Die Entscheidung, den Brei für Ihr Baby selbst herzustellen, bietet die Möglichkeit, die Zutaten selbst zu bestimmen und sicherzustellen, dass Ihr Kind keine unnötigen Zusätze wie Zucker, Salz oder Konservierungsstoffe erhält. So lernt Ihr Baby den unverfälschten Geschmack von Lebensmitteln kennen. Es ist ratsam, für selbst gekochte Babymahlzeiten idealerweise Zutaten in Bio-Qualität zu verwenden.
Geeignete Obst- und Gemüsesorten für Babybrei
Für einen Früchtebrei eignen sich eine Vielzahl von Obstsorten:
- Äpfel
- Aprikosen
- Bananen
- Birnen
- Brombeeren
- Erdbeeren (Hinweis: Bei Säuglingen im ersten Lebensjahr wegen möglicher Allergien und Säure vorsichtig sein)
- Heidelbeeren
- Himbeeren
- Kiwi
- Mango
- Mirabellen
- Pfirsiche
- Papaya
- Zwetschgen
- Melone (z.B. Honigmelone, pur oder in Kombination mit anderem Obst)
- Maracuja (falls verfügbar)
Geeignete Gemüsesorten für den Babybrei sind:
- Blumenkohl
- Broccoli
- Erbsen
- Gurken
- Grünkohl
- Karotten
- Kartoffeln
- Kohlrabi
- Paprika
- Süßkartoffeln
- Tomaten
- Zucchini
Bestimmte Lebensmittel sollten Sie bei der Zubereitung von Babybrei meiden:
- Glutenhaltige Lebensmittel wie Weizen oder Hafer können gären.
- Petersilie enthält Bitterstoffe, die den Brei beeinträchtigen können.
- Milchprodukte mit einem Fettgehalt über 1,5 Prozent werden schnell ranzig.
- Eier oder Öl können den Geschmack verändern. Pflanzenöl sollte erst kurz vor dem Verzehr zugegeben werden.
- Nüsse können ranzig werden.
Milchprodukte und glutenhaltige Lebensmittel können eingekocht werden, wenn sie zu einer festen Masse gebacken wurden, beispielsweise zu Kuchen oder Brot.
Zubereitung und Haltbarmachung von Babybrei
Wenn Sie sich dafür entscheiden, den Brei für Ihr Baby selbst herzustellen, ist es praktisch, gleich eine größere Menge zuzubereiten. Um die Babynahrung haltbar zu machen, gibt es verschiedene Methoden wie Einkochen oder Einmachen.
Einkochen (Einwecken)
Beim Einkochen oder Einwecken werden Lebensmittel sterilisiert. Das gekochte Essen wird in ein steriles Glas gefüllt und erhitzt. Durch die Erhitzung dehnen sich Luft und Wasserdampf im Glas aus, wodurch ein Überdruck entsteht. Beim anschließenden Abkühlen bildet sich ein Vakuum.
Vorgehensweise beim Einkochen:
- Vorbereitung der Gläser: Verwenden Sie Einmachgläser mit Glasdeckel, Gummiring und Metallklammern oder -bügeln. Alternativ eignen sich auch Schraubgläser mit zweiteiligem Schraubdeckel. Sterilisieren Sie die Gläser, Gummiringe und Deckel, indem Sie sie 10 Minuten in kochendes Wasser geben und anschließend auf einem sauberen Küchentuch abtropfen lassen.
- Befüllen der Gläser: Kochen Sie die Zutaten für den Babybrei, pürieren Sie sie und füllen Sie den Brei heiß in die sterilisierten Gläser. Ein Einfülltrichter kann dabei hilfreich sein. Füllen Sie die Gläser maximal einen Zentimeter unter den Rand und achten Sie darauf, dass der Rand sauber bleibt. Bei Verschmutzungen den Rand mit Essigwasser reinigen.
- Verschließen der Gläser: Verschließen Sie die Gläser mit dem entsprechenden Deckel.
- Einkochen im Backofen: Stellen Sie die Gläser mit etwas Abstand auf ein tiefes Backblech und schieben Sie dieses auf die unterste Schiene in den Backofen. Füllen Sie Wasser ins Backblech, sodass die Gläser zu zwei Dritteln darin stehen.
- Einkochzeiten und Temperaturen:
- Gemüsebrei: ca. 90 Minuten bei 100°C
- Früchtebrei: ca. 30 Minuten bei 90°C
- Brei mit Fleisch: ca. 2 Stunden bei 120°C
- Abkühlen und Beschriften: Lassen Sie die Gläser nach dem Einkochen auf einem Küchentuch abkühlen. Beschriften Sie die Gläser anschließend mit Datum und Inhalt.
Alternative zum Backofen: Sie können die Gläser auch in einem großen Topf einkochen. Legen Sie ein Küchentuch auf den Topfboden, stellen Sie die Gläser darauf und füllen Sie Wasser ein, sodass die Gläser zu zwei Dritteln im Wasser stehen. Setzen Sie den Deckel auf den Topf und kochen Sie das Wasser auf. Sobald das Wasser kocht, beginnt die Einkochzeit entsprechend dem Inhalt des Glases.

Einmachen
Beim Einmachen werden die Zutaten pasteurisiert, also durch Erhitzen haltbar gemacht. Das Gekochte wird erhitzt oder gekocht und heiß in ein sterilisiertes Glas abgefüllt. Beim Abkühlen entsteht ein Unterdruck, und der Deckel schließt luftdicht ab.
Vorgehensweise beim Einmachen:
- Vorbereitung der Gläser: Verwenden Sie Schraubgläser mit einem zweiteiligen Schraubdeckel (Twist-Off-Deckel). Sterilisieren Sie die Gläser und Deckel, indem Sie sie 10 Minuten in kochendes Wasser geben und auf einem sauberen Küchentuch abtropfen lassen.
- Befüllen der Gläser: Kochen Sie die Zutaten für den Babybrei, pürieren Sie diese und füllen Sie den Brei kochend heiß in die Einmachgläser. Füllen Sie die Gläser maximal bis einen Zentimeter unter den Rand und achten Sie darauf, dass der Rand sauber bleibt.
- Verschließen und Abkühlen: Setzen Sie sofort die Deckel auf, verschließen Sie die Gläser fest und lassen Sie sie auf einem Küchentuch vollständig abkühlen.
- Beschriften: Beschriften Sie die Gläser mit Datum und Inhalt.
Hinweis zum Stürzen der Gläser: Früher wurden die Gläser oft auf den Kopf gestellt, um Keime abzutöten. Heute wird davon abgeraten, da sich Weichmacher lösen können. Wenn Sie jedoch Deckel ohne Weichmacher (wie BPA) verwenden, ist das Stürzen möglich.
Überprüfung der Haltbarkeit
Beim Öffnen eines Einweckglases sollte ein Zischgeräusch (durch das Aufheben des Vakuums) und beim Aufschrauben eines Schraubglases ein Klickgeräusch zu hören sein. Fehlt dieses Geräusch, ist kein Vakuum vorhanden, und das Glas ist nicht luftdicht verschlossen. In diesem Fall können Keime eingedrungen sein, und der Brei sollte entsorgt werden.
Lagerung und Haltbarkeit von selbstgemachtem Babybrei
Die Haltbarkeit von selbstgemachtem Babybrei hängt von der Zubereitungs- und Konservierungsmethode ab:
- Eingekochte Breie halten sich mindestens ein Jahr und oft länger.
- Eingemachter Brei hält sich mehrere Monate bis zu einem Jahr.
- Nach dem Öffnen eines Glases ist der Brei im Kühlschrank maximal drei Tage haltbar.
Bevor Sie Ihr Baby mit haltbar gemachtem Brei füttern, ist es ratsam, ihn selbst zu probieren.
Alternative Aufbewahrungsmethoden: Einfrieren
Das Einfrieren ist eine weitere beliebte Methode zur Haltbarmachung von selbstgemachtem Babybrei. Es ist besonders vorteilhaft, um den Nährstoffgehalt zu erhalten.
Vorgehensweise beim Einfrieren:
- Portionierung: Kühlen Sie den Brei nach dem Pürieren schnell herunter und frieren Sie ihn portionsweise ein. Eiswürfelformen eignen sich gut für kleine Portionen.
- Verpackung: Verwenden Sie gefrierfeste Behälter, Eiswürfelformen (BPA-frei) oder saubere Gläser. Decken Sie die Behälter ab, um Gefrierbrand zu verhindern.
- Einfrieren: Stellen Sie die Behälter vorsichtig ins Gefrierfach. Der Gefrierprozess dauert etwa 4-6 Stunden.
- Lagerung: Sobald der Brei durchgefroren ist, können Sie die gefrorenen Portionen in gefrierfeste Beutel oder luftdichte Behälter umfüllen.
Haltbarkeit im Gefrierschrank: Eingefrorener Babybrei ist bei mindestens -18°C bis zu 2 Monate haltbar.
Auftauen von gefrorenem Babybrei:
- Tauen Sie den Brei unmittelbar vor dem Füttern auf.
- Verwenden Sie dafür ein Wasserbad, einen Brei-Erwärmer oder erwärmen Sie ihn bei niedriger Hitze im Kochtopf.
- Die Mikrowelle ist für das Erwärmen von Babynahrung nicht empfehlenswert, da die Hitze ungleichmäßig verteilt wird und Nährstoffe abgebaut werden können.
- Stellen Sie sicher, dass der Brei gut durchgerührt und auf die richtige Temperatur geprüft ist, am besten durch eigenes Probieren.
- Einmal aufgetaute Breiportionen dürfen nicht erneut erwärmt oder eingefroren werden.
Babybrei einfrieren & haltbar machen: Die Anleitung
Wichtige Hinweise zur Hygiene und Frische
Hygiene ist bei der Zubereitung von Babybrei von größter Bedeutung. Achten Sie auf saubere Hände, Arbeitsflächen und Utensilien.
- Frisch zubereiteter Brei: Generell wird empfohlen, Babybrei frisch zuzubereiten und umgehend zu füttern, da sich Bakterien schnell vermehren können.
- Aufbewahrung im Kühlschrank: Selbstgekochter Brei ist im Kühlschrank maximal 24 Stunden haltbar und sollte in der kältesten Zone gelagert werden.
- Direktes Füttern aus dem Glas: Vermeiden Sie es, Ihr Kind direkt aus dem Gläschen zu füttern, um eine Kontamination zu vermeiden. Füllen Sie stattdessen eine kleine Menge in eine Schüssel oder auf einen Teller. Reste im geöffneten Glas, aus dem direkt gefüttert wurde, sollten aus hygienischen Gründen nicht mehr verwendet werden.
- Erwärmen von Gläschenkost: Einmal erwärmte Gläschenkost sollte grundsätzlich nicht aufbewahrt werden. Insbesondere Spinatbrei sollte wegen des hohen Nitratgehalts nicht erneut erwärmt werden. Zimmertemperatur ist für das Füttern oft ausreichend.
Das Einfrieren wird oft als bessere Alternative zum Einkochen angesehen, da dabei mehr Vitamine erhalten bleiben. Bei einigen Gemüsesorten, wie nitrathaltigem Gemüse (Chinakohl, Fenchel, Kohlrabi, Spinat, Rote Bete), wird vom Einfrieren abgeraten, da sich beim Auftauen Nitrat zu schädlichem Nitrit umwandeln kann. Kartoffeln und Süßkartoffeln können beim Einfrieren Geschmack und Konsistenz verändern, bleiben aber ungefährlich.
