Wochenfluss nach der Geburt: Alles, was Sie wissen müssen

Nach der Geburt beginnt für Ihren Körper eine spannende Zeit der Rückbildung, das sogenannte Wochenbett. Ein ganz normaler und wichtiger Teil davon ist der Wochenfluss, auch bekannt als Lochien. Dieser natürliche Ausfluss kann bis zu acht Wochen dauern und zeigt Ihnen, dass Ihr Körper fleißig arbeitet und heilt.

Was ist der Wochenfluss?

Der Wochenfluss ist die Blutung nach der Geburt. Er besteht aus Blut, Schleimhautresten und Wundsekret, die Ihre Gebärmutter ausscheidet. Keine Sorge, das klingt vielleicht etwas beängstigend, ist aber ein wichtiger und völlig normaler Heilungsprozess. Nach jeder Entbindung, ob vaginal oder per Kaiserschnitt, löst sich der Mutterkuchen (Plazenta) von der Innenwand der Gebärmutter, wobei eine große Wundfläche entsteht. Das produzierte Wundsekret läuft durch Ihre Scheide ab. Die Nachwehen fördern die Rückbildung der Gebärmutter und verkleinern diese Wundfläche.

Der Wochenfluss ist nicht mit der normalen Menstruationsblutung zu vergleichen. Er ist in der Regel stärker und dauert länger. Auch wenn Sie per Kaiserschnitt entbunden haben, werden Sie einen Wochenfluss haben. Dieser ist nach einem Kaiserschnitt oft kürzer und schwächer, da Plazenta und Gewebereste mit entfernt werden.

Schema des Wochenflusses und seiner Zusammensetzung

Phasen und Verlauf des Wochenflusses

Der Wochenfluss durchläuft verschiedene Phasen, die sich in Farbe, Konsistenz und Menge des Ausflusses unterscheiden. Jede Phase spiegelt einen spezifischen Abschnitt im Heilungsprozess der Gebärmutter wider.

Lochia rubra (1. bis 3. Tag)

In den ersten Tagen nach der Geburt ist der Wochenfluss am stärksten. Der Ausfluss ist dunkelrot, dickflüssig und blutig. Er kann auch kleine Blutklumpen (Koagel) enthalten, was durch das Gerinnen von Blut nach längerem Liegen bedingt ist und völlig normal ist. Diese Phase besteht hauptsächlich aus Blut und Resten der Eihaut.

Lochia serosa (4. bis 10. Tag)

Ab dem vierten Tag nimmt die Blutung ab. Der Ausfluss wird rosa bis bräunlich, wässriger und dünner. In dieser Phase sind weniger Blut und mehr Schleim sowie Wundsekret enthalten. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Wunde in der Gebärmutter zu heilen beginnt.

Lochia alba (ab dem 10. Tag)

Ab etwa dem zehnten Tag wird der Ausfluss gelblich-weiß. Er ist sehr dünnflüssig und besteht hauptsächlich aus weißen Blutkörperchen und Schleim. Die Menge ist gering und nimmt kontinuierlich ab, bis der Wochenfluss schließlich ganz versiegt. Dies zeigt an, dass die Gebärmutter sich zurückgebildet hat und fast vollständig geheilt ist.

Phasen des Wochenflusses
Phase Zeitraum Farbe Konsistenz Menge pro Tag
Lochia rubra 1. bis 3. Tag Dunkelrot Dickflüssig, blutig, klumpig Sehr stark, bis zu 100 ml
Lochia serosa 4. bis 10. Tag Rosa bis bräunlich Wässrig, dünner Moderat, 10 bis 30 ml
Lochia alba Ab dem 10. Tag Gelblich-weiß Dünnflüssig, schleimig Gering, weniger als 10 ml
Grafische Darstellung des Farbverlaufs des Wochenflusses

Wochenfluss-Farbe und ihre Bedeutung

Die Farbe des Wochenflusses gibt wichtige Hinweise auf den Heilungsprozess der Gebärmutter:

  • Blutrot: In den ersten Tagen normal, zeigt die Reinigung der Gebärmutter und den Abstoß von Resten. Wenn die Lochien nach anfänglicher Abnahme plötzlich wieder blutig werden, kann dies auf körperliche Anstrengung oder Veränderungen im Heilungsprozess hinweisen. Sollte der Wochenfluss nach 4 Wochen wieder blutig sein, ist ärztlicher Rat einzuholen.
  • Rosa bis Bräunlich: Nach den ersten Tagen nachlassende Blutung, mehr Schleim und Wundsekret. Ein Zeichen für einen gut fortschreitenden Heilungsprozess. Wenn die Lochien fast weg sind und dann wieder blutig werden, kann dies auf Überanstrengung oder andere Faktoren hinweisen, die ärztlich überprüft werden sollten.
  • Gelblich: Tritt in späteren Wochen auf, zeigt fast aufgehörtes Bluten, hauptsächlich Schleim und weiße Blutkörperchen. Normal, solange der Ausfluss nicht übel riecht.
  • Weißlich: Am Ende des Wochenflusses, zeigt fast abgeschlossene Heilung.

Wochenfluss Geruch

Ein normaler Wochenfluss hat einen leicht metallischen oder erdigen Geruch. Dieser kann sich in den verschiedenen Phasen leicht verändern:

  • Frühphase: Stärkerer, blutiger Geruch.
  • Übergangsphase: Leichter süßlicher oder metallischer Geruch.
  • Spätphase: Sehr mild oder fast neutral.

Ein fauliger oder extrem unangenehmer Geruch kann auf eine Infektion hindeuten, besonders wenn er mit gelbem Ausfluss einhergeht. In diesem Fall sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Hygiene im Wochenbett

Eine gute Hygiene im Intimbereich ist entscheidend, um Infektionen vorzubeugen und den Heilungsprozess zu fördern. Ihr Immunsystem ist nach der Geburt geschwächt, daher sollten Sie besonders aufmerksam sein.

Geeignete und ungeeignete Hygieneartikel

  • Geeignet: Wochenbetteinlagen (speziell entwickelt, atmungsaktiv und saugstark), Wochenbettbinden (besonders in späteren Tagen, ohne Duftstoffe), Periodenunterwäsche (qualitativ hochwertig, biozidfrei, hoher Baumwollanteil).
  • Ungeeignet: Tampons, Menstruationstassen, Periodenschwämme. Diese können die empfindliche Scheide reizen, den Heilungsprozess stören und den Abfluss des Wochenflusses behindern, was das Infektionsrisiko erhöht.

Wichtig: Wechseln Sie Binden und Einlagen regelmäßig, mindestens alle 2 bis 3 Stunden oder bei jedem Toilettengang. Waschen Sie Ihre Hände gründlich vor und nach jedem Wechsel.

Vergleich von geeigneten und ungeeigneten Hygieneartikeln für den Wochenfluss

Reinigung und Pflege

  • Sanfte Reinigung: Reinigen Sie Ihren Genitalbereich mit klarem, warmem Wasser. Eine Intimdusche mit lauwarmem Wasser kann hilfreich sein, insbesondere bei Geburtsverletzungen. Vermeiden Sie aggressive Seifen und Duftstoffe.
  • Sitzbäder: Kurze Sitzbäder mit warmem Wasser (nicht heiß) können die Wundheilung fördern. Vermeiden Sie Zusätze ohne ärztliche Rücksprache.
  • Duschen: Duschen ist erlaubt und empfehlenswert. Vermeiden Sie lange Vollbäder und Schwimmen in den ersten Wochen, um Infektionen vorzubeugen.

Wann zum Arzt?

Obwohl der Wochenfluss viele Keime enthält, sind diese meist nicht krankheitserregend. Gefährlich wird es erst, wenn der Ausfluss eitrig ist oder auf eine Infektion hindeutet.

Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf, wenn:

  • Der Wochenfluss plötzlich eitrig riecht (fischig oder faulig).
  • Sie hohes Fieber oder starke Unterleibsschmerzen haben.
  • Der Wochenfluss abrupt und vorzeitig aufhört (Wochenflussstau), besonders wenn zusätzliche Symptome wie Fieber oder Schmerzen auftreten.
  • Der Wochenfluss nach einer anfänglichen Abnahme plötzlich wieder stark blutig wird, insbesondere nach 4 Wochen.
  • Sie große Blutklumpen bemerken und gehäuft starke Blutungen auftreten.
  • Sie Kreislaufprobleme wie Schwindel, Herzrasen oder Blässe verspüren (Hinweis auf postpartale Blutung).

Die 4 Stadien beim Wochenfluss: Unsere Tipps und Anmerkungen | hallohebamme

Besonderheiten nach Kaiserschnitt

Nach einem Kaiserschnitt setzt der Wochenfluss ebenfalls ein, ist aber oft geringer und kürzer als nach einer vaginalen Geburt. Er kann bereits nach etwa 14 Tagen nachlassen oder versiegen. Dennoch ist eine ärztliche Kontrolle ratsam, um einem Wochenflussstau vorzubeugen.

Erste Periode nach der Geburt

Der Zeitpunkt, wann die erste Periode nach der Geburt wieder einsetzt, hängt stark vom Stillverhalten ab. Bei Frauen, die nicht stillen, kann die Menstruation etwa sechs bis acht Wochen nach der Geburt wieder beginnen. Bei stillenden Frauen kann sich der Zeitpunkt deutlich nach hinten verschieben, manchmal erst nach dem Abstillen.

Es ist möglich, dass Ihre erste Periode nach der Geburt stärker ist und länger andauert. Auch kann sich die Scheide leicht verändert haben, sodass Sie möglicherweise neue Tampons ausprobieren möchten, wie z.B. o.b.® ExtraProtect Tampons mit SilkTouch® Schutzflügeln, die sich anpassen und zusätzlichen Schutz bieten können.

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