Erkältungszeit bei Babys: Symptome und erste Hilfe
Der Herbst bringt nicht nur bunte Blätter, sondern leider auch die Erkältungszeit mit sich. Obwohl Eltern ihre Kleinsten so gut wie möglich schützen möchten, sind Erkältungen bei Babys und Kleinkindern weit verbreitet. Schnupfen, Husten und manchmal auch Fieber können für Sorge sorgen. Mit einigen einfachen Tipps und Tricks können Eltern ihr Baby jedoch dabei unterstützen, schnell wieder gesund zu werden.
Babyschnupfen vs. echte Erkältung
Nach der Geburt sind viele Eltern unsicher, wenn ihr Baby schnieft, niest und hustet. Oft handelt es sich dabei nicht um eine Erkältung, sondern um den sogenannten Babyschnupfen. Dieser ist eine natürliche Reaktion der Atemwege auf die trockenere Luft außerhalb des Mutterleibs. Das Abhusten von Fruchtwasser ist ebenfalls normal. Die erste echte Babyerkältung tritt meist innerhalb der ersten sechs Lebensmonate auf, da das Immunsystem von Neugeborenen noch nicht vollständig ausgereift ist. Es ist daher nicht ungewöhnlich, wenn Babys sechs bis acht Erkältungen pro Jahr haben.
Symptome einer Babyerkältung
Typische Symptome einer Erkältung bei Babys können sein:
- Husten
- Schnupfen und laufende Nase
- Gerötete Augen
- Appetitlosigkeit
- Unruhe und Ruhelosigkeit
- Fieber
- Geschwollene Lymphknoten

Wann ist ein Arztbesuch bei Halsschmerzen und Erkältungssymptomen ratsam?
Besonders beim ersten Kind sind Eltern unsicher, wann sie bei Erkältungssymptomen ihres Babys einen Arzt aufsuchen sollten. Generell gilt: Bei Neugeborenen ist es besser, im Zweifel einmal öfter den Kinderarzt zu konsultieren. Es gibt jedoch spezifische Situationen, in denen ein Arztbesuch unerlässlich ist:
Besondere Vorsicht bei Säuglingen
- Bei Babys unter 8 Wochen ist eine anhaltende Temperatur über 37,5 °C oder unter 36,5 °C ein Grund, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, auch wenn zunächst versucht wird, die Temperatur selbst zu regulieren.
- Sollten sich die Symptome, insbesondere die Temperatur, nicht im Normbereich einpendeln, ist ein Arztbesuch dringend empfohlen.
- Alle oben genannten Symptome einer Babyerkältung, ungewöhnliches Trinkverhalten oder übermäßige Schläfrigkeit sollten ärztlich abgeklärt werden.
- Bei einem richtigen Schnupfen mit laufender Nase und Sekretabsonderung bei Babys unter 12 Wochen ist ein Arztbesuch notwendig, da dies auf eine infektiöse Ursache hindeutet. Da Babys reine Nasenatmer sind, ist eine verstopfte Nase besonders problematisch.
Einschätzung bei älteren Kindern
Mit zunehmendem Alter der Kinder lernen Eltern besser einzuschätzen, wann ein Arztbesuch erforderlich ist. Bei älteren Kindern sollte ein Arzt aufgesucht werden bei:
- Plötzlichen Schluckbeschwerden oder sehr starken Halsschmerzen ohne weitere Krankheitsanzeichen, was auf einen verschluckten Fremdkörper hindeuten könnte.
- Fieber, anhaltenden oder starken Schmerzen, Atem- oder Schluckbeschwerden, Hautausschlag oder Verdacht auf eine bakterielle Infektion.
- Wenn das Kind krank wirkt, hohes Fieber mit schlechtem Allgemeinbefinden hat, die Lymphknoten am Hals geschwollen sind und auf leichten Druck schmerzen, die Mandeln eitrige Beläge aufweisen oder die Zunge stark gerötet ist ("Himbeerzunge").
- Auffälligen Beeinträchtigungen beim Sprechen und Schlucken, Atembeschwerden oder anderen ausgeprägten Krankheitszeichen wie Ohren- oder Bauchschmerzen, Übelkeit, starkem Husten oder Hautausschlag.
Was tun bei Halsschmerzen und Erkältungssymptomen? Tipps und Hausmittel
Wenn Ihr Baby oder Kind unter Halsschmerzen leidet, gibt es verschiedene bewährte Methoden, um die Beschwerden zu lindern. Die Wahl der Mittel hängt oft vom Alter des Kindes ab.
Luftfeuchtigkeit und Befeuchtung der Schleimhäute
Eine erhöhte Luftfeuchtigkeit kann helfen, die Schleimhäute abschwellen zu lassen und das Atmen zu erleichtern. Hierfür eignen sich:
- Feuchte Handtücher oder Schalen mit Wasser auf der Heizung.
- Ein Luftbefeuchter im Zimmer.
- Regelmäßiges Lüften der Räume, um für frische Luft zu sorgen.
Besonders bei Kindern, die durch Mundatmung (z.B. bei verstopfter Nase) trockene Schleimhäute entwickeln, sind diese Maßnahmen wichtig, da trockene Schleimhäute anfälliger für Infektionen sind und Halsschmerzen verschlimmern können.

Flüssigkeitszufuhr
Ausreichend Flüssigkeit ist essenziell. Bei gestillten Babys ist Muttermilch die beste Wahl. Ab dem Beikostalter (ca. 6 Monate) können auch abgekühlter, ungesüßter Kamillentee oder stilles Wasser angeboten werden. Warme Flüssigkeiten können im Hals beruhigend wirken.
Nasenpflege bei Säuglingen
Da Babys reine Nasenatmer sind, ist eine freie Nase besonders wichtig. Bei einem Schnupfen kann es helfen, festsitzenden Schleim zu lösen, um die Mundatmung zu vermeiden und die Schleimhäute feucht zu halten.
- Kochsalzlösung (NaCl, 0,9 %): Ein bis zwei Tropfen in jedes Nasenloch können helfen, Schleim zu lösen und die Babys zum Niesen zu bringen, wodurch die Nase gereinigt wird.
- Muttermilch: Ein Tropfen Muttermilch in jedes Nasenloch kann ebenfalls abschwellend und beruhigend auf die Schleimhäute wirken.
Von der Verwendung von Nasensaugern wird abgeraten, da eine falsche Anwendung die Nasenscheidewand verletzen kann.
Inhalieren
Das Inhalieren mit Kochsalzlösung kann ab der Geburt möglich sein und hilft, die Atemwege zu befreien und festsitzenden Schleim zu lösen. Es ist ratsam, dies vorher mit dem Kinderarzt zu besprechen, der auch das Inhalationsgerät verschreiben kann.
Hustenwickel und Hausmittel
Zur Linderung von Husten und zur Unterstützung des Schleimabtransports können verschiedene Wickel eingesetzt werden:
- Hustenwickel: Diese wärmen den Brustkorb und können die Bekämpfung der Infektion unterstützen. Hierfür kann reine Heilwolle oder klassische Bienenwolle verwendet werden.
- Wickel mit ätherischen Ölen: Bei Kindern über 4 Wochen können Wickel mit Thymian-Öl (schleimlösend, entzündungshemmend) eingesetzt werden. Für Kinder über 6 Monate gibt es spezielle Balsame mit Thymian und Myrte. Ab 12 Monaten kann auch Eukalyptus-Öl (entzündungshemmend, schleimlösend, schmerzlindernd) verwendet werden. Vorsicht: Bei Kindern unter 3 Jahren sollten Kampfer-, Pfefferminz-, Eukalyptus- oder Thymian-Öl nicht angewendet werden, da sie einen Kehlkopfkrampf auslösen können.
- Zwiebelsaft: Ein altbewährtes Hausmittel, besonders bei trockenem Husten. Die Zwiebel kann festsitzenden Schleim lösen und die Atemwege beruhigen. Die Anwendung wird frühestens ab dem vollendeten 10. Lebensmonat empfohlen.
- Quarkwickel: Erwärmter Magerquark, auf eine Mullbinde gestrichen und auf den Hals gelegt, kann kühlend und abschwellend wirken.
- Kartoffelwickel: Gekochte Kartoffeln, zerdrückt und in ein Tuch gewickelt, spenden wohlige Wärme.
- Zwiebelwickel: Leicht erwärmte, kleingehackte Zwiebeln, auf ein Tuch gegeben und um den Hals gewickelt, können schleimlösend wirken.
Wichtiger Hinweis: Halswickel sind in der Regel erst für Kinder ab 2 Jahren geeignet. Bei Babys können sie zu Verbrennungen führen.

Ruhe und Geborgenheit
Besonders wichtig bei einer Erkältung sind Ruhe und Geborgenheit. Diese unterstützen das Immunsystem und erleichtern die Regeneration. Große Ausflüge sollten vermieden werden. Eine ruhige, leicht abgedunkelte Umgebung und viel Nähe zu den Eltern helfen dem Baby, sich schneller zu erholen. Ruhige Spaziergänge an der frischen Luft können ebenfalls förderlich sein, solange das Baby kein Fieber hat.
Homöopathische Mittel und Medikamente
Bei Halsschmerzen können homöopathische Mittel wie Phytolacca oder Lycopodium clavatum zum Einsatz kommen, oft in Form von Globuli. Auch WALA Apis Belladonna Globuli velati können bei akuten Halsschmerzen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum lindernd wirken. Die Anwendung von Globuli sollte jedoch immer in Absprache mit einem Kinderarzt, Heilpraktiker oder Apotheker erfolgen. Alkoholhaltige Präparate sind für Babys ungeeignet.
Bei stärkeren Beschwerden und Fieber können Schmerz- und fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen in altersgerechter Dosierung (oft als Zäpfchen oder Saft) eingesetzt werden. Hierbei ist es unerlässlich, die Dosierungshinweise genau zu beachten und im Zweifel ärztlichen Rat einzuholen. Acetylsalicylsäure (ASS) sollte bei Kindern grundsätzlich nur nach ärztlicher Empfehlung gegeben werden.
Bei bakteriellen Infektionen, wie z.B. einer bakteriellen Mandelentzündung, kann der Arzt ein Antibiotikum verschreiben. Dieses muss konsequent nach Anweisung eingenommen werden, auch nach Abklingen der Symptome, um Rückfälle zu vermeiden.
Vorbeugung von Halsschmerzen und Erkältungen
Auch wenn jede Erkältung das Immunsystem stärkt, ist es sinnvoll, Infektionen so gut wie möglich zu vermeiden:
- Hygiene: Regelmäßiges Händewaschen mit Seife und Wasser ist essenziell, besonders nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen.
- Kontakt vermeiden: Den Kontakt zu erkrankten Personen so weit wie möglich minimieren. Besucher können gebeten werden, vor dem Kontakt mit dem Baby die Hände zu waschen.
- Gute Lüftung: Regelmäßiges Stoßlüften sorgt für frische Luft und reduziert die Konzentration von Krankheitserregern in der Raumluft.
- Immunsystem stärken: Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung fördern ein starkes Immunsystem.
- Impfschutz: Sicherstellen, dass alle Familienmitglieder, insbesondere ältere Geschwister, gegen relevante Krankheiten geimpft sind.
Was ist bei Halsschmerzen tabu?
Einige Mittel, die für Erwachsene oder ältere Kinder geeignet sind, können für Babys schädlich sein:
- Honig: Kinder unter einem Jahr dürfen keinen Honig zu sich nehmen, da er Botulinum-Bakterien enthalten kann, die für Säuglinge gefährlich sind.
- Ätherische Öle: Kampfer-, Pfefferminz-, Eukalyptus- oder Thymian-Öl sollten bei Kindern unter 3 Jahren vermieden werden. Wenn ätherische Öle verwendet werden, dann nur stark verdünnt und für Babys geeignete Öle.
- Gurgeln: Babys sind noch nicht in der Lage zu gurgeln.
Wie erkenne ich, ob mein Baby Halsschmerzen hat?
Da Babys ihre Beschwerden nicht äußern können, müssen Eltern auf andere Signale achten:
- Schlechte Laune, vermehrtes Weinen (besonders beim Trinken).
- Geröteter Rachen.
- Mehr Schlaf oder erhöhte Schläfrigkeit.
- Weitere Erkältungssymptome wie Husten, Schnupfen, glasige Augen.
- Erhöhte Temperatur oder Fieber.
- Heisere, krächzende oder leisere Stimme.
- Schwierigkeiten beim Schlucken oder Trinken.
- Vermehrter Speichelfluss.
Diese Symptome können einzeln oder kombiniert auftreten. Oft sind Halsschmerzen Teil einer Erkältung, können aber auch isoliert auftreten.