In Hennef bei Bonn kam es am Samstagabend zu einem dramatischen Einsatz, bei dem die Polizei drei Kinder aus einer Familie in Obhut nehmen musste. Eine 28-jährige Mutter wurde dabei angetroffen, wie sie ihr zwei Monate altes Baby mit einem Blutalkoholspiegel von 1,8 Promille stillte. Die Situation eskalierte, als Polizisten aufgrund von Hinweisen besorgter Nachbarn das Wohnhaus aufsuchten.
Die Entdeckung der Szene
Als die Polizeibeamten die Wohnung betraten, bot sich ihnen ein Bild der Verwahrlosung und des Alkoholkonsums. Sowohl die Mutter als auch der Vater (32 Jahre) sowie der Großvater (50 Jahre) wiesen erhebliche Blutalkoholwerte von etwa zwei Promille auf. Die Großmutter des Säuglings hatte sich zuvor zu Nachbarn geflüchtet, aus Angst vor ihrem betrunkenen Ehemann geschlagen zu werden.

Gefährdung der Kinder
Besonders besorgniserregend war der Zustand der Kinder. Der zwei Monate alte Säugling wirkte apathisch, was die Beamten veranlasste, ihn umgehend in eine Kinderklinik zu bringen. Auch die beiden älteren Geschwisterkinder im Alter von vier und sechs Jahren zeigten Auffälligkeiten und machten einen "sichtlich verhaltensgestörten Eindruck". Sie wurden in einer Kindernotstelle untergebracht.
Schnelles Eingreifen des Jugendamtes
Angesichts der offensichtlichen Gefährdungslage informierten die Polizisten umgehend das Jugendamt. Die zuständigen Mitarbeiter trafen vor Ort ein und organisierten die sofortige Inobhutnahme aller drei Kinder. Die aggressiv auftretenden Männer wurden während des Einsatzes gefesselt, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Die gesamte Aktion dauerte rund dreieinhalb Stunden und konnte schließlich ohne körperliche Auseinandersetzungen beendet werden.

Risiken von Alkohol in der Stillzeit
Der Vorfall wirft erneut die Frage nach den Risiken von Alkoholkonsum während der Stillzeit auf. Experten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) betonen, dass Alkohol über die Muttermilch direkt auf den Säugling übertragen wird. Die Alkoholkonzentration in Blut und Milch steigen annähernd parallel an und erreichen etwa 30 Minuten nach dem Konsum ihr Maximum.
Die Empfehlung der Experten ist eindeutig: "Für die Gesundheit von Mutter und Kind ist es am sichersten, in der Stillzeit auf den Konsum von alkoholischen Getränken zu verzichten." Der Fall in Hennef unterstreicht die Dringlichkeit dieser Warnung und die Notwendigkeit, das Wohl der Kinder stets an erste Stelle zu setzen.