Die Nachrüstung oder der Ausbau von Kindersitzbefestigungssystemen wie Isofix kann im Zusammenhang mit Fahrzeugen wie dem Golf 7 und verwandten Modellen Fragen aufwerfen. Dieser Artikel beleuchtet den Ausbau von Rücksitzen, die Handhabung von Isofix-Befestigungen und gibt Einblicke in die Terminologie rund um Kindersitze.
Ausbau der Rücksitzbank im Golf V (3-Türer)
Um bei einem Golf V 3-Türer die hintere Sitzbank auszubauen, sind mehrere Schritte notwendig. Zunächst müssen die vier Isofix-Kappen entfernt werden. Die Sitzbank selbst ist in der Regel bereits lose, nachdem ein bestimmter Bügel, der hochgezogen werden kann, gelöst wurde.
Die Sitzfläche muss an den Isofix-Punkten ausgehebelt werden. Ein kräftiges Anheben nach oben ist hierbei erforderlich. Es wird kein Werkzeug benötigt. Zuerst die Sitzfläche vorne anheben und dann in Fahrtrichtung herausnehmen. Die Sitzfläche ist oft mit Klettverschlüssen fixiert.
Für das Entfernen der Rücklehne ist es notwendig, eine Abdeckkappe im Kofferraum am Spalt zwischen der Teilung der "Hälften" abzunehmen. Dazu muss der Kofferraumteppich herausgenommen werden. Anschließend eine Torx-Schraube lösen, ein Blechteil hochnehmen und dann eine Seite der Lehne nach der anderen herausnehmen.
Einige Nutzer berichten, dass die Sitzbank zuerst bei den Isofix-Punkten nach unten und hinten ausgehakt werden muss, bevor sie nach vorne gezogen werden kann. Dies kann mit einem schmalen, langen Schraubendreher erfolgen. Die Verhakungen sind oft mittig unter der Sitzfläche, links und rechts, zu finden und erfordern etwas Geduld und eine Taschenlampe zur besseren Übersicht.
Es gibt Berichte, dass nicht immer Klettverschlüsse vorhanden sind. Die Plastikteile an den Isofix-Punkten können mit einem Schraubendreher ausgehebelt werden. Nach dem Entfernen der Plastikteile sollte nichts mehr unter der Sitzfläche hängen.

Die Funktionsweise von Isofix
Isofix ist ein standardisiertes Befestigungssystem für Kindersitze, das in den 1990er Jahren eingeführt wurde. Seit 2014 ist Isofix in allen neu zugelassenen Fahrzeugen Pflicht. Die Haltebügel befinden sich typischerweise auf der Rückbank im Spalt zwischen Sitzfläche und Rückenlehne, meist auf den beiden äußeren Plätzen. Bei größeren Fahrzeugen können auch der mittlere Platz oder Sitze in der dritten Reihe sowie der Beifahrersitz mit Isofix-Haltebügeln ausgestattet sein.
Der Einbau erfolgt durch das Einhaken von zwei Rastarmen des Kindersitzes oder der Basisstation in die im Fahrzeug befindlichen Haltebügel. Bei einigen Fahrzeugmodellen können die Isofix-Aufnahmen von einer Blende verdeckt sein. Die korrekte Installation wird durch ein deutliches Einrastgeräusch, farbige Kontrollindikatoren (oft von rot auf grün wechselnd) und einen abschließenden Belastungstest (kräftiger Ruck) überprüft. Bei Überschreitung eines Gesamtgewichts von 33 Kilogramm (Sitz inklusive Kind) muss das Kind zusätzlich mit dem Fahrzeuggurt gesichert werden.
Beim Ausbau des Isofix-Sitzes oder der Basisstation müssen die Schnapphaken in den Rastarmen gelöst werden, was meist über einen Schalter am Rastarm oder am Sitz/Basis erfolgt. Ein versehentliches Lösen wird durch Mechanismen verhindert, die oft eine Kombination aus Drücken und Schieben erfordern.

Herausforderungen beim Isofix-Einbau
Der Einbau kann sich bei manchen Autos als kompliziert erweisen, insbesondere wenn die Haltebügel nicht klar gekennzeichnet sind oder die Aussparungen für die Rastarme zu klein sind. Scharfkantige Rastarme können das Polster beschädigen. Hier können Isofix-Einführhilfen, oft als Kunststoffhüllen geliefert, Abhilfe schaffen. Diese werden über die Isofix-Bügel geschoben und verhindern ein Einreißen des Sitzpolsters.
Manche Nutzer berichten von tief verbauten Isofix-Halterungen, die schwer zugänglich sind, besonders bei stark nach hinten geneigten Sitzbänken. Auch die Länge der Isofix-Arme des Sitzes kann bei einigen Kombinationen problematisch sein.
Die Abdeckungen der Isofix-Punkte können manchmal schwer zu entfernen sein und erfordern eventuell den Einsatz eines Schraubendrehers, wobei Vorsicht geboten ist, um scharfe Kanten zu vermeiden. Einige Nutzer entfernen diese Abdeckungen nach dem Einbau des Kindersitzes und montieren sie nicht wieder.
Zusätzliche Sicherungssysteme und Terminologie
Neben Isofix gibt es weitere Sicherungssysteme und Begriffe, die im Zusammenhang mit Kindersitzen relevant sind:
- Stützfuß (Standbein, Lastfuß): Ein wichtiges Sicherheitselement vieler Reboarder und Basisstationen, das für stabilen Halt sorgt und ein Vorkippen des Sitzes bei einem Unfall verhindert.
- Top-Tether-Gurt: Ein zusätzlicher Gurt, der über die Rückbank geführt und an einer speziellen Aufnahme (an der Rückseite der Lehne, im Kofferraumboden oder am Fahrzeughimmel) eingehängt und gespannt wird.
- Gurtführung: Die "Armlehnen" an Kindersitzen dienen als Gurtführung, um sicherzustellen, dass der Fahrzeuggurt möglichst weit unten am Becken verläuft.
- ASIP (Advanced Side Impact Protection): Bezeichnung für Seitenprotektoren bei Kindersitzen von Axkid. Ähnliche Systeme gibt es von anderen Herstellern unter Bezeichnungen wie SIP, SICT, G-Cell etc.
- Babyschale: Rückwärtsgerichteter Kindersitz für Neugeborene und Babys bis ca. 1,5 Jahre, oft mit Tragegriff.
- Reboarder: Kindersitz, der entgegen der Fahrtrichtung eingebaut wird und als besonders sicher gilt.
- Folgesitz: Der "große" Kindersitz nach der Babyschale, für Kinder ab 100 cm bis 150 cm. Wird mit dem Fahrzeuggurt befestigt, optional zusätzlich mit Isofix.
- Basisstation: Eine feste Grundplatte im Auto, auf der der Kindersitz (Babyschale, Reboarder) befestigt wird, anstatt ihn jedes Mal mit dem Fahrzeuggurt anzuschnallen.
- Hosenträger-Gurtsystem / Fünf-Punkt-Gurt: Gurtsystem mit zwei Schultergurten, zwei Hüftgurten und einem Gurt zwischen den Beinen.
- Zulassungsetikett: Meist orangefarbener Aufkleber auf dem Kindersitz, der Informationen zur Norm, dem Zulassungsland und dem zulässigen Größen-/Gewichtsbereich gibt.
- Kindersitzpflicht: In Deutschland geregelt durch § 21 StVO für Kinder bis 150 cm Körpergröße.
WIE BEFESTIGE ICH EINEN KINDERSITZ MIT ISOFIX
Wichtige Hinweise zu Kindersitzen
Kindersitze haben in Deutschland kein Ablaufdatum im herkömmlichen Sinne, aber die Hersteller geben oft eine empfohlene Verwendungsdauer an.
Crashtests (Frontal- und Seitenaufprall) von Babyschalen, Reboardern und Folgesitzen werden regelmäßig (Mai und Oktober) von Organisationen wie der Stiftung Warentest, dem ADAC, dem ÖAMTC und dem TCS veröffentlicht. Die Ergebnisse basieren auf einer ausgewählten Anzahl von Modellen und berücksichtigen neben der Sicherheit auch Handhabung, Ergonomie und Schadstoffbelastung.
Die Verwendung von Jacken im Kindersitz ist gefährlich, da sie den korrekten Sitz des Gurtes beeinträchtigen können. Hierfür gibt es spezielle Kindersitzponchos, die über die Gurte getragen werden.
Gurtverlängerungen sind nur zulässig, wenn sie vom Fahrzeughersteller angeboten werden. Universale Gurtverlängerungen sind nicht zugelassen.
Die Isofix-Haltevorrichtung dient primär dazu, den Sitz im leeren Zustand am Verrutschen zu hindern. Die eigentliche Sicherung des Kindes erfolgt durch den Fahrzeuggurt oder das interne Gurtsystem des Sitzes. Bei Kindersitzen, die mit dem Fahrzeuggurt befestigt werden, muss der Sitz auch ohne Kind angeschnallt werden, um ein Umherfliegen bei starkem Bremsen zu verhindern.

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