Im Mannheimer Klärwerk landen immer mehr Feuchttücher in der Toilette, was zu Verstopfungen und Maschinenschäden führt. Andreas Hein von der Abwasserbehandlung im Mannheimer Klärwerk zeigt, wie Feuchttücher in den Rechen hängen bleiben.

Herausforderungen durch Feuchttücher in der Abwasserwirtschaft
Feuchttücher stellen eine erhebliche Herausforderung für kommunale Klärwerke dar. Obwohl sie als "spülbar" beworben werden, lösen sie sich in der Kanalisation nicht vollständig auf und können Pumpen, Rechen und andere Anlagenteile beschädigen. Dies führt zu erhöhten Wartungs- und Reparaturkosten sowie zu Betriebsstörungen.
Ein weiteres Vorhaben zielt darauf ab, die Belastung durch Mikroplastikpartikel zu reduzieren, die Textilien aus Synthesefasern bei der Haushaltswäsche freisetzen. Projektpartner sind acht Organisationen aus Industrie, Forschung und Umweltschutz, darunter der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V.
Die Problematik der Feuchttücher im Abwasser war auch ein Schwerpunkt der "Wilo Wassertage am Adlersberg 4.0", einer Veranstaltung, die sich mit Neuerungen in der Wasserwirtschaft befasste. Dabei standen der Abwassertransport und die -behandlung im Fokus.
Technische Lösungen und Innovationen
Pumpentechnologie und ihre Rolle
Die WILO SE, ein führender Anbieter von Pumpen und Pumpensystemen, produziert am Standort Hof eine umfassende Palette von Pumpen für die öffentliche Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Klärwerktechnik. Die Produktpalette reicht von Unterwassermotorpumpen mit geringer Leistung bis hin zu leistungsstarken Systemen. Innovative Technologien zur Erreichung maximaler Wirkungsgrade und Energieeffizienz sind eine Kernkompetenz der Wilo-Produkte.
Die WUFLEX-Pumpe ist ein Beispiel für eine spezialisierte Pumpenlösung. Als Verdrängerpumpe ohne Stopfbuchsen, Ventile oder bewegliche Dichtungen ist sie für die Förderung von aggressiven Medien geeignet. Das Fördermedium kommt nur mit dem Pumpenbalg und dem Gehäuse in Berührung, was die Lebensdauer der Pumpe erhöht. Die Pumpe ist in verschiedenen Größen erhältlich und kann je nach Anforderung mit unterschiedlichen Materialien für den Pumpenbalg ausgestattet werden.

Fortschritte in der Abwasserreinigung
Das Projekt "DemO3AC" (Demonstrationsvorhaben Ozonung des Abwassers auf der Kläranlage Aachen-Soers) untersucht die Ozonung des Abwasserstroms einer Großkläranlage, um die Belastung der Gewässer zu reduzieren und die aquatische Lebenswelt zu verbessern. Dies wird die größte Ozonungsanlage ihrer Art in der Europäischen Union sein.
Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP (Dresden) erforschen den Einsatz von niederenergetischen Elektronen zur Abtötung von Keimen sowie zum Abbau von Hormon- und Pharmarückständen im Abwasser. Dieses Verfahren gilt als wirtschaftlich und ressourcenschonend.
Die Schweizer Stadt Lausanne setzt auf genetisch veränderte Kaulquappen, um hormonaktive Substanzen im Gewässer frühzeitig zu erkennen. Dieses innovative System fluoresziert in Abhängigkeit von der Hormonkonzentration.
Modellierung und Planung von Entwässerungssystemen
Das BMBF-geförderte Verbundvorhaben SYNOPSE II entwickelt Modelle zur optimalen Planung und zum Betrieb von Stadtentwässerungssystemen. Ziel ist die Erstellung aussagekräftiger Niederschlagsmodelle für ganz Deutschland, die als Grundlage für die Planung und den Betrieb von Kanalisationssystemen dienen.
Regulatorische Entwicklungen und Forschung
Klärschlammverordnung und Verwertungsverbote
Das Bundesumweltministerium hat eine Auslegungshilfe zu § 15 Abs. 4 der Klärschlammverordnung (AbfKlärV) veröffentlicht. Diese Regelung sieht ein Verwertungsverbot von Klärschlämmen auf landwirtschaftlich genutzten Böden vor, wenn der Klärschlamm bei der Behandlung von Abwasser aus der industriellen Kartoffelverarbeitung anfällt. Hintergrund ist die Eindämmung von Pflanzenkrankheiten.
Die Novellierung der Klärschlammverordnung wurde abgeschlossen, und die "Verordnung zur Neuordnung der Klärschlammverwertung" wurde veröffentlicht.
Umweltrecht und Preise
Das Institut für Umwelt- und Technikrecht der Universität Trier hat für das Jahr 2018 den Michael-Kloepfer-Preis ausgeschrieben, der deutschsprachige rechtswissenschaftliche Monographien im Umwelt- und Technikrecht auszeichnet.
Wirtschaftliche Aspekte der Wasserwirtschaft
Im Jahr 2015 erzielten die Unternehmen der Energie-, Wasser- und Entsorgungswirtschaft in Deutschland einen Umsatz von 565,6 Milliarden Euro. Die Umsätze entwickelten sich in den einzelnen Branchen unterschiedlich, wobei Abfallbehandlung und -beseitigung sowie die Beseitigung von Umweltverschmutzungen starke Zuwächse verzeichneten.
Ökologischer Zustand von Gewässern
In Sachsen-Anhalt befinden sich fünf Fließgewässer-Wasserkörper und elf Seen in einem guten ökologischen Zustand gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Allerdings erreicht kein Wasserkörper einen sehr guten Zustand.
Hochwasserschutz und Risikomanagement
Der Thüringer Gesetzentwurf berücksichtigt bereits die Regelungen des neuen Hochwasserschutzgesetzes II des Bundes, um den Hochwasserschutz im Land weiter zu verbessern. Dies beinhaltet auch Regelungen zum Umgang mit herrenlosen Speichern.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) stellt fest, dass das Risiko von Infektionskrankheiten durch Überschwemmungen in Industrieländern oft überschätzt wird. Dennoch sind Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung von Infektionsrisiken in betroffenen Gebieten ratsam.
Hochwasserschutz, Artenschutz und Klimaschutz - Renaturierung der Bäche | Schwaben + Altbayern | BR
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