Gameplay, das stark an den Vorgänger erinnert. Ganze Level werden aus der Perspektive eines miniaturisierten Dukes bestritten, ähnlich den "Rats Maps" bei Counter-Strike. Die Kämpfe gegen die Standard-Aliens wie Pigcops, Assault Trooper und Assault Captains sind relativ simpel gehalten und erfordern ständige Bewegung, seitwärts Laufen und präzises Zielen.

Die Gegner sind jedoch intelligenter geworden. Sie weichen Geschossen aus, suchen Deckung, versuchen, den Spieler zu flankieren, und können sogar zurückfliegende Raketen abwehren. Die vier Schwierigkeitsgrade unterscheiden sich hauptsächlich darin, wie viel Schaden die Gegner verursachen und aushalten. Selbst auf mittlerer Stufe können Kämpfe herausfordernd sein.

Die Gegnervielfalt ist begrenzt und beschränkt sich meist auf Pigcops, Assault Trooper und Enforcer. Pigcops sind ein Markenzeichen der Serie und verfügen über einen fiesen Sprungangriff und einen Berserker-Modus. Assault Captains können zudem Jetpacks und Teleportationsfähigkeiten nutzen.

Trotz der mangelnden Gegnervielfalt bleiben die Kämpfe durch ihre schiere Anzahl stets interessant und herausfordernd. Ein klares Highlight sind jedoch die halbe Dutzend Bosskämpfe, die ansehnlich inszeniert sind.

Das Spiel bietet außerdem Elemente wie das Trinken eines Bieres, das den erlittenen Schaden verringert, und die Nutzung von Umgebungseffekten, wie das Locken von Gegnern in tödliche Flüssigkeiten.

Eine Grafik, die die verschiedenen Gegnertypen in Duke Nukem Forever zeigt

Fazit einer langen Reise

Nach einer 14-jährigen Entwicklungsodyssee steht "Duke Nukem Forever" nun tatsächlich im Laden. Es liefert, was viele erwartet haben: derbe Sprüche, leicht bekleidete Frauen und Old-School-Action. Die Frage ist jedoch, ob dies in einer Zeit, in der Adrenalin-Shooter wie "Call of Duty - Black Ops" die Charts anführen, noch ausreicht.

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