SterniPark: Ein Träger der Kinder- und Jugendhilfe
SterniPark ist ein anerkannter freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe und Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtverbandes. Seit seiner Gründung im Sommer 1990 als kleine Kita im Sternschanzenpark hat sich SterniPark zum größten freien Kita-Träger Hamburgs entwickelt. Mit über 20 Kitas in Hamburg und Schleswig-Holstein bietet SterniPark Kindern einen Ort zum Spielen, Lachen und Lernen.

Betreuungsangebote für Kinder
In Hamburg betreibt SterniPark mehr als 20 Kitas, darunter zwei Waldkindergärten, in denen rund 2.800 Kinder im Alter von 0-6 Jahren in Krippen- und Elementargruppen betreut werden. Die Kitas haben unterschiedliche Schwerpunkte, wie z.B. Sprach-, Bewegungs- oder Waldkitas. Zusätzlich werden in trägereigenen Schwimmbädern Erfahrungen mit dem Element Wasser von Wassergewöhnung bis hin zum Seepferdchen angeboten.
Das erste soziale Lernumfeld für Kinder, neben dem Elternhaus, ist die Kita. SterniPark fördert die Kinder darin, selbstständig Lösungen bei Schwierigkeiten zu finden, eigene Ideen zu entwickeln und eine persönliche Meinung zu bilden und zu verteidigen. Es ist SterniPark ein besonderes Anliegen, dass Kinder gerne in die Kita kommen und sich freuen, den Tag dort zu verbringen.

Unterstützung für Jugendliche und (werdende) Eltern
Seit dem Jahr 2000 begleitet SterniPark in trägereigenen Einrichtungen in Schleswig-Holstein Jugendliche nach § 34 SGB VIII. Ebenso werden (werdende) Mütter und Väter im Mutter-/Vater-Kind-Wohnen nach § 19 SGB VIII betreut. Neben dem Mutter-/Vater-Kind-Haus in Satrup/SH betreibt SterniPark weitere Häuser in Hamburg und Halle/Saale.
Die Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen kam Ende 2022 in einer Hamburger Einrichtung von SterniPark hinzu. Zuvor, seit 2015, wurden bereits in Schleswig-Holstein unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in SterniPark-Einrichtungen betreut.
Mutter/Vater-Kind-Häuser (Mukis)
In den Mutter/Vater-Kind-Häusern (Mukis) in Hamburg, Halle an der Saale und Satrup in Schleswig-Holstein bietet SterniPark das Mutter/Vater-Kind-Wohnen nach § 19 SGB VIII an. Diese Einrichtungen sind für Schwangere und junge Mütter gedacht, die sich in einer Ambivalenz zum Kind befinden und sich schwer in die Mutterrolle hineinfühlen können. Ebenso werden Frauen und Männer betreut, die aufgrund einer Persönlichkeitsstörung ihr Kind vernachlässigen und bei denen eine Kindeswohlgefährdung vorliegt oder vorlag.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Betreuung von Schwangeren und Müttern mit Fluchthintergrund und/oder von Zwangsehe bedrohten Frauen. SterniPark leistet Alltagshilfe und unterstützt die Mütter und Väter in allen Phasen des Zusammenlebens mit dem Kind. Dies beinhaltet die Begleitung bei Behördengängen, Arztbesuchen und anderen Terminen. Geschultes Personal unterstützt bei der Entwicklung einer neuen Alltagsroutine sowie beim Ausarbeiten privater und beruflicher Perspektiven.
In den "Mukis" stehen Wohnungen für Mütter, Väter und Kinder zur Verfügung. Ein Team aus pädagogischen Fachkräften kümmert sich um die Sorgen und Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner. Sie erhalten Rat und praktische Hilfe auf dem Weg in eine eigenständige Zukunft. Die Einrichtungen bieten eine 24-Stunden-Betreuung. Jede Bewohnerin/jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer oder eine eigene Wohnung, eine Gemeinschaftswohnung mit Aufenthaltsraum, eine oder mehrere Schlafmöglichkeiten für die Kinder, eine Küche und ein Badezimmer. Es wird gemeinsam gekocht, gespielt, geredet und gelacht. Die medizinische Versorgung in der Schwangerschaft, nach der Geburt und des Babys ist gewährleistet, ebenso psychologische Betreuung, wenn nötig.
Zu den Einrichtungen kommen Schwangere, Mütter und Väter mit ihren Kindern, denen von Jugendämtern die Betreuung in einer "Gemeinsamen Wohnform für Mütter/Väter und Kinder" bewilligt worden ist. Die Kosten tragen die Jugendämter. Es besteht die Möglichkeit, nach dem Mutterschutz eine Schul- oder Berufsausbildung fortzusetzen.

Das Projekt Findelbaby und die Babyklappen
Das Projekt Findelbaby wurde 1999 gegründet und gehört seitdem zu SterniPark. Darüber hinaus bietet SterniPark auch Schwangerschaftskonfliktberatung an. Die kostenlose bundesweite Notrufnummer 0800/4560789 ist 24 Stunden erreichbar.
Seit ihrer Gründung am 8. April 2000 hat die erste Babyklappe Deutschlands in der Kita Goethestraße 27 in Hamburg-Altona 60 Leben gerettet. SterniPark betreibt insgesamt drei Babyklappen: zwei in Hamburg (Altona und Wilhelmsburg) und eine in Satrup (Schleswig-Holstein).
Funktionsweise und Unterstützung
Die Babyklappe ist 30 cm hoch und 72 cm breit. Sie ist von außen leicht zu öffnen, aber wenn sie einmal geschlossen ist, kann sie nicht wieder geöffnet werden. Dahinter befindet sich ein Wärmebettchen, das konstant mit 37 Grad beheizt ist. Wenn eine Mutter ihr Neugeborenes abgibt, geschieht dies anonym. Sie legt das Kind hinein, schließt die Klappe und entfernt sich wieder.
Innerhalb der ersten acht Wochen haben Mütter jederzeit die Möglichkeit, über die Notrufnummer 0800/4560789 Kontakt aufzunehmen und Hilfe zu erhalten. Nach Ablauf dieser Frist wird das Vormundschaftsgericht und die Adoptionsstelle informiert, um den Weg in eine Adoptionsfamilie vorzubereiten.
Frauen, die ihr Baby bei SterniPark abgeben, haben keine Strafverfolgung zu befürchten. Das Projekt Findelbaby bietet auch Unterstützung vor der Geburt an. Frauen können bis zur Entbindung in Hamburg oder Schleswig-Holstein in einer Einrichtung wohnen, werden ärztlich untersucht und von einer Hebamme betreut. Sie können zur anonymen Geburt begleitet werden und bis zu acht Wochen nach der Geburt bleiben. Sollten sie sich gegen ein Leben mit ihrem Baby entscheiden, wird das Kind von liebevollen Pflegeeltern betreut. Innerhalb der ersten acht Wochen kann die Mutter sich jederzeit für ein Leben mit ihrem Kind entscheiden.
SterniPark holt Schwangere ab, begleitet sie zur anonymen Geburt und hilft ihnen auch danach. Viele Kinder, die in die Babyklappen gelegt wurden, sind heimlich geboren. Mutter und Kind sind nicht selten wegen fehlender medizinischer Betreuung gefährdet. Daher setzt sich das Projekt Findelbaby für eine klare gesetzliche Regelung der anonymen Geburt im Krankenhaus in Deutschland ein.
Für ausländische Mitbürgerinnen, die ohne Aufenthaltserlaubnis in Deutschland leben, gilt ab dem siebten Schwangerschaftsmonat bis acht Wochen nach der Geburt eine Art Mutterschutz. In diesem Zeitraum müssen sie keine Abschiebung befürchten und erhalten bei der Ausländerbehörde eine Duldung.
Ein Blick hinter die Babyklappe | RON TV
Engagement für Vielfalt und Nachhaltigkeit
SterniPark lebt Vielfalt. Wie in der Regenbogenfamilie von Josephine Baker, leben auch in den Jugendhilfeeinrichtungen von SterniPark die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Ein Beispiel ist der Angeliter Dreiseitenhof bei Flensburg, wo alleinerziehende Väter und Mütter mit ihren Kindern zusammen mit Kindern und Jugendlichen leben, die keine Familien haben oder nicht bei ihren Familien leben können.
In den SterniPark Kitas treffen Kinder mit unterschiedlichster Herkunft aufeinander. Die bunte Mischung an Menschen, Erzieher:innen und Kita-Kindern macht SterniPark lebendig. SterniPark dankt allen, die Vielfalt in den Träger bringen und Josephine Baker, die es vorgelbt hat.
Kita21-Initiative: Bildung für nachhaltige Entwicklung
Mehrere SterniPark Kitas sind wiederholt von der Save our Future Umweltstiftung (SOF) mit der Kita21-Plakette ausgezeichnet worden. Kita21 ist eine Initiative, um Kitakinder für den Schutz der Umwelt und für eine nachhaltige Lebensweise zu sensibilisieren. Ausgezeichnet werden Kitas, die sich für eine Bildung der nachhaltigen Entwicklung (BNE) einsetzen.
SterniPark ist von Anfang an an der Kita21-Initiative beteiligt. Viele SterniPark Häuser tragen mehrere Kita21-Plaketten. Die Kinderhäuser packen das Thema vielfältig an - mit Erfolg. Am Beispiel des Kinderhauses Elversweg wird deutlich, wie das Thema "BNE" und Klimaschutz umgesetzt wird: Kinder werden befähigt, aktiv an Gestaltungs- und Entwicklungsprozessen teilzuhaben, neue Wege zu beschreiten, Zusammenhänge zu begreifen und neue Lösungsstrategien für die Zukunft der Erde und das gesellschaftliche Zusammenleben zu entwickeln.
Das Ziel wird erreicht, indem sich die Kita und das Team als Teil des Gemeinwesens verstehen und zukunftsbedeutsame Themen (z.B. Wasser und Energie, Ernährung und Konsum) orientiert an den Interessen der Kinder spielerisch und kindgerecht bearbeiten. Die Erzieher:innen werden zu Botschafter:innen und Mitgestalter:innen für eine bessere Zukunft, die die Neugierde und Entdeckerfreude der Kinder unterstützen. Eltern und Familienangehörige werden in den Prozess des Nachdenkens und Umdenkens sowie in die Mitgestaltung einbezogen. Die Vernetzung mit externen Organisationen, wie dem Verein Orang-Utans in Not e.V., stärkt diesen Prozess.
Die Kita Elversweg in Ochsenwerder hat die höchste Qualitätsstufe vor der Leuchtturmkita im Bereich Nachhaltigkeits- und Umweltpädagogik erreicht. Nach den Maßstäben der Kita21-Initiative der Safe Our Future Umweltstiftung (S.O.F) leistet die Kita eine vorbildliche Projektarbeit, die Kindern ein Verantwortungsbewusstsein für die Ressourcen unserer Erde vermittelt.

Qualitätsentwicklung und Ausbildung
Die Kita-Teams in neun SterniPark-Kitas nehmen am Modellprogramm KIQ - Gemeinsam für Kita-Qualität der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" teil. Dabei handelt es sich um analoge und digitale Weiterbildungsmaßnahmen für Kindertagesstätten, die darauf abzielen, das forschende und experimentierende Lernen in der Kita noch tiefer zu verankern. Dies bedeutet trägerweit noch bessere Entwicklungsmöglichkeiten für Kinder.
Die ersten zwei Absolventen der SterniPark Berufsfachschule haben ihre externe Prüfung bestanden und sind nun fertige sozialpädagogische Assistenten. Finn und Gerome erweitern das Kita-Team und unterstützen Erzieher:innen mit ihrem frischen pädagogischen Wissen. SterniPark bildet Erzieher:innen (m/w/d) und sozialpädagogische Assistent:innen (m/w/d) aus.
Soziales Engagement und Friedensbekundung
Im Iran fordern Mitarbeiterinnen bei SterniPark Freiheit, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung und initiierten ihre eigene Aktion des symbolischen Haarschnitts. Sara Atrak, Referentin der Geschäftsführung von SterniPark, betonte die Anteilnahme ihrer Kolleginnen und der Frauen weltweit am Schicksal der iranischen Frauen.
150 bis 200 Kinder zwischen vier und sechs Jahren aus sechs Kitas des Trägers SterniPark haben gemeinsam mit ihren Erzieher:innen, der Geschäftsführung, einigen Eltern und Fachschülern ein Zeichen für den Frieden gesetzt. Die Idee dazu stammte von den Kindern selbst, die den Krieg sehr beschäftigt und viele Fragen haben. Der große gemeinsame Wunsch ist der Frieden.
Leila Moysich, Geschäftsführerin von SterniPark, erklärte, dass Autokraten freie Menschen fürchten und deshalb das wirksamste Mittel gegen sie darin besteht, die folgende Generation im Geist der Freiheit groß werden zu lassen. Dies bedeutet, ihnen Raum zur Entfaltung zu geben, sie zu ermutigen, frei heraus zu sagen, was sie denken, wünschen und fühlen, sie darin zu fördern, andere zu verstehen und ihnen zu vermitteln, dass Gewalt keinen Platz im Zusammenleben von Menschen haben darf.
Auch Auszubildende sind von der aktuellen Lage betroffen, fühlen sich machtlos, haben Ängste und Sorgen und fragen sich, wie das Thema des Überfalls auf die Ukraine mit Kindern bearbeitet werden soll. Der Unterricht wird durch die aktuelle Lage verändert, und es wird gemeinsam mit den Schülerinnen darüber gesprochen, wie das Thema mit Kindern bearbeitet werden kann und wie es sich aktuell in den Kitas anfühlt.
Historische Bezüge und Ehrungen
Die Mopo plädiert dafür, einen Straßennamen in Altona nach Dr. Miriam Gillis-Carlebach zu benennen. SterniPark verbindet mit Dr. Miriam Gillis-Carlebach die Geschichte des SterniPark Kinderhauses in der Wohlers Allee 58. Das ehemalige jüdische Volksheim mit einem jüdischen Kindergarten bildete um 1937 einen sozialen Mittelpunkt im Leben der jüdischen Gemeinde in Altona. Nach 1942 fiel das Haus an das NS-Regime. Miriam Gillis-Carlebach, selbst Jüdin, kümmerte sich Zeit ihres Lebens darum, die Erinnerung an die jüdische Gemeinde und ihre eigene Flucht vor den Nationalsozialisten wachzuhalten. Seit 1993 ist die Wohlers Allee ein Teil von SterniPark, wieder ein Kinderhaus und eine Anlaufstelle für Eltern und Kinder in Altona. Heute erinnert noch immer ein Foto im Eingangsbereich der Kita an Dr. Miriam Gillis-Carlebach.
Mehrere SterniPark Kitas wurden am 13. September 2021 von der Save our Future Umweltstiftung (SOF) mit einer weiteren Kita21-Plakette ausgezeichnet. Die Freude darüber ist riesig, da die Auszeichnung die vorbildliche Bildungsarbeit rund um Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz honoriert.
Bauvorhaben
SterniPark plant neue Einrichtungen: Geplant ist die Eröffnung eines Bauvorhabens im Saseler Weg im dritten Quartal 2023. Am Baakenhafen in der HafenCity wird eine neue Kita gebaut.
Informationen und Kontakt
SterniPark bietet vielfältige Informationen und Unterstützung für Eltern und Kinder. Bei Fragen zu Kitaplätzen, Betreuungsangeboten oder zur Unterstützung in Notlagen steht SterniPark zur Verfügung.
Die kostenlose bundesweite Notrufnummer 0800/4560789 ist 24 Stunden erreichbar.
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