Die Geschichte von Dorina Rosin, einer Berlinerin, die 2014 nach Hawaii auswanderte, erregte weltweit Aufsehen. Sie plante, ihr Kind im Meer unter der Geburtshilfe von Delfinen zur Welt zu bringen. Doch die medial verbreitete Darstellung wich stark von der Realität ab. Ihre Tochter Moana Hoku kam vor drei Monaten gesund zur Welt, wie Dorina Rosin im Interview bestätigte.

Dorina Rosins Vision: Geburt in der Natur
Dorina Rosin lebt mit ihrem Mann auf Hawaii in einer Gegend, in der Delfine zum Ausruhen in Buchten kommen und Menschen seit langem mit ihnen schwimmen und kommunizieren. Schon vor ihrer Schwangerschaft verbrachte sie viel Zeit mit den Delfinen und konnte auch während der Schwangerschaft weiterhin mit ihnen schwimmen. Ihre Vision war eine Geburt in der Natur, unter freiem Himmel am Meer. Nach einem Umzug in ein Haus am Meer wurde diese Vision klarer: Sie wollte ihr Baby direkt am Meer auf der Wiese vor dem Haus zur Welt bringen, in Anwesenheit ihrer Hausgeburtshebamme. Geplant war ein Geburtsbecken mit warmem Wasser, und sie stellte sich vor, dass die Delfine sie energetisch unterstützen würden. Die Vorstellung, dass sie mit den Delfinen im Meer gebären wollte, wurde laut Rosin von der Presse erfunden.
Gefahren einer Geburt im Meer
Eine Geburt im Meer wäre nach Einschätzung von Dorina Rosin zu gefährlich gewesen. Die Buchten, in die die Delfine kommen, sind zu tief, um dort mit den Delfinen zu gebären. Zwar gibt es kleine natürliche Becken, in denen eine Geburt vorstellbar wäre, doch dort sind keine Delfine anwesend. Eine Bekannte von ihr hatte zwar Wehen im Wasser mit Delfinen begonnen und war eine Weile mit ihnen geschwommen, aber eine tatsächliche Geburt im Meer ist auf Hawaii nicht vorstellbar.
Die Rolle der Medien und internationale Aufmerksamkeit
Dorina Rosin war von der internationalen Aufmerksamkeit, die ihre Geschichte erfuhr, überrascht. Eine Produktionsfirma des englischen Fernsehens nahm über eine Freundin Kontakt auf, die mit Delfinen und Schwangeren arbeitet. Sie wollten über alternative Möglichkeiten der Schwangerschaftsvorsorge und Geburt informieren. Rosin sah darin eine Gelegenheit, Menschen in England für natürliche Geburt, Klangheilung und Kommunikation mit Delfinen zu begeistern. Das englische Fernsehen filmte und interviewte sie im letzten Drittel der Schwangerschaft und nach der Geburt. Dabei wurde jedoch nicht die Rede davon, dass sie mit Delfinen gebären wollte. Diese Vorstellung wurde ohne ihr Wissen für ihre Show erfunden und so dargestellt. Rosin vermutet, dass die Fernsehshow die falschen Informationen herausgab, um Aufsehen zu erregen. Infolgedessen erschienen weltweit Artikel mit falschen Informationen, und sie erhielt zahlreiche Anfragen von Journalisten, die über die angebliche Delfingeburt berichten wollten. Die reale Geschichte stieß nur auf geringes Interesse.

Faszination für Delfine und die Bedeutung der Geburt
Das Interesse der Öffentlichkeit an ihrer Geschichte erklärt sich Dorina Rosin vor allem durch die Faszination, die Delfine auf viele Menschen ausüben. Geburt ist ein zentrales Thema, da alle Menschen geboren werden, oft auf nicht sanfte Weise. Viele Menschen tragen unbewusste und ungeheilte Geburtstraumata in sich. Zudem ist Schwangerschaft und Geburt in der westlichen Kultur oft mit Angst besetzt, da das Wissen über natürliche Vorgänge gering ist. Die Vorstellung einer Geburt in der Natur ohne Ärzte kann daher Angst hervorrufen.
Dorina Rosins tatsächliche Geburtserfahrung
Ihr Traum von einer natürlichen Geburt wurde Wirklichkeit. Dorina Rosin brachte ihre Tochter Moana im Garten ihres Hauses auf einer Wiese am Meer zur Welt. Die Geburt verlief im Einklang mit ihrem Körper, der Natur und dem Baby und war mit weniger als vier Stunden sehr schnell. Während der Geburt kniete und bewegte sie sich, tönte, ihr Mann spielte Didgeridoo, sie entspannte kurz unter der Dusche und im Geburtsbecken und hielt ihr Baby schließlich im Stehen an einem Seil von einem Baum hängend unter dem Sternenhimmel in den Händen. Ihr Mann fing das Baby kurz danach auf, in Anwesenheit der Hausgeburtshebamme. Mutter und Kind waren gesund und überglücklich.
Die unterstützende Rolle der Delfine
Die Delfine unterstützten Dorina Rosin während der Schwangerschaft. Wenn sie an ihrem unkonventionellen Ansatz zweifelte, gaben ihr die Delfine Mut. Das Erleben der Delfine in ihrem natürlichen Lebensraum, ihre Anmut, Leichtigkeit, Kraft und Sanftheit, erinnerte sie daran, im Einklang mit der Natur und ihrem Baby sein zu können.
Leben mit dem Baby auf Hawaii
Das erste Mal ging Dorina Rosin mit ihrer Tochter drei Wochen nach der Geburt ins Meer, und seitdem regelmäßig, wenn das Wetter es zulässt. Das Baby liebt das Wasser. Dorina Rosin wünscht sich für ihre Tochter, dass sie im Einklang mit der Natur und ihrer inneren Weisheit aufwachsen kann. Sie und ihr Mann versuchen, ihr den Raum zu geben, den sie für die Entfaltung ihres Potenzials benötigt. Dorina nimmt sich eine berufliche Auszeit, um sich auf die Bedürfnisse ihrer Tochter zu konzentrieren. Sie stillt sie, lässt sie ihren eigenen Rhythmus finden und verzichtet zu Hause meist auf Windeln. Sie genießt viel Ruhe mit ihr, hört mit ihr dem Meer, den Vögeln und dem Wind zu, singt und tanzt mit ihr. Besuche werden meist zu ihnen nach Hause verlegt, um Ausflüge zu minimieren, solange das Baby klein ist. Ihr Mann nimmt sich ebenfalls Zeit für das Baby und unterstützt sie. Die Begleitung eines Kindes auf dem Weg in diese Welt empfindet sie als ein Geschenk.

Delfine und ihre Bedeutung für Schwangere
In Neuseeland können Schwarzdelfine und Pottwale beobachtet werden, und etwa 2.000 Schwarzdelfine leben vor der Südinsel Kaikoura. Jährlich besuchen Tausende Touristen diesen Ort, um mit den Delfinen zu schwimmen oder sie vom Boot aus zu beobachten. Es gibt Hinweise darauf, dass Delfine sich besonders für schwangere Frauen interessieren. Vermutet wird, dass sie über ihr Sonar wahrnehmen, dass im Bauch der Frau ein Herz schlägt, was sie anzieht.
Wissenschaftliche Aspekte von Delfingeburten und Neugeborenensterblichkeit
Obwohl die Interaktion zwischen Menschen und Delfinen oft positiv erlebt wird, gibt es auch wissenschaftliche Untersuchungen zu Delfingeburten und der Sterblichkeit von Neugeborenen. Bei Großen Tümmlern ist die Sterblichkeit im ersten Monat um ein Vielfaches höher als in anderen Altersklassen. Ein direkter Vergleich der Sterblichkeitsraten zwischen wilden und in Gefangenschaft lebenden Delfinen ist schwierig. Daten zu neugeborenen Kälbern stammen oft nur aus wenigen Delfingruppen, und Geburten oder Todesfälle werden häufig übersehen. Früh versterbende Neugeborene werden meist nicht erfasst, ebenso wenig Fehl- oder Totgeburten, die im Meer verschwinden.
Die Ursachen für frühe Todesfälle sind unklar, jedoch wird die Bedeutung der maternalen Antikörper für die Jungtiere hervorgehoben. Große Tümmler haben eine diffuse Plazenta, was bedeutet, dass kein Antikörpertransfer von der Mutter zum Kalb vor der Geburt möglich ist. Die Kälber sind somit ohne Schutz geboren und erwerben Antikörper ausschließlich über die Muttermilch. Diese unterstützen das Neugeborene, bis sein eigenes Immunsystem einsatzfähig ist. Bei Pferden mit einer ähnlichen anatomischen Situation müssen Antikörper innerhalb der ersten 18-24 Stunden nach der Geburt aufgenommen werden, um ein Transferversagen zu vermeiden.
Wassergeburten: Tradition und Praxis
Weltweit gibt es unterschiedliche Praktiken der Geburt. In der westlichen Zivilisation findet die Geburt oft traditionell im Gebärzimmer statt, während Wassergeburten in der Gebärwanne seltener sind, obwohl sie bei komplikationslosen Geburten naheliegend wären. Viele Naturvölker entbinden im Wasser, um dessen schmerzlindernde Kraft zu nutzen. Die Vorstellung der Schwerelosigkeit und des warmen Wassers wird als angenehm empfunden. Manche Frauen wünschen sich, ihr Baby in das warme Wasser einer Gebärwanne gleiten zu lassen. Wasser hat eine große Anziehungskraft auf den Menschen, verbunden mit der Erinnerung an das Leben im Fruchtwasser. Wassergeburten sind eine alte Praxis, die bei Naturvölkern weit verbreitet ist.
In Neuseeland nutzen die Maoris die sogenannten Tidepools, kleine, wellengeschützte Becken, die sich mit frischem Wasser füllen. In Polynesien werden seit jeher die warmen Lagunen der Korallenriffe für Geburten genutzt. Auch für die alten Ägypter und die Bewohner Hawaiis waren Wassergeburten selbstverständlich. Eine Geburt muss nicht qualvoll und schmerzhaft sein. Wasser wirkt während der Wehen angenehm, entspannend und schmerzlindernd. Der Auftrieb des Wassers bietet natürlichen Halt und ermöglicht große Beweglichkeit und Positionswechsel. Frauen, die ihr Kind im Wasser geboren haben, berichten von einem schönen und sanften Geburtserlebnis.
Für diejenigen, die eine Steigerung zum Wassergeburtserlebnis in der Gebärwanne wünschen, ist eine Geburt im Meer unter freiem Himmel keine Unmöglichkeit. Diese Praxis ist bei Naturvölkern weit verbreitet. Die Bewohner Hawaiis sind seit 1937 mit Wassergeburten unter Assistenz von Delfinen vertraut und pflegen diese Praxis privat. Es gibt Küstenbereiche, wo Delfine sehr nah ans Ufer kommen. Einzigartige Bedingungen für Wassergeburten mit Delfinen bieten spezielle Küstenlinien mit heißen Teichezugang zu den Meeressäugern.

Delfine als Geburtshelfer: Ein wissenschaftlicher Blick
Einige Meeresforschungsstationen weltweit werten wissenschaftliche Beobachtungen über Geburten mit Delfinen aus. Delfine gelten als intelligente und sensible Säuger. Ihre Fähigkeit, durch Sonar zu kommunizieren, wird als potenziell geburtserleichternd angesehen. Ein Delfin kann unter Wasser mittels Ultraschall erkennen, dass eine Frau schwanger ist. Studien deuten darauf hin, dass Delfine eine Verbindung zur gebärenden Frau und zum Neugeborenen aufnehmen und dem Neugeborenen helfen können, seinen ersten Atemzug zu nehmen. Delfine haben eine heilende Wirkung auf Menschen, indem sie durch ihren Hochfrequenz-Sonar Zustände reiner Freude, Liebe und inneren Wissens hervorrufen können. Sie zeigen Neugier gegenüber schwangeren Frauen, weshalb diese oft von kommerziellen Delfinschwimmen ausgeschlossen werden. Wenn Frauen gebären, nehmen Delfine dies wahr und vermitteln Ruhe, Sicherheit und Entspannung. Es wird empfohlen, dass werdende Mütter ab dem siebten Schwangerschaftsmonat im Freien mit Delfinen schwimmen, um dem Baby mehr Sonar durch die Bauchdecke der Mutter zu ermöglichen.
Erfahrungen mit Unterwassergeburten im Schwarzen Meer, die seit 30 Jahren durchgeführt werden, zeigen, dass Kinder, die mit Delfinen als Geburtshelferinnen geboren werden, in den ersten Lebensmonaten eine schnellere Entwicklung aufweisen als Altersgenossen. Sie sind den Angaben zufolge auch in Bezug auf Laufen und Sprechen weiter fortgeschritten. Die Geburtserfahrung wird als formende Basis für die Persönlichkeit betrachtet. Eine gute Geburt prägt mit grundlegendem Vertrauen ins Universum, während eine schwierige Geburt eine Haltung des Kampfes erzeugt, die sich im späteren Leben wiederholen kann.
Herausforderungen und Risiken bei Delfingeburten
Die Geburt unter Assistenz von Delfinen ist mit Herausforderungen verbunden. Sie ist in vielen Breitengraden nicht möglich und erfordert Zeit und Geld, um zu geeigneten Orten zu reisen. Zudem sind Delfine nicht immer verfügbar, wenn sie gebraucht werden. Die Sicherheit eines Krankenhauses, einer Hebamme und eines Vertrauensarztes im Falle von Komplikationen ist bei einer Meergeburt nicht gegeben. Experten sehen in der Idee, im offenen Meer mit Delfinen zu gebären, Leichtsinn, da wilde Delfine unberechenbares und potenziell gefährliches Verhalten zeigen können. Studien belegen, dass Delfine junge Tiere verletzen oder töten können, möglicherweise als Übung oder aus Rivalität.
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Delfine: Säugetiere des Meeres
Wale, Delfine und Schweinswale sind Meeressäugetiere, die vollständig an das Leben im Meer angepasst sind. Als Säugetiere sind sie den Menschen näher als Fische. Sie werden innerlich befruchtet, tragen ihre Babys aus und bringen lebende Junge zur Welt. Wale haben Lungen und müssen an die Oberfläche kommen, um zu atmen. Die Zeit, die sie unter Wasser verbringen können, variiert je nach Art und Größe.
Trächtigkeit und Aufzucht bei Walen und Delfinen
Die Dauer der Schwangerschaft und die Anzahl der Schwangerschaften im Laufe des Lebens variieren je nach Art. Im Durchschnitt dauern Schwangerschaften bei Walen etwa ein Jahr. Nach der Geburt bleiben die Kälber zwischen einem und acht Jahren bei ihren Müttern. Die Milch von Walen und Delfinen hat einen höheren Fettgehalt als menschliche Milch und verteilt sich nicht leicht im Wasser. Die Kälber nehmen von der Geburt bis zur Entwöhnung schnell an Größe zu, um den Gefahren in der freien Natur trotzen zu können.
| Art | Gemeinsamer Name | Trächtigkeit | Geburt | Entwöhnung |
|---|---|---|---|---|
| Balaenoptera musculus | Blauwal | 10 - 12 Monate | 2 Jahre | 6 - 8 Monate |
| Megaptera novaenglidae | Buckelwal | 11 - 11.5 Monate | 2 Jahre | 10 - 12 Monate |
| Physeter macrocephalus | Pottwal | 14 - 16 Monate | 5 - 6 Jahre | 2 Jahre |
| Balaenoptera acutorostrata | Minkewal | 10 - 12 Monate | 1 Jahr | 4 - 6 Monate |
| Orcinus Orca | Orca | 15 - 18 Monate | 3 - 8 Jahre | 1 - 2 Jahre |
| Globicephala macrorhynchus | Kurzflossige Grindwal | 14 - 15 Monate | 3 - 5 Jahre | 2 - 3 Jahre |
| Tursiops truncatus | Tümmler Delfin | 12 - 12.5 Monate | 3 - 6 Jahre | 1,5 - 2 Jahre |
| Delphinus dolphis | Gemeinsame Delphin | 10 - 11.5 Monate | 1 - 4 Jahre | 10 - 19 Monate |
Der Fötus entwickelt sich etwa ein Jahr lang im Mutterleib. Nach der Geburt müssen die Kälber lernen zu atmen. Die Mütter von Bartenwalen essen weder die Plazenta noch beißen sie die Nabelschnur durch. Das Kalb kann noch einige Tage nach der Geburt mit der Mutter verbunden sein. Bei einigen Delfinen erfolgt die Trennung direkt nach der Geburt. Die Geburt kann einige Stunden dauern und die Mutter leidet manchmal unter starken Schmerzen.
Schutz von Delfinen in Gefangenschaft
Es gibt Bemühungen zum Schutz von Delfinen, auch wenn sie trächtig sind. In einem Delfinarium in Marmaris, Türkei, wurde ein trächtiges Delfinweibchen namens Daisy identifiziert. Angesichts der potenziellen Risiken für trächtige Tiere in solchen Umgebungen wurden Maßnahmen ergriffen, um das Delfinweibchen von stressauslösenden Schallquellen wie lauter Musik und Motorbooten fernzuhalten. Es gab auch Forderungen nach der Freilassung der Delfine in den offenen Ozean, da die Meeresgehege im Verhältnis zum offenen Meer sehr klein sind.
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