Kompetenzzentrum für Gynäkologie und Brustheilkunde
Die Klinische Abteilung für Gynäkologie versteht sich als Kompetenzzentrum für die konservative und operative Behandlung von Frauen mit Erkrankungen des Genitaltraktes und der Brust. Unser Team widmet sich mit Fachkompetenz, Einfühlungsvermögen und Engagement der ganzheitlichen Betreuung unserer Patientinnen. Wir bemühen uns um eine umfassende Abklärung, Aufklärung und Therapien nach internationalen Standards. Durch die Teilnahme an österreichischen und internationalen Studien haben Patientinnen Zugang zu den neuesten Therapieansätzen.

Spezialisierte Behandlungsschwerpunkte
Brustkrebszentrum
Als Teil des CCC-Subzentrum Brust des LKH-Universitätsklinikum Graz behandeln wir jährlich über 250 neu diagnostizierte Brustkrebserkrankungen nach dem neuesten Stand der Medizin. Wir bündeln unsere Erfahrung und Kompetenz mit wissenschaftlichem Fundament und stehen Ihnen in jedem Stadium der Erkrankung bestmöglich zur Seite. Neben dem gesamten Angebot der medikamentösen Tumortherapie bieten wir ein großes Spektrum an onkoplastischen und rekonstruktiven Brustoperationen an. Unterstützend können verschiedenste wissenschaftlich fundierte Naturheilverfahren in Anspruch genommen werden.
Als eines der größten österreichischen Studienzentren werden zahlreiche nationale und internationale Studien angeboten. Drei Studienassistent*innen stehen den Teilnehmerinnen hierbei unterstützend zur Seite.
Genetikambulanz und Familiäres Krebsrisiko
Gemeinsam mit Humangenetiker*innen des Institutes für Humangenetik werden Frauen in der Genetikambulanz hinsichtlich ihres familiären Krebsrisikos beraten und getestet. Hierzu gibt es auch einen Folder zum Thema "Erbliche gynäkologische Krebserkrankungen".
Onkologische Therapien
Eine Hauptaufgabe des Schwerpunkts ist vor allem die Durchführung der zytostatischen Chemo-, Hormon- und Immuntherapie nach modernsten Methoden und den neuesten Behandlungsstrategien. Kleinere diagnostische und therapeutische Eingriffe und die onkologische Nachsorge ermöglichen gemeinsam mit anderen Einrichtungen der Klinik eine umfassende Betreuung der Patientinnen unter Berücksichtigung von diagnostischen, therapeutischen und auch psychologischen Aspekten.
Universitäre Lehre und Ausbildung
Nicht zu vergessen sind die studentische Lehre, ärztliche Ausbildung und Weiterbildung von Fachärzten. Eine S3-Leitlinie stellt die höchste evidenzbasierte Leitlinie dar. Sie wurde primär von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe initiiert und von der Deutschen Krebshilfe finanziert. Im Jahre 2020 war zum ersten Mal mit Univ.-Prof. Dr. Edgar Petru ein Mitglied der Österr.
Leistungsspektrum der Privatklinik Graz Ragnitz
Seit jeher versteht sich die Privatklinik Graz Ragnitz auch als Anlaufstelle für frauenspezifische Gesundheitsprobleme. Das Leistungsspektrum ist vielfältig.
Erkrankungen in den Wechseljahren
Auch bei Erkrankungen, die als Folge der Wechseljahre auftreten, wie etwa die Osteoporose, werden Sie bei uns bestens betreut.
Chirurgische Eingriffe und minimal-invasive Techniken
Ist ein chirurgischer Eingriff notwendig, bietet die Privatklinik Graz Ragnitz das ideale Umfeld. Zunehmend wird bei uns auf schonende minimal invasive Operationstechniken gesetzt.
Endometriose
Die Endometriose ist eine gutartige, aber oft schmerzhafte, chronische Erkrankung, bei der sich Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutterhöhle an unterschiedlichen Stellen im Körper ansiedelt. Das können weibliche Geschlechtsorgane, aber auch Organe wie etwa die Lunge sein. Als besonders unangenehm werden dabei krampfartige Bauchschmerzen, migräneartige Kopfschmerzen und Rückenschmerzen empfunden. Erste Hinweise auf die Endometriose können eine genaue Befragung sowie Tast- und Ultraschalluntersuchungen durch den Frauenarzt ergeben. Die Behandlung der Endometriose richtet sich nach der Ausdehnung und der Lokalisation der Endometriose bzw. dem Alter und einem eventuell bestehenden Kinderwunsch der Patientin. Operative Eingriffe erfolgen in der Privatklinik Graz Ragnitz nach Möglichkeit minimal invasiv mit Hilfe einer Sonde und einer Minikamera (endoskopisch).

Gebärmuttermyome
Gebärmuttermyome sind gutartige Geschwulste an der Muskelwand der Gebärmutter. Stimuliert werden diese Geschwulste durch die Östrogenproduktion. Symptomfreie Gebärmuttermyome müssen nicht unbedingt behandelt werden. Wenn sie jedoch Beschwerden verursachen, ist eine medikamentöse Therapie oft der erste Schritt der Behandlung (etwa eine Hormontherapie). Bringt dies nicht den gewünschten Erfolg, kann ein minimal-invasiver Eingriff durchgeführt werden, um das Myom zu entfernen. Eine schonende moderne Methode ist die Embolisierung. Dabei werden die Blutgefäße, die das Myom mit Nährstoffen versorgen, verschlossen.
Gebärmutterpolypen
Gebärmutterpolypen sind gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut. Sie können in jedem Alter, bevorzugt aber zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr, auftreten. Häufig verursachen die Gebärmutter-Polypen keine Beschwerden. In einigen Fällen ragen sie aus dem Zervikalkanal hinaus.
Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
Unter Gebärmutterhalskrebs versteht man eine bösartige (maligne) Zellveränderung am Schleimhautgewebe zwischen Scheide und Gebärmutter. Die Übertragung dieses Virus erfolgt in erster Linie beim Geschlechtsverkehr. In frühen Stadien verursacht Gebärmutterhalskrebs kaum oder wenn, nur unspezifische Beschwerden, etwa Schmierblutungen oder Ausfluss. Diese Krebsform kann im Vor- oder Frühstadium nur durch eine Betrachtung des Gebärmutterhalses bei der gynäkologischen Untersuchung und den Zellabstrich (PAP-Test) erkannt werden. Dabei werden Zellen von Muttermund und Gebärmutterhals mit einem Wattestäbchen entnommen und auf eventuelle Veränderungen untersucht. Besteht nach der Vorsorgeuntersuchung tatsächlich ein Verdacht auf ein Zervixkarzinom, sind weitere Untersuchungen notwendig. Wird Gebärmutterhalskrebs festgestellt, erfolgt eine kleinere Operation (Konisation = Entfernung eines kleinen Gewebskegels vom Muttermund). Dabei wird eine kegelförmige Gewebeprobe aus dem Muttermund entnommen. Dieser Eingriff kann ambulant unter Kurznarkose oder auch stationär im Krankenhaus erfolgen. Eine Konisation dient nicht nur der Diagnose, sondern ist gleichzeitig oft auch schon Teil der Therapie, da das veränderte Gewebe dabei entfernt wird.
Verbesserte Vorsorgeuntersuchungen haben speziell in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Zahl der Neuerkrankungen stark gesunken ist. Dank eines neu entwickelten Impfstoffes gegen HPV-Infektionen steht seit 2006 erstmals auch eine wirksame Prophylaxe gegen Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen zur Verfügung, die einen 100%-igen Schutz vor den Virustypen 16 und 18 gewährleistet. Durch diese Impfung wird zwar ein Großteil, jedoch nicht alle HPV-Typen erreicht.

Senkungsbeschwerden (Deszensus)
Wenn die Beckenbodenmuskulatur und Bänder, welche die Gebärmutter und Scheide im Bauchraum verankern, schwächer werden, kommt es vor allem in den Wechseljahren zu einer Absenkung von Scheide und Gebärmutter. Da die Harnblase vor der Gebärmutter liegt, kann sie ebenfalls mit der Gebärmutter absinken und eine Vorwölbung in die Scheide bilden. In einigen Fällen kommt es vor, dass die Gebärmutter so weit absinkt, dass sie teilweise oder ganz aus der Scheide herausrutscht. Häufigste Ursache für die Gebärmuttersenkung und Scheidensenkung ist eine Beckenbodenschwäche. Symptome können ein Druckgefühl nach unten und Fremdkörpergefühl sein. Die Diagnose erfolgt durch eine genaue gynäkologische Untersuchung mit Sicht- und Tastbefund sowie einer Ultraschalluntersuchung. Dabei wird der Beckenboden und die Lage der Scheide, Gebärmutter und Harnblase in Ruhe und beim Pressen beurteilt. Die Therapie hängt von den subjektiven Beschwerden, vom Schweregrad der Senkung bzw. den zusätzlichen Symptomen (z. B. Inkontinenz) und dem eventuellen Kinderwunsch ab. Bei stärkeren Senkungen oder Teilvorfällen wird meistens zu einem operativen Verfahren geraten. Das Operationsverfahren richtet sich danach, welches Organ sich wie stark gesenkt hat. Wenn möglich, wird eine Operation ohne Unterbauchschnitt durchgeführt. Eine Methode ist die TVT-Operation (TVT = Tension-free Vaginal Tape). Bei dieser relativ neuen Methode wird ein spannungsfreies Kunststoffband um den mittleren Teil der Harnröhre geschlungen. Bei einer Gebärmuttersenkung bei Frauen nach dem gebärfähigen Alter wird oft eine Gebärmutterentfernung mit einer vorderen und hinteren Scheidenplastik kombiniert.
Eierstockzysten und Eierstockkrebs
Zysten sind ballonartige Hohlräume gefüllt mit Flüssigkeit. Die Mehrzahl aller Eierstockzysten ist gutartig. Am häufigsten finden sich so genannte funktionelle Zysten, die sich meist innerhalb von zwei Monaten zurückbilden. Häufig sind Ovarialzysten nur wenige Zentimeter groß und verursachen deshalb keine Symptome. Länger bestehende Zysten sollten histologisch durch eine Gewebeuntersuchung abgeklärt werden.
Vermehren sich Zellen der Eierstöcke unkontrolliert, können sie einen bösartigen Tumor bilden. Das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken steigt mit zunehmendem Alter. Da sich der Tumor zunächst unbemerkt ausbreitet, wird Eierstockkrebs oft erst spät entdeckt. Mögliche Symptome sind dann Bauchschmerzen, eine Zunahme des Bauchumfangs durch Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum, anhaltender Brechreiz oder Veränderungen der Verdauung. Ob ein Tumor vorhanden ist, lässt sich durch eine ausführliche gynäkologische Untersuchung mit Ultraschall erkennen. Einen weiteren Anhaltspunkt liefert die Bestimmung von Tumormarkern (Eiweiße, die von den Tumorzellen produziert werden). Die Therapie richtet sich immer danach, in welchem Stadium sich der Eierstockkrebs befindet. In manchen Fällen wird nur der Eierstock mittels Bauchspiegelung entfernt. Nach der Operation schließt sich eine Chemotherapie an, die stationär oder ambulant erfolgen kann.

Harnwegsinfektionen
Unter dem Sammelbegriff der Harnwegsinfektionen versteht man die meist bakteriell bedingten Entzündungen der ableitenden Harnwege (Harnröhre, Harnblase, Harnleiter und Nierenbecken). Aus anatomischen Gründen sind Frauen sehr viel häufiger von Harnwegsinfekten betroffen als Männer. In den allermeisten Fällen kommt es zu einem Harnwegsinfekt, weil Keime über die Harnröhre nach oben steigen. Bei einer Blasenentzündung stehen die erschwerte Blasenentleerung und die heftigen brennenden Schmerzen beim Wasserlassen im Vordergrund. Mitunter findet sich auch Blut im Urin. Die Schilderung der Beschwerden im PatientInnen-Gespräch liefert bereits deutliche Hinweise auf eine Harnwegsinfektion. Mittels Harnuntersuchung im Labor kann der Erreger nachgewiesen werden. Eine unkomplizierte Blasenentzündung wird in den meisten Fällen sofort mit Antibiotika behandelt. Das gilt auch für eine akute Nierenbeckenentzündung, wobei hier das Antibiotikum speziell auf den Erreger abgestimmt wird.
Harninkontinenz (Blasenschwäche)
Als Harninkontinenz (Blasenschwäche) bezeichnet man den unfreiwilligen Verlust von Urin. Betroffene wollen dieses für sie „peinliche“ Thema oft nicht ansprechen und ziehen sich immer mehr aus dem gesellschaftlichen Leben zurück.
- Diese äußert sich meistens durch ungewollten Harnverlust beim Lachen, Husten, Niesen oder sportlicher Bewegung (Belastungsinkontinenz).
- Diese Form kann Frauen und Männer betreffen. Typische Anzeichen sind besonders häufiger und starker Harndrang und dadurch bedingt ungewollter Harnverlust (Dranginkontinenz).
Für Frauen ist der erste Ansprechpartner der Gynäkologe/Gynäkologin, eventuell auch ein Urologe. Es gibt unterschiedliche effiziente Methoden, die Harninkontinenz in den Griff zu bekommen. Die meisten Patientinnen erzielen schon durch regelmäßiges Training der Beckenbodenmuskeln gute Erfolge. In manchen Fällen sind aber auch chirurgische Eingriffe notwendig. Unterstützend können auch Medikamente wirken, und schließlich gibt es Produkte, die den Alltag von Inkontinenz-Patientinnen diskret und effizient erleichtern (z.B. spezielle Einlagen).
Hämorrhoiden
Prinzipiell hat jeder Mensch Hämorrhoiden. Es handelt sich dabei um einen Schwellkörper aus Arterien und Venen, der den Enddarm zusätzlich zum Schließmuskel abschließt. Häufigstes Krankheitsanzeichen sind Blutungen aus dem Darm. Da Blutungen aber auch Symptome anderer Erkrankungen des Darmtraktes (z.B. Darmkrebs) sein können, müssen sie entsprechend abgeklärt werden. Weiters kann es durch Irritationen der empfindlichen Haut um den Darmausgang zu unangenehmem Jucken und Brennen kommen. Im späteren Stadium treten auch Schmerzen bzw. Das Krankengespräch gibt meist schon Aufschluss über das Vorliegen eines Hämorrhoidalleidens. Zusätzlich wird der Arzt eine Tastuntersuchung von Anus und Enddarm durchführen. Dabei muss der Patient wie beim Stuhlgang leicht pressen, damit etwaige vorhandene Knoten hervortreten. Eine gesicherte Diagnose erhält man durch eine Darmspiegelung.
Mammakarzinom (Brustkrebs)
Das Mammakarzinom ist eine bösartige Veränderung des Drüsengewebes der Brust. Etwa jede 8. Frau in Österreich erkrankt daran. Heute geht man davon aus, dass bei der Entstehung von Brustkrebs viele verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Die Mehrheit aller Patientinnen mit Brustkrebs erkrankt "spontan", ohne dass in ihrer Familie bereits häufiger Brustkrebs aufgetreten wäre. Risikofaktoren können sein: das erste Kind nach dem 30. Lebensjahr.
Brustkrebs macht normalerweise weder Schmerzen noch andere typische Beschwerden, zumindest im Frühstadium. Früherkennung: regelmäßige Selbstuntersuchungen und Mammographie (ab dem 40. Lebensjahr). Besteht Verdacht auf ein Mammakarzinom, bietet eine Gewebeprobe die einzige Möglichkeit einer gesicherten Diagnose. Am häufigsten wird das Gewebe im Rahmen einer Punktion „herausgestanzt“ und histologisch untersucht. Dieser Eingriff erfolgt unter lokaler Betäubung unter Ultraschallsicht und ist für die Patientin meist nicht oder nur gering schmerzhaft. Innerhalb einer Stunde erhält man eine histologische Diagnose.
Die Brustkrebstherapie erfolgt heute sehr individuell auf jede Patientin zugeschnitten. Heute ist es bei den meisten Brustkrebs-Patientinnen möglich, bei einer Operation die Brust zu erhalten. Je nachdem, wie groß die Gefahr von Tumorabsiedelungen (Metastasen) im Körper ist, wird der Patientin zu einer zusätzlichen Therapie mit Medikamenten (Hormon-, Chemotherapie) geraten. Krebszellen können die Bestrahlungsschäden schlechter ausgleichen als gesunde Zellen und sterben ab.

Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Die Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe ist für die gynäkologische und geburtshilfliche Schwerpunktversorgung mit dem kompletten Spektrum modernster diagnostischer sowie therapeutischer Leistungen zuständig. Als Universitätsklinik betreiben wir innovative und interdisziplinäre Forschung auf internationalem Niveau. Spezielle Forschungsschwerpunkte bestehen in allen Bereichen unseres Faches. Wir decken dabei das gesamte Spektrum der universitären Forschung ab - von der Grundlagen- bis zur angewandten Forschung. Dadurch garantieren wir die Behandlung unserer Patient*innen nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft. Als Universitätsklinik sind wir darüber hinaus in praxisorientierter Lehre und Ausbildung sowohl im studentischen Bereich als auch postgraduell aktiv.
Besuchszeiten und Notfallambulanz
Besuchszeiten an der Abteilung für Gynäkologie: Die Besuchszeiten sind täglich von 15:00 bis 19:00 Uhr.
Notfallambulanz: Bei akuten Notfällen außerhalb der Ambulanzzeiten. Die Teams der Ambulanzen der Klin. Abteilung für Gynäkologie sind Montag bis Freitag von 07:30-14:30 Uhr für Sie da.
Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt: was ist das und wie läuft das ab?
tags: #krankenhaus #graz #gynakologie