Muttermilch bei Schnupfen bei Erwachsenen und Kindern: Anwendung und Wirkung

Muttermilch ist ein wertvolles Gut, das nicht nur für die Ernährung von Säuglingen von unschätzbarem Wert ist, sondern auch vielfältige Anwendungsmöglichkeiten in der Hausapotheke bietet. Viele Frauen haben das Glück, dass Muttermilch problemlos fliesst, was manchmal sogar zu einem Überschuss führt. Dieser Überschuss sollte keinesfalls entsorgt werden, da Muttermilch eine breite Palette an gesundheitlichen Vorteilen mit sich bringt.

Gerade bei Früh- oder kranken Neugeborenen ist die Ernährung mit Muttermilch besonders sinnvoll, da sie leicht verdaulich ist, das Verdauungssystem des Kindes wenig belastet und viele wichtige Inhaltsstoffe enthält. Dies unterstreicht die Bedeutung von Muttermilch-Banken, wo stillende Mütter ihren Milchüberschuss abgeben können, um ihn Müttern mit zu wenig eigener Milch zur Verfügung zu stellen.

Doch auch wenn kein Überschuss vorhanden ist, der für die Spende geeignet wäre, lassen sich die wertvollen Tropfen auf vielfältige Weise nutzen. Muttermilch wirkt pflegend, entzündungshemmend, antibakteriell und antiviral, was sie zu einem wahren Multitalent macht.

Anwendungsbereiche von Muttermilch

Die Anwendung von Muttermilch ist erstaunlich vielseitig und kann bei einer Reihe von Beschwerden Linderung verschaffen, sowohl bei Babys als auch bei Erwachsenen.

1. Muttermilch als Badezusatz für Babys

Babys sollten nicht zu oft mit aggressivem Waschmittel gebadet werden, da dies den natürlichen Schutzfilm ihrer Haut schädigen kann. Ein bis zwei Esslöffel Muttermilch im Badewasser können hier Abhilfe schaffen. Muttermilch sorgt für einen ausgeglichenen Feuchtigkeitshaushalt der Babyhaut, ist kostengünstig und absolut hautverträglich. Besonders bei Kindern, die unter Hautausschlägen leiden, kann ein Muttermilchbad Linderung verschaffen, da die Milch auch gegen Juckreiz hilft.

Illustration eines Babys, das in einer Badewanne mit Schaum spielt, mit einer Flasche Muttermilch daneben.

2. Muttermilch als Alternative zu Nasentropfen

Bei Neugeborenen mit einer verstopften Nase kann Muttermilch eine sanfte und wirksame Alternative zu herkömmlichen Nasentropfen darstellen. Ein paar Tropfen Muttermilch, mit einer Pipette verabreicht, lassen die Schleimhäute abschwellen, lösen den Schleim und halten sie feucht, was Entzündungen vorbeugt. Der Mythos, dass Milch die Atemwege verschleimt, ist dabei unbegründet. Muttermilch kann bei leichten Beschwerden sogar Ohren- oder Augentropfen ersetzen.

Bei Ohrenschmerzen können einige Tropfen Muttermilch ins Ohr gegeben werden, und bei verkrusteten Augen hilft sie zum Auswaschen. Sollten sich die Beschwerden nicht bessern, ist es unerlässlich, einen Kinderarzt aufzusuchen.

3. Muttermilch als desinfizierendes Mittel

Bei Neugeborenenakne, für die oft teure Calendula-Tinkturen empfohlen werden, kann Muttermilch ebenso gute Dienste leisten. Ein paar Tropfen auf ein sauberes Baumwolltuch aufgetragen und die Akne damit abgetupft, wirken pflegend und desinfizierend. Diese Methode eignet sich auch hervorragend zur Behandlung eines wunden Babypopos oder anderer kleiner Hautverletzungen.

Die Anwendung von Muttermilch als Heilmittel für Infektionen und Entzündungen hat eine lange Tradition, die Tausende von Jahren zurückreicht. Studien haben die antibakterielle, antivirale und entzündungshemmende Wirkung von Muttermilch nachgewiesen. Sie enthält neben lebensnotwendigen Nährstoffen auch die Antikörper Immunglobulin A (IgA) und G (IgG) sowie abwehrfördernde Enzyme wie Lysozym. Das eisenbindende Glykoprotein Lactoferrin in der Muttermilch kann Bakterien, die Eisen für die DNA-Verdopplung benötigen, entziehen, was die Expression von Virulenzfaktoren hemmt und antimikrobielle, abwehrstärkende, entzündungshemmende und antioxidative Wirkungen entfaltet.

Infografik, die die wichtigsten immunaktiven Bestandteile der Muttermilch (Antikörper, Lysozym, Lactoferrin) und ihre Funktionen darstellt.

4. Muttermilch gegen Juckreiz

Mückenstiche können sofort mit einem Tropfen Muttermilch behandelt werden, was den Juckreiz lindert. Dies funktioniert übrigens auch bei älteren Kindern. Bei juckenden Hautausschlägen kann Muttermilch ebenfalls Abhilfe schaffen. Selbst bei einem Stich einer Brennnessel hilft direkt auf die Haut aufgetragene Muttermilch sofort, den Schmerz zu lindern.

5. Muttermilch für Erwachsene

Was für Babys gut ist, schadet auch Erwachsenen nicht. Muttermilch kann beispielsweise zum Polieren von verrosteten Fahrrädern verwendet werden oder um hartnäckige Essensreste am Herd zu lösen. Ihre reinigende und pflegende Wirkung ist auch hier von Vorteil.

Muttermilch bei Schnupfen: Eine natürliche Hilfe

Ein Schnupfen ist lästig, aber oft nicht zwingend behandlungsbedürftig. Gerade bei Babys, die unter einer verstopften Nase leiden, sind herkömmliche Nasensprays oft zu aggressiv. Muttermilch bietet hier eine sanfte und effektive Alternative.

Anwendung bei Babys mit Schnupfen

Babys leiden oft besonders stark, wenn sie einen Schnupfen oder eine verstopfte Nase haben. Ein herkömmliches Nasenspray wäre für die empfindlichen Schleimhäute viel zu aggressiv und darf bei Kindern unter zwei Jahren nicht verwendet werden. Ein Spray auf Salzwasserbasis kommt zwar in Frage, ist aber nicht so effektiv wie eine kleine Dosis Muttermilch. Am besten verabreicht man sie mit einer Pipette oder gießt sie ganz vorsichtig aus einem kleinen Gefäß in jedes Nasenloch. Schon nach wenigen Sekunden wird sich die abschwellende und beruhigende Wirkung der Antikörper entfalten. Je frischer die Milch, desto größer der Effekt.

Wenn Babys zahnen, kann dies mit Schmerzen, Unruhe und geschwollenem Zahnfleisch einhergehen. Die entzündungshemmenden und schmerzstillenden Eigenschaften der Muttermilch können dabei helfen, diese Beschwerden zu lindern. Muttermilch beruhigt den Magen und beugt weiterer Reizung vor. Sie wirkt sanft auf die Darmflora, indem sie das Wachstum gesunder Bakterien unterstützt.

Nahaufnahme einer Pipette, die Muttermilch in ein Baby-Nasenloch tropft.

Muttermilch bei Schnupfen bei Erwachsenen

Auch bei Erwachsenen kann Muttermilch bei Schnupfen unterstützend wirken. Zwar gibt es hierfür keine spezifischen Studien, die Anwendung bei Babys legt jedoch nahe, dass die pflegenden und abschwellenden Eigenschaften auch bei Erwachsenen von Vorteil sein können. Die Schleimhäute werden befeuchtet und gereinigt, was zu einer Linderung der Symptome beitragen kann.

Wichtige Hinweise zur Anwendung und Aufbewahrung

Bei der Anwendung und Aufbewahrung von Muttermilch sind einige Dinge zu beachten, um die Wirksamkeit und Hygiene zu gewährleisten.

Aufbewahrung von Muttermilch

Wenn eine Milchpumpe verwendet wird, sollte diese regelmäßig mit kochendem Wasser gründlich ausgespült und die Hygienehinweise des Herstellers beachtet werden. Beim Ausstreichen von Muttermilch ist es absolut erforderlich, dass die Hände vorher gründlich gewaschen werden.

Die Aufbewahrung im Kühlschrank ist für etwa 48 Stunden möglich, wobei sie nicht mit Milch von anderen Tagen vermischt werden sollte. Alternativ lässt sich Muttermilch auch einfrieren. Dazu sollte ein desinfiziertes und gut verschließbares Gefäß genutzt werden. Auf diese Art ist sie etwa sechs Monate haltbar. Die Antikörper in der Milch sind jedoch sehr kälteempfindlich und verlieren bei zu niedrigen Temperaturen ihre Wirkung. Dementsprechend ist frische Muttermilch am effektivsten!

Stillen bei Krankheit

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Müttern, ihr Baby mindestens 6 Monate lang zu stillen, da Muttermilch die perfekte Nahrung für den heranwachsenden Organismus ist. Muttermilch beinhaltet Stoffe, die das Immunsystem stärken und weitere Einsatzmöglichkeiten eröffnen. Sie besteht zu 90% aus Wasser, die restlichen 10% weisen eine Vielfalt an Substanzen auf, die die Entwicklung und Gesundheit des Kindes fördern.

Bei Krankheit des Babys oder der Mutter ist Stillen in der Regel unbedenklich und kann sogar Vorteile haben. Muttermilch enthält Antikörper, weiße Blutkörperchen, Stammzellen und schützende Enzyme, die Infektionen bekämpfen und zur Heilung beitragen können. Die Zusammensetzung der Muttermilch passt sich an die Bedürfnisse des kranken Babys an, indem sie vermehrt Antikörper und immunabwehrstärkende Zellen, wie Leukozyten, produziert.

Auch wenn die Mutter krank ist, sollte sie weiterstillen. Die Muttermilch enthält Antikörper, die das Baby schützen und das Risiko einer Ansteckung senken. Gute Hygiene, wie regelmäßiges Händewaschen, ist dabei unerlässlich.

Die wichtigsten Vorteile des Stillens für Babys und Mütter | withCare 4ever

Medikamenteneinnahme in der Stillzeit

Die Einnahme von Medikamenten in der Stillzeit erfordert Vorsicht und sollte immer in Absprache mit einem Arzt oder Apotheker erfolgen. Paracetamol und Ibuprofen sind in der Regel unbedenklich, während bei stärkeren Medikamenten Vorsicht geboten ist. Manche Medikamente gegen Erkältung, Grippe und Husten können die Milchproduktion reduzieren und sollten vermieden werden.

Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme aufgrund chronischer Erkrankungen können die Vorteile des Stillens die Risiken überwiegen. Eine individuelle Beratung durch einen Arzt ist hier unerlässlich.

Hausmittel bei Schnupfen

Neben Muttermilch gibt es eine Vielzahl weiterer Hausmittel, die bei Schnupfen Linderung verschaffen können.

Unterstützung des Heilungsprozesses

Hohe Luftfeuchtigkeit, Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und das Schlafen mit erhöhtem Kopf erleichtern das Atmen und unterstützen den Heilungsprozess. Auch Rotlicht-Anwendungen können als angenehm empfunden werden.

Inhalieren

Inhalationen mit heißem Wasser, Kamillentee, Salz oder ätherischen Ölen (nicht bei Kindern!) können Schleim lösen und lokale Entzündungen hemmen. Vorsicht ist geboten, um Verbrühungen zu vermeiden.

Kompressen und Wickel

Zitronenkompressen, Meerrettichauflagen und feucht-warme Brustwickel können schleimlösend und entzündungshemmend wirken.

Fußbäder

Ansteigende Fußbäder und Senfmehlfußbäder regen die Durchblutung an und können helfen, festsitzenden Schleim zu lösen.

Lebensmittel und Tees

Hühnerbrühe, Knoblauch, Zwiebeln, schwarzer Johannisbeersaft und Rettich können die Genesung beschleunigen. Tees aus Eisenkraut, Ingwer, Holunder, Kamille, Lindenblüten, Mädesüß oder Thymian unterstützen den Heilungsprozess.

Schnupfen-Hausmittel für Babys

Für Babys eignen sich Kamillen-Tropfen (mit Zucker), Muttermilch, Zwiebelsäckchen (im Kinderbett platziert) und die Anwendung von Nasensaugern oder physiologischer Kochsalzlösung. Vaseline um die Nasenlöcher pflegt die Haut und verhindert Wundwerden.

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