Rausfallschutz für Wohnwagenbetten: Sicherheit für die Kleinsten unterwegs

Ein Wohnmobilabenteuer kann eine sehr aufregende und bereichernde Erfahrung sein. Das Gefühl von Freiheit, die Möglichkeit, neue Orte zu erkunden und dabei den Komfort eines "rollenden Zuhauses" zu genießen, ist einfach unvergleichlich. Doch auf die Aufregung durch einen Sturz, womöglich sogar aus dem erhöhten Heckbett beziehungsweise dem Alkoven-Bett, wollen wir auf jeden Fall verzichten.

Die Betten im Camper sollen für alle Familienmitglieder bequem und sicher sein. Ein Rausfallschutz ist daher unerlässlich, um das Risiko von Unfällen zu minimieren. Die Gefahr, dass Kinder im Schlaf oder beim Spielen aus dem Bett fallen, ist groß und kann schwerwiegende Verletzungen nach sich ziehen. Ich finde es wirklich wichtig, Kinder und unruhige Schläfer zu schützen. Die Investition in gut funktionierende Rausfallschutzvorrichtungen sorgt dafür, sorgenfrei reisen zu können.

Illustration eines Wohnmobils mit einem erhöhten Bett, das mit einem Sicherheitsnetz gesichert ist.

Warum ein Rausfallschutz im Wohnmobil notwendig ist

Die Notwendigkeit eines Rausfallschutzes ergibt sich primär aus der Sicherheit der Insassen, insbesondere von Kindern. Erhöhte Betten, wie sie häufig in Wohnmobilen und Wohnwagen zu finden sind - sei es das Heckbett, Alkoven-Bett oder Stockbetten - bergen ein inhärentes Risiko für Stürze, vor allem im Schlaf oder bei unruhigen Bewegungen.

Besondere Herausforderungen in Wohnmobilen und Wohnwagen

Im Vergleich zu heimischen Kinderbetten bieten Wohnmobilbetten oft zusätzliche Herausforderungen:

  • Begrenzter Platz: Die Konstruktion von Wohnmobilen erfordert oft clevere Raumnutzung, was zu Betten mit ungewöhnlichen Formen oder erhöhten Positionen führen kann.
  • Bewegung während der Fahrt: Obwohl das Wohnmobil steht, können leichte Erschütterungen oder das Bewegen von Insassen im Fahrzeug zu unerwarteten Bewegungen im Bett führen.
  • Unvorhersehbarkeit: Kinder können sich im Schlaf drehen oder im Spiel unachtsam werden, was die Sturzgefahr erhöht.

Ein Rausfallschutz am Bett ist somit eine wichtige Maßnahme, um die Sicherheit zu gewährleisten und Eltern ein ruhigeres Gefühl zu geben.

Individuelle Lösungen und bewährte Systeme

Es gibt verschiedene Ansätze, um ein erhöhtes Bett im Wohnmobil abzusichern. Von selbstgebauten Konstruktionen bis hin zu speziellen Produkten, die auf die Bedürfnisse von Campern zugeschnitten sind.

DIY-Lösungen für individuelle Bedürfnisse

Viele Camper setzen auf individuelle Lösungen, um den Rausfallschutz an die spezifischen Gegebenheiten ihres Fahrzeugs anzupassen. Hier sind einige Beispiele:

Beispiel 1: Netzkonstruktion für das Heckbett

Mein Mann Fabian hat sich viele Gedanken gemacht und am erhöhten Heckbett ein individuelles Netz eingebaut. Für unser Querbett im Heck des Sun Living A60SP hat sich mein Mann eine besondere Konstruktion ausgedacht. Damit sichern wir seit mehreren Jahren in kürzester Zeit das Bett, wenn sich unser Sohn darin aufhält. Es kostete anfangs natürlich Überwindung, in die Wohnmobil-Möbel zu bohren, aber es hat sich gelohnt. Hier wird das Netz bei Bedarf eingehängt.

Zur dauerhaften Befestigung des Netzes werden mehrere Kabel-Clips mit Schrauben unter der Matratze angebracht. Das Netz verschwindet vollständig unter der Matratze, wenn es nicht gebraucht wird. Links und rechts wurden je eine runde Halterung hinter den Vorhängen montiert. Für die oberen Befestigungen wurde das Holz komplett durchbohrt, damit sie auch ein älteres Kind sicher halten können. Diese Halterung wird darüber hinaus genutzt, um auf der einen Seite einen Fenster-Vorhang mit einem Haargummi zusammenzuhalten und auf der anderen Seite die Lamellentür auf der Fahrt zusätzlich zu sichern.

Detailaufnahme der Befestigungspunkte eines selbstgebauten Rausfallschutzes im Wohnmobil.

Beispiel 2: Doppelstegplatte aus Polycarbonat

Für Wohnmobile mit gekrümmten Heckbetten, um Platz zu sparen, wurde eine individuelle Lösung mit einer Doppelstegplatte aus Polycarbonat entwickelt. Diese Platte wurde mit einem Heißluftföhn bearbeitet und gebogen, sodass sie genau die Krümmung der Matratze aufweist. Doppelstegplatten sind in gut sortierten Baumärkten erhältlich. Wer ein normales Heckbett ohne Krümmung hat, kann diesen Schritt überspringen und die Platte direkt verwenden.

Diese Lösung wurde auf einer 5-wöchigen Elternzeitreise ausgiebig getestet und hat sich bewährt. Sie schützt nicht nur vor dem Herausfallen, sondern wird auch als Barriere akzeptiert, die das Kind davon abhält, aus dem Bett klettern zu wollen. Der Rausfallschutz lässt sich schnell und einfach ein- und abbauen und kann während der Fahrt auch zum Verstauen von Gegenständen genutzt werden.

Beispiel 3: Gitter- und Netzvarianten

Einige Hersteller bieten spezielle Rausfallschutzgitter an, die sich gut für Wohnmobile eignen. Diese können oft einfach eingeklemmt oder verschraubt werden und bieten eine flexible Lösung. Im Gegensatz zu Netzen ermöglichen Gitter den Kindern oft eine einfachere Selbstständigkeit, falls sie nachts auf die Toilette müssen.

Ein Nutzer berichtet von der Verwendung eines solchen Gitters im letzten Wohnwagen, das mit drei kleinen Schrauben am Rahmen und Halterungen am oberen Lattenrost montiert wurde. Es wurde als praktisch empfunden, da es sich gut transportieren und handhaben lässt, wenn man ans Kind muss.

Verschiedene Arten von Rausfallschutzvorrichtungen für Wohnmobilbetten: Gitter und Netz.

Beispiel 4: Günstige Alternativen und Selbstbau-Ideen

Die Kosten für spezielle Rausfallschutzsysteme können hoch sein. So wird ein Produkt namens "Sliiper Rausfallschutz" für etwa 80 € diskutiert, was von einigen als überteuert empfunden wird. Es wird die Idee geäußert, solche Systeme für etwa 30 € selbst zu bauen. Dazu könnte man Netzstoff im Internet bestellen, Gurte und Clip-Verschlüsse hinzufügen und die Teile passend für den Wohnwagen zuschneiden.

Eine weitere Idee ist die Verwendung von Teilen aus dem Möbelhaus, wie z.B. das VIKARE-System von Ikea, das für Kinderbetten konzipiert ist und bei Bedarf gekürzt und angepasst werden kann. Andere Nutzer haben positive Erfahrungen mit dem "Sliiper Netz" gemacht, das sich gut unter die Matratze legen lässt, wenn es nicht benötigt wird, und sich schnell öffnen und schließen lässt.

Kommerzielle Rausfallschutzsysteme

Es gibt auch speziell für den Einsatz in Wohnmobilen und Wohnwagen entwickelte Rausfallschutzsysteme. Diese zeichnen sich oft durch:

  • Hohe Sicherheit: Oft sind die Netze engmaschig und hoch (z.B. 50-54,5 cm), um das Herausfallen zu verhindern.
  • Hochwertige Materialien: Hergestellt aus robustem Polyester, das die Finger der Kleinsten schützt und gleichzeitig eine gute Durchsicht ermöglicht.
  • Variable Montage: Dank verstellbarer Befestigungspunkte und Gurte lassen sich diese Systeme in verschiedenen Fahrzeugtypen und Bettkonfigurationen montieren.
  • Einfache Handhabung: Sie lassen sich oft schnell auf- und abbauen und platzsparend unter der Matratze verstauen.
  • Qualität "Made in Germany": Einige Produkte werden in Deutschland entwickelt und produziert und erfüllen entsprechende Normen.

Ein Beispiel hierfür ist das "Sliiper Kinderträumenetz", das montagefertig geliefert wird und durch seine universelle Montage mittels verschiebbarer Gurte für Decke oder Wand besticht. Bis zu 8 Befestigungspunkte sorgen für hohe Stabilität.

Praktische Anwendung im Wohnmobilalltag

Ein Rausfallschutz ist nicht nur nachts von Nutzen. Er kann auch tagsüber für zusätzliche Sicherheit sorgen.

Sicherheit beim Spielen

Auch wenn ich koche, leistet unser Netz gute Dienste. So kann unser Sohn neben mir spielen, ohne dem Herd zu nahe zu kommen. Ich habe Zeit und Muße, mir Gedanken über unsere Camping-Rezepte zu machen.

Sicherung von Gegenständen während der Fahrt

Der Rausfallschutz ist auch während der Fahrt praktisch, um alle möglichen Gegenstände, die man nicht vor der Fahrt aufgeräumt hat, ins Bett zu werfen. Natürlich sollte man keine Dinge ins Bett legen, die bei starken Bremsungen durch den Camper fliegen können. Gemeint sind damit eher Klamotten, Jacken, etc.

Das Luftzelt Rally Air Pro 260 für Wohnmobil und Wohnwagen. Das Aufbauvideo.

Erfahrungen aus der Praxis

Die Erfahrungen von Campern mit Rausfallschutzsystemen sind vielfältig und spiegeln die unterschiedlichen Bedürfnisse und Fahrzeugtypen wider.

VW T6 California Beach mit Zwillingen

Eine Familie nutzt ihren VW T6 California Beach seit zwei Jahren. Seit dem letzten Jahr sind Zwillinge an Bord, was zu neuen Herausforderungen führte. Im ersten Urlaub mit etwa 6 Monaten schliefen beide einfach unten auf dem Bett, gesichert durch ein Kissen am Rand. Drei Monate später, als die Zwillinge zu krabbeln begannen, war diese Lösung nicht mehr ausreichend. Es wurden zwei Baby-Zeltbetten in den Fußraum gestellt. Für den kommenden Sommerurlaub wird jedoch wieder eine Lösung gesucht, bei der die Kinder auf dem unteren Bett schlafen können, ohne Zelte zu verwenden. Daher wird nach einem geeigneten Fallschutz für das untere Bett gesucht.

Frühe Mobilität von Kleinkindern

Sobald die Kleinen mobil genug werden, sich alleine umzudrehen oder anfangen zu krabbeln, heißt es aufgepasst! Aus dem Heckbett, in dem sie noch vor Kurzem entspannt gelegen und gestrampelt haben, können sie innerhalb einer Sekunde Unachtsamkeit schon herauspurzeln. Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines zuverlässigen Rausfallschutzes.

Akzeptanz bei Kindern

Interessanterweise hat ein Kind, das zunächst versuchte, über den selbstgebauten Rausfallschutz zu klettern, diesen später als Barriere akzeptiert und hörte auf, aus dem Bett klettern zu wollen, da es mittlerweile sitzend spielen konnte.

Vergleich von Bettgittern und Netzen

Der Vorteil eines Bettgitters liegt darin, dass kleine Kinder, die nachts auf Toilette müssen, sich damit selbst befreien können. Im Gegensatz dazu benötigt das Netz, wie es in einem Fall genutzt wird, schon etwas Kraft, um die Gurtschnallen zu lösen. Früher wurde oben ein Gitter verwendet, und das Kind konnte seitlich vorbei. Mittlerweile ist das Kind stark genug, um das Netz selbst zu bedienen.

Schemazeichnung, die die Montage eines Rausfallschutzes an einem Wohnwagenbett zeigt.

Zufriedenheit mit "Sliiper" Netzten

Zwei "Sliiper Netzte" wurden am Stockbett montiert, und die Nutzer sind sehr zufrieden. Wenn das Netz nicht benötigt wird, passt es wunderbar unter die Matratze. Es lässt sich schnell öffnen und wieder schließen, stört nicht beim Bettenbau und sieht ordentlich und aufgeräumt aus. Die hohe Sicherheit wird durch das 50 cm hohe Netz gewährleistet, das auch Eltern ruhig schlafen lässt.

Das aus hochwertigem Polyester hergestellte, engmaschige Netz schützt die Finger der Kleinen und bietet trotzdem einen sehr hohen Durchblick für Eltern und Kind. Das feineloxierte Aluminiumprofil mit Kederschiene ermöglicht den variablen Aufbau der Befestigungsgurte. Dank der vier unterschiedlichen Breiten und der variabel verschiebbaren Befestigungspunkte lässt sich SLiiPER in allen gängigen Wohnmobilen und Wohnwagen verbauen. Das Kinderträumenetz wird montagefertig geliefert und wurde komplett in Deutschland entwickelt und produziert, wobei die Anforderungen von DIN 1645/1646 erfüllt werden.

Die Montage ist universell dank verschiebbarer Gurte für Decke oder Wand mit frei einstellbarer Gurtlänge von bis zu 60 cm. Bis zu 8 Befestigungspunkte für Bettwange oder Lattenrostrahmen sorgen für hohe Stabilität und verhindern ein Verrutschen des Netzes. Einmal angebracht, lässt sich der SLiiPER dank Schnellverschlüssen schnell auf- und abbauen und unter die Matratze legen.

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