Die Auswahl eines Kinderwagens ist oft eine Herzensangelegenheit, bei der Details wie Farbe und Form eine große Rolle spielen. Familienmitglieder, von Großeltern bis hin zu Geschwistern, bringen sich gerne ein, um das perfekte Gefährt für das Baby zu gestalten. So werden oft Deckchen bestickt, Spielketten angebracht und Sonnenschirme besorgt. werdende Eltern informieren sich gründlich über aktuelle Modelle und versuchen, alle Eventualitäten für unterwegs zu bedenken. Doch schnell stellt man fest, dass ein zu breiter Wagen im Supermarkt unpraktisch ist, die Reifen für Feldwege ungeeignet sind oder das Modell nicht mitwächst und bald ausgetauscht werden muss.
Es ist daher nicht verwunderlich, wenn Wehmut aufkommt, wenn der Kinderwagen bereits nach wenigen Monaten zu klein wird. Dieses treue Gefährt, das die ersten Monate mit dem Baby begleitet hat, muss schweren Herzens aufgegeben werden. Doch welcher Kinderwagen soll nun folgen? Ist ein Buggy die richtige Wahl? Welche Ansprüche muss der Wagen erfüllen, wenn der Nachwuchs größer wird?
Vom Kinderwagen zum Buggy: Der richtige Zeitpunkt
Spaziergänge mit einem Säugling sind in der Regel angenehm. Das Baby liegt geschützt im Kinderwagen, ist der frischen Luft ausgesetzt und kann friedlich schlummern. Die ersten Herausforderungen des Alltags mit einem Kinderwagen sind überschaubar, auch wenn Sicherheit und einfache Verstauung wichtig sind. Mit den Monaten jedoch wird der Nachwuchs neugieriger und abenteuerlustiger. Geräusche der Umwelt locken, und das geschützte Nest im Liegewagen wird zu eng. Auch das Hochziehen der Liegefläche reicht nur für kurze Zeit. Das Baby dreht sich, wird unruhig, richtet sich auf, will sich hochziehen und seine Umwelt entdecken. Geschrei ist die Folge, wenn dieser Wunsch nicht erfüllt wird.
Bereits mit sechs bis sieben Monaten können die meisten Babys sitzen. Kurz darauf beginnen sie zu krabbeln, sprechen zu lernen und finden es nicht mehr lustig, wenn Fremde in den Wagen gucken. Mit elf Monaten greifen sie nach allem, was ihnen vor die Finger kommt, und das reine Sitzen reicht nicht mehr aus. Die meisten Kinder können ab etwa 18 Monaten kurze Strecken an der Hand zurücklegen. Diese neu gewonnene Fähigkeit wollen sie erproben. Das Kind braucht Erfolgserlebnisse, wird aber auch schnell müde und benötigt auf Ausflügen die Möglichkeit, sich auszuruhen und bequem zu schlafen, ohne dabei die Umgebung aus den Augen zu verlieren.
Anforderungen an den Buggy für Kleinkinder
Der Kinderwagen ist primär darauf ausgelegt, das Baby gut abzufedern und ihm einen geschützten Schlaf zu ermöglichen. Kombikinderwagen bieten zudem die Möglichkeit, eine Babyschale zu befestigen und die Liegefläche später zum Sitzen umzubauen. Dies sollte jedoch erst erfolgen, wenn das Kind eine ausreichend starke Nackenmuskulatur entwickelt hat, um den Kopf selbstständig zu halten. Idealerweise sollte das Kind bereits sicher ohne Hilfe auf ebenem Grund sitzen können, bevor es aufrecht in einen möglicherweise wackeligen Kinderwagen gesetzt wird. Dies ist meist im Alter von sechs bis sieben Monaten der Fall.
Das Gestell eines Kombikinderwagens bleibt auch beim Umbau zum Buggy gleich, was bedeutet, dass der Wagen schwerer, breiter und weniger wendig ist als ein herkömmlicher Buggy. Ein richtiger Buggy kann den Alltag für Eltern erheblich erleichtern. Etwa ab dem ersten Geburtstag ist der Nachwuchs auch auf längeren Strecken fit für den kompakten und praktischen Buggy. Bahn-, Bus- oder Autofahrten in die Stadt sind kein Problem, da der Buggy leicht zu navigieren, leicht und einfach zusammenklappbar ist. Wer die Vorteile des Buggys früher nutzen möchte, kann für Babys, die bereits sicher sitzen, eine Sitzverkleinerung anbringen. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass das Kind bereit für den „Blick nach vorne“ ist.
Im Buggy fehlt der direkte Augenkontakt zu den Eltern, was für unsichere Kinder zu Ängsten führen kann, wenn sie sich nicht per Blickkontakt versichern können, dass alles in Ordnung ist. Eltern können zudem kaum überprüfen, wie es dem Kind geht. Zu Beginn sollte der Buggy nur für kurze Strecken genutzt werden, während der Kinderwagen für längere Ausflüge erhalten bleibt. So wird das Kind nicht überfordert, und kurze Trips können mit dem platzsparenden Buggy erfolgen. Allerdings bietet ein Buggy oft weniger Platz für Utensilien als ein Kinderwagen.

Worauf sollten Sie beim Kauf eines Buggys achten?
Ein Buggy muss aus zwei Perspektiven passen: der des Kindes und der der Eltern. Wichtig ist, dass das Kind mit den Füssen die Stützen erreicht; ideal sind verstellbare Fussstützen. Liegen die Unterschenkel auf, ist der Sitz zu tief. Für eine lange Nutzungsdauer sollte die Rückenlehne so lang sein, dass auch ein größeres Kind den Kopf anlehnen kann. Auch für die Eltern sollte der Buggy bequem sein. Das Gewicht des Buggys ist ein entscheidender Faktor, besonders wenn viel unterwegs ist. Ein besonders leichtes Modell ist dann ratsam.
Vorsicht ist jedoch geboten, denn leicht bedeutet nicht automatisch praktisch. Manche Modelle entfalten sich von selbst, für andere sind mehrere Handgriffe zum Startklar-Machen nötig. Die Beschreibungen der Modelle sollten sorgfältig gelesen werden. Auch die Räder können unpraktisch sein, wenn sie auf ungeeignetem Untergrund genutzt werden. Zur Grundausstattung eines Buggys sollten ein Regenschutz und ein Fusssack gehören. Zusätzliche nützliche Extras können ein Sonnenschirm, eine Nackenrolle, Gurte, Handwärmer, Spielketten, eine Getränkehalterung, ein Buggy Board für Geschwisterkinder oder ein Einkaufsnetz sein.
Sicherheit und Material
In Bezug auf die Sicherheit sollten Eltern auf zwei Punkte achten: Erstens sollte das Material des Buggys frei von Schadstoffen sein, da das Kind direkten Hautkontakt hat und das Material auch mit dem Mund erkunden kann. Zweitens sollte eine unabhängige Stelle den Wagen auf technische Sicherheit geprüft haben. Achten Sie auf entsprechende Gütesiegel.
Ab wann wird kein Buggy mehr benötigt?
Wann ein Kind zu alt für den Buggy ist, entscheiden letztlich die Eltern gemeinsam mit dem Kind. Manche Kinder wollen bereits mit zwei Jahren selbstständig laufen, während andere noch mit drei Jahren bei langen Strecken im Kinderwagen sitzen. Die meisten Buggy-Modelle sind jedoch nur für ein Gewicht von etwa 15 Kilogramm ausgelegt. Wer sein Kind darüber hinaus noch schieben möchte, sollte gezielt nach Modellen mit einer Tragfähigkeit von bis zu 25 Kilogramm suchen.
Der natürliche Bewegungsdrang des Kindes wird irgendwann siegen. Grundsätzlich gilt: Alles, was Kinder schon gefahrlos selbst können, sollten sie auch tun dürfen. Wenn die Kleinen sich etwas nicht zutrauen, können Eltern sie animieren, beispielsweise mit einem kleinen Wettbewerb, bei dem ein Eis als Anreiz dient, wenn der Zweijährige es schafft, ohne Kinderwagen in den Supermarkt zu gehen. Solche Erfolgserlebnisse fördern die Entwicklung und machen den Kinderwagen nach und nach überflüssig. Anreize helfen auch, wenn Bequemlichkeit im Spiel ist. Es ist gemütlich, im Buggy zu sitzen oder getragen zu werden, aber Laufen macht mit einem lohnenswerten Ziel mehr Spaß als Faulheit.
Der Übergang zum Buggy: Nicht überstürzen
Der Wechsel vom Liege-Kinderwagen auf den Buggy ist ein wichtiger Meilenstein in der Babyentwicklung. Eltern sollten diesen Übergang jedoch nicht forcieren, da andernfalls die sensible Rückenmuskulatur des Babys Schaden nehmen kann. Irgendwann hat Ihr Kind keine Lust mehr, liegend durch die Gegend gefahren zu werden. Es wird versuchen, aufzusitzen, weil es mehr sehen will. Der Buggy bietet mehr Gelegenheiten, die Außenwelt zu erkunden. Und Hand aufs Herz: Als Eltern kann man es kaum erwarten, auf den kleineren, handlicheren Buggy zu wechseln. Doch Achtung - Sie sollten den Kinderwagen nicht zu früh wechseln!
Wann ein Kind für den Buggy bereit ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Die Hauptvoraussetzung ist, dass das Kind in der Lage ist, sich selbstständig hinzusetzen. Es kann vorkommen, dass das Kind für den Kinderwagen zu groß ist und dabei noch nicht stabil sitzen kann. In diesem Fall kann man die Rückenlehne des Buggys nach hinten klappen, sodass das Kind sich so weit wie möglich nach hinten lehnen kann. Wann das Kind Sitzen lernt, ist sehr individuell; meist ist es zwischen vier und sechs Monaten alt.
Die Rückenmuskulatur von Kleinkindern ist besonders empfindlich und sollte auf keinen Fall überstrapaziert werden. Deshalb ist die Hauptvoraussetzung für den Buggy, dass das Kind eigenständig sitzen kann. Setzen die Eltern das Kind selbst hin, bevor sein Rücken zu dieser Belastung bereit ist, können sie ihm ernsthafte Schäden zufügen.
Vorteile des Buggys für Kind und Eltern
Das Kind sieht mehr von der Welt: Während Neugeborene viel Schlaf und Ruhe brauchen, sind ältere Kinder aktiver und wissbegieriger. Mehr Bewegungsfreiheit: Nach vorne lehnen, zur Seite schauen, mit den Beinen zappeln, nach Dingen greifen. Im Buggy ist was los! Eltern bringt der Buggy eine Reihe von Vorteilen: Er ist in der Regel leichter und einfacher zu manövrieren als ein Kinderwagen. Buggies sind außerdem meist günstiger als Kinderwagen.

Erfahrungen und Testergebnisse: Die Herausforderung der Rückenlehne
Viele Eltern berichten von der Herausforderung, einen Buggy zu finden, dessen Rückenlehne für ihr Kind ausreichend lang ist. Dies gilt insbesondere für größere Kinder oder solche mit einem langen Oberkörper im Verhältnis zu den Beinen. Der Buggy „Smiloo Happy+“ von Gesslein wurde von der Stiftung Warentest als Testsieger gekürt, unter anderem wegen seiner langen Rückenlehne und der guten Verstellbarkeit. Auch der „Joie Mytrax“ und der „Kinderkraft Grande 2020“ erhielten gute Bewertungen.
Hauptkritikpunkte der Tester sind oft zu kurze Rückenlehnen, die nicht mitwachsen können, und Schadstoffkonzentrationen in den Materialien. Ein wichtiger Ratschlag der Tester ist, auf die Rückenlehne zu achten: Sie sollte den Kopf des Kindes überragen, um ihn gut abzustützen, und sich für ein Nickerchen flach herunterklappen lassen. Ein bequemer Sitz sollte breit, aber nicht zu tief sein. Sinnvoll seien zudem verstellbare Fußstützen, die mit dem Kind „mitwachsen“, was jedoch bei vielen getesteten Buggys fehlt.
Bei der Auswahl eines Buggys ist es wichtig, die Proportionen des Kindes zu berücksichtigen. Die Höhe der Rückenlehne ist entscheidend, damit das Kind auch im Schlaf seinen Kopf abstützen kann. Einige Modelle, wie der „Babyzen Yoyo 6+“, werden nur für eine begrenzte Altersspanne empfohlen, da der Sitz zu tief und die Rückenlehne für ältere Kinder zu kurz ist.
Buggy-Kauf: Was Eltern und Tester sagen
Manche Eltern berichten, dass ihre Kinder bereits mit 13 Monaten etwa 80 cm groß sind und die Rückenlehne des Buggys zu kurz erscheint. Die Verstellbarkeit der Fußstütze ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Bei der Stiftung Warentest wurden auch Sicherheitsaspekte und Schadstoffbelastungen kritisiert. Modelle wie der „Hartan Buggy1 i maxx“ und der „Mono Sportkinderwagen“ erhielten aufgrund von Schadstoffen nur mangelhafte Bewertungen.
Die Tester raten, auf eine variable Schieberhöhe zu achten, besonders für größere Eltern. Die meisten Schiebegriffe eignen sich nur für mittelgroße Erwachsene. Die 5-Punkt-Gurte gelten als sicher, sollten aber für Eltern schnell zu öffnen sein. Eine Rückenlehne, die den Kopf des Kindes überragt und sich flach herunterklappen lässt, ist ideal. Ein breiter, aber nicht zu tiefer Sitz sowie verstellbare Fußstützen sind ebenfalls empfehlenswert.
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Die Frage nach der richtigen Rückenlehnenhöhe ist zentral. Während einige Modelle eine Rückenlehne von 50 cm oder mehr aufweisen, sind viele Standard-Buggys mit kürzeren Lehnen ausgestattet. Die Entscheidung für einen Buggy sollte auch unter Berücksichtigung des Kindeswachstums getroffen werden. Manche Kinder benötigen einen Buggy länger als andere, und die Tragfähigkeit der Modelle spielt dabei eine Rolle.
Es ist ratsam, verschiedene Modelle auszuprobieren und auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes und der Eltern zu achten. Die Stiftung Warentest empfiehlt, auf die Langlebigkeit und Funktionalität des Buggys zu achten, insbesondere auf die Qualität der Räder und die einfache Handhabung.
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