Plötzlicher Kindstod nach Corona-Impfung: Ursachen und Risiken

Die Sicherheit von COVID-19-Impfungen während der Schwangerschaft ist ein Thema, das intensiv erforscht wird. Trotz zahlreicher Studien und Empfehlungen von Gesundheitsorganisationen bestehen bei einigen Frauen und medizinischem Fachpersonal weiterhin Bedenken hinsichtlich möglicher negativer Auswirkungen auf das ungeborene Kind. Eine umfassende Analyse von Registerdaten aus Norwegen und Schweden, veröffentlicht im Fachjournal 'JAMA Network', hat die potenzielle Verbindung zwischen der Verabreichung von COVID-19-mRNA-Impfstoffen bei schwangeren Frauen und negativen Auswirkungen bei ihren Neugeborenen untersucht. Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass die Impfungen nicht mit unerwünschten Ereignissen bei Neugeborenen assoziiert sind.

Infografik, die die Ergebnisse der Studie zu neonatalen Sicherheit von mRNA-Impfstoffen zusammenfasst

Neonatale Sicherheit von mRNA-Impfstoffen im Fokus

Bisherige Forschungsergebnisse zur Auswirkung von COVID-19-Impfungen während der Schwangerschaft legen nahe, dass die Impfung sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene bzw. neugeborene Kind eine wirksame Form des Schutzes vor einer COVID-19-Erkrankung darstellt. Aus diesem Grund wird die Impfung von verschiedenen globalen Gesundheitsbehörden für Schwangere empfohlen. Dennoch tauchen immer wieder nicht bestätigte Berichte über zerebrovaskuläre Ereignisse bei Neugeborenen auf, die Zweifel an der Notwendigkeit einer Impfung während der Schwangerschaft aufkommen lassen. Die genannte Studie führte eine detaillierte Bewertung der neonatalen Sicherheit von mRNA-Impfstoffen durch, um solche Bedenken auszuräumen.

Datenerhebung und Analysemethoden

Die Stichprobe für die Studie wurde aus einer populationsbasierten Kohortenstudie in Norwegen und Schweden abgeleitet. Sie umfasste alle Lebendgeburten ab der 22. Schwangerschaftswoche, einschließlich Neugeborenen mit angeborenen Behinderungen, basierend auf Daten des europäischen Netzwerks von populationsbasierten Registern zur epidemiologischen Überwachung angeborener Behinderungen. Da der Fokus der Untersuchung auf der Sicherheit von mRNA-Impfstoffen lag, wurden Impfdaten für andere Impfstofftypen aus den Analysen ausgeschlossen. Nach Anwendung der Ausschlusskriterien deckte die Studie 97,4 % bzw. 98,6 % aller Lebendgeburten in Schweden bzw. Norwegen ab.

Der Studienzeitraum erstreckte sich von Januar 2021 bis Januar 2023. In diesem Zeitraum wurden 94.303 Kinder von geimpften Schwangeren und 102.167 Kinder von ungeimpften Schwangeren geboren. Die Impfdaten enthielten Informationen über die Anzahl der erhaltenen mRNA-Impfstoffdosen (vor und während der Schwangerschaft), den Impfstoffhersteller sowie den Zeitpunkt der letzten Impfung vor der Geburt (in Tagen) und den Zeitpunkt der letzten Impfung seit der Empfängnis (in Tagen). Die Impfung während der Schwangerschaft wurde als Impfung zu einem beliebigen Zeitpunkt zwischen dem Datum der Empfängnis und der Geburt definiert. Die verabreichten Impfstoffe waren die mRNA-Impfstoffe von Pfizer-BioNTech (BNT162b2) und Moderna (mRNA-1273).

COVID-19-Impfung und neonatale Ergebnisse

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass COVID-19-Impfungen keine ungünstigen neonatalen Auswirkungen hatten. Im Gegenteil: Säuglinge geimpfter Mütter wiesen eine geringere Wahrscheinlichkeit für Frühgeburten, eine niedrige Apgar-Punktzahl und ein zu geringes Gewicht im Verhältnis zum Gestationsalter auf. Darüber hinaus wurde die Impfung mit niedrigeren Odds Ratios (ORs) für neonatale zerebrovaskuläre Ereignisse und einer verringerten Neugeborenen-Sterblichkeit in Verbindung gebracht. Insgesamt war die neonatale Mortalität bei den Kindern geimpfter Mütter mit 0,9 gegenüber 1,8 Sterbefällen pro 1.000 Geburten halb so niedrig wie bei den ungeimpften Kindern. Bei intrakraniellen Hirnblutungen lagen die ORs bei 1,7 gegenüber 3,2 pro 1.000 Geburten und bei hypoxisch-ischämischen Enzephalopathien bei 1,8 gegenüber 2,7 pro 1.000 Geburten.

Schema, das die positiven Auswirkungen der Impfung auf Neugeborene veranschaulicht

Empfehlungen der STIKO und der plötzliche Kindstod

Diese Erkenntnisse unterstützen die Bemühungen um Impfungen und die Empfehlungen für eine Immunisierung während der Schwangerschaft, die von verschiedenen nationalen Gesundheitsbehörden herausgegeben werden. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) eine COVID-19-Impfung während der Schwangerschaft derzeit nur noch für ungeimpfte Frauen. Eine Auffrischungsimpfung wird ausschließlich Schwangeren mit chronischen Erkrankungen angeraten.

Der plötzliche Kindstod (Sudden Infant Death Syndrome, SIDS) stellt weltweit eine Hauptursache für den Tod von Säuglingen dar, wobei Neugeborene im ersten Lebenshalbjahr besonders gefährdet sind. In diesen Zeitraum fallen auch Impfungen gegen Keuchhusten, Diphtherie, Tetanus, Polio und weitere Krankheiten. Impfgegner konstruieren hier immer wieder Zusammenhänge, die wissenschaftlich nicht belegt sind. Bisher konnte in keinem Fall eine Kausalität zwischen SIDS und Impfungen nachgewiesen werden. Die Fälle von plötzlichem Kindstod gehen seit Jahren kontinuierlich zurück, obwohl die Zahl der Impfungen mindestens gleich geblieben ist. Studien belegen, dass das Risiko für einen plötzlichen Tod nach Impfungen nicht erhöht ist. Berliner Wissenschaftler fanden im Gegenteil sogar heraus, dass bei steigenden Impfquoten die Fälle von plötzlichem Kindstod sinken.

Fehlinformationen und wissenschaftliche Fakten

Das Thema Impfen und Schwangerschaft ist seit jeher von Ängsten und Gerüchten begleitet. Eine der frühesten Falschbehauptungen im Zusammenhang mit Corona-Impfungen war, dass diese unfruchtbar machen würden. Dafür gab und gibt es keine Belege. Zahlreiche Frauen haben nach einer Corona-Impfung gesunde Kinder zur Welt gebracht.

Behauptungen, wie die einer erhöhten Fehlgeburtenrate nach Impfungen, basieren oft auf Fehlinterpretationen von Daten. Eine Zahl von rund 400 Prozent Anstieg bei den Fehlgeburten wird vermutlich auf eine britische Desinformationsseite zurückgeführt. Dort ist von einem Anstieg der Fehlgeburten im Zusammenhang mit der Impfung die Rede, basierend auf einem Bericht der britischen Regierung. Die Zahlen sind jedoch falsch interpretiert und lassen wichtigen Kontext vermissen. Die Seite ist dafür bekannt, Falschinformationen zu verbreiten.

Grafik, die die Entwicklung der Fälle von plötzlichem Kindstod im Verhältnis zu Impfquoten zeigt

Der Stand der Forschung zu Impfung und Schwangerschaft

Nach dem derzeitigen Wissensstand gibt es keine wissenschaftlichen Belege für einen kausalen Zusammenhang zwischen COVID-19-Impfungen und einem erhöhten Fehlgeburtenrisiko. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Fehlgeburten unter geimpften Frauen nicht häufiger auftreten als bei nicht geimpften Frauen. Im Gegensatz dazu weisen viele Studien darauf hin, dass das Risiko für Früh- und Totgeburten im Falle einer SARS-CoV-2-Infektion der Mutter deutlich erhöht ist.

Obwohl die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland die Impfung für Schwangere bisher nicht pauschal empfiehlt, da noch nicht ausreichend Daten aus kontrollierten Studien vorliegen, rät sie nicht von einer Impfung ab. Die Entscheidung liegt bei jeder Frau. Bei der individuellen Risikoabschätzung sollte das Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung mit potenziellen Auswirkungen auf das ungeborene Kind gegen das Risiko von schweren Nebenwirkungen der Impfung abgewogen werden. Insbesondere Schwangere mit Vorerkrankungen oder einem erhöhten Infektionsrisiko können nach ausführlicher ärztlicher Aufklärung ab dem vierten Schwangerschaftsmonat eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff angeboten bekommen.

Elf deutsche gynäkologische Fachgesellschaften sprechen sich in einer gemeinsamen Pressemitteilung für die Impfung von Schwangeren mit mRNA-Impfstoffen aus. Auch andere Länder wie Belgien, die USA, Israel und Großbritannien empfehlen die allgemeine oder sogar priorisierte COVID-19-Impfung von Schwangeren. Systematische Nachbeobachtungen von über 5.000 geimpften schwangeren Frauen in den USA zeigten bisher keine Hinweise auf vermehrte Komplikationen. Eine Auswertung im "New England Journal of Medicine" ergab, dass Schwangere im Vergleich zu Nicht-Schwangeren keine schwerwiegenderen Impfreaktionen hatten, abgesehen von häufigeren Schmerzen an der Einstichstelle.

Schutz des ungeborenen Kindes und schwerere Krankheitsverläufe

Ein weiterer Grund für die Impfung von Schwangeren ist der potenzielle Schutz des ungeborenen Kindes. Studien haben gezeigt, dass die Mutter die gebildeten Antikörper über die Plazenta an das Kind weitergeben kann.

Zudem verläuft eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus bei Schwangeren häufig schwerer. Schwangere müssten im Falle einer Erkrankung sechsmal so häufig intensivmedizinisch betreut und etwa 22 Mal so häufig beatmet werden. Eine Forschergruppe stellte im Fachmagazin "Jama Pediatrics" Beobachtungen aus 18 Ländern mit über 2.000 infizierten und nicht-infizierten Schwangeren vor. Sie kamen zu dem Schluss, dass auch das Risiko für Früh- oder Totgeburten im Falle einer COVID-19-Erkrankung der Mutter während der Schwangerschaft deutlich erhöht ist. Eine Meta-Analyse von Nathalie Auger von der Universität Montreal mit Daten aus 42 Beobachtungsstudien mit 438.548 Schwangeren, von denen 7.569 mit SARS-CoV-2 infiziert waren, bestätigte dies. Bereits eine Infektion, mit oder ohne Symptome, erhöhte das Risiko für eine lebensgefährliche Schwangerschaftsvergiftung um 33 Prozent. Frühgeburten und Totgeburten traten signifikant häufiger auf.

Ursprung von Fehlinformationen über Fehlgeburten

Die Behauptung eines Anstiegs der Fehlgeburtenrate im Zusammenhang mit Corona-Impfungen hat ihren Ursprung wahrscheinlich auf englischsprachigen Desinformationsportalen. Ein Faktencheck der Nachrichtenagentur Reuters identifizierte das britische Portal "The Daily Expose" als Quelle. Der Artikel dort trug die Überschrift "Number of women to lose their unborn child after having the Covid Vaccine increases by 366% in just six weeks". Die Autoren beriefen sich auf einen Bericht der britischen Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) zu gemeldeten Impfreaktionen. Die von ihnen zitierten Zahlen waren zwar korrekt, die Schlussfolgerungen jedoch falsch, da wichtiger Kontext weggelassen wurde.

Laut der MHRA traten im Zeitraum vom 9. Dezember 2020 bis zum 24. Januar 2021 sechs Fehlgeburten bei Frauen auf, die gegen SARS-CoV-2 geimpft worden waren. Ob ein Zusammenhang mit den Impfungen bestand, war unklar. In den folgenden sechs Wochen stieg diese Zahl auf 28 Fehlgeburten an, was einem arithmetischen Anstieg von 366 Prozent entspricht. Die Autoren versäumten es jedoch, diesen Anstieg ins Verhältnis zur Gesamtzahl der geimpften Frauen zu setzen, die im selben Zeitraum stark zugenommen hatte. Die Gesamtzahl der Erstimpfungen stieg von über 1,3 Millionen auf über 4,3 Millionen. Der Anteil der gebärfähigen Frauen unter den Geimpften verdreifachte sich in diesem Zeitraum. Da etwa ein Viertel aller Schwangerschaften bereits vor der Pandemie in einer Fehlgeburt endeten, ist eine Gesamtzahl von 28 Fehlgeburten bei über zwei Millionen gebärfähigen Frauen unter den Erstgeimpften aus Sicht der Behörde erwartbar - unabhängig von der Impfung. Die MHRA prüft Berichte über Fehlgeburten in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung genau, sieht aber bisher "kein Muster", das auf ein gestiegenes Risiko hinweise.

Plötzlicher Kindstod und Impfungen: Keine Kausalität

Die Hypothese, dass der plötzliche Kindstod (SIDS) durch die DTP-Impfung (Diphtherie-Tetanus-Pertussis) verursacht wird, wurde von Dr. Viera Schneiber aufgestellt, einer Forscherin ohne medizinische Ausbildung und einer führenden Vertreterin der Impfgegnerbewegung. Ihr Interesse an Impfstoffen begann, als sie ein Gerät zur Überwachung der Atmung von Säuglingen testete.

Der plötzliche Kindstod ist definiert als der Tod eines scheinbar gesunden Säuglings im ersten Lebensjahr während des Schlafs, ohne dass eine spezifische Krankheit vorliegt. Diese Diagnose wird gestellt, wenn alle anderen Todesursachen ausgeschlossen werden können. In Industrieländern liegt die Häufigkeit zwischen 0,09 und 0,8 Fällen pro 1000 Neugeborene. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat - genau in dem Zeitraum, in dem auch die ersten Impfungen stattfinden. Diese zeitliche Nähe kann den Verdacht auf einen kausalen Zusammenhang wecken.

In den 1970er Jahren verzeichneten viele europäische Länder einen Anstieg der Fälle von plötzlichem Kindstod, gefolgt von einem starken Rückgang um 1992. Rückblickend ist klar, dass die Einführung der Bauchlage als Schlafposition, aus den USA kommend, die Ursache für die erhöhte Sterblichkeit war. In den USA sank durch Präventionskampagnen und die Empfehlung, Kinder in Rückenlage schlafen zu lassen, der Anteil der in Bauchlage schlafenden Säuglinge zwischen 1992 und 1998 drastisch. Die Hypothese, dass der plötzliche Kindstod mit Impfungen - insbesondere mit der DTP-Impfung - zusammenhängt, wurde durch zahlreiche Studien widerlegt. Die Risikofaktoren für SIDS sind vielfältig und sowohl im Kind selbst als auch in der Umgebung begründet.

Sicherheit von Impfungen: Ein Überblick

Impfungen haben in den letzten Jahrzehnten wesentlich dazu beigetragen, viele gefährliche Infektionskrankheiten zu verhindern oder zumindest das Risiko dafür wesentlich zu reduzieren. Wie alle Medikamente können Impfstoffe jedoch auch zu Nebenwirkungen führen. Es ist verständlich, dass solche Impfschäden emotional besonders schwer wiegen, da Impfstoffe meist bei gesunden Erwachsenen, Kindern und Babys eingesetzt werden. Hinzu kommt, dass sie oft Krankheiten verhindern sollen, die heute nur noch selten vorkommen.

Für viele Impfungen gibt es gute Daten aus klinischen Studien, die den Nutzen für den Einzelnen belegen. Dabei ist auch zu bedenken, dass Impfungen diejenigen schützen, die selbst nicht geimpft werden können - etwa, weil sie zu jung sind, unter bestimmten Erkrankungen leiden oder schwanger sind. Auch zu Nebenwirkungen von Impfungen gibt es zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen.

Bevor Impfungen auf den Markt kommen dürfen, müssen sie sich umfassenden Tests unterziehen, die auch Risiken einschließen. Solche Studien dauern in den meisten Fällen jedoch nur eine relativ kurze Zeit, weshalb mögliche Nebenwirkungen, die erst nach Jahren oder Jahrzehnten auftreten, damit nicht erfasst werden können. Im Einzelfall kann es schwierig sein herauszufinden, ob ein bestimmtes gesundheitliches Problem durch die Impfung verursacht wurde, selbst wenn es unmittelbar nach einer Impfung auftritt.

Analysen haben festgestellt, dass es wahrscheinlich keinen Zusammenhang zwischen den zahlreichen Impfungen im ersten Lebensjahr von Babys und tragischen Ereignissen wie dem plötzlichen Kindstod gibt. Die Todesfälle liegen zwar zeitlich nah an der Impfung, sind aber wahrscheinlich nicht ursächlich verantwortlich.

Seltene Nebenwirkungen und ihre Bewertung

Andere schwerwiegende Erkrankungen werden ebenfalls mit Impfungen in Verbindung gebracht. So wurde etwa der Verdacht geäußert, dass die Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV) möglicherweise auch zu Multipler Sklerose führt oder den Ausbruch beschleunigt. Nach Auswertung zahlreicher Studien konnte das deutsche Paul-Ehrlich-Institut diesen Verdacht jedoch nicht bestätigen.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Veränderungen an der Impfstelle wie Rötungen, Schwellungen oder leichte Schmerzen. Diese entstehen durch die gewünschte Reaktion des Körpers auf den Impfstoff. Das Immunsystem reagiert darauf wie bei einer Infektion und löst eine Kaskade von Reaktionen aus, wodurch Antikörper gebildet werden. Im Eifer des Gefechts kann es aber auch zu Fieber kommen, das natürlicherweise alle Immunvorgänge beschleunigt. Bei Impfungen mit Totimpfstoffen tritt Fieber meist innerhalb von zwei Tagen auf, bei Lebendimpfstoffen kann es sich auch noch bis zu zwei Wochen danach zeigen. Bei kleineren Kindern mit entsprechender Veranlagung kann Fieber zu einem Fieberkrampf auslösen, was besonders bei der MMR-Impfung bekannt ist.

Bei Säuglingen im ersten Lebensjahr kann sich spontan der Darm einstülpen, was die Blutversorgung unterbrechen und einen Darmverschluss verursachen kann. Es gibt Hinweise darauf, dass dieses Problem nach Impfungen gegen Rotaviren möglicherweise geringfügig häufiger auftritt. Insgesamt handelt es sich aber um eine sehr seltene Nebenwirkung.

Noch unsicherer ist die Datenlage zur Frage, ob Grippe-Impfstoffe möglicherweise für das Guillain-Barré-Syndrom verantwortlich sein können. Bei dieser seltenen Erkrankung des Nervensystems entwickeln sich Lähmungen. Erste Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang gab es bereits in den 1970er Jahren. Spätere Analysen sprachen jedoch dagegen. Zwei neuere Studien liefern neue Anhaltspunkte, können aber nicht zweifelsfrei belegen, dass tatsächlich die Grippeimpfung kausal verantwortlich ist. Das mögliche Risiko wird auf ein bis zwei Fälle pro Million geimpfter Menschen geschätzt.

Immer wieder hört man das Argument, dass Impfungen erst recht die Erkrankungen hervorrufen, gegen die sie schützen sollen. Besonders soll das bei Impfstoffen der Fall sein, die abgeschwächte Lebendviren enthalten. Tatsächlich können nach der MMR-Impfung Symptome auftreten, die einer Masern-Infektion ähneln, wie Fieber und ein leichter Ausschlag. Diese „Impfmasern“ sind jedoch nicht ansteckend und verlaufen sehr mild.

In der Vergangenheit gab es auch einzelne Fälle von Kinderlähmung, die durch einen Polio-Impfstoff mit abgeschwächten Lebendviren verursacht wurden. Inzwischen gibt es gegen diese Erkrankung einen Totimpfstoff, der nicht zu dieser Nebenwirkung führt. In der Debatte um mögliche Impfschäden kursieren aber immer noch viele Gerüchte, die mit wissenschaftlichen Untersuchungen längst widerlegt sind. Etwa die Vermutung, dass die MMR-Impfung Autismus und andere Entwicklungsstörungen bei Kindern verursachen könnte. Eine entsprechende Hypothese war 1998 im Fachmagazin Lancet veröffentlicht worden, die sich später als fehlerhaft herausstellte, da der Hauptautor zudem Daten gefälscht hatte.

Aktuelle Studienlage zur Impfung in der Schwangerschaft

Eine Studie mit mehr als 40.000 Schwangeren in den USA, veröffentlicht in JAMA Pediatrics, zeigt, dass eine mRNA-Impfung gegen COVID-19 im ersten Trimenon bei den Kindern nicht mit einem erhöhten Risiko für schwere angeborene Fehlbildungen assoziiert ist. Die Impfung gegen COVID-19 wird Frauen über die gesamte Schwangerschaft hinweg empfohlen, um Schwangerschaftskomplikationen und negative Geburtsergebnisse zu verhindern. Es gab jedoch bisher nur begrenzte Daten zu angeborenen Fehlbildungen nach einer Impfung im ersten Trimenon.

In dieser retrospektiven Studie wurden Schwangerschaften analysiert, die mit einer Lebendgeburt zwischen März 2021 und Januar 2022 endeten. Nach Anwendung einer Propensity-Score-Gewichtung erwiesen sich die Unterschiede zwischen geimpften und ungeimpften Frauen im ersten Trimenon als vernachlässigbar. Die COVID-19-Impfung der Mutter im ersten Trimenon war nicht mit mehr schweren angeborenen Fehlbildungen beim Kind assoziiert. Bei der Impfung im ersten Trimenon traten bei 1,48 % der Kinder schwere angeborene Fehlbildungen auf, bei Nicht-Impfung im ersten Trimenon bei 1,41 %. Auch bei der Einteilung nach betroffenen Organen konnten keine Unterschiede zwischen den Kindern festgestellt werden.

Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit Corona-Impfungen bei Kindern

Offiziell bekannt sind bisher wenige Todesfälle nach einer Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen seit Beginn der Impfkampagne. Bei mindestens drei der Jugendlichen bestanden schwere Vorerkrankungen. Bei den anderen ist die Datenlage zu unklar für eine Aussage. Meldungen des RKI beziffern Todesfälle von Unter-18-Jährigen, die "ursächlich an COVID-19 verstorben sind" auf eine geringe Zahl, da SARS-CoV-2-Infektionen bei Kindern meist mild verlaufen.

Der genaue Todesursache eines zwölfjährigen Jungen aus Niedersachsen, der zwei Tage nach seiner Zweitimpfung mit dem Impfstoff Biontech starb, steht weiterhin nicht fest. Das Kind litt unter Vorerkrankungen. Die Obduktion wurde in Auftrag gegeben, und die Rechtsmediziner halten einen Zusammenhang mit der Impfung für wahrscheinlich, können aber andere Ursachen noch nicht vollständig ausschließen.

Gemeldete Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen sind extrem selten. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erfasste bis zum 30. September 2021 fünf Verdachtsfälle bei Kindern und Jugendlichen, die im Abstand von zwei bis 24 Tagen nach Impfung mit dem Impfstoff von Biontech tödlich verliefen. Bei mindestens drei der Jugendlichen bestanden schwere Vorerkrankungen, und der ursächliche Zusammenhang mit der Impfung war nicht beurteilbar.

Seit Mitte August empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche in Deutschland ab 12 Jahren. Auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin rät dringend zur Impfung, da die Risiko-Nutzen-Abwägung eindeutig zugunsten der Impfung ausfalle.

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