Das Prager Eltern-Kind-Programm (PEKiP) ist ein pädagogisches Konzept, das speziell für Eltern mit Babys im ersten Lebensjahr entwickelt wurde. Basierend auf den Forschungen des Prager Psychologen Jaroslav Koch aus den 1970er Jahren, zielt PEKiP darauf ab, die natürliche Entwicklung des Kindes zu fördern und die Bindung zwischen Eltern und Baby zu stärken. Das Programm wurde von der Psychologin Christa Ruppelt und dem Sozialwissenschaftler Hans Ruppelt weiterentwickelt und ist heute eine etablierte Praxis in vielen Eltern- und Familienbildungsstätten.

Grundlagen und Ziele von PEKiP
PEKiP steht für "Prager Eltern-Kind-Programm" und basiert auf der Erkenntnis, dass Babys bereits von Geburt an über weitreichende Fähigkeiten verfügen und bereit sind zu lernen. Das Programm konzentriert sich auf Bewegungs- und Spielanregungen, die individuell auf den Entwicklungsstand und die Bedürfnisse jedes Kindes abgestimmt sind. Ziel ist es, Eltern im ersten Lebensjahr ihres Kindes zu begleiten, ihnen Sicherheit in ihrer neuen Rolle zu vermitteln und Unsicherheiten abzubauen.
Die Kernziele von PEKiP umfassen:
- Förderung der Entwicklung: Durch gezielte Spiel- und Bewegungsanregungen werden die körperliche, geistige und soziale Entwicklung der Babys unterstützt.
- Stärkung der Eltern-Kind-Bindung: Gemeinsame, intensive Erfahrungen vertiefen das Vertrauen, die Bindung und das Verständnis zwischen Eltern und Baby.
- Austausch unter Eltern: PEKiP-Kurse bieten eine Plattform für den Austausch von Erfahrungen und gegenseitige Unterstützung in einer ähnlichen Lebenssituation.
- Unterstützung der Elternrolle: Eltern erhalten praktische Tipps und Informationen zur Entwicklung ihres Babys und lernen, dessen Signale besser zu deuten.
Ablauf und Besonderheiten eines PEKiP-Kurses
PEKiP-Kurse können in der Regel ab der vierten bis sechsten Lebenswoche des Babys begonnen werden, ein späterer Einstieg ist jedoch ebenfalls möglich. Eine typische Gruppe besteht aus sechs bis acht Erwachsenen mit ihren etwa gleichaltrigen Säuglingen. Die Treffen finden einmal pro Woche in einem warmen Raum statt und dauern etwa 90 Minuten. Ein zentraler Aspekt des Programms ist, dass die Babys während der Spielzeit nackt sind. Dies ermöglicht eine freiere Bewegung und intensivere Sinneswahrnehmung, da Kleidung und Windeln die Bewegungsfreiheit einschränken können.
Die Gruppenleiterinnen verfügen über einen pädagogischen Grundberuf und absolvieren eine zweijährige Zusatzausbildung. Sie zeigen die Anregungen zunächst mit einer Puppe und passen die Spielideen dann individuell an jedes Kind an. Ein wichtiger Punkt ist das langsame und sprachlich begleitete Ausziehen der Babys, um ihnen Sicherheit zu geben. Eltern werden ermutigt, Blickkontakt zu halten und mit ihrem Baby zu sprechen.

Fördert und Fordert - Das richtige Gleichgewicht
Im PEKiP-Programm geht es darum, das Kind sowohl zu fördern als auch zu fordern, ohne es zu überfordern. Dies bedeutet, die natürliche Entwicklung zu unterstützen und Anregungen zu bieten, die zum jeweiligen Entwicklungsstand passen. Fördern heißt hier, das Kind in seiner Entwicklung zu begleiten und ihm passende Spiel- und Bewegungsanregungen zu geben. Das richtige Gleichgewicht zwischen Fördern und Fordern ist entscheidend, um die Fähigkeiten des Kindes zu entfalten und ihm dabei Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln.
Ein wichtiger Grundsatz ist, dass keine Entwicklungsschritte übersprungen werden sollten. Babys sollten beispielsweise nicht zu früh hingesetzt oder an den Händen geführt werden, bevor sie dazu bereit sind. Viele Eltern setzen ihre Babys hin, sobald diese Anzeichen von Hochziehen zeigen. Dies ist jedoch oft ein frühkindlicher Reflex, und ein zu frühes Hinsetzen ohne ausreichende Muskelstärkung kann zu Wirbelsäulenschäden führen. Babys trainieren ihre Muskeln am besten in Bauch-, Seiten- und Rückenlage.
Umgang mit dem Weinen eines Babys
Das Weinen eines Babys kann für Eltern eine Herausforderung sein, doch es ist eine der wenigen Kommunikationsmöglichkeiten des Kindes, um Bedürfnisse wie Hunger, Müdigkeit, Unwohlsein oder das Bedürfnis nach Nähe zu signalisieren. PEKiP-Kurse vermitteln Eltern Strategien, um ruhig zu bleiben und auf die Signale ihres Kindes einzugehen.
Wichtige Schritte beim Beruhigen eines weinenden Babys:
- Ruhig bleiben: Babys spüren die Emotionen ihrer Eltern.
- Blickkontakt und Ansprechen: Sprechen Sie beruhigend mit Ihrem Baby und zeigen Sie ihm, dass Sie seine Gefühle wahrnehmen.
- Körperkontakt: Eine sanfte Berührung kann beruhigend wirken.
- Angebote zur Selbstberuhigung: Ermöglichen Sie dem Baby, sich selbst zu beruhigen, z. B. durch das Saugen an den Händen.
- Anpassung an die Bedürfnisse: Manchmal ist es besser, bei einer Methode zu bleiben, anstatt sofort zahlreiche auszuprobieren.
Es ist ebenfalls entscheidend, auf das eigene Wohlbefinden zu achten und bei Bedarf Unterstützung zu suchen.
Schreibabys: Was tun, wenn das Kind mehrere Stunden täglich schreit? | Frau TV | WDR
Entwicklungspolitische Vorteile von PEKiP®
PEKiP®-Aktivitäten fördern verschiedene Bereiche der kindlichen Entwicklung:
- Körperliche Entwicklung: Förderung der fein- und grobmotorischen Entwicklung, des Gleichgewichts und des Muskeltonus durch strukturierte Bewegungen.
- Kognitive Stimulation: Babys lernen durch Sinnesspiele, Problemlösung, Aufmerksamkeit und Neugierde.
- Soziales und emotionales Wachstum: Förderung von Problemlösung, Aufmerksamkeit und Neugierde durch interaktive Spiele.
- Sprachliche Entwicklung: Singen, Reimen und Sprechen während der Sitzungen fördern die frühe Kommunikation und legen den Grundstein für den Spracherwerb.
- Stärkung der Eltern-Kind-Bindung: Sinnvolle gemeinsame Erfahrungen vertiefen das Vertrauen und das Verständnis zwischen Eltern und Baby.
Einblick in die PEKiP®-Methodik
PEKiP® verfolgt einen sanften, respektvollen Ansatz, der auf den individuellen Rhythmus eines jeden Kindes zugeschnitten ist. Zu den wichtigsten Komponenten gehören:
- Beobachtung: Aufmerksames Beobachten der Babys, um ihre Bereitschaft für bestimmte Aktivitäten zu verstehen.
- Sensorische Stimulation: Babys erkunden eine Vielzahl von Texturen, Geräuschen und visuellen Reizen.
- Freies Spiel: Unstrukturierte Zeit zur Entwicklung von Kreativität und Unabhängigkeit.
- Geführte Aktivitäten: Einführung von Entwicklungsübungen, die auf das Stadium und die Interessen des Babys abgestimmt sind.
- Interaktion zwischen Eltern und Kind: Förderung einer liebevollen, aufmerksamen Interaktion, die die Beziehung stärkt.
Beispiele für PEKiP®-Übungen
- Bauchzeit: Fördert Nackenstärke, Kopfkontrolle und Rumpfstabilität.
- Sensorisches Spielen: Erkundung verschiedener Texturen zur Förderung des taktilen Bewusstseins und der motorischen Fähigkeiten.
- Singen und Reimen: Fördert den Spracherwerb, das Erkennen von Rhythmen und die freudige Bindung.
- Spiegelspiel: Fördert die Selbstwahrnehmung und unterstützt die sozial-emotionale Entwicklung.
- Ballspiel: Fördert die motorische Koordination, visuelle Wahrnehmung und interaktive Spielfähigkeiten.
PEKiP®: Mehr als nur für Babys
Das Programm stärkt nicht nur die Babys, sondern auch die Eltern. Sie bauen Vertrauen in ihre Erziehungsfähigkeiten auf, lernen die Meilensteine der Entwicklung und wie sie diese unterstützen können, und schließen sich einer unterstützenden Gemeinschaft von anderen Eltern an. Eltern lernen von ihrem Baby, wie sie am besten auf es eingehen und es angemessen unterstützen können.

PEKiP-Kurse im Überblick
| Merkmal | PEKiP | DELFI |
|---|---|---|
| Schwerpunkt | Körperliche und geistige Entwicklung | Körperliche, soziale und emotionale Entwicklung |
| Methode | Strukturierter, angeleitete Übungen | Offener, individueller Ansatz |
| Atmosphäre | Eher formell im Sinne von an die Übungen gebunden | Eher flexibler mit mehr Platz für spontane Interaktion |
| Herkunft | Tschechien | Deutschland |
Die Kurse werden meist von Familienbildungsstätten, Volkshochschulen oder dem Deutschen Roten Kreuz angeboten. Die Kosten für 8 bis 10 Treffen liegen in der Regel zwischen 55,00 und 103,00 €.
Frühförderung durch Babykurse
Die Abkürzung PEKiP steht für „Prager-Eltern-Kind-Programm“. Dieses Baby-Frühförderungs-Programm basiert auf den Arbeiten des Prager Psychologen Dr. Jaroslav Koch, der sich bereits in den 50er Jahren intensiv mit der kindlichen Entwicklung beschäftigte. Die von ihm entwickelten Bewegungsspiele für Babys bilden die Grundlage der Förderkurse, die seit 1973 in standardisierter Form angeboten werden.
Baby-Frühförderungstipps aus dem PEKiP-Ansatz:
- Beobachten Sie Ihr Baby: Achten Sie auf seine Laute, seinen Gesichtsausdruck und seine Bewegungen.
- Nehmen Sie Ihr Baby als Individuum an: Jedes Kind hat unterschiedliche Bedürfnisse.
- Schenken Sie Ihrem Kind Zeit und Aufmerksamkeit: Richten Sie sich nach den Bedürfnissen des Kindes.
- Lassen Sie sich vom Baby leiten: Sein Verhalten zeigt, was es möchte.
- Überfordern Sie Ihr Baby nicht: Babys lieben Wiederholungen.
- Sehen Sie sich die Welt aus der Sicht Ihres Kindes an: Verstehen Sie seine Perspektive.
- Geben Sie Ihrem Kind viel Bewegungsfreiheit: Ermöglichen Sie es ihm, sich frei zu bewegen.
- Lassen Sie Ihr Baby aktiv werden: Nehmen Sie ihm nichts ab, was es schon selbst tun könnte.
Besonders in den ersten drei Lebensmonaten kann das Ausziehen des Babys an einem warmen Ort und das gemeinsame Strampeln wahre Wunder wirken.
Vorteile eines PEKiP-Babykurses
In einem PEKiP-Kurs können Eltern nicht nur den sicheren Umgang mit ihrem Baby üben und Anleitung für entwicklungsfördernde Spiele erlernen, sondern sich auch mit anderen Eltern austauschen und von deren Erfahrungen lernen. Für das Kind ist es von Vorteil, frühzeitig mit Gleichaltrigen in Kontakt zu kommen und erste soziale Erfahrungen zu sammeln. PEKiP schafft ein vertrauensvolles Umfeld, das die gesamte Familie in ihrer Entwicklung unterstützt und fördert.