Spezielle Babykekse werben damit, eine gesündere Alternative für Babys und Kleinkinder zu sein. Eine Untersuchung von sechs verschiedenen Produkten zeigt jedoch ein besorgniserregendes Bild: Viele Kekse sind übermäßig süß und enthalten unerwünschte Inhaltsstoffe wie Mineralöl und Fettschadstoffe. Insbesondere der Alete Kinderkeks schneidet im Test am schlechtesten ab.

Hoher Zuckergehalt und unerwünschte Inhaltsstoffe
Der Alete Kinderkeks ist nicht nur der süßeste Keks im Test, sondern weist auch den höchsten Gehalt an gesättigten Kohlenwasserstoffen (MOSH/POSH) auf. Diese Stoffe können sich im Körper anreichern und haben in Tierversuchen Organschäden verursacht. Der deklarierte Zuckergehalt von 25 Gramm pro 100 Gramm wurde im Labor sogar auf 26,4 Gramm bestätigt. Zusätzlich fügt der Hersteller Aroma und künstliche Vitamine hinzu, was die Zutatenliste weiter kritisch erscheinen lässt.
Die Untersuchung ergab, dass bis auf eine Kekssorte alle getesteten Babykekse mit MOSH/POSH belastet sind. Während der Alete-Keks am stärksten verunreinigt ist, weisen die anderen Produkte "erhöhte" oder "stark erhöhte" Gehalte auf. In den Keksen von zwei Marken wurde zudem Palmöl oder Palmfett nachgewiesen, das mit Fettschadstoffen belastet sein kann. Diese Fettschadstoffe, wie 3-MCPD und Glycidol, werden von der Europäischen Lebensmittelbehörde Efsa als erbgutschädigend und potenziell krebserregend eingestuft.
Kritik an der Altersangabe und Empfehlungen
Besonders kritisch sehen die Tester die Auslobung einiger Produkte für Babys unter einem Jahr. Ein Keks, der Zucker enthält, ist für Säuglinge grundsätzlich nicht geeignet. Er fördert frühzeitig die Vorliebe für Süßes und erhöht das Kariesrisiko. Daher werden Kekse, die für Kinder unter einem Jahr bestimmt sind und Zucker enthalten, als "mangelhaft" bewertet. Bei Keksen für Kinder ab einem Jahr ist die Bewertung etwas milder, jedoch bleibt der hohe Zuckergehalt ein Problem.
Die Tester raten dazu, Babykekse als das zu behandeln, was sie sind: eine Süßigkeit. Anstatt auf spezielle Babykekse zurückzugreifen, wird empfohlen, Alternativen wie Brot, Brötchen oder Knäckebrot anzubieten. Wenn Kekse gegeben werden, sollte darauf geachtet werden, dass sie möglichst wenig Zucker enthalten und keine unerwünschten Zusatzstoffe.
Schadstoffe: So gelangen Blei und Co in dein Gemüse | Quarks
Vergleich verschiedener Marken und Produkte
Im Rahmen der Untersuchung wurden verschiedene Marken und Produkte verglichen. Zu den getesteten Keksen gehörten unter anderem:
- Alete Kinderkeks
- Hipp Freund Elefant Butterkeks
- Fleur Alpine Babykekse
- Holle Bio Baby Dinkelkeks
- Bebivita Knabberprodukte Maisstangen
- Mogli Bio Demeter Butter Dinkel Kekse
- Continental Bakeries Kinder Löbis
Die Ergebnisse zeigen, dass viele dieser Produkte erhebliche Mängel aufweisen, insbesondere im Hinblick auf den Zuckergehalt und die Belastung mit Schadstoffen. Einige Produkte wurden mit "ungenügend" bewertet, was ihre Eignung für Babys und Kleinkinder stark in Frage stellt.
Bewertungsgrundlagen und Testmethoden
Die Bewertung der Babykekse erfolgte nach strengen Kriterien. Abwertungen gab es unter anderem für:
- Zugesetzten Zucker in Keksen für Babys unter einem Jahr.
- Sehr stark erhöhte Gehalte an MOSH/POSH.
- Sehr stark erhöhte Fettschadstoffe (3-MCPD-Fettsäureester und Glycidyl-Fettsäureester).
- Auslobung, Produkte mit Zucker bereits für Babys ab sechs Monaten zu empfehlen.
Die Testmethoden umfassten die Analyse auf Pestizide, Glyphosat, Deoxynivalenol, Glycidylester, 3-MCPD-Ester, MOSH/POSH, MOAH, Gesamtfett, Einzelzucker, Aromen, Mineralstoffe, Vitamine und Acrylamid.

Alternativen und Tipps für Eltern
Eltern, die nach gesunden Alternativen suchen, sollten sich die Zutatenlisten genau ansehen. Produkte mit wenigen, natürlichen Zutaten und ohne zugesetzten Zucker sind vorzuziehen. Marken wie Hipp und Alete werden von einigen Eltern positiv bewertet, jedoch zeigt der Test, dass auch diese Marken kritisch hinterfragt werden müssen. Einige Eltern bevorzugen Produkte von Bebivita oder Babylove, wobei auch hier auf die Inhaltsstoffe geachtet werden sollte.
Generell gilt:
- Babykekse sind keine notwendige Nahrungsergänzung.
- Der Fokus sollte auf einer ausgewogenen und zuckerarmen Ernährung liegen.
- Vergleichen Sie Zutatenlisten und Nährwertangaben sorgfältig.
- Im Zweifel sind unverarbeitete Lebensmittel wie Obst und Gemüse die beste Wahl.
tags: #alete #oder #hipp #kinderkeks