Der Beginn der Beikost ist für viele Eltern eine spannende, aber auch herausfordernde Zeit. Eine häufige Frage, die sich Eltern stellen, ist, ob sie mit fertigen Babygläschen beginnen oder direkt selbst kochen sollen. Beide Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile, und die Entscheidung hängt oft von den individuellen Vorlieben, dem Zeitaufwand und den Erfahrungen der Eltern ab.
Der Einstieg in die Beikost: Gläschen oder Selbstgemachtes?
Viele Eltern erhalten Geschenke in Form von Babygläschen und überlegen, ob dies ein guter erster Schritt in die Beikost sein kann. Grundsätzlich ist die Idee, mit selbstgekochtem Brei zu beginnen und Gläschen nur zwischendurch, beispielsweise unterwegs, zu verwenden, weit verbreitet. Die Sorge, dass ein Baby den Geschmack von Gläschen gewöhnt wird und dann selbstgekochtes ablehnt, ist dabei nicht unbegründet.
Einige Eltern beginnen zunächst mit Gläschen, weil sie diese geschenkt bekommen haben. Später stellen sie dann auf selbstgemachten Brei um und frieren diesen portionsweise ein. Eine Alternative ist es, von Anfang an selbst zu kochen und die Portionen in Eiswürfelbehältern oder ähnlichem einzufrieren, um sie gut portionieren zu können.

Vorteile von selbstgekochtem Brei
Selbstgekochter Brei bietet die Möglichkeit, die Zutaten genau zu kontrollieren und auf die Bedürfnisse und Vorlieben des Kindes abzustimmen. Milchbrei kochen und Apfelmus selbst machen und unterrühren wird oft als gesünder und geschmacklich besser empfunden.
Herausforderungen bei selbstgemachtem Apfelmus
Beim Selbermachen von Apfelmus ist es wichtig, auf süße Äpfel zu achten. Sonst kann das Mus sehr sauer schmecken, was dazu führt, dass Babys das Gesicht verziehen. In solchen Fällen kann es helfen, das Apfelmus nur in den Abendbrei zu rühren oder es mit Banane zu mischen, da es pur dann nicht gut ankommt.
Praktische Tipps für den Gemüsebrei
Bei der Zubereitung von Gemüsebrei kann es hilfreich sein, etwas Apfel hineinzureiben. Auch das Hinzufügen von heißem Wasser kann den Brei flüssiger machen und auf die richtige Temperatur bringen. Manchmal fragen sich Eltern im Nachhinein, ob es für ihr Kind nicht doch zu früh war, mit der Beikost zu beginnen.
Wenn das Baby den Brei ablehnt: Was tun?
Ein häufiges Problem während der Beikostzeit ist, dass das Baby Breireste in der Schüssel übrig lässt, egal ob selbstgekocht oder gekauft. Dies kann für Eltern deprimierend sein, da der Geschmack und Appetit des Babys von Tag zu Tag stark variieren können.

Kreative Verwertung von Breiresten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Breireste kreativ zu verwerten:
- Salatsaucen verfeinern: Gemüsebreie eignen sich hervorragend, um Salatsaucen aufzupeppen und ihnen mehr Aroma zu verleihen. Durch den natürlichen Säuregehalt aus Zitronen- oder Limettensaft in manchen Fertigbreisorten spart man sich zusätzliche Säure.
- Saucen und Aufläufe: Breireste können gut in Saucen für Nudeln, Gnocchi oder Aufläufe eingearbeitet werden. Dies ist oft eine gesunde Alternative zu fertigen Saucen.
- Obstmuffins und Babykekse: Obstmark oder Karottenbrei kann für die Zubereitung von Obstmuffins verwendet werden. Auch für vegane Babykekse lassen sich Obst- oder Getreidebreireste gut einsetzen.
- Dessert-Schichtspeisen: Eine Mischung aus Quark, Joghurt und Obstmark, geschichtet mit Keksen, kann ein leckeres Dessert ergeben.
Beispiele für Rezepte mit Breiresten:
- Gemüsesauce für Gnocchi: Zwiebeln anbraten, Brei, Gemüsebrühe und Sahne hinzufügen, würzen.
- Obstmuffins im Rübli-Stil: Obstmark durch Karottenbrei ersetzen, Karotte raspeln und Zimt hinzufügen.
- Vegane Babykekse: Breireste mit Haferflocken, Chia-Samen und Kokosöl vermengen und backen.
- Dessert mit Brei- und Keks-Resten: Quark, Joghurt und Obstmark abwechselnd mit Keksen schichten.
Babygläschen im Detail: Marken und Anwendung
Es gibt eine Vielzahl von Herstellern, die Babygläschen anbieten, wie zum Beispiel Hipp oder Alnatura. Marken wie "Baby Freche Freunde" betonen die Verwendung von ausschließlich natürlichen Zutaten, kurzen Zutatenlisten und den Verzicht auf Aroma-, Zusatzstoffe sowie Zucker- oder Salzzusatz.
Vielfalt und Kennzeichnung bei Babygläschen
Diese Marken bieten eine breite Palette an Produkten, darunter Frühstücks-, Mittags- und Abendbreie sowie Getreidebreie. Neue Sorten, wie beispielsweise mit Joghurt, werden kontinuierlich entwickelt. Die Produkte sind oft vegan erhältlich. Die Texturen sind auf die Bedürfnisse verschiedener Altersstufen abgestimmt. Auf den Verpackungen finden sich gut sichtbare Altersempfehlungen und transparente Zutatenlisten. Farben können verschiedene Brei-Kategorien kennzeichnen (z.B. Blau für Abendbreie, Rot für Obstgläschen).
Größen und Erwärmung von Babygläschen
Die Gläschen sind in verschiedenen Größen erhältlich, typischerweise 120g und 190g. Die 190g-Gläser eignen sich gut für eine Hauptmahlzeit wie das Mittagessen, während die 120g-Gläser eher als Zwischenmahlzeit oder Ergänzung zur Milchmahlzeit dienen.
Babybrei aus dem Glas kann direkt nach dem Öffnen verfüttert werden. Beim Erwärmen in der Mikrowelle muss der Deckel entfernt werden. Eine Erwärmung für etwa 20 Sekunden bei maximaler Hitze mit anschließendem Verrühren ist meist ausreichend. Alternativ kann das Gläschen im Wasserbad erwärmt werden. Die ideale Temperatur für erwärmten Brei liegt leicht über der Körpertemperatur, etwa bei 37-40 Grad Celsius.
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Babygläschen für unterwegs
Für unterwegs oder wenn es schnell gehen muss, sind Babygläschen eine praktische Lösung. Viele Hersteller bieten auch Baby-Snacks wie Kekse oder Knusper-Ringe an.
Selbst kochen: Rezepte und Tipps für verschiedene Altersstufen
Wenn Eltern sich entscheiden, selbst zu kochen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, gesunde und schmackhafte Mahlzeiten für ihr Baby zuzubereiten. Die Rezepte können an das Alter und die Vorlieben des Kindes angepasst werden.
Beispiele für selbstgekochte Mahlzeiten:
- Reis mit mildem Curry: Reis nach Packungsanleitung kochen, mit etwas Rapsöl und mildem Currypulver anschwenken, mit Wasser ablöschen und gar kochen.
- Gemüse mit Ei: Hokkaidokürbis schälen und kochen. Geriebene Karotte und Lauch in Olivenöl garen. Verquirltes Ei mit Sahne und Gewürzen braten.
- Spinat mit Käse: Gedünsteter Spinat mit Zwiebel und Knoblauch, verfeinert mit Creme Double und geriebenem Käse.
- Nudeln mit Spinatsauce: Gekochte Nudeln mit einer Rahmspinat-Sauce aus Zwiebeln, Knoblauch, Sahne, Schmand und Käse vermischen.
- Tomatensauce: Tomaten enthäuten, klein schneiden und mit Olivenöl garen. Pürieren, durch ein Sieb streichen und ggf. mit Tomatenmark intensivieren.
- Hackfleisch-Gemüse-Pfanne: Zwiebeln und Hackfleisch anbraten, mit Tomatenpüree und Gewürzen abschmecken.
- Süßkartoffelbrei: Süßkartoffeln kochen und zerdrücken.
- Hähnchen mit Kartoffelpüree: Hähnchenschenkel garen. Kartoffeln kochen, mit Milch und Butter zu Mus verarbeiten.
- Pfannkuchen/Crepes: Teig aus Mehl, Eiern, Milch, Salz, Zucker und Backpulver zubereiten. Dünn ausbacken und nach Belieben belegen.
- Tomaten-Spinat-Auflauf: Gekochte Nudeln mit einer Tomaten-Spinat-Sauce und Käse überbacken.

Einführung neuer Aromen und Konsistenzen
Es ist wichtig, dass sich Kinder an neue Aromen und Konsistenzen gewöhnen. Eltern sollten ihrem Kind vielfältige Möglichkeiten bieten, die familiäre Kost kennenzulernen.
Ölzugabe bei Gläschenkost und besondere Ernährungsbedürfnisse
Eine oft gestellte Frage ist, ob man fertigen Babygläschen generell Öl hinzufügen muss. Dies ist nicht immer notwendig und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Manche Eltern sind unsicher, ob sie etwas falsch machen, wenn sie kein Öl hinzufügen.
Besondere Ernährungsbedürfnisse
Bei Kindern mit besonderen Ernährungsbedürfnissen, wie zum Beispiel Neurodermitis, kann die Lebensmittelauswahl eingeschränkt sein. In solchen Fällen ist es wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung mit geeigneten Lebensmitteln wie Kartoffeln, Nudeln, Reis, Gemüse und Fleisch zu achten.
Der Übergang von Gläschen zu normaler Kost
Wenn ein Baby anfängt, Gläschenkost abzulehnen und lieber das essen möchte, was die Eltern essen, ist das ein Zeichen dafür, dass es bereit für den Übergang zur normalen Kost ist. Dies kann schrittweise erfolgen.
Praktische Tipps für den Übergang:
- Portionen einfrieren: Selbstgekochte Mahlzeiten können in Portionsgrößen eingefroren und bei Bedarf aufgetaut werden.
- Familienkost anbieten: Bieten Sie Ihrem Kind kleine Mengen von der Familienkost an, die altersgerecht zubereitet ist.
- Geduld und Vielfalt: Seien Sie geduldig und bieten Sie eine Vielfalt an Lebensmitteln an, um die Akzeptanz zu fördern.
Stabilität von Babygläschen
Ein wichtiger Aspekt bei der Verwendung von Babygläschen ist deren Stabilität. Obwohl die Gläschen äußerlich heil bleiben können, besteht theoretisch die Möglichkeit, dass innen etwas abgeplatzt ist, wenn sie herunterfallen. Eltern sollten hierbei auf ihr Bauchgefühl hören und im Zweifel vorsichtig sein.