Die Geburt eines Kindes ist ein bedeutendes Ereignis im Leben werdender Eltern. Um diesen Übergang so reibungslos und gut vorbereitet wie möglich zu gestalten, ist eine frühzeitige Anmeldung im Krankenhaus unerlässlich. Dieser Leitfaden bietet umfassende Informationen rund um die Anmeldung zur Geburt, die Wahl des richtigen Krankenhauses und die damit verbundenen Vorbereitungen.
Die Wahl des richtigen Geburtsortes
Neben der Geburt im Krankenhaus können Eltern auch ein Geburtshaus oder eine Hausgeburt in Erwägung ziehen. Nur etwa 1,9 Prozent aller 2017 in Deutschland geborenen Kinder kamen außerhalb einer Klinik zur Welt. Wer den Wunsch hat, sein Kind daheim oder im Geburtshaus zu bekommen, sollte dies am besten mit Arzt und Hebamme besprechen. Gründe, die von vornherein gegen eine Hausgeburt sprechen, sind etwa eine schwerwiegende Vorerkrankung der Mutter, ein im Voraus bekannter Herzschaden des Babys oder eine Querlage.
Das passende Krankenhaus finden
Die Wahl des richtigen Krankenhauses ist eine wichtige Entscheidung. Werdende Eltern sollten sich überlegen, was ihnen wichtig ist: Soll die Klinik vor allem schnell von zu Hause erreichbar sein? Wollen sie ein Krankenhaus, in dem sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Familienzimmer für die erste Zeit zu dritt bekommen? Oder soll es eine Klinik mit angeschlossener Kinderintensivstation sein?
Geburtskliniken bieten regelmäßig Infoabende an, die bei der Entscheidung helfen können. Zunächst ist wichtig, dass die Schwangere sich in der Klinik wohlfühlt. Auch die Ausstattung der Geburtszimmer spielt eine Rolle, etwa ob die Möglichkeit besteht, in einer Wanne zu gebären. Es ist ratsam, sich auch Statistiken anzusehen: Wie hoch ist die Kaiserschnittrate in der Klinik? Wie viele Kinder wurden dort bereits geboren?
Klinik-Levels und Perinatalzentren
Geburtskliniken werden in verschiedene Levels von eins bis vier eingeteilt. Level eins und zwei sind Perinatalzentren, die darauf spezialisiert sind, Schwangere und Neugeborene medizinisch zu versorgen. Ein Level-1-Zentrum verfügt über eine Neugeborenen-Intensivstation mit mindestens sechs Bettchen, ein Level-2-Zentrum mit mindestens vier. Eine Klinik mit perinatalem Schwerpunkt ist Level drei, eine normale Geburtsklinik Level vier.
„Viele Eltern möchten ein Krankenhaus mit angeschlossener Kinderklinik, weil ihnen das ein Gefühl der Sicherheit gibt“, berichtet Hebamme Rike Herkel. Wirklich nötig ist das aber sehr selten. Nur wenn eine Risikogeburt absehbar ist, muss ein Perinatalzentrum Level eins oder zwei ausgewählt werden. Alle Perinatalzentren lassen sich über eine PLZ- oder Umkreissuche finden: www.perinatalzentren.org.
Zeitpunkt der Anmeldung zur Geburt
Die Frage, wann man sich idealerweise im Krankenhaus zur Geburt anmelden sollte, beschäftigt viele Schwangere. „Nicht zu früh“, rät Rike Herkel. Denn erst im Laufe der Schwangerschaft stellt sich heraus, ob bestimmte Risiken vorliegen oder ein Kaiserschnitt nötig sein wird. Womöglich muss die werdende Mutter zur Geburt in eine bestimmte Klinik. „Es macht daher keinen Sinn, sich bereits in der zwölften Woche in der Klinik anzumelden“, sagt Herkel.
Etwa um die 30. Schwangerschaftswoche herum sollte die Entscheidung jedoch gefallen sein. Ab welcher Schwangerschaftswoche eine Anmeldung möglich ist, ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich. Zwingend notwendig ist die Anmeldung zwar nicht. „Wenn man mit Wehen vor der Tür steht, muss jedes Krankenhaus die Frau aufnehmen“, weiß die Hebamme. Stressfreier sei es allerdings, wenn dem Krankenhaus bereits vor der Geburt alle nötigen Unterlagen vorliegen.
Ablauf der Anmeldung im Krankenhaus
Wenn Sie sich im Krankenhaus für die Geburt anmelden möchten, rufen Sie am besten in der Geburtsstation an und machen einen Termin aus. Am Telefon kann auch erfragt werden, welche Unterlagen mitgebracht werden sollen.
Bei dem Anmeldetermin werden nicht nur die Formalitäten erledigt. Die werdende Mutter hat auch die Gelegenheit, Fragen zu stellen und Wünsche für die Geburt oder die Zeit danach zu äußern. Wenn Sie sich für eine Geburt in unserem Mutter-Kind-Zentrum entschieden haben, vereinbaren Sie bitte für den Zeitraum um die 35./36. Schwangerschaftswoche einen Vorstellungstermin. Bitte kümmern Sie sich spätestens zwischen der 30. und 32. Schwangerschaftswoche um die Vereinbarung dieses Termins. Dies ist telefonisch möglich. Sofern Sie Zwillinge erwarten, melden Sie sich bitte telefonisch in der 26. Schwangerschaftswoche für einen Vorstellungstermin in der 32. Im Rahmen dieser Vorstellung möchten wir Sie und Ihre Vorgeschichte kennenlernen, um gemeinsam die bevorstehende Geburt gut vorbereiten zu können. In diesem Zusammenhang klären wir gerne im persönlichen Gespräch mit Hebammen und Ärztinnen bzw. Ärzten Ihre individuellen Fragen und Wünsche. Zudem bekommen Sie unseren Informationsleitfaden ausgehändigt, damit Sie sich auf die Zeit rund um die Geburt vorbereiten können.
Sie sind noch nicht sicher, ob eine Entbindung bei uns in Frage kommt? Bei diesem Termin bieten wir Ihnen die Gelegenheit, unser Team persönlich kennen zu lernen und im direkten Kontakt mit den Hebammen und den Ärzten Ihre individuellen Fragen zu klären. Im Rahmen eines persönlichen Gesprächs und mit den Ergebnissen der Ultraschalluntersuchung können wir uns ein Bild der Schwangerschaft machen. Sie bekommen außerdem unseren Informationsleitfaden ausgehändigt, damit Sie sich auf die Zeit rund um die Geburt ideal vorbereiten können. Mit diesem Ratgeber erhalten Sie wichtige Informationen zu Muttermilch und Stillen, sowie Tipps zum Wochenbett.
Vorbereitung auf die Geburt: Was Sie mitbringen sollten
Am Tag der Ankunft im Krankenhaus werden Sie wahrscheinlich nach folgenden Dingen gefragt:
- Mutterpass
- Das wievielte Kind ist es?
- Welche Schwangerschaftswoche?
- Blasensprung?
Nach der ersten Erfassung werden Ihr Blutdruck gemessen und ein CTG geschrieben, um die Herztöne Ihres Babys beurteilen zu können. Je nach Schwangerschaftswoche findet eine vaginale Untersuchung sowie ggf. eine Ultraschalluntersuchung zur Einschätzung der Kindslagen, Gewichte sowie Versorgungssituation des Kindes statt.
Moderne Geburtshilfe und Technologien
Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz setzt neue Maßstäbe in der Geburtshilfe mit der neuesten Generation des bewegten Geburtsbetts Ave2 mit der Vibwife-Technologie. Dieses Bett, entwickelt von Schweizer Hebammen, ermöglicht die kontinuierliche Unterstützung aktiver Bewegungen in allen Phasen der Geburt. Die ersten Mütter im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz haben bereits positive Erfahrungen mit diesem innovativen Geburtsbett gemacht.

Beratung und Unterstützung während der Schwangerschaft und Geburt
Das geburtshilfliche Team steht den Eltern von Beginn der Schwangerschaft bis zur Entlassung und darüber hinaus mit Rat und Tat zur Seite. Zentrales Ziel ist die Vorbereitung auf die Geburt und das Leben mit dem Neugeborenen. Über den Klinikaufenthalt hinaus bieten wir weitere Begleitung und Unterstützung an. Unser umfassendes Elternschul-Kursangebot gibt Antworten auf Fragen in der spannenden Zeit der Schwangerschaft und zur Geburt, sodass sich Eltern auf das neue Leben mit dem Baby gut vorbereiten können.
Sprechstunden und Terminvereinbarung
Für die ärztliche Geburtsplanung, Schwangerenvorsorge, Ultraschalluntersuchungen, Hebammensprechstunde und geburtsvorbereitende Akupunktur können Sie Termine unter der Telefonnummer 0431 1697-1720 vereinbaren (von 09:00 bis 14:00 Uhr für Terminvereinbarungen, bei Notfällen jederzeit). Der Termin zur Anmeldung für den ärztlich geführten Kreißsaal sollte in der 28.-32. Schwangerschaftswoche vereinbart werden. Termine zur Anmeldung für die hebammengeleitete Geburt vereinbaren Sie bitte bereits in der 20.-24. Schwangerschaftswoche.
Sollten Sie noch unentschlossen sein, welche Betreuung für Sie passend ist, besuchen Sie gerne unseren Kreißsaal-Informationsabend oder rufen Sie uns für eine Beratung an. Bitte vereinbaren Sie für die jeweilige Sprechstunde einen Termin unter 0431 1697-1720. Sie erreichen unser Kreißsaal-Sekretariat (Frau Henrieke Bitter) von Montag bis Freitag von 09:00 bis 14:00 Uhr.
- Anmeldung zur Geburt, Anmeldung für den hebammengeleiteten Kreißsaal und Beratung zu alternativen Methoden: Montag bis Freitag, Uhrzeit auf Anfrage
- Beckenendlage-Sprechstunde: Jeden Donnerstag mit Dr. med. Marek Struck, Dr. med. Charlotte Lindner, Dr. med. Karoline Westphal, Uhrzeit: 12:00 bis 14:00 Uhr
- "Redezeit" - Sprechstunde für Frauen und Paare mit Gesprächsbedarf nach der Geburt: Oberärztin Dr. med.
Besondere Situationen: Beckenendlage und Mehrlinge
Etwa 3% aller Kinder liegen am Termin in Beckenendlage, Zwillingsschwangerschaften kommen in etwa 1,4% aller Fälle vor. Falls sich das Kind nicht bis 35 SSW selbst in Schädellage gedreht hat, bieten wir einen Gesprächstermin in unserer Schwangerenambulanz an. Die Zahl der vaginalen Entbindungen aus Beckenendlage ist in der MMH in jüngster Zeit deutlich steigend. Erfahrene Geburtshelfer begleiten die Schwangeren während einer spontanen Entbindung aus BEL. Ein jährliches multiprofessionelles Teamtraining erfolgt in den PROMPT Kursen.
Schmerzbewältigung während der Geburt
Die moderne Anästhesie bietet wirksame und sichere Verfahren an, um den Geburtsschmerz zu lindern. Ein besonders bewährtes Verfahren für eine schmerzarme Geburt ist die Periduralanalgesie (PDA) über einen Schmerzkatheter. Bitte beachten Sie, dass die Periduralanalgesie nur durchgeführt werden kann, wenn im Vorfeld der geplanten Geburt ein Gespräch stattgefunden hat. Hierfür können Sie sich ohne Voranmeldung Dienstag bis Freitag von 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr in der Patientenaufnahme der Frauenklinik (Gebäude K11, Ebene S0) anmelden und zur Prämedikation in die offene Anästhesie-Sprechstunde kommen.
Kaiserschnitt: Wann ist er notwendig?
In Deutschland kommen immer mehr Kinder per Kaiserschnitt zur Welt. Dabei ist diese Art der Geburt in vielen Fällen medizinisch gar nicht unbedingt notwendig. Wir möchten Sie zum Experten Ihrer Schwangerschaft machen, um eine selbstbestimmte und evidenzbasierte Entscheidung zum Geburtsmodus treffen zu können. Aufgrund der durchaus kontroversen Studienlage zum „optimalen“ Geburtsmodus besteht ein großer Bedarf einer ausführlichen Beratung und Betreuung.
Es gibt verschiedene Bezeichnungen für die operative Methode, ein Kind auf die Welt zu holen: Sectio, Kaiserschnitt, Bauchgeburt, Abdominale Entbindung, C-Section, Ceasarean. Es gibt vier Arten von Kaiserschnitten:
- Primärer Kaiserschnitt: Wird geplant an einem festgelegten Termin durchgeführt; weder ein Blasensprung noch muttermundswirksame Wehen sind Voraussetzung, ist unabhängig vom natürlichen Geburtsbeginn.
- Sekundärer Kaiserschnitt: Ungeplant - wird bei Geburtsstillstand durchgeführt; die Geburt hat bereits begonnen, also sowohl Blasensprung, als auch Wehentätigkeit liegen vor; kann in Ruhe stattfinden, es ist genug Zeit für eine Spinalanästhesie/PDA.
- Eiliger Kaiserschnitt: Sectio sollte innerhalb von 30 Minuten nach Indikation stattfinden; kann sowohl primär, als auch sekundär erfolgen; in der Regel bleibt genug Zeit für notwendige Aufklärungen, etc.
Das passiert bei einem Kaiserschnitt! 🍼👶
Die Mutter-Kind-Station und Nachsorge
Auf der Mutter-Kind-Station werden alle Frauen untergebracht, die zur Geburt aufgenommen worden sind oder bereits entbunden haben. Das Pflegeteam besteht aus examinierten Pflegenden, die in Voll- und Teilzeit beschäftigt sind und teilweise über eine Zusatzqualifikation zur Still- und Laktationsberaterin IBCLC verfügen. Hebammen, Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und Kinderkrankenschwestern arbeiten integrativ zusammen.
Kinder, die eine zusätzliche Überwachung brauchen, wie zum Beispiel geeignete Frühgeborene, können auf der stationseigenen Kinderüberwachungsstation bleiben, wo sechs Betten zur Verfügung stehen. So bleiben die Kinder immer nahe bei der Mutter, auch wenn sie noch zusätzliche Betreuung brauchen. Die Zimmer sind so eingerichtet, dass maximal zwei Patientinnen pro Zimmer aufgenommen werden. Sie können auch als Einzel- oder Familienzimmer genutzt werden.
Hautkontakt und Stillen
Wir empfehlen das Stillen von Anfang an. Den Eltern ermöglichen wir den ungestörten, ausgiebigen Hautkontakt mit dem Kind, soweit dies medizinisch vertretbar ist, für mindestens 1 Stunde nach der Geburt oder bis das Baby das erste Mal gestillt ist. Diese primäre Bindung hilft dem Kind seine angeborenen Fähigkeiten zu entfalten und zu stärken, seine Umwelt zu erkunden und in Interaktion mit ihr zu treten. Das Baby kann sich so gut an die neue Umwelt anpassen. Atmung, Kreislauf und Körpertemperatur stabilisieren sich. Auch nach Kaiserschnittentbindung kann das Baby, sobald es möglich ist, zum Kuscheln im Hautkontakt sein.
Bedeutung, kurz- und langfristige Auswirkungen des Hautkontaktes mit Ihrem Baby:
- Fortsetzung von Sicherheit und Geborgenheit für das Baby.
- Die Ausschüttung der Stillhormone Prolaktin und Oxyocin wird begünstigt, was zu gemeinsamer Entspannung führt.
- Eltern können auf die Signale ihres Babys ganz zeitnah reagieren.
- Im Hautkontakt findet das Baby den Weg zur Brust und erleichtert damit den Stillbeginn.
- Förderung der Mutter-/Eltern-Kind-Beziehung durch Hautkontakt.
- Babys weinen weniger, die Milchbildung wird angeregt, das Stillen funktioniert besser, das Baby nimmt besser zu.
- Eltern werden sicherer im Umgang mit ihrem Baby.
Muttermilch ist die natürlichste Nahrung für das Neugeborene und Stillen stärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind. Optimal ist Stillen nach Bedarf von Kind und Mutter. Bei gesunden, reifen Neugeborenen besteht beim Stillen nach Bedarf keine Notwendigkeit des Zufütterns. Falls einmal eine räumliche Trennung erforderlich ist, z.B. vom zu früh geborenen oder kranken Kind, leiten wir die Mutter an, wie sie die Milchbildung in Gang bringen, aufrechterhalten und das Baby mit abgepumpter Muttermilch ernähren kann.
Betreuung bei Verlust eines Kindes
Eltern, die ein Kind verloren haben, werden als verwaiste Eltern bezeichnet. Für Eltern, die ein Kind vor, während oder kurz nach der Geburt verloren haben, bieten wir in der geburtshilflichen Abteilung ein besonderes Betreuungskonzept an. Psychologische Betreuung ist über die Gynäkologische Psychosomatik jederzeit möglich.