Anleitung zum Einbau von Kindersitzen, insbesondere Reboardern, im Skoda Rapid

In Deutschland besteht eine gesetzliche Kindersitzpflicht. Kinder bis zu einem Alter von 12 Jahren oder einer Körpergröße von 1,50 Metern müssen während der Fahrt in einem geeigneten Kindersitz gesichert werden. Eine spezielle Vorschrift regelt die Auswahl des Kindersitzes basierend auf Alter und Körpergröße, wobei die Gewichtsangaben bindend sind und Altersbereiche als Hinweise gelten.

Die Klassifizierung von Kindersitzen erfolgt nach der Norm UN ECE Reg.:

  • Klasse 0: Kinder bis zu einem Gewicht von 10 kg oder bis zu einem Jahr müssen in einer Babyschale transportiert werden, die entgegen der Fahrtrichtung oder quergerichtet eingebaut wird. Sie kann auf dem Beifahrersitz oder den Rücksitzen platziert werden.
  • Klasse 1: Kleinkinder zwischen 9 und 18 kg oder 1,5 und 4 Jahren fahren in einem Reboarder-Kindersitz entgegen der Fahrtrichtung.
  • Klasse 2: Gilt für Kinder zwischen 4 und 7 Jahren oder einem Körpergewicht zwischen 15 und 25 kg.

Worauf beim Einbau von Kindersitzen zu achten ist und welche Befestigungsarten es gibt

Nach der Anschaffung eines neuen Kindersitzes stellt sich für viele Eltern die Frage nach der korrekten Befestigung im Auto. Das Rückhaltesystem muss in jeder Situation fest im Fahrzeug verankert sein, um optimalen Schutz zu gewährleisten. Dabei ist zu klären, ob die Befestigung mittels Isofix oder über den Fahrzeuggurt erfolgt.

Diese Anleitung beschäftigt sich ausführlich mit den verschiedenen Möglichkeiten, einen Kindersitz im Auto zu befestigen, und wann welche Einbaumethode zum Einsatz kommt, um praktische Hilfestellungen zu geben.

Schema der verschiedenen Kindersitz-Befestigungssysteme (Isofix, Gurt, Top Tether, Stützfuß)

Einbau der Babyschale ins Auto

Die Babyschale ist häufig die erste Rückhaltevorrichtung und eignet sich für Säuglinge ab der Geburt. Sie sollte genutzt werden, bis die Kinder etwa 15 Monate alt und 76 Zentimeter groß sind (nach i-Size) oder mindestens neun Kilogramm wiegen (nach ECE R44/04). Ein Vorteil der Babyschale gegenüber einem Kindersitz ist ihre vielseitige Nutzung.

Bei der Befestigung einer Babyschale im Auto wird zwischen zwei Methoden unterschieden:

Babyschale mit Isofix befestigen

Das Isofix-System bietet eine hohe Sicherheit. Dabei greifen ausziehbare oder klappbare Haltebügel in die dafür vorgesehenen Aufnahmen des Fahrzeugs, sofern diese vorhanden sind. Sie rasten hörbar ein und stellen eine stabile Verbindung zwischen Autositz und Babyschale her. Babyschalen sind generell zur rückwärtsgerichteten Befestigung im Auto vorgesehen.

Für die Befestigung der Babyschale mit Isofix wird eine Basisstation benötigt. Diese Basisstation verfügt über Isofix und bietet eine dritte Befestigung über einen Stützfuß oder Top-Tether-Gurt, was bei Isofix Pflicht ist.

Babyschale ohne Isofix mit 3-Punkt-Gurt befestigen

Verfügt das Fahrzeug nicht über Isofix, kann die Babyschale mit dem Dreipunktgurt des Fahrzeugs befestigt werden, und zwar entgegen der Fahrtrichtung. Bei der Gurtinstallation ist darauf zu achten, dass der Autogurt wie vom Babyschalen-Hersteller beschrieben verläuft und anschließend fest angezogen wird. Der Fahrzeuggurt fixiert lediglich die Babyschale; das Kind selbst wird durch das Hosenträger-Gurtsystem der Babyschale gesichert.

Kindersitz-Einbau: Rückwärtsgerichtet zum Wohl der Kleinen

Für den Einbau eines Reboarders gelten fast die gleichen Regeln wie für Babyschalen. Es ist wichtig, dass Kinder bis zu einem Alter von mindestens 15 Monaten und 76 Zentimetern (nach i-Size) oder einem Körpergewicht von neun Kilogramm (nach ECE R44/04) - besser bis 2 Jahre oder länger - ausschließlich rückwärtsgerichtet im Auto mitfahren. Crashtests haben gezeigt, dass Babys und Kleinkinder in einem Reboarder-Kindersitz bei Bremsmanövern oder Unfällen durch die Kräfteeinwirkung besser geschützt sind.

Beim rückwärtsgerichteten Kindersitzeinbau stehen zwei Befestigungsarten zur Auswahl, die von der Ausstattung des Kindersitzes und des Autos abhängen. Die Befestigung per Isofix bietet viele Vorteile, aber auch ohne Isofix-Aufnahmen lässt sich ein Reboarder mit dem Drei-Punkt-Gurt befestigen. Bei beiden Methoden sind einige Punkte zu beachten.

Kindersitz mit Isofix befestigen

Die ersten Kindersitze mit Isofix kamen in den 1990er-Jahren auf den Markt. Die klapp- oder ausfahrbaren Rasterarme an der unteren Sitzschale bieten eine sichere Verankerung mit der Sitzbank des Fahrzeugs, sofern entsprechende Isofix-Aufnahmen vorhanden sind. Die Installation ist schnell und einfach.

Neben der Isofix-Befestigung benötigen Kindersitze eine zusätzliche Halterung im Auto:

Der Top-Tether beim rückwärtsgerichteten Kindersitz

Die Isofix-Arme fixieren den Kindersitz nur an zwei Punkten. Eine mögliche dritte Befestigung stellt der Top-Tether-Gurt dar. Dieser wird in der Regel über die Rückenlehne der Sitzbank geführt und entweder am Kofferraumboden oder an der Fahrzeughimmel-Befestigung angebracht. Der genaue Gurtverlauf kann der Bedienungsanleitung des jeweiligen Kindersitzes entnommen werden.

Der Stützfuß für den Fahrzeugboden

Die Alternative zum Top-Tether ist ein Stützfuß, der in den Fußraum der Rücksitze gestellt wird. Er ist höhenverstellbar und kann optimal an das Fahrzeug angepasst werden. Ob ein Stützfuß im eigenen Auto verwendet werden kann, hängt davon ab, ob sich Staufächer im Fußraum befinden und ob die Abdeckung tragfähig ist. Ein Blick in die Fahrzeugbeschreibung kann hierbei helfen. Es ist zu beachten, dass bei größeren Altersgruppen (100-150 cm) der Standfuß den Boden nicht mehr berühren darf, und er folglich vorwärtsgerichtet nur in den Größenklassen 76-105 cm genutzt werden kann. Diese Details sind der Anleitung des jeweiligen Sitzes zu entnehmen.

Kindersitz ohne Isofix befestigen mit dem 3-Punkt-Gurt

Wenn weder der Kindersitz noch das Fahrzeug über ein Isofix-System verfügen, kann der Kindersitz auch mit dem Dreipunktgurt der Rücksitzbank befestigt werden. Dabei muss die Führung des Fahrzeuggurts gemäß den Empfehlungen des Sitzherstellers erfolgen und der Gurt anschließend straff angezogen werden.

WIE BEFESTIGE ICH EINEN KINDERSITZ MIT ISOFIX

Kindersitz-Einbau: Vorwärtsgerichtet für ältere Kinder

Kleinkinder, die älter als 15 Monate und größer als 76 Zentimeter sind (nach i-Size) oder mindestens neun Kilogramm wiegen (nach ECE R44/04), dürfen laut Straßenverkehrsordnung (StVO) bereits vorwärtsgerichtet im Auto fahren. Experten raten jedoch dazu, die Ausrichtung entgegen der Fahrtrichtung so lange wie möglich beizubehalten.

Viele Kindersitz-Modelle bieten heute die Möglichkeit, sie wahlweise vorwärts- oder rückwärtsgerichtet einzubauen. Dies ist besonders wichtig, wenn ein mitwachsender Kindersitz eingesetzt werden soll. 360-Grad-Kindersitze bieten zudem viel Komfort, insbesondere beim Ein- und Aussteigen. Auch diese Kombisitze werden über Isofix oder den Fahrzeuggurt befestigt, wobei auch hier einige Besonderheiten zu beachten sind.

Vorwärts gerichteter Kindersitz mit Isofix befestigen

Die einfachste und sicherste Methode, einen Kindersitz in Fahrtrichtung zu befestigen, ist über die Isofix-Rasterarme. Viele vorwärtsgerichtete Modelle sind mit dieser Verankerungsart ausgestattet. Voraussetzung sind passende Aufnahmen in der Rücksitzbank oder auf dem Beifahrersitz. Darüber hinaus benötigt die Isofix-Befestigung einen zusätzlichen Haltepunkt im Auto.

Top-Tether beim vorwärtsgerichteten Kindersitz

Auch beim Vorwärtseinbau von Kindersitzen kann der Top-Tether-Gurt eine zusätzliche dritte Befestigung darstellen. Er wird im Bereich des Kofferraums oder an entsprechenden Halteösen auf der Rückseite der Rücksitzbank befestigt. Der Zusatzgurt ist in der Länge verstellbar und sollte gespannt sein. Der Gurtverlauf kann je nach Ausrichtung des Sitzes und Modell variieren.

Ein Stützfuß für den Fußraum

Die Aufgabe der zusätzlichen Halterung kann alternativ ein Stützfuß übernehmen. Er ist mit der vorderen Schale des Kindersitzes verbunden und wird auf den Fahrzeugboden gestellt. Durch die Höhenverstellung lässt er sich individuell ausrichten. Sind Staufächer im Fußraum vorhanden, muss geprüft werden, ob bei diesem Fahrzeugmodell ein Stützfuß verwendet werden kann. In der Regel darf der Standfuß nicht auf ein Staufach gestellt werden.

Vorwärtsgerichteter Kindersitz mit 3-Punkt Gurt befestigen

Anstatt mit der Isofix-Variante kann der Kindersitz auch mit dem Dreipunktgurt des Fahrzeugsitzes fixiert werden. Dazu muss der Drei-Punkt-Gurt gemäß der vorgesehenen Führung durch die speziellen Führungen des Kindersitzes gelenkt und anschließend straff angezogen werden. Ein reiner Beckengurt ist hierfür nicht ausreichend.

Achtung Sonderfall: Kindersitz mit Fangkörper

Ein Kindersitz mit einem Polsterkissen vor Brust und Bauch folgt eigenen Sicherheitskriterien. Ein Fangkörpersitz besitzt kein Gurtsystem und wird vorwärtsgerichtet eingebaut.

Vergleich von vorwärts- und rückwärtsgerichtetem Einbau eines Kindersitzes

Häufige Fehler beim Einbau von Kindersitzen

Die Sicherheit des Kindes im Ernstfall hängt nicht nur von der Beschaffenheit des Kindersitzes oder der Einbauausrichtung ab, sondern entscheidend ist auch der korrekte Einbau. Nur wenn der Kindersitz ordnungsgemäß befestigt ist, kann er die erforderliche Sicherheit bieten. Die folgenden Punkte helfen, häufige Fehler zu vermeiden:

  • Isofix ist nicht richtig eingehakt: Die Haltearme müssen hörbar einrasten und die Farbmarkierung muss auf "grün" wechseln.
  • Dreipunktgurt zu lose, nicht eng genug anliegend: Der Kindersitz hat "Spiel" und wackelt. Dies stellt ein Risiko dar. Der Gurt muss bei der Befestigung straff gezogen werden.
  • Schultergurt sitzt nicht korrekt: Auf die korrekte Führung kommt es an. Schulter- und Beckengurt müssen richtig durch die Führungen gezogen werden, damit der Kindersitz bei einem Unfall nicht wegrutscht.
  • Kopfstütze/Sitz falsch eingestellt: Die Höhen der Kopfstütze und des Seitenaufprallschutzes sollten optimal aufeinander abgestimmt sein. Es darf nur ein geringer Platz zwischen Schulter und Kopfstütze sein. Bei vielen neuen Sitzen passt sich der Anschnallgurt automatisch an, wenn die Kopfstütze verstellt wird.
  • Nicht zu früh vorwärtsgerichtet fahren: Systeme wie RotationControl von Osann verhindern ein zu frühes Vorwärtsfahren.
  • Der Standfuß steht auf einem Hohlraum im Fußraum: Wenn die Klappe dafür nicht vorgesehen ist, darf der Stützfuß nicht darauf abgestellt werden.
  • Der Top-Tether ist nicht straff genug: Wenn der Isofix-Kindersitz nach dem Einbau ruckelt, muss der Haltegurt nachgezogen werden. Das Feld sollte "grün" anzeigen.
  • Das Kind fährt vorne mit und der Airbag ist nicht ausgeschaltet: Achtung Verletzungsgefahr! Bei der Befestigung eines rückwärtsgerichteten Kindersitzes auf dem Beifahrersitz müssen die Airbags der Beifahrerseite deaktiviert sein.
  • Bei einer Sitzerhöhung muss der 3-Punkt-Gurt richtig verlaufen: Das Kind darf nicht zu klein sein; ein Gurtfix kann hierbei helfen.

Übung macht den Meister! Auch wenn der korrekte Einbau anfangs kompliziert erscheint, sind die Systeme überwiegend durchdacht und selbsterklärend, insbesondere bei Kindersitzen von Osann. Die Sicherheit der kleinen Passagiere ist ebenso wichtig wie eine unkomplizierte Anwendung.

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