Ordnung und Sauberkeit im Haushalt zu bewahren, kann zu einer täglichen Herausforderung für Eltern führen, insbesondere wenn kleine Entdecker täglich herumrennen, spielen und am liebsten das ganze Spielzeug überall verstreuen. Wäre es nicht wunderbar, wenn Ihr Kind automatisch nach dem Spielen sein Spielzeug an die entsprechende Stelle zurückstellt und erst dann etwas Neues zum Spielen heraussucht? Auf diese Weise wird die "Pflicht" in "spielende Freude" verwandelt, ohne dass Sie großartig involviert sind.
Das Geheimnis der Beständigkeit und Struktur
Das Geheimnis von Ordnung und Sauberkeit liegt vor allem in der Beständigkeit. Für ältere Kinder hilft es, wenn gemeinsam ein Wochentag festgelegt wird, z.B. "Mittwochs wird aufgeräumt!". Auf diese Weise lernen die Jüngeren mit, und das gemeinsame Aufräumen wird automatisch zu einem Ritual.
Alle Arten von Körben, Boxen, Kisten oder Regalen wirken wahre Wunder. Struktur hilft Kindern dabei, es einfacher zu machen. Wenn Spielzeugtypen so sortiert werden, dass Bücher, Autos, Tiere, Puppen und Co. jeweils ihre eigene Box, Korb oder Kiste bekommen, dann wird das Aufräumen nicht nur spielerischer, sondern vereinfacht auch zugleich den Lernprozess.
Auch wenn wir es bereits erwähnt haben, Struktur ist das A und O in Sachen Aufräumen und Sauberkeit. Bringen Sie Ihrem Kind bei, seine Sachen am richtigen Ort zu verstauen: Spielzeug in seine Box, Bücher ins Regal, Kleidung in den Schrank usw.

Spielerisches Aufräumen als Lernprozess
Wenn das Aufräumen oder Putzen spielerisch gestaltet wird, bekommen Kinder Freude daran. In diesem Zusammenhang lässt sich prima eine Sanduhr oder einen Timer verwenden. Stellen Sie eine Herausforderung, bei der das Ziel ist, so viele Objekte wie möglich aufzuräumen, bevor die Zeit abläuft.
Vielleicht habt ihr bereits ein gemeinsames Aufräumlied erfunden, sonst können Sie auch eins aus der Playlist auswählen. Musik beim Aufräumen macht nicht nur fröhlich, auch gemeinsames Singen kann diese Aufgabe in einen unterhaltsamen Moment verwandeln.
Bilder und Symbole auf Deckeln und Boxen, die den Inhalt darstellen (Autos, Tiere, Puppen), vereinfachen das Aufräumen und helfen Kindern dabei, ihr Spielzeug nach dem Spielen zu verräumen.
Hier haben wir eine weitere spielerische Art und Weise: Jedes Objekt muss sein "Zuhause" in der gleichen Farbe oder dem gleichen Objekt finden. Kinder lieben phantasievolle Abenteuer und Geschichten auf jegliche Art und Weise. Wie wäre es mit einem Märchen, in dem die Hauptfiguren aufräumen und reinigen müssen, um ihr Königreich zu retten oder einen geheimen Schatz zu finden?
Herausforderungen und Verantwortung
Kinder lieben Herausforderungen. Wie wäre es mit einer Verantwortungstafel, auf der Sterne oder Aufkleber nach getaner Arbeit verteilt werden? Jede erledigte Aufgabe erhält einen Stern.
Vorbildfunktion und Unterstützung
Auch wenn Ihr Kind Eigenständigkeit lernen soll, manchmal darf man auch unterstützen. Wir Eltern sind Vorbilder im Alltag, und Kinder neigen dazu, das Verhalten von Erwachsenen nachzuahmen. Zusammen aufzuräumen wird zu einer Gelegenheit zum Teilen und Lehren. Betonen Sie die Wichtigkeit, seine Sachen ordentlich wegzuräumen, statt sie herumliegen zu lassen, und seien Sie ein gutes Beispiel, indem Sie Ihre eigenen Sachen ebenfalls aufräumen und sortieren.
Wir alle lieben es, an einem "Glücksrad" zu drehen, oder? Wie wäre es mit einem DIY-"Aufräumrad" mit verschiedenen Reinigungsaufgaben?

Ordnung im Kinderzimmer: Vom Kleinkind bis zur Pubertät
Ordnung halten ist schwer und macht keinen Spaß. Das geht fast allen Kindern so und kann so manche Eltern schnell zur Verzweiflung bringen, wenn sie sich im Kinderzimmer einen Weg durch am Boden verstreute Spielsachen bahnen müssen, der Schreibtisch zugestellt und die Schränke vollgestopft sind.
Kleinen Kindern, die noch lernen müssen, ihre Welt in ihre Strukturen einzuordnen, ist das Ordnung halten noch nicht möglich. Sie wissen nicht, wie das Sortieren und Aufräumen funktioniert, können den Dingen noch keinen Platz zuordnen. Eine spielerische Übung dafür ist das bekannte Spiel mit den Klötzchen in verschiedenen Formen, die in das passende Loch gesteckt werden sollen - das fällt anfangs noch sehr schwer.
Älteren Kindern kann man kaum verständlich machen, wofür Ordnung machen gut sein soll. Gerade Jugendliche, für die auf einmal völlig andere Dinge wichtig geworden sind und sich selbst ausprobieren, hinterlassen (nicht nur) in ihrem Zimmer ein einziges Chaos. Die Mahnung, doch endlich mal das Zimmer aufzuräumen, stößt dann oft auf taube Ohren und löst schnell Streit aus.
Ordnung halten leicht gemacht - Mit System
Aus der Ordnung einen Zwang zu machen, ist aber nicht ratsam, denn sie kann nur funktionieren, wenn ein System dahintersteht. Erst dann macht Ordnung auch Spaß - erst recht, wenn die passenden Systeme dafür auch vorhanden sind. Das können einzelne Kisten sein, aber auch Kommoden, Betten mit integrierten Schubladen und Fächern oder Schränke mit entsprechender Inneneinteilung. Besonders praktisch sind hierbei auch Hochbetten, die den Schlafplatz, eine Spielmöglichkeit und idealerweise auch Regalfächer miteinander vereinen. Das ist für die Kinder ansprechend und platzsparend zugleich.
Kommoden sind ebenfalls sehr vielfältig einsetzbar. Es gibt sie in allen möglichen Formen und Farben, mit Schubladen, mit Türen und mit offenen Fächern, zudem bieten sie auch noch eine großzügige Ablagefläche für Deko oder Lampen.
Beim Kinderzimmerschrank sollte darauf geachtet werden, dass Kleidung und Wäsche genügend Platz haben und in die geeigneten Fächer eingeordnet werden können. So sollten Jacken glatt am Bügel aufgehängt werden, während beispielsweise Unterwäsche und Socken besser in einer Schublade oder auch Kisten Platz finden. Viele Kleiderschränke bieten für jedes Alter eine entsprechende Einteilung mit Kleiderstange, Wäschefächern, Schubladen oder Körben.

Frühzeitige Verantwortung und Vorbildfunktion
Es ist wichtig, Kindern schon früh die Verantwortung für ihre eigene Ordnung beizubringen. Das fängt schon damit an, regelmäßig Kleiderschrank und Spielsachen „auszumisten“. Dies hat drei große Vorteile:
- Gerade das Kleinkind behält so leichter den Überblick
- Das Chaos verbreitet sich weniger schnell
- Das Aufräumen geht leicht von der Hand
Eltern sollten dabei am besten vorbildlich vorgehen: Bausteine, Autos oder Bücher in die entsprechenden Kisten bzw. Regale sortieren und Kuscheltiere in eine Reihe auf das Bett setzen. Auch wenn Kinder von eineinhalb Jahren noch zu klein sind, um mitzuhelfen, lernen sie alleine durch das Zuschauen eine Menge, insbesondere wenn die Eltern erklären, was und warum sie gerade tun: „Ich lege jetzt den Traktor in die Autokiste, damit das Zimmer wieder schön aussieht.“
Eine Erleichterung für die Kinder ist es auf jeden Fall, wenn möglichst wenige Kisten und Schubladen vorhanden sind, die die Spielzeuge grob sortieren. Außerdem können sie mit einem entsprechenden Foto gekennzeichnet werden. Wenn jedes Teil einen bestimmten Platz hat und auch schnell wiedergefunden werden kann, lernen Kinder schnell und einfach, wie das Aufräumen funktioniert.
Die richtige Balance: Ordnung und Kreativität
Und so wichtig die Ordnung auch ist: Ein bisschen Chaos schadet nicht. Im Gegenteil! Es fördert sogar die Kreativität. Zudem ist es auch wichtig, dem Kind seinen eigenen Rückzugsort zu lassen, in dem es dann auch selbst bestimmen kann, wie das Zimmer aussehen soll.
10 Tipps für Ordnung im Kinderzimmer
- Schaffen Sie geeignete Möglichkeiten, Kleidung und Spielzeug unterzubringen: Kleiderschränke, Kinderkommoden, Kojenbetten und Boxen helfen.
- Zeigen Sie Ihrem Kleinkind, wie das Aufräumen funktioniert und was Ordnung heißt.
- Helfen Sie beim Aufräumen und erklären Sie ihm, was und warum Sie da gerade machen.
- Nehmen Sie es nicht zu genau: Sortieren Sie eher grob und in größere Kisten statt in viele kleine.
- Bekleben Sie Schränke, Schubladen und insbesondere Kisten mit kennzeichnenden Bildern.
- Jedes Teil sollte einen bestimmten Platz haben.
- Lieber öfter und wenig aufräumen statt einmal und viel: Bringen Sie Ihr Kind dazu, beispielsweise jeden Abend vor dem Schlafengehen die Spielsachen wegzuräumen. Waren Freunde zu Besuch, sollten auch diese mithelfen.
- Legen Sie bestimmte Regeln fest: Wann wird aufgeräumt? Was darf stehen gelassen werden? Akzeptieren Sie aber, dass auch das Kind einen gewissen Freiraum hat.
- Treffen Sie eine Auswahl an bestimmten Spielzeugen, die dem Kind zur Verfügung stehen sollen - zu viele Spielsachen können ein Kind überfordern und erschweren zudem das Aufräumen.
- Beziehen Sie Ihr Kind beim Ausmisten ein, so vermeiden Sie Frust über verlorene Spielsachen. Belohnen Sie es zum Beispiel damit, dass Spielsachen auf dem Flohmarkt verkauft werden und sich das Kind dafür etwas Neues aussuchen darf.
Ordnung im Vorschulalter
Ordnung halten im Vorschulalter, geht das überhaupt? Kleinkinder können ihr Zimmer nicht allein aufräumen, selbst dann nicht, wenn sie es wollten. Denn erst müssen sie lernen, wie Ordnung funktioniert. „In den ersten Lebensjahren sind Kinder voll damit beschäftigt, in einer verwirrenden Welt Strukturen zu erkennen und nachzuahmen.“, erklärt Dr. Veronika Voss.
Um zu verstehen, was die Psychologin meint, muss man nur einem zweijährigen Kind beim Spielen über die Schulter schauen: Sein absolutes Lieblingsspiel ist ein Würfel, bei dem eckige Klötze in eckige Löcher und runde Klötze in runde Löcher gesteckt werden sollen. Was gehört wohin? Aufräumen ist im Prinzip nichts anderes, als für jeden Klotz das richtige Loch zu finden. Auch hier muss Gleiches zu Gleichem gelegt, Spielzeug nach Farbe, Form, Größe oder Zweck sortiert werden.
Das Allerwichtigste ist, Kindern unaufgeregt eine gewisse Ordnung vorzuleben. Die Kunst des Sortierens, die lernen sie notfalls auch ganz nebenbei beim Spielen.
Tipps für das Aufräumen mit Kleinkindern:
- Nicht zu penibel sortieren. Lieber wenige große Kisten aufstellen als viele kleine.
- Alles muss einen eindeutigen Platz haben.
- Die Spielzeugmenge überschaubar halten.
- Klare Aufgaben formulieren.
- Fotos vom Inhalt auf die Kisten kleben.
- Erklären, was man gerade tut: „Schau mal, den Kran lege ich in die Autokiste.“
Ordnung im Schulalter
Mit fünf bis sechs Jahren wissen die meisten Kinder, wie Aufräumen funktioniert. Aber einfach die Ordnung der Eltern nachahmen finden sie blöd. Lieber entwickeln sie eigene Ideen, wie sie ihre Siebensachen sortieren. Eltern sollten das fördern. Kopfschüttelnd zusehen, wenn die Stocksammlung einen Stammplatz auf dem Schreibtisch kriegt, das müssen sie jedoch nicht.
Bei Grundschülern ist Aufräumen nämlich Absprachesache: Wie oft wird aufgeräumt? Einmal pro Woche? Wann wird aufgeräumt? Was ist überhaupt ein aufgeräumtes Zimmer? Und: Wo haben die Dinge ihren Platz? Möglichst viele Feinheiten sollten geklärt sein.
Und wenn man sich gar nicht einigen kann? Dr. Voss empfiehlt in diesem Fall: „Zunächst sollten die Eltern prüfen: Sind wir vielleicht etwas zu pingelig? Und im Zweifelsfall toleranter sein. Für die Entwicklung der Kinder ist es wichtig, möglichst früh vieles nach dem eigenen Geschmack regeln zu dürfen. Das dient dem Erziehungsziel, das alle Eltern haben: Dass ihr Kind ein selbstständiger Mensch wird, der sich frei entwickelt und entfaltet. Und die Energien nicht darauf verschwendet, eine von außen antrainierte Ordnung herzustellen.“
6 Tipps zum (möglichst konfliktfreien) Aufräumen mit Schulkindern:
- Auf lange Sicht sinnvoll: den Blick für Unordnung schulen. Die Kinder müssen selbst erst mal erkennen können, was denn aktuell getan werden muss.
- Nicht mit Belohnung locken: Das Kind soll aufräumen, weil es das Leben leichter macht, nicht um ein Eis zu bekommen. Voll okay dagegen: "Nach dem Aufräumen darfst Du aussuchen, was wir spielen!"
- Wie bei allem, hilft auch hier das Kind in Entscheidungen einbeziehen: "Was meinst du, ist diese Jeans schon reif für die Wäsche?"
- Wir Eltern haben natürlich viel Aufräum-Erfahrung und so viele Tipps auf Lager, aber, wenn wir nicht um Hilfe gebeten werden, sollten wir uns tunlichst zurückhalten damit - auch wenn's manchmal schwerfällt.
- Wichtig fürs Kinderzimmer aufräumen: Der Stauraum muss gut erreichbar sein.
- Jedes Kind braucht einen Bereich, wo es auf seine Art Ordnung halten kann. Oder einfach Dinge ungeordnet aufbewahren kann. Und wenn's nur eine eigene Schublade ist.
Finden Sie die Aufräum-Methode, die am besten zu Ihnen passt, z.B. erst mal alles, was rumliegt in einen Korb und dann die einzelnen Teile aufräumen oder in einer Ecke anfangen und sich so vorarbeiten. Oft entwickeln Kinder selbst abgefahrene Aufräum-Ideen, die sich mit den eingefahrenen Vorstellungen der Erwachsenen beißen und trotz dem Sinn machen. Hinhören lohnt also unbedingt.
Ordnung halten und Aufräumen in der Pubertät
Bei den meisten Kindern ist jetzt Chaos angesagt. Meckern, Sticheln und Nörgeln - nichts davon nützt. Und nichts davon wird von den ExpertInnen empfohlen. Wir Eltern sollten uns einfach raushalten, soweit es irgendwie geht - aus dem Thema und aus dem Zimmer. Ja, richtig gelesen, raushalten! Wir müssen es aushalten, wenn teure Geräte auf dem Boden liegen, das Bett nicht gemacht wird und der Schrank lieblos voll gestopft ist. „In der Pubertät lernen Kinder, völlig eigene Strukturen zu schaffen“, erklärt die Psychologin. „Sie wollen sich ausprobieren und gegen die Eltern abgrenzen. Das muss sein, damit sich ihre Persönlichkeit formt. Wenn das Kind erst wieder Fuß fasst, relativiert sich alles.“
Es gilt, ein Mindestmaß an Ordnung auch fürs Kinderzimmer zu vereinbaren. Ein Durchgang zum Fenster bleibt frei, damit man lüften kann. Wenn jemand sich gestört fühlt, muss das Kind etwas ändern. Sich durch seine Unordnung selbst schadet, bspw. Schulhefte nicht findet.
Das Fazit: Praktikabilität als Schlüssel
Wie man sieht: Aufräumen ist in jedem Alter anders. Das Argument, mit dem man Kinder für eine gewisse Ordnung erwärmen kann, ist jedoch immer dasselbe: Nicht weil ein ordentliches Zimmer schön aussieht. Nicht weil Ordnung angeblich das halbe Leben ist. Sondern einzig und allein: Weil es richtig praktisch ist, Dinge ganz schnell finden zu können! Wer ordnet, der findet.
Wie bei vielem gilt auch hier: Je früher man damit anfängt, desto leichter fällt es einem. Wenn die Pubertät anklopft, hilft nur noch hoffen und vertrauen.