Der Muttermund im weiblichen Zyklus: Tastbar, Veränderungen und Bedeutung

Die Beobachtung des Muttermundes und seiner Veränderungen im Laufe eines Zyklus kann Frauen dabei unterstützen, ihren Körper und ihre fruchtbaren Tage besser zu verstehen. Dies ist besonders relevant für Frauen mit Kinderwunsch oder jene, die natürliche Familienplanungsmethoden anwenden möchten.

Was ist der Muttermund?

Der Muttermund, auch Zervix genannt, ist der untere Teil der Gebärmutter, der den Gebärmutterhals bildet. Er verbindet die Scheide mit der Gebärmutter und spielt eine entscheidende Rolle im weiblichen Zyklus, insbesondere im Hinblick auf Fruchtbarkeit und Schwangerschaft.

Muttermund im Zyklus: Position, Öffnung und Festigkeit

Die Beschaffenheit des Muttermundes verändert sich im Laufe des Menstruationszyklus. Diese Veränderungen lassen sich in Bezug auf seine Position (hoch/tief), Öffnung (offen/geschlossen) und Festigkeit (weich/hart) beschreiben.

Muttermund vor und während der Periode

Typischerweise ist der Muttermund vor und während der Menstruation offen und weich, um den Abfluss des Menstruationsblutes zu ermöglichen. Er ist in dieser Phase auch oft leicht zu erreichen.

Muttermund nach der Periode

Direkt nach der Menstruation ist der Muttermund in der Regel noch relativ fest und geschlossen. Er ragt etwas tiefer in die Scheide hinein.

Muttermund vor und während des Eisprungs (fruchtbare Phase)

Um den Eisprung herum, während der fruchtbaren Tage, verändert sich der Muttermund signifikant: Er wird weicher, öffnet sich und positioniert sich höher in der Scheide. Diese Veränderungen erleichtern den Durchgang von Spermien zur Gebärmutter und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis.

Muttermund nach dem Eisprung

Nach dem Eisprung schließt sich der Muttermund wieder, wird fester und sitzt wieder etwas tiefer in der Scheide. Dies signalisiert das Ende der fruchtbaren Phase.

Infografik: Veränderungen des Muttermundes im Zyklus (Position, Öffnung, Konsistenz)

Den Muttermund richtig ertasten: Anleitung und Tipps

Das Ertasten des Muttermundes erfordert Übung und Geduld. Frauen, die ihren Zyklus beobachten, können diese Methode nutzen, um ihre fruchtbaren Tage zu bestimmen.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Ertasten?

Es wird empfohlen, den Muttermund am besten nach Abklingen der Periode zu ertasten, da er dann tendenziell tiefer steht und leichter erreichbar ist. Dies bietet eine gute Gelegenheit zum Üben.

Vorbereitung und Durchführung

  • Reinigen Sie Ihre Hände gründlich und kürzen Sie Ihre Fingernägel. Lange Fingernägel können die Vaginalwand oder die Zervix verletzen.
  • Nehmen Sie eine bequeme Position ein, z.B. hockend oder breitbeinig stehend.
  • Führen Sie ein oder zwei saubere Finger vorsichtig so weit in die Vagina ein, bis Sie den Muttermund erreichen.
  • Beschreiben Sie die Beschaffenheit: Ist er weich oder hart? Wie ist seine Position (hoch oder tief)? Ist er geöffnet oder geschlossen?

Ein Muttermund, der sich weich und hoch anfühlt, deutet auf die fruchtbare Phase hin, während ein fester und tiefer Muttermund eher auf die unfruchtbare Zeit oder die Zeit kurz vor der Periode hindeutet.

Illustration: Korrekte Position der Finger zum Ertasten des Muttermundes

Muttermund in der Schwangerschaft: Was zu beachten ist

Die Selbstuntersuchung des Muttermundes während der Schwangerschaft ist ein Thema, das besondere Vorsicht erfordert.

Muttermund in der Frühschwangerschaft und Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist der Muttermund fest verschlossen und wird durch den Schleimpfropf geschützt, um eine aufsteigende Infektion zu verhindern. Regelmäßige Überprüfungen erfolgen durch medizinisches Fachpersonal (Hebamme oder Gynäkologe).

Risiken der Selbstuntersuchung in der Schwangerschaft

  • Auslösen von Wehen: Manipulation am Muttermund kann vorzeitige Wehen provozieren.
  • Infektionsrisiko: Theoretisch können Keime in die Gebärmutter gelangen.
  • Verunsicherung: Ein selbst erhobener Befund führt selten zu mehr Sicherheit und kann Ängste verstärken.

Daher wird dringend geraten, die Untersuchung des Muttermundes in der Schwangerschaft den erfahrenen Fachleuten zu überlassen, insbesondere wenn es um die Einschätzung von Risiken wie Frühgeburtsbestrebungen geht.

Muttermund ertasten unter der Geburt

Während der Geburt kann das Ertasten des Muttermundes für werdende Mütter eine Rolle spielen, um den Geburtsfortschritt einzuschätzen. Dennoch ist Vorsicht geboten.

Auch wenn eine Frau unter Wehen ihren Muttermund als noch wenig geöffnet empfindet, sollte sie bei starken Wehen umgehend die Klinik aufsuchen oder ihre Hebamme kontaktieren. Fachpersonal kann den Befund richtig einordnen und Unterstützung bieten.

Muttermund und Zervixschleim: Ergänzende Methoden zur Zyklusbeobachtung

Die Beobachtung des Muttermundes ist eine von mehreren Methoden zur Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus. Ergänzend dazu sind die Beobachtung des Zervixschleims und die Messung der Basaltemperatur (NFP - Natürliche Familienplanung) wichtig.

Die Konsistenz des Zervixschleims verändert sich ebenfalls im Zyklus und gibt Aufschluss über die Nähe des Eisprungs. In Kombination mit der Muttermundbeobachtung und der Temperaturmessung ermöglicht dies eine umfassende Einschätzung des Zyklusstatus.

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