Als Paar gehörten gemeinsame Essengehen-Erlebnisse sicher zu den romantischen Highlights des Alltags. Mit Baby und Kleinkind sind Restaurantbesuche für Eltern jedoch nicht immer mit schönen Erinnerungen verbunden. Dieser Artikel bietet praktische Tipps, damit auch zu dritt (oder mit mehreren Kindern) ein entspanntes Erlebnis möglich ist.
Das richtige Restaurant auswählen
Für einen gelungenen Restaurantbesuch mit Kind ist die Wahl des passenden Lokals entscheidend. Das edelste Restaurant, in dem bestes Benehmen gefragt ist und in dem es ungern gesehen wird, wenn man eigene Gläschen mitbringt oder es etwas lauter wird, ist möglicherweise nicht die beste Wahl. Besser geeignet sind Orte, an denen es vielleicht sogar eine Spielecke für die Kleinen gibt und die Bereitschaft, einen Hochstuhl bereitzustellen, selbstverständlich ist.
Das Restaurant sollte ein wenig auf Familien ausgerichtet sein. Eine entspannte Atmosphäre, in der auch eine etwas höhere Lautstärke nicht stört, ist definitiv von Vorteil. Idealerweise kennen Sie das Restaurant bereits und wissen, worauf Sie sich einlassen.
Tipp: Am besten reservieren Sie im Voraus und erwähnen, dass Sie einen Hochstuhl benötigen.

Gibt es auch Essen für Ihr Kind?
Schauen Sie sich vor dem Restaurantbesuch an, ob es auch etwas Geeignetes für Ihr Kind gibt. Ist es noch zu klein für feste Kost, kann es entweder vorher gefüttert werden oder Sie nehmen Brei oder andere Beikost mit. Manchmal reichen auch Snacks, die Ihr Schatz am Tisch knabbern kann.
Ist Ihr Kind schon etwas älter, sind Pommes, Spaghetti, Spätzle und Co. beliebte Gerichte, die auf der Speisekarte zu finden sein sollten. Wenn das Restaurant keine kindgerechten Optionen anbietet, ist es ratsam, das Kind vor dem Besuch zu füttern oder geeignete Nahrung mitzunehmen.
Vorbereitung ist alles: Das richtige Zubehör
Sie kennen Ihr Kind am besten und wissen, was Sie ihm zutrauen können. Wenn Sie wissen, dass es nach kürzerer Zeit am Tisch unruhig wird, sollten Sie gut vorsorgen und Dinge zur Beschäftigung sowie wichtiges Zubehör einpacken. Dazu können, je nach Alter des Kindes/der Kinder, gehören:
- Lätzchen und/oder Spucktücher
- Feuchttücher (es wird ganz sicher gekleckert werden)
- Wickeltasche
- Brei oder Beikost
- Milchfläschchen und/oder Trinklernbecher
- Bücher
- Malbuch, Papier und Stifte
- Kuscheltier
- (Hochstuhl-)Spielzeug
Wichtig: Achten Sie bei Spielzeug darauf, dass es keine lauten Geräusche macht und somit andere Gäste nicht stört.
Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend
Der Zeitpunkt des Restaurantbesuchs ist aus mehreren Gründen wichtig:
- Vermeiden Sie Stoßzeiten: Wählen Sie einen Zeitpunkt, an dem das Restaurant für gewöhnlich nicht allzu gut besucht ist. Das macht es für alle entspannter.
- Berücksichtigen Sie den Schlafrhythmus: Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht gerade bereit für den Mittagsschlaf ist oder es zu spät abends ist, wo es langsam müde und quengelig wird.
- Verpassen Sie nicht den richtigen Zeitpunkt zum Heimgehen: Sobald die Stimmung kippt oder jemand genervt ist, ist es vernünftig zu wissen, wann man gehen sollte.
Reizen Sie den Restaurantbesuch nicht aus. Ihr Kind soll das Erlebnis in guter Erinnerung behalten, um beim nächsten Mal gerne wieder dabei zu sein.
Regeln festlegen und Ausnahmen zulassen
Ist Ihr Kind alt genug, um mit am Tisch zu sitzen und feste Kost zu essen, bereiten Sie es auf den Besuch im Restaurant vor. Besprechen Sie mit ihm, wie man sich in einem Restaurant verhalten sollte: Nicht unter den Tischen verstecken, nicht herumrennen, keine lauten Lieder singen, nicht penetrant mit dem Spielzeug spielen oder gar mit Essen werfen. Nehmen Sie Rücksicht auf das Personal und die anderen Gäste.
Damit der Besuch für alle Seiten schön wird, sind Ausnahmen erlaubt. Größere Kinder dürfen sich ruhig etwas Besonderes aussuchen und ganz allein bestellen. Statt Wasser vielleicht mal eine Limonade, und wenn die Stimmung entspannt ist, ist sicher auch ein Eis mit Sahne drin.
Die Herausforderung: Abendessen mit Baby und gesellschaftliches Leben
Das Baby ist da und ändert alles. Ihr Alltag wird nie wieder derselbe sein, aber das ist auch richtig schön. Trotzdem möchten Sie natürlich weiterhin Ihre Freunde sehen. Direkt nach der Geburt ist es erstmal wichtiger, sich von der Geburt zu erholen und in den neuen Alltag mit Baby zu finden. Wenn Ihnen nach Besuch ist, laden Sie Ihre Freunde zu sich ein. Das Wochenbett dauert in der Regel sechs bis acht Wochen, wobei Frauen mit Kaiserschnitt sich besonders schonen sollten.
Wenn Sie zu Veranstaltungen eingeladen werden, die in den frühen Abendstunden stattfinden und in die übliche Schlafenszeit Ihres Babys fallen, stellt sich die Frage, wie Sie damit umgehen sollen. Viele Eltern berichten von Herausforderungen, wenn die üblichen Rituale durchbrochen werden. Es ist wichtig, auf das Bauchgefühl zu hören.

Strategien für Abendveranstaltungen mit Baby
Wenn Sie abends länger unterwegs sind, gibt es verschiedene Ansätze:
- Baby bettfertig mitnehmen: Manche Eltern machen das Baby vor dem Ausgehen bettfertig und verzichten auf das abendliche Waschen. Das Kind wird dann im Kinderwagen oder auf dem Arm zum Ort des Geschehens gebracht.
- Frühes Gehen: Wenn Sie merken, dass das Baby unruhig wird, ist es ratsam, frühzeitig wieder nach Hause zu fahren.
- Aufteilung: Nicht immer können beide Elternteile gleichzeitig essen. Einer kümmert sich um das Baby, während der andere isst.
- Babysitter: Eine Alternative ist, auf den Abend auswärts zu verzichten und stattdessen einen Babysitter zu engagieren, um entspannt ausgehen zu können.
Es ist wichtig, die Bedürfnisse des Kindes zu berücksichtigen. Wenn das Baby an feste Zeiten und Rituale gewöhnt ist, kann eine Durchbrechung dieser zu Verunsicherung und Unruhe führen. Jedes Kind ist anders, und was bei dem einen funktioniert, muss nicht zwangsläufig bei dem anderen klappen.
Praktische Tipps für unterwegs
- Stillfreundliche Kleidung: Ein Top darunter, eine weite Bluse oder Strickjacke darüber erleichtern das Stillen unterwegs.
- Beschäftigung: Nehmen Sie Spielzeug mit, das keine lauten Geräusche macht.
- Schnelle Abläufe: Wenn Sie nach Hause zurückkehren, machen Sie das Umbetten und ggf. Wickeln im Dunkeln und mit wenigen Handgriffen, um das Baby nicht unnötig zu wecken.
- Flexibilität: Seien Sie bereit, die Pläne anzupassen, wenn das Baby überfordert ist.
Baby richtig wickeln: Schritt für Schritt erklärt von Hebamme Laura
Manche Eltern berichten, dass ihre Babys auch unterwegs gut schlafen, solange die Umgebung nicht zu überreizend ist. Andere Kinder benötigen ihre gewohnten Rituale und ihr eigenes Bett, um zur Ruhe zu kommen. Die eigene Anspannung überträgt sich oft auf das Kind. Mit ganz viel Nähe und Stillen kann der Schreck verarbeitet werden.
Die Kunst des Umbettens
Eine besondere Herausforderung kann das Umbetten des schlafenden Babys vom Kinderwagen ins Bett sein. Manche Eltern legen eine Decke unter das Baby, um es besser heben zu können, ohne es direkt anzufassen und zu wecken. Sanfte, gleitende Bewegungen und das Beibehalten konstanter Umgebungsfaktoren können helfen. Manchmal gelingt es sogar, das Baby zu wickeln, ohne es aufzuwecken.

Das Wichtigste ist, auf das eigene Bauchgefühl zu hören und sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Nicht jedes Abendessen muss zu einer Wissenschaft werden, und es ist völlig in Ordnung, abzusagen oder Kompromisse einzugehen, um die Bedürfnisse des Babys zu erfüllen.