Faultiere, bekannt für ihre Trägheit und ihr zotteliges Fell, haben eine ganz besondere Anziehungskraft. Fotografin und Naturschützerin Sam Trull reiste ursprünglich nach Costa Rica, um das Leben der Affen zu erforschen. Doch ihre Aufmerksamkeit wurde bald von den kleinen Faultieren gefesselt, insbesondere von denen, die mutterseelenallein aufwuchsen.

Das Sloth Institute: Eine Zuflucht für Waisenbabys
Im August 2014 gründete Sam Trull in der Nähe von Manuel Antonio, Costa Rica, das Sloth Institute. Diese Einrichtung widmet sich der Pflege von neugeborenen Faultieren, die ohne ihre Eltern aufwachsen müssen. Darüber hinaus verfolgt das Institut das Ziel, die Öffentlichkeit besser über diese faszinierenden Säugetiere aufzuklären.
Sam Trull, die nicht nur Biologin, sondern auch eine talentierte Fotografin ist, hat das Heranwachsen zahlreicher Faultier-Babys mit ihrer Kamera dokumentiert. Ihre Arbeit ermöglicht einen intimen Einblick in die Entwicklung dieser Tiere von ihren ersten Tagen an.
Überraschende Geburten im Zoo und Vogelpark
Auch in Zoos und Parks erfreuen Faultier-Babys die Besucher. Erst kürzlich wurde ein noch namenloses Faultier-Baby im Dortmunder Zoo geboren und ist nun für die Öffentlichkeit zu sehen. Ende April erblickte es das Licht der Welt und kann seitdem bewundert werden.
Eine weitere überraschende Geburt ereignete sich im Weltvogelpark Walsrode. Ein Zweifingerfaultier brachte dort unerwartet ein Baby zur Welt. Wie eine Sprecherin des Parks erklärte, bemerkten die Pfleger die Trächtigkeit nicht, da Faultiere anders als Menschen keinen deutlich sichtbaren Kugelbauch entwickeln. Bereits im Vorjahr hatte dasselbe Faultierweibchen ein Jungtier zur Welt gebracht, ohne dass dies zuvor bemerkt worden war. Das Jungtier zog im August aus dem Elterngehege aus.

Besonderheiten bei der Fortpflanzung von Faultieren
Die Tatsache, dass Faultiere ihre Trächtigkeit gut verbergen können, stellt für die Pfleger eine besondere Herausforderung dar. Anders als bei vielen anderen Säugetieren ist eine Schwangerschaft bei Faultieren äußerlich kaum zu erkennen. Dies erschwert die Vorbereitung auf die Geburt und die Sicherstellung einer optimalen Versorgung für Mutter und Jungtier.