Die Volksmusik-Interpretin Melanie Oesch, bekannt als "Jodel-Prinzessin", hat in den letzten Jahren mehrere Schwangerschaften erlebt und ist zur mehrfachen Mutter geworden. Diese Artikelserie beleuchtet ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Freuden rund um die Schwangerschaften und das Muttersein.
Erste Schwangerschaft und die Geburt von Robin
Im Oktober 2019 verkündete Melanie Oesch auf Instagram ihre erste Schwangerschaft. Sie und ihr langjähriger Partner freuten sich über die bevorstehende Elternschaft und planten, ihr erstes Kind im Frühjahr 2020 willkommen zu heissen. Die Nachricht wurde von ihren Fans mit grosser Freude aufgenommen.
Während der Schwangerschaft kündigte Melanie Oesch an, eine Babypause einzulegen, was ihren Terminkalender für 2020 beeinflusste. Sie versicherte jedoch, dass ihre musikalische Reise mit "Oesch's die Dritten" weitergehen würde. Die Sängerin legte grossen Wert auf Privatsphäre bezüglich ihres Partners und des kommenden Lebensabschnitts.
Melanie Oesch sprach über das Gefühl von Ruhe und Zufriedenheit, das sie seit Beginn der Schwangerschaft begleitete. Sie bemerkte eine Veränderung in ihrer Fähigkeit, ausgeglichener zu sein, im Gegensatz zu ihrer früheren Neigung zu Hektik und Anspannung. Dennoch empfand sie Berührungen am Bauch durch Fremde als unangenehm, was sie durch reflexartiges Zurücktreten oder Abschirmung handhabte.
Während der Schwangerschaft notierte sich Melanie Oesch heimlich Namen, die ihr von Fans genannt wurden, für den Fall, dass sie einen Namen für ihr Kind suchten. Das Kinderzimmer war bereits eingerichtet, wobei sie sich bei der Auswahl der Utensilien von ihrer Mutter unterstützen liess. Die Vorfreude auf das Baby war gross, und sie liess sich von Online-Foren inspirieren, gleichzeitig aber auch von übermässiger Werbung abschirmen.
Sie gab an, dass das Baby bereits auf ihre Musik reagierte. Wenn sie sang, wurde es still, und sie war gespannt, ob dies auch nach der Geburt so bleiben würde. Eine Zwangspause für "Oesch's die Dritten" war nach der Geburt unumgänglich.
Im Frühjahr 2020 wurde Melanie Oesch zum ersten Mal Mutter eines Sohnes namens Robin. Die Geburt erfolgte im Frühling, wie ursprünglich angekündigt.

Zweite Schwangerschaft und die Geburt von Eric
Ende 2021 erwartete Melanie Oesch ihr zweites Kind. Sie war zu diesem Zeitpunkt 33 Jahre alt und bereits Mutter des 17 Monate alten Robin. Die erneute Schwangerschaft brachte ihr erneut ein Gefühl von Vorfreude und Glück.
Melanie Oesch berichtete, dass die zweite Schwangerschaft sich vom Gefühl her ähnlich wie die erste anfühlte. Anfänglich litt sie unter Kreislaufproblemen und Müdigkeit, doch später ging es ihr sehr gut. Die Anwesenheit von Robin hielt sie jedoch auf Trab, weshalb sie manchmal vergaß, dass sie schwanger war.
Sie betonte die Wichtigkeit, auf ihre Intuition zu hören und sich abzugrenzen, auch wenn sie dafür manchmal auf "blöde Sprüche" stiess. Dank ihrer öffentlichen Rolle und der Erfahrung des ständigen Unterwegsseins lernte sie, sich zurückzuziehen, ihre Stimme auszuruhen, Raum für Kreativität zu schaffen und Energie für ihre Fans zu sammeln. Diese Selbstauseinandersetzung half ihr, ihren Körper und seine Signale besser wahrzunehmen.
Um den Trubel zu bewältigen, nutzte sie einfache mentale Übungen wie Atemübungen, die gleichzeitig Stimm- und Kopftraining waren. Sie gab zu, keine Zeit für tägliche Yoga-Stunden zu haben, aber diese Übungen waren für sie besonders wichtig.
Die Familie musste ihre Pläne anpassen, da der Kalender von "Oesch's die Dritten" für die Albumtour "Die Reise geht weiter", TV-Auftritte, Festivals und Fantreffen gefüllt war. Auch Fanpost und administrative Aufgaben mussten erledigt werden.
Melanie Oesch und ihr Partner Armin holten sich Unterstützung für die Betreuung ihres Sohnes Robin. Obwohl sie weiterhin Nachtschichten einlegte, um Pendenzen zu erledigen und möglichst viel Zeit mit Robin zu verbringen, wurde der Junge nun auch von externen Personen betreut, insbesondere wenn die Familie Auftritte hatte. Jeder Tag im Herbst war durchgeplant, einschliesslich der Betreuung von Robin. Melanie Oesch hatte aus der Vergangenheit gelernt, als sie im ersten Jahr als Mutter Mühe hatte, allen Verpflichtungen nachzukommen.
Sie gestand, dass es schwierig war, sich einzugestehen, dass sie nicht alles schaffen konnte, aber dank Robin lernte sie, einen Gang herunterzuschalten. Sie fand, dass Muttersein eine Erfüllung sei und sie durch Robin im Leben angekommen sei. Sie bemerkte, dass Robin ein ausgeprägtes Rhythmusgefühl und eine technische Affinität besass und bereits das Smartphone bedienen konnte, um Musikvideos zu schauen.
Sie erlaubte Robin gelegentlich die Nutzung des Handys, da sie glaubte, dass Kinder Freiheit zur Entfaltung bräuchten. Kompromisse gab es jedoch beim Zähneputzen sowie beim Spielen mit Essen und Trinken.
Kurz vor Weihnachten, am 14. Dezember, brachte Melanie Oesch ihren zweiten Sohn zur Welt, der den Namen Eric erhielt. Sie beschrieb diesen Geburtstag als den "schönsten Geburtstag überhaupt". Ihr Partner Armin und sie waren überglücklich und genossen die Zeit als Familie. Ihr erster Sohn Robin wurde damit zum grossen Bruder.

Die Geburt der Drillinge: Eine besondere Herausforderung
Ein weiterer bedeutender Moment im Leben von Melanie Oesch war die Schwangerschaft mit Drillingen. Diese Mehrlingsschwangerschaft stellte sie vor besondere Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Art der Geburt.
Melanie Oesch lebte mit ihrem Mann und ihrem zweijährigen Sohn in Breisach bei Freiburg. Schon früh in der Schwangerschaft war ihr Wunsch klar: Sie wollte, wenn möglich, eine natürliche Geburt erleben. Der Gedanke an einen Kaiserschnitt, der bei Drillingen oft als Standard angesehen wird, fühlte sich für sie nicht richtig an.
Die Suche nach einem Krankenhaus, das ihren Wunsch nach einer natürlichen Drillingsgeburt ernst nahm, gestaltete sich schwierig. In ihrer Umgebung fand sie keine Klinik, die bereit war, eine solche Geburt zu begleiten. Über das Internet stiess sie schliesslich auf die Filderklinik und vereinbarte dort einen Termin.
In der Filderklinik fühlte sie sich zum ersten Mal verstanden und mit ihrem Wunsch nach einer natürlichen Geburt ernst genommen. Um kurz vor der Geburt keine lange Autofahrt antreten zu müssen, zog die Familie vorübergehend zu den Schwiegereltern nach Pforzheim.
In der Nacht auf den 4. Oktober kündigten sich die Drillinge an. Nach ihrer Ankunft in der Filderklinik dauerte es bis zum Nachmittag, bis Melanie Oesch in den Kreißsaal gebracht wurde. Ein grosses Team aus Ärzten und Hebammen stand bereit, um auf mögliche Komplikationen zu reagieren.
Die Geburt verlief jedoch reibungslos. Chefarzt Dr. Hauke Schütt beschrieb die Situation: "Ich hab mir die Handschuhe angezogen und zehn Minuten später waren die Kinder da." Um 15:43 Uhr erblickte Nora das Licht der Welt, zwei Minuten später folgte Malia, und um 15:49 Uhr kam Pauline zur Welt. Alle drei Mädchen kamen auf natürlichem Weg zur Welt.
Melanie Oesch war glücklich mit ihrer Entscheidung und dankte dem Team der Filderklinik. Sie betonte, dass das Team ihr ermöglicht habe, auf sich selbst zu hören und ihre Kinder so auf die Welt zu bringen, wie es für sie richtig war. Sie lobte insbesondere ihre Hebamme Valerie Köhler für ihre hervorragende Arbeit.
Dr. Hauke Schütt erklärte, dass Mehrlingsschwangerschaften zwar als Risikoschwangerschaften gelten und ein erhöhtes Komplikationsrisiko bergen, aber keine automatische Indikation für einen Kaiserschnitt bestehe. Er wies darauf hin, dass ein Kaiserschnitt eine grosse Operation sei und nicht durchgeführt werden müsse, wenn keine medizinische Notwendigkeit bestehe. Die Begründung, ein Kaiserschnitt sei einfacher zu planen, sei kein valides Argument.

Melanie Oesch über das Muttersein: "Die Erfüllung"
Melanie Oesch beschreibt das Muttersein als eine tiefe Erfüllung in ihrem Leben. Trotz der Herausforderungen und des ständigen Spagats zwischen Familie und Karriere findet sie in ihrer Rolle als Mutter eine besondere Zufriedenheit.
Sie betont, dass sie keine übermässigen Erwartungen an sich selbst als Mutter stellt, auch wenn andere Menschen dies tun mögen. Die Unterstützung durch Familie, Freunde und neu auch externe Betreuungspersonen ist für sie entscheidend. Sie weiss genau, wen sie in welchen Situationen um Hilfe bitten kann.
Ihre Erfahrung mit Sohn Robin hat sie gelehrt, auch mal einen Gang zurückzuschalten und geduldiger mit sich selbst zu sein. Die Verantwortung als Mutter hat ihr geholfen, im Leben anzukommen und eine Balance zu finden.
Auch wenn die Trennung von ihren Kindern bei Auftritten schmerzhaft sein kann, sieht sie darin auch eine Chance. Sie merkt, wie sehr ihre Kinder davon profitieren, den Tag auch mal mit jemand anderem zu verbringen. Ab Mitte Februar standen für Melanie Oesch bereits wieder Konzerte an, was ihr die erneute Herausforderung der Organisation von Betreuung und Reiseplänen abverlangte.
Trotz des vollen Terminkalenders und der Verpflichtungen als Künstlerin, geniesst Melanie Oesch die Kennenlernphase mit ihren Kindern und ist "einfach nur Mami". Dieses Gefühl verspürte sie bereits häufig, wenn sie Robin zu Hause zurückliess, und weiss, dass dieses Gefühl normal ist.