Der Milch-Getreide-Brei spielt eine wichtige Rolle in der Beikosternährung von Babys ab dem sechsten Monat. Er soll dem Kind nicht nur Eiweiß und Kalzium liefern, sondern auch gesunde Fette, Vitamine, Eisen und Jod, die teilweise zugesetzt werden. Die Zusammensetzung von Fertigbreien, sei es als Pulver zum Anrühren oder als fertiges Produkt im Glas, steht jedoch häufig in der Kritik. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe und Testergebnisse kann Eltern bei der Auswahl unterstützen.
Kritik an Fertigbreien für Babys
Ein Zutatencheck der Verbraucherzentrale Berlin untersuchte 120 Getreide-Obst- und Milch-Getreide-Breie. Die Ergebnisse zeigten, dass viele Anbieter weiterhin großzügig süßende Zutaten und unnötige Aromen einsetzen. Ein Drittel der Produkte wies Mängel bei der Vollkornnutzung auf, und Rapsöl kam zu wenig zum Einsatz. Diese Zusammensetzung entspricht oft nicht den wissenschaftlichen Empfehlungen für Babybeikost.
Besonders kritisch wird der hohe Zuckergehalt in einigen Breien gesehen. Selbst wenn Milchzucker nicht mitgerechnet wird, kann der zugesetzte Zucker die Geschmacksvorlieben des Kindes negativ prägen. Babys nehmen Süße sehr intensiv wahr, und wenn Babybreie übermäßig süß schmecken, können sie später eine Vorliebe für Süßes entwickeln. Dies kann sich auch auf die Akzeptanz von weniger süßen, gesunden Lebensmitteln auswirken.
Auch Fruchtpulver in Breien können zu einem deutlich süßen oder künstlich fruchtigen Geschmack beitragen, was zu Punktabzug im Prüfkriterium „Einfluss auf die Geschmacksprägung“ führt.
Neben Zucker und Aromen wurden in einigen Produkten auch kritische Stoffe gefunden. In zwei Reispulvern wurden Spuren von Arsen nachgewiesen, die knapp unter dem Grenzwert für Beikost lagen. Babys sollten Reisbrei daher nicht täglich erhalten. In einem anderen Pulver wurde 3-MCPD-Ester gefunden, die bei der Fettraffination entstehen können und für die noch kein Grenzwert existiert. Vergleichsweise viel Chlorat, das sich aus Desinfektionsmitteln bilden kann, wurde in zwei Pulvern nachgewiesen.

Milupa Abendbrei Butterkeks im Detail
Milupa bewirbt seinen "Gute Nacht Butterkeks" Milchbrei als auf die Bedürfnisse von Babys nach dem 6. Monat abgestimmt. Er soll neben wertvollem Getreide von speziell geprüften Feldern das Gute aus der Milch enthalten und Vitamine sowie Mineralstoffe wie Eisen, Calcium und Vitamin D liefern. Laut Hersteller ist der Brei frei von Konservierungsstoffen und Farbstoffen (laut Gesetz) sowie ohne Zuckerzusatz.
Die Inhaltsangaben für den Milupa Grießbrei mit Milch zeigen jedoch, dass neben Folgemilch und Getreidemehlen (Weizen, Reis, Hafer, Hirse, Gerste, Mais, Roggen) auch Butterbiskuitmehl (mit Zucker, Butter, Süßmolkenpulver) und Zucker enthalten sind. Dies steht im Widerspruch zur Aussage "ohne Zuckerzusatz" auf einigen Produktverpackungen, was zu Verwirrung und Skepsis bei Eltern führt.
Einige Eltern berichten von negativen Erfahrungen mit Milupa Abendbrei, insbesondere dem Butterkeks-Variante. Sie beschreiben, dass ihre Babys nach dem Verzehr des Breis nachts unruhig waren und schlecht schliefen. Dies führte zu der Vermutung, dass der Brei oder seine Inhaltsstoffe, wie der versteckte Zucker, die Ursache sein könnten.
Inhaltsstoffe des Milupa Grießbrei mit Milch (Beispiel):
| Inhaltsstoff | Anteil/Beschreibung |
|---|---|
| Folgemilch | (41%) (demineralisiertes Molkenpulver, Magermilchpulver, pflanzliches Fett, Calciumcarbonat, Vitaminmischung, Eisen-III-diphosphat, Zinksulfat, Kupfersulfat, Kaliumjodid) |
| Getreidemehle | Weizen, Reis, Hafer, Hirse, Gerste, Mais, Roggen |
| Butterbiskuitmehl | (18%) (Weizenmehl, Zucker, Butter, Süßmolkenpulver, Backtriebmittel Kaliumcarbonat, Säureschutzmittel Citronensäure, Vanille) |
| Zucker | |
| Magermilchpulver | |
| Demineralisiertes Molkenpulver |
Elterliche Erfahrungen und Bedenken
Viele Eltern äußern Bedenken bezüglich der Inhaltsstoffe von Fertigbreien, darunter auch Produkte von Milupa. Die Liste der Zutaten wird oft als "erschreckend künstlich" beschrieben, und die Präsenz von Zucker, selbst in geringen Mengen, wird kritisch betrachtet. Die Sorge besteht, dass diese süßen Breie die Geschmacksvorlieben der Kinder nachhaltig beeinflussen und zu einer Abneigung gegen natürlichere, weniger süße Lebensmittel führen könnten.
Ein wiederkehrendes Thema in den Diskussionen ist der Zuckergehalt. Während einige Hersteller angeben, "ohne Zuckerzusatz" zu sein, enthalten die Produkte oft versteckten Zucker durch Zutaten wie Butterbiskuitmehl oder Fruchtpulver. Eltern, die Wert auf eine zuckerfreie Ernährung für ihre Babys legen, sind daher verunsichert und suchen nach Alternativen.
Einige Eltern berichten, dass das Weglassen von Fertigbreien, wie dem Milupa Abendbrei, zu einer deutlichen Verbesserung des Nachtschlafs ihrer Kinder geführt hat. Dies bestärkt die Annahme, dass die Zusammensetzung dieser Produkte nicht immer optimal für Babys ist.

Empfehlungen und Alternativen
Angesichts der Kritik an Fertigbreien empfehlen viele Experten und Eltern, auf selbstgemachte Alternativen zurückzugreifen. Dies gibt Eltern die volle Kontrolle über die Zutaten und ermöglicht es, auf unnötige Zusatzstoffe, Zucker und Aromen zu verzichten.
Selbstgemachte Abendbreie:
- Schmelzflocken: Diese sind leicht verdaulich und können mit Vollmilch, Pre-Nahrung oder Wasser angerührt werden. Das Hinzufügen von püriertem Obst kann den Geschmack verbessern.
- Getreideflocken: Normale Getreideflocken (z.B. Dinkel, Hafer, Hirse, Reis) können mit Muttermilch, Flaschennahrung oder Wasser zubereitet werden. Um den Geschmack zu variieren, kann püriertes Obst oder Gemüse hinzugefügt werden.
- Grießbrei: Selbstgemachter Grießbrei mit Kuhmilch (oder einer Alternative) und eventuell Obst ist eine weitere Option.
Bei der Auswahl von gekauften Breien zum Anrühren wird geraten, auf Produkte zu achten, die ausschließlich aus Getreideflocken bestehen oder nur Zutaten enthalten, die man auch selbst verwenden würde. Breie mit Keks-, Schoko- oder Fruchtgeschmack sind oft mit Zucker, Aromen oder anderen Zusatzstoffen angereichert, die für Babys nicht notwendig sind.
Produkte mit Biosiegel können eine gute Wahl sein, jedoch ist auch hier ein Blick auf die Zutatenliste ratsam. Einige Eltern bevorzugen Milchfreie Getreidebreie von Bio-Marken, die sie dann mit Folgemilch und Obstbrei anrühren.
Es wird generell empfohlen, Produkte ohne intensive Fruchtzusätze und mit wenig Zucker zu bevorzugen, um die Geschmacksentwicklung des Kindes positiv zu beeinflussen.
Getestete Produkte und Siegel:
Stiftung Warentest hat in der Vergangenheit 19 Milch-Getreide-Breie getestet, darunter 12 Pulver zum Anrühren und 7 Fertigbreie im Glas. Bekannte Marken wie Hipp, Alete und Milupa sowie Drogeriemarken wurden geprüft. 14 Produkte trugen ein Biosiegel. Die Ergebnisse zeigten, dass nur wenige Produkte gut abschnitten, was die Kritik an der Zusammensetzung vieler Fertigbreie bestätigt.
Einige Eltern berichten, dass sie auf Marken wie Bebivita (Rossmann) oder Hipp Kinderkeks (Pulver) zurückgreifen, die in Tests gut abgeschnitten haben sollen. DM Bio Dinkelmilchbrei wird ebenfalls von einigen Eltern positiv erwähnt, da Dinkel als gut sättigend für den Abend gilt.
Der schnelle Babybrei: Einfacher, schneller Grießbrei
Die Entscheidung für oder gegen bestimmte Produkte liegt letztlich bei den Eltern. Eine bewusste Auseinandersetzung mit den Inhaltsstoffen und die Berücksichtigung von Testergebnissen und elterlichen Erfahrungen können jedoch helfen, die beste Wahl für das eigene Kind zu treffen.
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