DISPADEX comp. Augentropfen, ein rezeptpflichtiges Medikament der OmniVision GmbH, kombiniert die entzündungshemmenden Eigenschaften eines Kortikosteroids mit der antibakteriellen Wirkung eines Breitbandantibiotikums. Dieses Präparat ist indiziert zur Behandlung von Infektionen des vorderen Augenabschnitts, die durch Neomycin-empfindliche Erreger verursacht werden und eine gleichzeitige kortikosteroidale Behandlung erfordern, sowie bei entzündlichen Erkrankungen des vorderen Augenabschnitts, die auf Kortikosteroide ansprechen und bei denen das Risiko einer Infektion besteht. Dies umfasst beispielsweise Entzündungszustände nach chirurgischen Eingriffen am Auge.
Zusammensetzung und Wirkungsweise
Die Zusammensetzung von DISPADEX comp. Augentropfen beinhaltet als wirksame Bestandteile Dexamethason-Dihydrogenphosphat-Dinatrium (entspricht 1 mg Dexamethason) und Neomycinsulfat (entspricht 3,5 mg Neomycin). Als Hilfsstoffe sind unter anderem Borsäure, Dinatriumedetat, Hypromellose, Natriumtetraborat, PEG (35) Rizinusöl und Wasser für Injektionszwecke enthalten. Benzalkoniumchlorid dient als Konservierungsmittel.
Das Dexamethason wirkt entzündungshemmend, während Neomycin als Breitbandantibiotikum bakterielle Infektionen bekämpft.
Anwendung und Dosierung
DISPADEX comp. Augentropfen sind zur Anwendung am Auge bestimmt. Vor der Anwendung sollten weiche Kontaktlinsen entfernt und frühestens 15 Minuten danach wieder eingesetzt werden. Vor dem Eintropfen ist eine gründliche Händewaschung empfohlen. Die Augentropfen werden in den Bindehautsack des Auges eingetropft. Dazu wird der Kopf leicht nach hinten geneigt, der Blick nach oben gerichtet und das Unterlid etwas vom Auge abgezogen. Ein Tropfen wird in den unteren Bindehautsack appliziert. Es ist wichtig, den Kontakt der Flaschenspitze mit dem Auge oder Augenlid zu vermeiden, um Verunreinigungen vorzubeugen.
Die empfohlene Dosierung für Erwachsene und Kinder ab 2 Jahren beträgt in der Regel 1 Tropfen, 4- bis 6-mal täglich, sofern vom Arzt nicht anders verordnet. Um eine systemische Aufnahme zu minimieren, wird nach dem Eintropfen sanfter Druck auf den inneren Lidrandwinkel bei geschlossenem Auge für etwa 2 bis 3 Minuten ausgeübt.
Die Behandlungsdauer wird vom behandelnden Arzt festgelegt und sollte so kurz wie möglich und so niedrig dosiert wie nötig sein, um den optimalen Behandlungserfolg zu erzielen. Eine Anwendung von in der Regel mehr als 3 Wochen wird nicht empfohlen. Ein vorzeitiger Abbruch der Therapie kann zur Entwicklung von Resistenzen gegen Neomycin führen.
Besondere Hinweise zur Anwendung bei Kindern und älteren Patienten
- Kinder und Jugendliche: Die Erfahrungen bei Kindern und Jugendlichen sind begrenzt. Die Anwendung von Kortikosteroiden im Wachstumsalter sollte nur erfolgen, wenn es unbedingt notwendig ist, da sie das Wachstum verlangsamen können. Eine langanhaltende Anwendung sollte vermieden werden.
- Ältere Patienten (ab 65 Jahre): Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Langzeitanwendung ist jedoch auf eine erhöhte Häufigkeit von Nebenwirkungen wie Osteoporose, Verschlechterung eines Diabetes, Bluthochdruck, erhöhte Infektionsanfälligkeit und Hautverdünnung zu achten.
- Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion: Aufgrund vernachlässigbarer systemischer Absorption ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Gegenanzeigen
DISPADEX comp. Augentropfen dürfen nicht angewendet werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder Hilfsstoffe.
- Verletzungen, Perforationen oder Geschwüren der Hornhaut, insbesondere bei viralem oder bakteriellen Ursprung.
- Akuten, unbehandelten bakteriellen Augeninfektionen, die nicht auf Neomycin ansprechen.
- Tuberkulösen Augenerkrankungen.
- Pilzerkrankungen des Auges.
- Erhöhtem Augeninnendruck (Eng- und Weitwinkel-Glaukom).
- Systemischen Infektionen, wenn keine spezielle Therapie angewendet wird.
- Immunisierung durch abgeschwächte Viren.
- Amöbischer Keratitis.
- Trockener Bindehautentzündung (Konjunktivitis sicca).
Bei vorangegangenem Herpes simplex ist eine Anwendung nur unter strenger ärztlicher Kontrolle gestattet.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Die längere Anwendung von topischen ophthalmischen Glukokortikoiden kann zu okulärer Hypertension und Glaukom führen, begleitet von Schäden am Sehnervenkopf, verminderter Sehschärfe und Gesichtsfelddefekten, sowie posteriore subkapsuläre Katarakte. Bei Patienten unter Glukokortikoid-Langzeittherapie sollten der Augeninnendruck, Kornea und Linse regelmäßig und engmaschig kontrolliert werden. Dies ist besonders bei Kindern relevant, da das Risiko für kortikoidinduzierte okuläre Hypertension bei ihnen höher und früher auftretend ist.
Bei prädisponierten Patienten (z. B. Diabetikern) ist das Risiko einer kortikosteroidinduzierten Erhöhung des Augeninnendrucks und/oder Kataraktbildung erhöht. Glukokortikoide können die Widerstandskraft gegen Infektionen schwächen und diese begünstigen, sowie klinische Anzeichen maskieren. Bei anhaltenden Hornhautgeschwüren sollte eine Pilzinfektion in Betracht gezogen und die Glukokortikoid-Therapie gegebenenfalls abgebrochen werden.
Topische ophthalmische Glukokortikoide können die korneale Wundheilung verzögern. Die gleichzeitige Anwendung topischer NSAR und topischer Steroide erhöht das Potenzial für Wundheilungsprobleme. Bei Erkrankungen, die eine Verdünnung der Hornhaut oder Sklera verursachen, kann die Anwendung topischer Glukokortikoide zur Perforation führen.
Bei systemischer und topischer Anwendung von Glukokortikoiden können Sehstörungen auftreten. Bei verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen sollte ein Augenarzt konsultiert werden.
Cushing-Syndrom und/oder Nebennierenrindensuppression können bei systemischer Absorption von Dexamethason nach intensiver oder langfristiger Behandlung auftreten. Die Behandlung sollte schrittweise beendet werden. Insbesondere bei Kindern und Patienten, die CYP3A4-Inhibitoren (wie Ritonavir oder Cobicistat) erhalten, ist Vorsicht geboten.
Neomycin ist ein Kontakt-Sensibilisator und kann bei längerer Anwendung Allergien auslösen. Es gibt Hinweise auf Kreuz-Allergenität unter Aminoglykosiden. Bei Männern kann Neomycin die Spermatogenese negativ beeinflussen.
Die Anwendung von Bor in Kinderaugentropfen kann bei Kindern später die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen.
Nach Anwendung der Augentropfen kann es kurzfristig zu verschwommenem Sehen kommen. Bis zum Abklingen dieser Beeinträchtigung sollten Patienten nicht am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen.

Nebenwirkungen
Wie bei allen Medikamenten können auch bei DISPADEX comp. Augentropfen Nebenwirkungen auftreten:
Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):
- Augenbeschwerden
Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):
- Augenentzündungen (Keratitis, Konjunktivitis)
- Hornhautfärbung
- Lichtempfindlichkeit
- Verschwommenes Sehen
- Juckendes Auge
- Fremdkörpergefühl im Auge
- Erhöhte Tränenproduktion
- Anormale Sinnesempfindung des Auges
- Verkrustungen des Augenlids
- Reizung oder Rötung des Auges
- Schlechter Geschmack im Mund
Selten (kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen):
- Linsentrübung
Nicht bekannt (Häufigkeit nicht abschätzbar):
- Glaukom
- Hornhautgeschwür
- Erhöhter Augeninnendruck
- Verminderte Sehschärfe
- Hornhautverletzung
- Herabhängendes Oberlid (Ptosis)
- Augenschmerzen
- Vergrößerte Pupille (Mydriasis)
- Bleibende Linsentrübung (Katarakt)
- Hormonelle Probleme (z. B. Cushing-Syndrom, Wachstumshemmung bei Kindern)
- Infektionen am Auge (aktiviert, verstärkt oder maskiert durch Glukokortikoide)
- Überempfindlichkeit (Allergie)
- Schwindel
- Kopfschmerz
Bei der Anwendung von phosphathaltigen Augentropfen bei ausgeprägten Hornhautschädigungen können in sehr seltenen Fällen Trübungen der Hornhaut durch Kalkablagerungen auftreten.
Wechselwirkungen
Die gleichzeitige Anwendung von DISPADEX comp. Augentropfen mit anderen Medikamenten kann zu Wechselwirkungen führen:
- Topische NSAR: Die gleichzeitige Anwendung mit topischen Steroiden kann Wundheilungsprobleme der Hornhaut verstärken.
- Ritonavir oder Cobicistat: Diese können die Menge an Dexamethason im Blut erhöhen.
- Andere Arzneimittel zur Behandlung von Entzündungen der Ader- und Lederhaut (z. B. Atropin und andere Anticholinergika): Können zusätzliche Augeninnendrucksteigerungen verursachen.
Bei der Anwendung mehrerer Augentropfen ist ein Abstand von mindestens 15 Minuten zwischen den Anwendungen einzuhalten. Augensalben sollten zuletzt angewendet werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Die Anwendung von DISPADEX comp. Augentropfen während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, da die Sicherheit nicht ausreichend belegt ist. Systemische Expositionen sind auch nach lokaler Anwendung nicht auszuschließen. Tierversuche zeigten Reproduktionstoxizität.
Es ist nicht bekannt, ob die Wirkstoffe in nennenswerten Mengen in die Muttermilch übergehen. Daher wird die Anwendung während der Stillzeit ebenfalls nicht empfohlen. Gegebenenfalls ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Bei Kinderwunsch oder bestehender Schwangerschaft sollte vor der Anwendung Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden.
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Bestellung und Einlösung von Rezepten
DISPADEX comp. Augentropfen sind rezeptpflichtig. Für die Bestellung in einer Versandapotheke ist ein gültiges Rezept erforderlich. Dies kann ein Papierrezept oder ein elektronisches Rezept (E-Rezept) sein.
Privatrezepte:
Privatrezepte können in der Versandapotheke eingelöst werden. Ein Papierrezept muss im Original vorliegen. E-Rezepte aus Deutschland können wie Kassenrezepte eingelöst werden. Papierrezepte aus allen EU-Staaten und der Schweiz werden akzeptiert. Privatrezepte sind nach Ausstellung drei Monate gültig.
Kassenrezepte:
Für Kassenrezepte ist eine Registrierung als Kunde in der Versandapotheke notwendig. Ein Papierrezept muss zusammen mit einem Rezeptbegleitschein per Post eingesendet werden. E-Rezepte können als Papierausdruck oder über eine App der Krankenkasse übermittelt werden. Die Apotheke rechnet mit allen gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland ab.
Die Versandapotheke akzeptiert verschiedene Zahlungsarten wie Vorkasse, Nachnahme (nur in Deutschland), Lastschrift (nicht für Neukunden) und Rechnung (nicht für Neukunden). Innerhalb Deutschlands ist die Bestellung rezeptpflichtiger Artikel versandkostenfrei.