Spürt man den Eisprung? Symptome und Anzeichen

Der Eisprung, auch als Ovulation oder Follikelsprung bekannt, ist ein entscheidender Moment im weiblichen Menstruationszyklus. Er markiert die Freisetzung einer reifen Eizelle aus dem Eierstock, die dann bereit ist, befruchtet zu werden. Während der Eisprung für die Fruchtbarkeit von zentraler Bedeutung ist, stellen sich viele Frauen die Frage: Spürt man den Eisprung überhaupt?

Die Antwort darauf ist nicht pauschal zu beantworten, da die Wahrnehmung und Intensität der körperlichen Anzeichen von Frau zu Frau und sogar von Zyklus zu Zyklus variieren können. Während einige Frauen ihren Eisprung deutlich spüren, bemerken andere keinerlei Veränderungen.

Schema des weiblichen Zyklus mit Hervorhebung des Eisprungs und der fruchtbaren Tage

Wann findet der Eisprung statt?

Der Eisprung findet in der Regel etwa in der Mitte des Menstruationszyklus statt. Bei einem durchschnittlichen 28-Tage-Zyklus wird er oft um den 14. Tag herum vermutet. Die tatsächliche Zykluslänge kann jedoch zwischen 21 und 35 Tagen variieren, und auch innerhalb eines individuellen Zyklus kann es Schwankungen geben. Der Zeitpunkt des Eisprungs hängt von der Länge des Zyklus ab und kann daher individuell unterschiedlich sein. Die Phase der Follikelreifung erstreckt sich vom Zyklusbeginn bis zum Eisprung, der selbst nur etwa einen Tag dauert.

Wie kann man den Eisprung spüren? Mögliche Anzeichen

Obwohl nicht jede Frau ihren Eisprung spürt, gibt es verschiedene körperliche Anzeichen, die auf diesen Zeitpunkt hindeuten können:

Mittelschmerz (Ovulationsschmerz)

Der Mittelschmerz ist wohl das bekannteste Anzeichen, das mit dem Eisprung in Verbindung gebracht wird. Etwa ein Drittel aller Frauen nimmt diesen Schmerz im Unterleib wahr. Er kann als leichtes bis starkes Ziehen, Stechen oder Druckgefühl auf einer Seite des Unterbauchs empfunden werden, typischerweise auf der Seite des Eierstocks, aus dem die Eizelle freigesetzt wird. Der Mittelschmerz kann wenige Minuten bis zu zwei Tage andauern und wird oft durch das Platzen des Follikels oder die damit verbundene Reizung des Bauchfells ausgelöst. Hormonelle Umstellungen in der Zyklusmitte können ebenfalls zu diesem Schmerz beitragen, sodass er auch vor oder nach dem eigentlichen Eisprung auftreten kann. Allein ist der Mittelschmerz jedoch kein absolut zuverlässiges Zeichen für den Eisprung.

Illustration, die die Lokalisation des Mittelschmerzes im Unterleib zeigt

Veränderungen des Zervixschleims

Die Beschaffenheit des Zervixschleims verändert sich im Laufe des Zyklus und kann wertvolle Hinweise auf die fruchtbaren Tage geben. Kurz vor dem Eisprung verflüssigt sich der Schleimpfropf, der den Muttermund verschließt. Der Zervixschleim wird dünnflüssiger, durchsichtiger und spinnbarer, was ihn für Spermien leichter durchdringbar macht. Diese Eigenschaften, oft verglichen mit rohem Eiweiß, erleichtern den Spermien den Weg zur Eizelle. Eine erhöhte Produktion von Ausfluss kann dazu führen, dass sich die Scheide in dieser Phase feuchter anfühlt. Nach dem Eisprung wird der Schleim wieder fester und cremiger.

Veränderungen der Basaltemperatur

Die Messung der Basaltemperatur (Körpertemperatur direkt nach dem Aufwachen) kann helfen, den Eisprung nachträglich zu erkennen. In der ersten Zyklushälfte liegt die Basaltemperatur auf einem niedrigeren Niveau. Nach dem Eisprung steigt sie aufgrund der Produktion von Progesteron (Gelbkörperhormon) um etwa 0,2 bis 0,5°C an und bleibt erhöht. Dieser Temperaturanstieg zeigt an, dass der Eisprung stattgefunden hat.

Grafik einer Basaltemperaturkurve, die den Temperaturanstieg nach dem Eisprung zeigt

Veränderungen am Muttermund

Auch der Muttermund (Zervix) verändert sich im Zyklusverlauf. Nach der Menstruation ist er eher hart, geschlossen und gut tastbar. Je näher der Eisprung rückt, desto weicher, höher und offener wird er.

Brustempfindlichkeit und Libido

Die hormonellen Schwankungen rund um den Eisprung können bei manchen Frauen zu einer erhöhten Brustempfindlichkeit oder sogar zu Brustschmerzen führen, oft bedingt durch Wassereinlagerungen. Auch eine gesteigerte Libido kann als Zeichen für die fruchtbare Phase gewertet werden, was auf den erhöhten Östrogenspiegel zurückgeführt wird.

Leichte Schmierblutungen

Einige Frauen erleben um den Zeitpunkt des Eisprungs herum eine leichte Schmierblutung. Dies kann durch ein schnelles Absinken des Östrogenspiegels verursacht werden, während sich die Gebärmutterschleimhaut noch nicht vollständig verdickt hat.

Was tun, wenn man den Eisprung nicht spürt?

Es ist wichtig zu betonen, dass das Ausbleiben spürbarer Anzeichen nicht bedeutet, dass kein Eisprung stattfindet. Nur etwa 30 bis 40 % der Frauen spüren ihren Eisprung, und auch dann nicht unbedingt jeden Monat. Wenn Sie unsicher sind oder Schwierigkeiten haben, Ihren Eisprung zu bestimmen, gibt es verschiedene Methoden, die helfen können:

  • Zyklus-Apps und -Computer: Diese Tools helfen, den Zyklus anhand von eingegebenen Daten wie Zykluslänge, Basaltemperatur und Zervixschleim zu verfolgen und den Eisprung zu prognostizieren.
  • Ovulationstests: Diese Tests messen die Konzentration des Luteinisierenden Hormons (LH) im Urin, dessen Anstieg etwa 24 bis 36 Stunden vor dem Eisprung erfolgt.
  • Natürliche Familienplanung (NFP): Die Kombination aus Basaltemperaturmessung, Zervixschleimbeobachtung und Muttermundabtastung kann zur Bestimmung der fruchtbaren Tage eingesetzt werden.

Bei sehr unregelmäßigem Zyklus, anhaltenden Beschwerden oder wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt, ist es ratsam, eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt aufzusuchen, um mögliche Ursachen abzuklären und Rat einzuholen.

Häufige Fragen zum Eisprung

Kann man den Eisprung berechnen?

Mit einem Eisprungrechner oder der Kalendermethode (Knaus-Ogino-Methode) kann eine ungefähre Einschätzung der fruchtbaren Tage und des Eisprungs erfolgen. Diese Methoden basieren auf der durchschnittlichen Zykluslänge und sind jedoch nicht immer präzise, da individuelle Zyklen variieren können. Ovulationstests bieten eine genauere Bestimmung des LH-Anstiegs.

Kann die Pille den Eisprung verhindern?

Ja, die Kombinationspille (mit Östrogen und Gestagen) unterdrückt den Eisprung zuverlässig, indem sie die Ausschüttung von LH und FSH hemmt. Bei östrogenfreien Gestagenpillen ist ein Eisprung trotz Pille zwar möglich, aber unwahrscheinlicher, da diese primär den Zervixschleim verdicken und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut beeinflussen.

Was ist, wenn ich keinen Eisprung habe?

Ein ausbleibender oder unregelmäßiger Eisprung kann verschiedene Ursachen haben, darunter hormonelle Störungen wie das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), Stress, starkes Unter- oder Übergewicht oder bestimmte Medikamente. In solchen Fällen ist eine ärztliche Abklärung und gegebenenfalls eine Behandlung zur Förderung des Eisprungs notwendig, insbesondere bei unerfülltem Kinderwunsch.

Kann Mittelschmerz auf eine Krankheit hindeuten?

Während Mittelschmerz meist harmlos ist, können starke oder ungewöhnliche Schmerzen im Unterleib auch auf andere Erkrankungen wie eine Eileiterschwangerschaft, Ovarialzysten, Endometriose oder Blinddarmentzündung hinweisen. Bei plötzlichen, starken oder anhaltenden Schmerzen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Eisprung: Wann sind meine fruchtbaren Tage? | #doktorsex | DAK-Gesundheit

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