TCM Kräuter bei Kinderwunsch: Anwendung und Dauer

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bietet seit Jahrtausenden einen ganzheitlichen Ansatz zur Unterstützung der Fruchtbarkeit und Schwangerschaft. Insbesondere die Anwendung von TCM-Kräutern hat sich als wertvolle Methode erwiesen, um Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch zu helfen.

Die Rolle der TCM bei Kinderwunsch

Aus Sicht der TCM ist Fruchtbarkeit eng mit einem harmonischen Zusammenspiel der Körpersubstanzen, dem Funktionieren der Organsysteme und dem emotionalen Wohlbefinden verbunden. Wenn dieser Fluss gestört ist, können körperliche Beschwerden oder Krankheiten auftreten, die eine Schwangerschaft erschweren.

Die TCM betrachtet den Gesundheitszustand aus der Perspektive der Lebensenergie, des sogenannten "Qi". Bei einem gesunden Menschen fließt das Qi ungestört im Körper. Ist dieser Fluss zu stark, zu schwach oder blockiert, können Disharmonien entstehen, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Ursachen für Unfruchtbarkeit aus Sicht der TCM

Die TCM identifiziert verschiedene Gründe, die eine Schwangerschaft verhindern können. Dazu gehören:

  • Energie- und Substanzmangel
  • Blockaden im Energiefluss
  • Wärme- oder Kälteprobleme im Körper
  • Emotionale Belastungen

Heutzutage sind Frauen oft über 30, wenn sie sich für ein Kind entscheiden. Beruflicher Stress, emotionale Belastungen und gynäkologische Befunde können dem Körper Substanz und Energie entzogen haben, die für die Entstehung neuen Lebens notwendig sind. Auch die "Temperatursituation" im Körper, insbesondere in der Gebärmutter, spielt eine wichtige Rolle.

TCM Kräutertherapie: Anwendung und Wirkungsweise

Die Kräutertherapie ist neben der Akupunktur eine der wichtigsten Behandlungsmethoden der TCM. Sie basiert auf einem umfassenden Wissen über die Wechselwirkungen von Pflanzen und die Zubereitung von Rezepturen, die aus mehreren Kräutern in einem bestimmten Verhältnis gemischt werden. Die Wirkung einer Rezeptur ist dabei mehr als die Summe der einzelnen Kräuter.

Geschichte und Prinzipien der Kräuterheilkunde

Die Heilpflanzenkunde ist eine der ältesten medizinischen Praktiken. In China wird das Wissen über TCM-Kräuter seit Generationen weitergegeben und verfeinert. Die TCM nutzt energetische Prinzipien, um Ungleichgewichte im Körper auszugleichen.

Einzelne Kräuter werden verschiedenen Kategorien zugeordnet, z. B. solchen, die das Yin, das Blut oder das Yang stärken. "Botenkräuter" leiten die Wirkung der Rezeptur gezielt zu bestimmten Körperbereichen oder Organen. In der Kinderwunschbehandlung werden oft Kräuter eingesetzt, die im Bereich des Unterbauchs wirken, dem sogenannten "unteren San Jiao" oder unteren "dreifachen Erwärmer".

Individuelle Rezepturen für den Kinderwunsch

Die TCM-Kräutertherapie ist hochgradig individualisiert. Nach einer umfassenden Anamnese, einschließlich Puls- und Zungendiagnose, wird eine passende Rezeptur zusammengestellt. Diese kann darauf abzielen:

  • den monatlichen Zyklus zu regulieren
  • die Follikelreifung zu fördern
  • die Eizellqualität zu verbessern
  • den Eisprung zu normalisieren
  • die Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut zu fördern
  • die Spermienqualität, -anzahl und -beweglichkeit zu verbessern
  • das Wohlbefinden zu fördern und Stress abzubauen

Besonders bei gynäkologischen Problemen, wie unregelmäßigen oder schmerzhaften Zyklen, PMS-Symptomen oder Krämpfen, kommen oft Kräuterrezepturen zum Einsatz, die auf den Zyklus wirken. Das Ziel ist, das "Nest" - die Gebärmutter - optimal auf eine Schwangerschaft vorzubereiten.

Für Männer ist die Stärkung des "Jing" (energetische Essenz) und der Nierenenergie wichtig, da dies die Spermienqualität beeinflusst. Da Spermien etwa drei Monate für ihre Entwicklung benötigen, sollte eine Behandlung für Männer mindestens diese Dauer umfassen.

Dauer und Anwendung von TCM-Kräutern

Eine TCM-Kräutertherapie dauert in der Regel mehrere Monate. Die genaue Dauer hängt davon ab, wie lange das Ungleichgewicht und die Beschwerden bereits bestehen und wie schnell der Körper auf die Behandlung anspricht.

Behandlungsphasen und Einnahme

Die Behandlung kann in verschiedene Phasen unterteilt sein, die auf den jeweiligen Zyklus abgestimmt sind:

  • Erste Zyklushälfte: Förderung der Eizellreifung.
  • Zweite Zyklushälfte: Unterstützung der Einnistung und des Aufbaus der Gebärmutterschleimhaut.

Für spezielle Erkrankungen wie Endometriose oder PCOS werden die Rezepturen individuell angepasst. Eine Behandlung über drei Monate vor einem Schwangerschaftsversuch ist ideal. Auch nach Fehlgeburten können spezielle Rezepturen das Abortrisiko verringern.

Die Kräuter können als Dekokt (abgekochter Sud) oder häufiger als Granulat eingenommen werden. Das Granulat wird mit wenig Wasser aufgegossen und ist somit gut in den Alltag integrierbar.

Schema des weiblichen Zyklus mit den Phasen der TCM-Kräuteranwendung

TCM als Begleitung zur künstlichen Befruchtung (IVF)

Die TCM kann eine wertvolle Unterstützung während einer künstlichen Befruchtung (IVF) darstellen. Studien zeigen, dass Frauen, die parallel zur IVF mit TCM behandelt werden, eine höhere Schwangerschafts- und Geburtenrate aufweisen.

Vorbereitung und Unterstützung während der IVF

Die Vorbereitungsphase auf eine IVF-Behandlung ist besonders wichtig. Etwa zwei Monate vor Beginn der Stimulation wird der Körper energetisch aufgebaut, um die Eierstöcke zu stärken und die Produktion gesunder, befruchtungsfähiger Eizellen zu fördern. Dies kann mit Kräutern, Akupunktur und Tuina erfolgen.

Während der Hormonstimulation kann Akupunktur helfen, Nebenwirkungen zu lindern, Stress abzubauen und die Durchblutung der Gebärmutter zu verbessern. Kräuterrezepturen werden individuell zusammengestellt, um das Qi und Blut zu stärken und das Gleichgewicht von Yin und Yang zu harmonisieren.

Vergleich der Schwangerschaftsraten mit und ohne TCM-Begleitung bei IVF

Nach dem Embryotransfer kann die Behandlung fortgesetzt werden, um die Einnistung zu unterstützen und das Risiko einer Fehlgeburt zu minimieren. Die TCM betrachtet den gesamten Menschen und integriert Ernährung und Lebensstilberatung, um die bestmöglichen Voraussetzungen für eine Schwangerschaft zu schaffen.

Kosten und Krankenkassenübernahme

Die Kosten für eine Akupunkturbehandlung variieren je nach Dauer und Aufwand und liegen zwischen 30 und 70 Euro pro Sitzung. Hinzu kommen Kosten für die Erstanamnese (bis zu 150 Euro) und eventuell verschriebene Heilkräutermischungen (50 bis 100 Euro monatlich).

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für Akupunktur in der Regel nur bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und Kniegelenksarthrose, und nur, wenn sie von einem Arzt durchgeführt wird. Daher müssen die meisten Patienten die TCM-Therapie selbst zahlen. Privat- und Zusatzversicherungen können die Kosten anteilig oder komplett übernehmen. Es lohnt sich, individuell bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen, da manche Kassen TCM-Behandlungen unter bestimmten Voraussetzungen auch erstatten.

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