Herztöne und ihre Bedeutung in der Schwangerschaft: Ein Überblick über die Kardiotokographie

Die Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit, die von vielen Fragen und auch Unsicherheiten begleitet wird. Ein zentrales Thema dabei ist die Überwachung der Gesundheit des ungeborenen Kindes. Moderne medizinische Verfahren ermöglichen es, die Entwicklung und das Wohlbefinden des Babys während der gesamten Schwangerschaft genau zu beobachten. Ein solches Verfahren, das besonders in den späteren Schwangerschaftswochen und während der Geburt zum Einsatz kommt, ist die Kardiotokographie (CTG), auch bekannt als Wehenschreiber.

Was ist Kardiotokographie (CTG)?

Die Kardiotokographie (CTG) ist eine diagnostische Untersuchung, die sowohl in der Schwangerschaft als auch während der Geburt angewendet wird. Sie dient der Aufzeichnung der Herztöne des Fötus (Kardio) und der Wehentätigkeit der Mutter (Toko). Daher wird das Gerät auch als Herzton-Wehenschreiber bezeichnet. Moderne CTG-Geräte können zudem die Kindsbewegungen aufzeichnen. Das Hauptziel des CTG ist die Überwachung des ungeborenen Babys, um sicherzustellen, dass es gut mit Sauerstoff versorgt ist.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit dem Pinard-Stethoskop eine bahnbrechende Erfindung gemacht, die es Ärzten und Hebammen ermöglichte, die Herztöne des ungeborenen Babys erstmals zu hören. Das CTG stellt eine Weiterentwicklung dieser Technik dar, die heute zum Standard in der Schwangerschaftsvorsorge und Geburtsbegleitung gehört.

Schema eines CTG-Geräts mit den beiden Sonden für Herztöne und Wehen.

Wie läuft eine CTG-Untersuchung ab?

Eine CTG-Untersuchung ist schmerzfrei und unkompliziert. Die Schwangere nimmt dabei eine möglichst entspannte Position ein, meist liegend auf der Seite oder halbsitzend. Ein Bauchgurt mit zwei Messfühlern wird um den Bauch gelegt.

  • Ein Ultraschall-Sensor zeichnet mittels Ultraschallwellen die Herzaktivität des Babys auf.
  • Ein Drucksensor erfasst die Wehentätigkeit, indem er Spannungen der Bauchdecke registriert. Dieser Sensor wird üblicherweise im oberen Bereich des Bauches angebracht.

Die Sensoren leiten die Signale per Kabel oder drahtlos an einen Computer weiter. Dieser wandelt die Daten in Kurven um, die auf Millimeterpapier ausgedruckt werden. Die obere Kurve stellt die kindlichen Herztöne (in Herzschlägen pro Minute) dar, während die untere Kurve die Wehentätigkeit anzeigt.

Die Dauer einer CTG-Aufzeichnung variiert, liegt aber in der Regel zwischen 20 und 40 Minuten. Während der Untersuchung kann die Schwangere sich weitgehend entspannen. Manchmal wird sie gebeten, auf einen Knopf zu drücken, wenn sie Bewegungen des Babys spürt.

Eine Schwangere, die entspannt auf der Seite liegt, während ein CTG-Gerät angelegt ist.

Ab wann wird ein CTG durchgeführt und welche Empfehlungen gibt es?

Der Zeitpunkt und die Häufigkeit der CTG-Untersuchungen hängen vom Verlauf der Schwangerschaft ab. Grundsätzlich wird ein CTG meist ab der 30. Schwangerschaftswoche routinemäßig durchgeführt. Bei einer Risikoschwangerschaft oder wenn Komplikationen auftreten, können bereits früher - etwa ab der 25. SSW - regelmäßige CTG-Kontrollen notwendig sein.

Die aktuellen Mutterschaftsrichtlinien haben die Empfehlungen für CTGs verändert. Bei einer komplikationslosen Schwangerschaft wird ein CTG ohne besonderen Grund nicht mehr routinemäßig in den letzten Schwangerschaftswochen empfohlen. Auch während der Geburt hat sich die Praxis geändert: Statt eines kontinuierlichen CTGs werden die Herztöne in der Eröffnungsphase bei einer unkomplizierten Geburt oft nur alle 15 bis 30 Minuten mit einem Pinard-Hörrohr oder per Doppler-Ultraschall abgehört, sofern eine 1:1-Betreuung gewährleistet ist. Bei bestimmten Risiken oder Komplikationen bleibt die kontinuierliche CTG-Überwachung jedoch wichtig.

Interpretation der CTG-Werte

Die auf dem CTG-Papierstreifen dargestellten Kurven können für Schwangere oft Fragen aufwerfen. Eine korrekte Auswertung erfordert die Betrachtung verschiedener Parameter:

Die obere Kurve: Kindliche Herztöne

  • Grundfrequenz (Baseline): Dies ist die durchschnittliche Herzfrequenz des Babys, gemessen über einen Zeitraum von mindestens zehn Minuten. Bei einem unauffälligen CTG liegt sie normalerweise zwischen 110 und 160 Schlägen pro Minute.
  • Oszillation (Bandbreite): Bezeichnet die natürlichen Schwankungen der Herzfrequenz um die Grundfrequenz. Pro Minute sollten etwa drei bis fünf Schwingungen erkennbar sein, wobei die Herzfrequenz um 5 bis 25 Schläge pro Minute variiert.
  • Akzelerationen (Ausreißer nach oben): Ein vorübergehender Anstieg der Herzfrequenz um mehr als 15 Schläge pro Minute für mindestens 15 Sekunden. Diese sind meist mit Kindsbewegungen verbunden und ein positives Zeichen für die Reaktionsfähigkeit des Babys.
  • Dezelerationen (Ausreißer nach unten): Ein vorübergehender Abfall der kindlichen Herzfrequenz. Man unterscheidet zwischen:
    • Wehenunabhängige Dezelerationen: Kurze, unregelmäßige Abfälle, die meist harmlos sind.
    • Wehenabhängige Dezelerationen: Kurzfristige Abfälle, die mit einer Wehe einhergehen. Dies ist normal, da während einer Wehe der Druck auf das Köpfchen des Kindes steigt.
    • Späte Dezelerationen (Dip 2): Wenn der Herzfrequenzabfall erst mit dem Höhepunkt der Wehe auftritt, ist dies ein Zeichen, das beobachtet werden muss, da es auf eine mögliche Sauerstoffunterversorgung hinweisen kann.
Beispiel eines CTG-Schriftzugs mit Markierung von Grundfrequenz, Akzelerationen und Dezelerationen.

Die untere Kurve: Wehentätigkeit (Tokogramm)

Die untere Kurve zeigt die Wehentätigkeit an. Sie registriert Spannungsänderungen der Bauchdecke, die auf Kontraktionen der Gebärmutter hinweisen. Die Höhe der Kurve gibt nicht die exakte Wehenstärke an, sondern relative Druckveränderungen. Wichtig für die Beurteilung sind die Häufigkeit, Dauer und Regelmäßigkeit der Wehen.

Auch Kindsbewegungen können sich in der unteren Kurve als spitze Ausschläge bemerkbar machen, während Wehen eher wie breitere Erhebungen aussehen.

Bewertung der CTG-Werte: Fischer- und FIGO-Score

Zur systematischen Auswertung von CTG-Befunden werden international anerkannte Scores verwendet, wie der Fischer-Score (vor der Geburt) und der FIGO-Score (auch während der Geburt). Diese Scores berücksichtigen verschiedene Parameter wie Basalfrequenz, Oszillationen, Akzelerationen und Dezelerationen, um eine Einstufung als normal, fraglich oder pathologisch vorzunehmen.

Es ist wichtig zu betonen, dass Auffälligkeiten im CTG nicht zwangsläufig bedeuten, dass etwas mit dem Baby nicht stimmt. Oftmals können sie auch durch die Aktivität des Babys, wie zum Beispiel Schlafphasen oder Bewegungen, erklärt werden.

Weitere Untersuchungen zur Überwachung

Zusätzlich zum CTG gibt es weitere Verfahren, die zur Überwachung des Wohlbefindens des Babys eingesetzt werden können:

  • Doppler-Sonographie: Überprüft den Blutfluss in den kindlichen und mütterlichen Gefäßen.
  • Kineto-CTG: Zeichnet zusätzlich zu Herztönen und Wehen auch die Bewegungen des Kindes auf.
  • Wehenbelastungstest (Oxytocinbelastungstest): Hierbei wird die Reaktion des Kindes auf künstlich ausgelöste Wehen mittels CTG überwacht, um die Sauerstoffversorgung unter Wehenstress zu beurteilen.

Die Zahl 6 wird in der Numerologie als Zahl der Prüfungen, der Erforschung und der Fortpflanzung betrachtet. Menschen mit einer dominanten Zahl 6 in ihrer Persönlichkeitsanalyse sehnen sich nach Liebe und Zuspruch und können ihre Fürsorge manchmal fast erdrückend gestalten. Aus spiritueller Sicht ist die 6 eine kreative Zahl, deren Lernaufgabe darin besteht, Entscheidungen aus der inneren Wahrheit zu treffen.

CTG in der Schwangerschaft: Überwachungswahn oder sinnvolle Kontrolle?

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