Das Ausbleiben der Periode ist oft das erste und deutlichste Anzeichen für eine mögliche Schwangerschaft. Doch nicht immer bedeutet eine verspätete Periode, dass eine Frau schwanger ist. Es gibt zahlreiche Gründe, die den Menstruationszyklus beeinflussen können. Dieser Artikel beleuchtet, wann die Periode bei einer Schwangerschaft in der Regel ausbleibt, welche frühen Symptome auftreten können und wann es ratsam ist, ärztlichen Rat einzuholen.
Frühe Anzeichen einer Schwangerschaft
Die ersten Wochen einer Schwangerschaft sind oft von subtilen Veränderungen im Körper geprägt, die von Frau zu Frau unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Manche Frauen spüren kaum Veränderungen, während andere bereits kurz nach der Empfängnis deutliche Anzeichen wahrnehmen.
Veränderungen der Brust
Eines der ersten wahrnehmbaren Anzeichen einer Schwangerschaft sind Veränderungen in der Brust. Diese können sich empfindlicher, größer und fester anfühlen. Auch die Brustwarzen und die Brustwarzenhöfe können sich dunkler verfärben. Sichtbare Venen sind ebenfalls möglich.
Übelkeit und Geruchsempfindlichkeit
Übelkeit, oft als Morgenübelkeit bezeichnet, tritt typischerweise zwischen der vierten und sechsten Schwangerschaftswoche auf und kann von Erbrechen begleitet sein. Auch eine erhöhte Geruchsempfindlichkeit kann den Ekel verstärken. Diese Symptome sind oft ein Zeichen für den Anstieg des Schwangerschaftshormons HCG.
Müdigkeit und Schwindel
Eine starke Müdigkeit und Erschöpfung sind zu Beginn der Schwangerschaft häufig. Dies liegt unter anderem am Anstieg des Hormons Progesteron, das eine beruhigende Wirkung hat. Veränderungen im Stoffwechsel und ein möglicherweise niedrigerer Blutdruck können ebenfalls zu Müdigkeit und Schwindelgefühlen beitragen.
Veränderungen im Verdauungs- und Harntrakt
Die hormonelle Umstellung kann zu Blähungen und Verstopfung führen, da der Darm träger wird. Auch ein häufigerer Harndrang ist möglich, da die Nieren durch das erhöhte Blutvolumen stärker arbeiten müssen.
Einnistungsblutung und leichte Schmierblutungen
Manchmal tritt etwa 7 bis 12 Tage nach der Befruchtung eine leichte Schmierblutung auf, die sogenannte Einnistungsblutung. Diese ist meist heller und kürzer als die Menstruationsblutung und kann den Scheidenausfluss rosa oder bräunlich färben.
Krämpfe im Unterleib
Ähnlich wie vor der Periode können auch zu Beginn einer Schwangerschaft leichte Unterleibskrämpfe auftreten. Diese können durch die Bewegung der Eileiter oder die Dehnung der Gebärmutter verursacht werden.
Stimmungsschwankungen
Hormonelle Veränderungen können sich auch auf die Psyche auswirken und zu Stimmungsschwankungen, erhöhter Reizbarkeit oder auch zu Euphorie führen.

Wann ist die Periode überfällig?
Ein Menstruationszyklus variiert in seiner Länge von Frau zu Frau und kann zwischen 21 und 35 Tagen dauern. Schwankungen von einigen Tagen sind normal. Eine Periode gilt als verspätet, wenn sie 7 Tage nach dem erwarteten Beginn noch nicht eingetreten ist.
Der Schwangerschaftstest
Die meisten Schwangerschaftstests können eine Schwangerschaft bereits ab dem ersten Tag der ausbleibenden Periode nachweisen. Diese Tests messen das Schwangerschaftshormon HCG im Urin. Ein positiver Test bestätigt in der Regel die Schwangerschaft.
Wann zum Arzt?
Wenn der Schwangerschaftstest negativ ist, die Periode aber mehr als eine Woche ausbleibt, oder wenn nach einem positiven Test Unsicherheiten bestehen, ist ein Besuch beim Frauenarzt ratsam. Auch bei unregelmäßigen Zyklen oder wenn die Periode über drei Monate ausbleibt (Amenorrhoe), sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Gründe für eine verspätete Periode (außer Schwangerschaft)
Es gibt zahlreiche Faktoren, die den Menstruationszyklus beeinflussen und zu einer verspäteten oder ausbleibenden Periode führen können, selbst wenn keine Schwangerschaft vorliegt.
Hormonelle Verhütungsmittel
Die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel kann die Gebärmutterschleimhaut dünner machen, was zu leichteren oder ausbleibenden Perioden führen kann. Auch nach dem Absetzen kann es einige Zeit dauern, bis sich der Zyklus normalisiert.
Stress
Chronischer oder starker psychischer Stress kann den Hormonhaushalt beeinflussen und den Menstruationszyklus stören.
Gewichtsschwankungen
Starke Gewichtszunahme oder -abnahme kann zu hormonellem Ungleichgewicht führen, da Fettgewebe an der Hormonproduktion beteiligt ist und der Hypothalamus, der die Östrogenfreisetzung steuert, beeinflusst werden kann.
Medikamente
Bestimmte Medikamente, wie einige Antipsychotika, können den Hormonhaushalt stören und zu Zyklusunregelmäßigkeiten führen.
Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)
PCOS ist eine Hormonstörung, die den Eisprung beeinträchtigt und zu unregelmäßigen oder ausbleibenden Perioden führen kann. Weitere Symptome können übermäßiger Haarwuchs, Akne, Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme sein.
Andere medizinische Ursachen
Weitere Gründe für eine verspätete Periode können sein: Perimenopause, Schilddrüsenerkrankungen, Stillzeit, Veränderungen des Schlafrhythmus, Hypophysentumore oder Schäden an der Gebärmutterschleimhaut.
Der Menstruationszyklus
Wie werden Schwangerschaftswochen gezählt?
Die Dauer einer Schwangerschaft wird üblicherweise ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung berechnet und beträgt etwa 40 Wochen. Zu diesem Zeitpunkt liegt jedoch noch keine Befruchtung vor. Die eigentliche Empfängnis findet etwa zwei Wochen später statt.
Die frühe Embryonalentwicklung
Nach der Befruchtung teilt sich die Zelle (Zygote) mehrfach und wandert in die Gebärmutter, wo sie sich in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. In dieser frühen Phase beginnt der Körper, das Schwangerschaftshormon HCG zu produzieren, das für einen positiven Schwangerschaftstest verantwortlich ist, aber in den ersten Tagen noch nicht nachweisbar ist.
Schwangerschaft trotz Periode?
Obwohl das Ausbleiben der Periode ein Hauptindikator für eine Schwangerschaft ist, gibt es seltene Fälle, in denen Frauen auch während der frühen Schwangerschaft weiterhin Menstruationsblutungen haben. Dies ist jedoch nicht mit einer normalen Menstruation gleichzusetzen. Es kann sich um Einnistungsblutungen oder andere, schwächere Blutungen handeln, die ärztlich abgeklärt werden sollten.
