Muttermund Eihaut Ablösung: Eine Methode zur Geburtseinleitung

Die Eipollösung, auch bekannt als Zervix-Stripping oder Eipolablösung, ist eines der ältesten mechanischen Verfahren zur Einleitung der Geburt. Diese Methode zielt darauf ab, den Geburtsbeginn auf natürliche Weise anzuregen, ohne den Einsatz von Medikamenten.

Was ist der Eipol und wie funktioniert die Eipollösung?

Der Eipol bezeichnet das untere, mit dem Gebärmutterhals verklebte Ende der Fruchtblase. Bei der Eipollösung wird versucht, diese Verklebung manuell zu lösen. Dies geschieht, indem eine qualifizierte Fachperson - wie eine Hebamme oder ein Arzt - vorsichtig einen Finger in die Vagina einführt und den inneren Muttermund mit kreisenden Bewegungen massiert. Ziel ist es, die Ausschüttung von Prostaglandinen anzuregen. Diese Hormone spielen eine entscheidende Rolle bei der Geburtsvorbereitung, indem sie den Muttermund weicher machen und wehenfördernd wirken.

Schema der Eipollösung: Darstellung des Gebärmutterhalses und der Fruchtblase mit Markierung des zu lösenden Eipols

Die Eihäute selbst sind in der Regel sehr stabil und werden bei diesem Eingriff nicht beschädigt, was die Infektionsgefahr für das Baby geringhält.

Vorteile der Eipollösung

Die Eipollösung bietet mehrere Vorteile:

  • Medikamentenfrei: Es werden keine künstlichen Hormone oder Medikamente eingesetzt, die in den Hormonhaushalt eingreifen.
  • Schonend: Die Fruchtblase bleibt in der Regel unverletzt, was das Infektionsrisiko minimiert.
  • Wiederholbar: Sollte die Geburt nicht unmittelbar beginnen, kann das Verfahren mehrmals wiederholt werden.

Nachteile und Risiken der Eipollösung

Trotz der Vorteile ist die Eipollösung nicht frei von Nachteilen und potenziellen Risiken:

  • Schmerzen: Der Eingriff kann als unangenehm oder sogar sehr schmerzhaft empfunden werden. Das Schmerzempfinden ist individuell sehr unterschiedlich.
  • Nebenwirkungen: Leichte Schmierblutungen und Unterleibsschmerzen können nach dem Eingriff auftreten. Auch unregelmäßige Wehen sind möglich.
  • Risiken: In seltenen Fällen kann der Eingriff einen vorzeitigen Blasensprung auslösen. Bei Frauen, die Streptokokken-positiv sind, wird möglicherweise auf die Eipollösung verzichtet. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht bei einem vorangegangenen Blasensprung.

Die Entscheidung für oder gegen eine Eipollösung liegt letztendlich bei der Schwangeren. Eine umfassende Aufklärung vor dem Eingriff ist essenziell.

Voraussetzungen und Erfolgsaussichten

Eine Eipollösung ist am sinnvollsten und am besten durchführbar, wenn der Körper bereits Anzeichen von Geburtsbereitschaft zeigt. Dies bedeutet:

  • Geburtsreifer Befund: Der Muttermund sollte bereits weich und leicht geöffnet sein, damit die Fachperson problemlos mit dem Finger bis in den Gebärmutterhals gelangen kann.
  • Zeitpunkt: In der Praxis wird die Methode üblicherweise erst ab dem errechneten Geburtstermin (ET) angewendet, in der Regel ab der vollendeten 40. Schwangerschaftswoche (SSW). Eine Anwendung vor der 38. SSW wird meist nicht empfohlen.

Die Zuverlässigkeit der Eipollösung, Wehen auszulösen, wird unterschiedlich bewertet. Einige Studien deuten darauf hin, dass die Methode wirksam sein kann, um ein spontanes Einsetzen der Wehentätigkeit zu erreichen. Die Aussagekraft und Vertrauenswürdigkeit dieser Studien wird jedoch oft als niedrig eingestuft, weshalb keine exakte Erfolgsquote genannt werden kann. Dennoch berichten viele Hebammen, Ärzte und Mütter von positiven Erfahrungen. Schätzungen zufolge setzen bei etwa 50% der Frauen innerhalb von 48 Stunden nach einer Eipollösung Wehen ein. Die Erfolgsquote kann bei fast 90% liegen, wenn die Methode nach dem Entbindungstermin angewendet wird und ein geburtsreifer Befund vorliegt.

Infografik: Mögliche Zeitpunkte für die Eipollösung im Vergleich zu anderen Geburtseinleitungsmethoden

Kann man die Eipollösung selbst durchführen?

Nein, die Eipollösung darf ausschließlich von qualifiziertem medizinischem Fachpersonal wie einer Hebamme, Ärztin oder einem Arzt durchgeführt werden. Ein eigenständiger Versuch ist nicht ratsam, da eine unsachgemäße Durchführung ein hohes Risiko für Infektionen und andere schwerwiegende Nebenwirkungen birgt.

Ist das Zervix-Stripping schmerzhaft?

Das Empfinden während der Eipollösung ist von Frau zu Frau verschieden. Einige berichten von keinen oder nur leichten Beschwerden, während andere den Eingriff als schmerzhaft beschreiben. Die Wahrscheinlichkeit einer schmerzarmeren Behandlung ist höher, wenn der Muttermund bereits weich und leicht geöffnet ist. Frauen, die bereits ein Kind geboren haben, empfinden den Eingriff oft als weniger schmerzhaft, da ihr Gewebe vorgedehnt ist.

Alternativen zur Eipollösung

Neben der Eipollösung gibt es eine Vielzahl weiterer Methoden zur Geburtseinleitung:

Medikamentöse Methoden:

  • Oxytocin: Wird als Infusion (Wehentropf) verabreicht und löst Kontraktionen aus.
  • Prostaglandine: Werden als Tablette, vaginales Gel oder Zäpfchen verabreicht und regen ebenfalls Wehen an.

Mechanische Methoden (neben Eipollösung):

  • Ballonkatheter: Übt durch mechanischen Druck auf den Muttermund eine Dehnung aus und regt die körpereigene Hormonausschüttung an.
  • Hygroskopische Dilatoren: Dünne Stäbchen aus Hydrogel, die den Gebärmutterhals sanft erweitern.
  • Blasenöffnung (Amniotomie): Die Fruchtblase wird manuell geöffnet, indem sie leicht angeritzt oder angestochen wird.

Natürliche und Hausmittel:

Es gibt auch eine Reihe von Hausmitteln und natürlichen Methoden, die den Geburtsprozess anregen sollen. Ihre Wirksamkeit ist jedoch oft nicht wissenschaftlich erwiesen und eine Anwendung sollte immer in Absprache mit einer Hebamme oder einem Arzt erfolgen:

  • Getränke: Himbeerblättertee, Aufgüsse mit Nelken, Zimt, Ingwer, Frauenmantel oder Eisenkraut.
  • Aktivitäten: Sex, Brustwarzenstimulation, ein warmes Bad (nicht über 38°C), Entspannung, leichte Bewegung (Spaziergänge, Treppensteigen).
  • Ernährung: Scharfes Essen, Zimt und Ananas werden manchmal als wehenfördernd beschrieben.
  • Sonstiges: Nelkenöltampon (nur nach Absprache), Akupunktur, Fußreflexzonenmassagen.

Vorsicht: Ein Wehencocktail mit Rizinusöl kann starke Nebenwirkungen haben und sollte nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

GEBURT EINLEITEN? Wie funktioniert eine natürliche Geburtseinleitung?

Wichtige Hinweise

Es ist essenziell, dass die Entscheidung für eine Geburtseinleitung und die Wahl der Methode immer in Absprache mit dem behandelnden medizinischen Fachpersonal getroffen wird. Jede Frau hat das Recht, über alle Schritte informiert zu werden und selbst zu entscheiden. Bei Unsicherheiten oder Unwohlsein sollte dies stets kommuniziert werden.

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