Neben der wissenschaftlich begründeten Medizin gibt es im Bereich Kinderwunsch auch alternative Methoden und Ansätze, die Paare mit unerfülltem Kinderwunsch gerne ergänzend anwenden. Paare sollten sich jedoch bewusst sein, dass deren Wirksamkeit in der Regel nicht durch wissenschaftliche Studien belegt ist, bzw. es sich meist um keine medizinischen Methoden handelt. Dennoch können bestimmte Ansätze zum allgemeinen Wohlbefinden des Paares oder der Mutter beitragen.
Ein Traum für viele Frauen ist ein positiver Schwangerschaftstest. Doch ein unerfüllter Kinderwunsch kann für Frauen sehr belastend sein. Im Jahr 2018 kamen laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 787.523 Babys in Deutschland zur Welt, was einen Anstieg von 2600 Neugeborenen im Vergleich zum Vorjahr bedeutete. Auffällig ist auch die Zunahme bei Müttern über 40 Jahren: 42.904 der 2018 geborenen Babys hatten eine solche Mutter. Die Frage, warum die Babyzahlen in Deutschland wieder einen leichten Anstieg verzeichnen, bleibt offen: Wünschen sich einfach mehr Frauen ein Kind als in den Jahren zuvor? Und gibt es neben den bekannten Kinderwunsch-Behandlungen, wie der künstlichen Befruchtung oder hormonellen Behandlungen, auch alternative Methoden, die helfen schwanger zu werden?
Osteopathie als unterstützende Methode
Ja, es gibt alternative Methoden. Eine davon ist die Osteopathie - vorausgesetzt, es liegt keine medizinische Diagnose vor, die eine Schwangerschaft in jedem Fall ausschließt. Osteopathin Hella Peter erklärt, dass Osteopathie keine Wunder vollbringt, aber den Körper unterstützen kann. Durch langjährige Erfahrung in ihrer Praxis in Kiel hat sie festgestellt, dass vermehrt schwangere Frauen ihre Praxis aufsuchen, was ihr Interesse an diesem Bereich geweckt hat.
Vernarbungen und Verwachsungen können zu einer mangelnden Durchblutung führen, was wiederum das Ausbleiben einer Schwangerschaft zur Folge haben könnte. Hier kann Osteopathie durch entsprechende Behandlung für eine Verbesserung der Organdurchblutung sorgen. Dies gilt übrigens unabhängig von einem Kinderwunsch. Ebenso können gestörte neurologische Versorgungen der kleinen Beckenorgane, die beispielsweise durch Wirbelsäulen- oder Beckenblockaden entstehen können, osteopathisch behandelt werden. Auch ein Hormonungleichgewicht, das sich beispielsweise durch Zyklusstörungen zeigen kann, ist osteopathisch behandelbar, wobei die Behandlung einige Zeit in Anspruch nehmen kann.
Endometriose kann osteopathisch gut behandelt werden. Die Dauer der Behandlung ist sehr unterschiedlich und hängt von der Ursache ab. Ein Hormonungleichgewicht auszugleichen kann beispielsweise rund ein Jahr dauern.
Wann ist eine präventive Behandlung sinnvoll?
Eine präventive Behandlung beim Osteopathen ist dann sinnvoll, wenn Frauen unter chronischem Stress leiden, eine gynäkologische oder andere Bauchoperation hatten, Schmerzen bei Geschlechtsverkehr oder der Menstruation haben. In diesen Fällen kann der Gang zum Osteopathen helfen, eventuelle Störfaktoren ausfindig zu machen und behandeln zu lassen.
Auch Frauen, die die Pille einnehmen, tun gut daran, diese rechtzeitig abzusetzen und auf anderem Weg zu verhüten. Viele Zyklusstörungen nach dem Absetzen erledigen sich innerhalb eines Jahres oder schneller von selbst, da sich der Körper dann selbst reguliert.
Osteopathie unterstützt den Körper bei seinen Selbstheilungskräften. Wenn es eine sehr konkrete Diagnose gibt, die eine Schwangerschaft in jedem Fall ausschließt, kann auch die Osteopathie nicht helfen.

Der Heilpraktiker im Kinderwunschzentrum
Die alternative (Natur-)Heilkunde ist das Fachgebiet des Heilpraktikers. Um körperliche Störungen zu lokalisieren und diesen entgegenzuwirken, betrachtet er Körper und Seele als Gesamtsystem und wählt anschließend - anders als die evidenzbasierte Schulmedizin - aus einem breit aufgestellten Repertoire naturheilkundlicher Maßnahmen eine Therapieform. Diese Vorgehensweise erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit, auch beim Thema Kinderwunsch.
Heilpraktiker können bei hoher Expertise einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass Paare und Singles mit Kinderwunsch neue Wege für sich finden, um mehr Wohlbefinden und weniger Stress im Alltag zu erleben. Ebenso kann der Gang zum entsprechenden Heilpraktiker helfen, die Lebensgewohnheiten zu optimieren. Aus der Schulmedizin ist bekannt, dass unter Umständen die Reduzierung von Stress und Übergewicht sowie mehr Bewegung schon den entscheidenden Erfolg für die langersehnte Schwangerschaft bringen können.
Ein Heilpraktiker kann Betroffene somit ein Stück weit auf dem Weg zum eigenen Kind begleiten. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Alternativmedizin deutliche Grenzen hat und ein unerfüllter Kinderwunsch viele Ursachen haben kann. Das Kinderwunschzentrum Erlangen möchte das Bewusstsein dafür schärfen, dass die Schwangerschaft ein hochkomplizierter Prozess ist, der von etlichen Faktoren abhängig ist, über die Heilpraktiker per se keine Fachkenntnis besitzen.
Die europäische Fachgesellschaft ESHRE (European Society of Human Reproduction and Embryology) empfiehlt Frauen unter 35 Jahren den Besuch beim Facharzt, wenn sie innerhalb eines Jahres trotz Bemühungen nicht schwanger geworden sind. Für Frauen ab dem 35. Lebensjahr wird dieser Zeitraum auf sechs Monate verkürzt.
OvulaRing: Zyklus- und Fruchtbarkeitsdiagnostik
OvulaRing wird von Krankenkassen unterstützt und bietet eine Methode zur Zyklus- und Fruchtbarkeitsdiagnostik. Es handelt sich um einen Biosensor, der an 288 Messpunkten pro Tag die Körperkerntemperatur misst und so den kompletten Zyklusverlauf abbildet. Dies ermöglicht die präzise Bestimmung des fruchtbaren Fensters.
Die aufgezeichneten Daten werden mit Hilfe von Algorithmen ausgewertet und sind der Nutzerin und den behandelnden Ärzten sofort zugänglich. OvulaRing kann nachweislich eine verfrühte Kinderwunschbehandlung verhindern. Studien zeigen, dass Frauen, die OvulaRing nutzen, im Vergleich zu herkömmlichen IVF-Behandlungen in kürzerer Zeit schwanger werden. Nutzerinnen benötigten durchschnittlich 4,4 Monate bis zur ersehnten Schwangerschaft, während Frauen, die davor ohne OvulaRing versuchten, im Durchschnitt 14,9 Monate benötigten.
Mit OvulaRing benötigten die befragten Frauen, die es direkt damit versuchten, durchschnittlich nur 3,5 Monate, um schwanger zu werden. Im Rahmen des OvulaRing Research Program for Women's Health wurden OvulaRing-Nutzerinnen zum Zeitpunkt ihrer Geburt befragt. OvulaRing-Anwenderinnen haben im Vergleich zur IVF eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit einer gewünschten Schwangerschaft und einer gesunden Geburt. Bei 2443 Frauen mit bestätigtem Kinderwunsch kam es zu 792 Schwangerschaften und 92 Fehlgeburten, was einer Schwangerschaftsrate von 32,4 % entspricht, verglichen mit 27,8 % im IVF-Jahrbuch.

OvulaRing für gleichgeschlechtliche Paare und Singles
Für gleichgeschlechtliche Paare und Singles mit Kinderwunsch spielt das richtige Timing bei der Befruchtung eine wichtige Rolle. Eine Methode der künstlichen Befruchtung ist die Heiminsemination, bei der das Spendersperma mit einer nadellosen Spritze in die Vagina eingeführt wird. Diese Methode kann jedoch nur erfolgreich sein, wenn die Frau ihren Eisprungtag ganz genau kennt. Mit OvulaRing können Paare und Singles die Befruchtung ganz ohne ärztliche Hilfe in einem privaten Umfeld anwenden.
OvulaRing und IVF im natürlichen Zyklus
Bei der IVF im natürlichen Zyklus wird keine Stimulation der Eizellen vorgenommen und die Befruchtung findet während des natürlichen Eisprungs statt. Mit Hilfe von OvulaRing ist es möglich, eine personalisierte Stimulationsbehandlung durchzuführen und den individuellen Zeitpunkt der Eizellentnahme viel einfacher und genauer zu bestimmen. Dabei werden nicht nur der aktuelle Zyklus, sondern auch die individuelle Zyklusbiologie der Frau unter Berücksichtigung der Vorzyklen berücksichtigt. Dies führt zu einer effektiveren Therapie bei gleichzeitiger Senkung von Kosten und Nebenwirkungen.
OvulaRing analysiert den gesamten Zyklus 288 Mal pro Tag und liefert ein einzigartig genaues Bild der Fruchtbarkeit. Nutzerinnen werden im Durchschnitt bereits nach 4,4 Monaten schwanger - deutlich schneller als mit klassischen Methoden oder IVF.
Zahlreiche Erfahrungsberichte von Nutzerinnen unterstreichen die Wirksamkeit von OvulaRing, auch bei Herausforderungen wie Endometriose, erfolglosen IVFs oder nur einem Eileiter. Viele berichten von einem besseren Körpergefühl und einer einfacheren Handhabung im Vergleich zu anderen Methoden.
Natürliche Methoden zur Unterstützung des Kinderwunsches
Viele Frauen werden nach einer erfolglosen IVF oder ICSI auf ganz natürliche Weise schwanger. Studien zeigen, dass etwa jede sechste Frau nach einer künstlichen Befruchtung später spontan schwanger wird. Neben der IVF gibt es verschiedene natürliche Methoden, die den Kinderwunsch unterstützen können. Dazu zählen Zyklustracking, eine gezielte Beobachtung des Eisprungs, Ernährungsanpassungen und medizinisch geprüfte Hilfsmittel wie OvulaRing.
Der Begriff „natürliche Besamung“ beschreibt die Empfängnis ohne künstliche Befruchtung im Labor, bei der die Befruchtung der Eizelle im Körper der Frau stattfindet. Auch nach einer ICSI kann eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege eintreten. Manche Frauen berichten, dass sie nach einer erfolglosen ICSI mit Hilfe von Zyklustracking wie OvulaRing doch noch schwanger wurden.
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist eine alternative Behandlungsmethode, die gerne zusätzlich zur Schulmedizin angewandt wird. Bei einem bestehenden Kinderwunsch können TCM-Therapien dabei helfen, den Zyklus zu regulieren, die Durchblutung der Gebärmutter zu steigern und so auf sanftem Weg eine Empfängnis zu begünstigen. Üblich sind Akupunktur und die Therapie mit speziellen Mischungen aus chinesischen Kräutern.
Bei der Akupunktur werden feine Nadeln an bestimmten Akupunkturpunkten entlang der Meridiane eingestochen und verbleiben dort für etwa 20 Minuten. Chinesische Kräutermischungen gibt es in Form von Granulaten oder Konzentraten und werden von einem TCM-Arzt individuell zusammengestellt.
Die TCM betrachtet stets das Gesamtbild und behandelt neben dem Körper auch die Psyche. Studien haben nachgewiesen, dass TCM-Anwendungen begleitend zum künstlichen Befruchtungsprozess positiv wirken können.

Grundprinzipien der TCM bei Kinderwunsch
Die Grundannahme der TCM ist, dass Beschwerden und Krankheiten auf Störungen und Ungleichgewichte im Körper basieren. Fruchtbarkeitsstörungen sind demnach Folge eines Energieungleichgewichts in den Organen der Frau. In der chinesischen Philosophie sind Yin und Yang die beiden großen, gegensätzlichen Kräfte, die im Einklang ein Gleichgewicht bilden.
Für die TCM gibt es eine Vielzahl von Gründen, die die Harmonie von Körper und Geist stören können. Gynäkologische Befunde und emotionale Belastungen rauben der Frau viel Energie und Substanz. Ein häufiges Muster ist die Schwäche von Milz und Nieren, die die Befruchtung oder die Einnistung der Eizelle verhindern kann.
Die TCM berücksichtigt auch den Zustand von Zähnen, Kiefer und Wirbelsäule, um das Beschwerdebild auslösende Störfelder zu identifizieren. Die Lebensenergie Qi speist sich aus Atmung, angeborenem Potenzial (Jing) und Ernährung, was direkte Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit hat.
Ernährung und Lebensstil nach TCM
Gemäß den Grundsätzen der TCM zielt das Gesundheitskonzept auf die Stärkung durch Nahrung. Es wird zu milder, leicht verdaulicher Kost in Form warmer Speisen geraten, die auch zum Frühstück eingenommen werden sollten. Der Verzicht auf Milchprodukte jeglicher Art ist ebenfalls wesentlich. Gemieden werden sollten Tee, Kakao, Kaffee, Gewürze und Alkohol.
Die positiven Auswirkungen von Nahrungsmitteln zeigen sich energetisch nach zwei bis drei Monaten. Eine Kinderwunschbehandlung nach TCM beginnt idealerweise bereits einige Monate vor einer geplanten Schwangerschaft. Die TCM empfiehlt die Aufstellung eines auf die Persönlichkeit der Frau angepassten Ernährungsplans und den Einsatz von Heilkräutern zur Regulierung der Hormonbalance, die angeblich die Qualität von Eizellen oder Samenzellen verbessern.
Im Lebensstil empfiehlt die TCM einen Ausgleich zwischen An- und Entspannung durch Aktivitäten wie Joggen, Tanzen, Walken oder Spazierengehen. Massagen durch den Partner sind ebenfalls empfehlenswert. Studien verweisen auf eine erhöhte Schwangerschaftsrate durch Akupunktur.
Homöopathie bei Kinderwunsch
Bevor eine homöopathische Therapie begonnen wird, ist es wichtig, die möglichen Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch festzustellen. Ein erfahrener Homöopath kann dann jene Mittel wählen, die genau auf die Patientin abgestimmt sind. Mithilfe von Globuli, Tropfen oder Tabletten können Eizellenreifung, Eisprung, Fruchtbarkeit und die ersten Schwangerschaftswochen positiv beeinflusst werden, beispielsweise mit Präparaten wie Ovaria Comp. Homöopathie hilft zudem, den Zyklus und den Hormonhaushalt zu regulieren.
Wichtig: Homöopathie darf nicht in Eigenregie eingenommen werden. Konsultieren Sie in jedem Fall Ihren Arzt, eine Hebamme oder ExpertInnen im Kinderwunschzentrum Ihres Vertrauens.
Phytotherapie (Pflanzenheilkunde)
Phytotherapie ist die fachliche Bezeichnung für Pflanzenheilkunde, auch bekannt als Naturheilkunde oder „pflanzliche Hausmittel“. Bei dieser Therapieform werden unterschiedlichste Bestandteile von Pflanzen verwendet, um bestimmte Beschwerden zu lindern. Meist handelt es sich um getrocknete Blätter, Blüten oder Stängel, die als Tees oder Gurgellösungen eingenommen werden.
Bei bestehendem Kinderwunsch helfen Himbeerblättertee, Extrakte aus Mönchspfeffer, Frauenmantel, Storchenschnabel, Kapuzinerkresse, Rosmarin, Scharfgabe, Beifuß, Küchenschelle und Brennnessel. Einige davon sind auch als „Frauenkräuter“ bekannt. Wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder Ihren Arzt/Ihre Ärztin für Hinweise zur Zubereitung und Dosierung.
Körpertherapien und allgemeine Lebensstilfaktoren
Äußere Anwendungen, die von außen auf den weiblichen Körper einwirken, sorgen für Entspannung und eine Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens. Bestimmte Körpertherapien fördern zudem die Durchblutung, aktivieren das Lymphsystem, stärken das Immunsystem und sind zyklusregulierend.
Ernährung und Bewegung
Ein ausgewogener und gesunder Lebensstil erhöht die Chancen, schwanger zu werden. Die Ernährung sollte ballaststoff- und nährstoffreich sein. Bevorzugen Sie biologische, regional angebaute Lebensmittel und selbst gekochte Mahlzeiten. Konservierungs- sowie Farbstoffe und künstliche Aromen sollten vermieden werden. Alkohol darf in Maßen genossen werden, Nikotin und andere Suchtmittel sind tabu.
Gegebenenfalls können Spurenelemente, Mineralien und Vitamine (z.B. Vitamin B) supplementiert werden. Auch die gezielte Einnahme von speziell dosierten Nahrungsergänzungsmitteln kann unterstützend wirken.
Bewegung ist in der Kinderwunschzeit essenziell. Sie steigert die Durchblutung, das allgemeine Wohlbefinden und unterstützt das Immunsystem. Sport hilft zudem, den Kopf freizubekommen.

Stressmanagement und Entspannung
Dauerhafte Anspannung, Gereiztheit und Gefühle der Überforderung beeinflussen den Zyklus negativ. Es ist wichtig, einen regelmäßigen Tagesrhythmus mit ausreichend Verschnaufpausen zu etablieren. Ausdrücklich empfohlen sind Aktivitäten, die persönlich guttun, wie Hobbys, ein Kinobesuch oder ein Spaziergang im Wald. Übermäßige Belastungen im Job und im Privatleben sollten reduziert werden, ebenso wie ausreichend erholsamer Schlaf wichtig ist.
Beziehung und emotionale Unterstützung
Das Warten auf den erhofften Kindersegen kann zur Zerreißprobe für die Beziehung werden. Frust, Selbstzweifel, gegenseitige Vorwürfe und Gefühle der Ohnmacht und Trauer sind in dieser Situation menschlich und vollkommen normal. Es ist maßgeblich, wie das Paar mit dieser Achterbahn der Gefühle umgehen kann.
Es ist essenziell, die Kinderwunschphase auch als Paar zu bewältigen. Es ist empfehlenswert, jene Ressourcen zu aktivieren, die schon vor dem Kinderwunsch durch schwierige Zeiten geholfen haben. Fühlen sich Paare mit der Situation überfordert, sind TherapeutInnen und Familienberatungsstellen die richtigen AnsprechpartnerInnen, um professionelle Hilfestellungen zu erhalten.
Die Akzeptanz der Situation und der eigenen Gefühle ist der erste Schritt für ein besseres Wohlbefinden.
Hormonelle Therapien und ihre Rolle
Etwa die Hälfte aller Störungen bei unerfülltem Kinderwunsch sind hormoneller Natur. Prinzipiell sollten sämtliche Hormone und Botenstoffe, welche die Fruchtbarkeit beeinflussen können, am Anfang einer Kinderwunschbehandlung kontrolliert werden.
Gelbkörperschwäche
Das Gelbkörperhormon ist für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle von zentraler Bedeutung. Eine Gelbkörperschwäche führt in 90 % der Fälle zu einer verminderten Progesteronproduktion und in 10 % zu einer verminderten Östradiolproduktion. Eine Gelbkörperschwäche kann durch Messung der Hormone Progesteron, Östradiol und SHBG festgestellt werden.
Bei Zyklusmonitoring, Insemination oder IVF/ICSI-Therapie, bei der der Eisprung medikamentös ausgelöst wurde, tritt eine Gelbkörperschwäche praktisch nicht auf.
Clomifen zur Eizellreifung
Für die Unterstützung der Eizellreifung wird häufig Clomifen gegeben. Dieses Medikament gaukelt der Hirnanhangsdrüse vor, dass zu wenig Östrogen produziert wird, was die Ausschüttung von LH und FSH anregt und die Bildung von Follikeln stimuliert. Eine Überwachung der Eizellreifung mittels Ultraschall ist wichtig, um den Zeitpunkt des Eisprungs zu bestimmen.
Nachteile von Clomifen sind relativ häufige Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, depressive Verstimmungen und Kopfschmerzen. Zudem kann Clomifen zu einer schlechten Gebärmutterschleimhaut führen und damit die Einnistungsbedingungen verschlechtern.
Hormonelle Therapie beim Mann
Auch für den Mann gibt es in Abhängigkeit der zugrunde liegenden Diagnose hormonelle Therapieansätze zur Verbesserung der Spermienqualität. Studien zeigen eine deutliche Verbesserung der Spermiensituation bei Männern, die hormonell behandelt wurden, selbst wenn zuvor keine Spermien nachweisbar waren. Die Therapiedauer betrug zwischen drei und sechs Monate.
Clomifen und Kinderwunsch: So klappt es! 🤰🏻 (Heidi Gößlinghoff)
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