Viele kennen die Momente, in denen das Kinderzimmer, der Flur oder das Wohnzimmer nicht wiederzuerkennen ist und einem Schlachtfeld gleicht. Überall liegt Spielzeug herum, und das Aufräumen wird zur Herausforderung. Um dem Chaos Herr zu werden und gleichzeitig eine praktische Lösung zu schaffen, die Spielen und Aufräumen verbindet, ist ein Spielzeugsack, der sich in einen Spielteppich verwandelt, ideal. Dieses DIY-Projekt ist nicht nur äußerst praktisch, sondern auch eine schöne Geschenkidee für junge Familien.

Was ist ein Spielzeugsack und Spielteppich zum Zusammenziehen?
Ein Spielzeugsack zum Zusammenziehen ist eine clevere Erfindung, die zwei Funktionen in einem vereint. Beim Spielen dient die Decke als gemütliche Unterlage, auf der sich alle Spielsachen ausbreiten lassen. Ist die Spielzeit vorbei, wird die Decke einfach an ihren Kordeln zusammengezogen und verwandelt sich im Handumdrehen in einen praktischen Spielzeugsack. So ist das Spielzeug schnell verstaut und trotzdem jederzeit griffbereit. Dieses selbstgenähte Projekt ist eine wunderbare Möglichkeit, Ordnung im Kinderzimmer zu schaffen und gleichzeitig das Aufräumen für Kinder spielerisch zu gestalten.
Materialien, die Sie benötigen
Um Ihren eigenen Spielzeugsack-Spielteppich zu nähen, benötigen Sie folgende Materialien:
- Zwei verschiedene Stoffe: Ein fester Stoff für die Außenseite (z.B. Baumwolle, Canvas, Segeltuch, Wachstuch) und ein weicherer Stoff für die Innenseite (z.B. Baumwolle, Fleece). Die Größe der Stoffe hängt vom gewünschten Durchmesser des Spielteppichs ab. Gängige Maße sind beispielsweise 1,50 m x 1,50 m für einen Teppich von ca. 1,50 m Durchmesser oder 1 m x 1 m für einen Teppich von ca. 1 m Durchmesser.
- Stoff für den Tunnelzug: Etwa 20-30 cm eines strapazierfähigen Stoffes.
- Kordel: Etwa 3,20 m bis 4,90 m glattes, strapazierfähiges Kordelband.
- Optional: Ein passender Kordelstopper.
- Optional: Vlieseline (z.B. G700), wenn Sie einen dünneren Baumwollstoff für die Außenseite verwenden und diesem etwas mehr Stabilität verleihen möchten.
- Nähutensilien: Nähmaschine mit Universalnadel, Schneiderkreide oder Textilstift, scharfe Stoffschere, Maßband, Stecknadeln oder Stoffklammern, Bügeleisen.
- Optional: Ösen und Lochzange, wenn Sie Ösen anstelle von Knopflöchern für die Kordel verwenden möchten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Nähen des Spielzeugsacks
Die Anfertigung eines Spielzeugsacks ist ein überschaubares Nähprojekt, das auch für Anfänger gut umsetzbar ist. Die benötigte Zeit beträgt etwa 2 bis 3 Stunden.
1. Stoffkreise zuschneiden
Zuerst müssen Sie zwei große, möglichst quadratische Stoffstücke für den Boden des Spielzeugsacks zuschneiden. Die Größe dieser Quadrate bestimmt später den Durchmesser des fertigen Spielteppichs. Wenn Sie beispielsweise einen Spielteppich mit einem Durchmesser von 1 Meter wünschen, schneiden Sie zwei Quadrate von 1 m x 1 m zu.
- Falten Sie jeden Stoff quadratisch zweimal mittig, sodass vier Stofflagen übereinanderliegen.
- Die Ecke, an der sich alle gefalteten Stoffkanten treffen, bildet den Mittelpunkt des späteren Kreises.
- Nutzen Sie nun das Prinzip eines Zirkels: Halten Sie ein Maßband oder ein Stück Schnur am Mittelpunkt fest und zeichnen Sie mit Schneiderkreide oder einem Textilstift einen Kreisbogen im gewünschten Radius (die Hälfte des gewünschten Durchmessers).
- Schneiden Sie entlang der gezeichneten Linie durch alle vier Stofflagen.
- Beim Auffalten erhalten Sie zwei identische Stoffkreise.

2. Stoffstreifen für den Tunnelzug vorbereiten
Für den Tunnelzug benötigen Sie mehrere Stoffstreifen. Die genaue Anzahl und Größe kann variieren, je nachdem, ob Sie einen durchgehenden Tunnel oder mehrere einzelne Tunnelabschnitte wünschen.
- Schneiden Sie aus dem dritten Stoff drei Streifen mit einer Breite von etwa 12 cm zu.
- Diese Streifen werden an ihren kurzen Seiten zusammengenäht, um einen langen Streifen zu erhalten, der dem Umfang des Kreisbodens entspricht (plus etwas Zugabe).
- Falten Sie diesen langen Stoffstreifen der Länge nach mittig (die schönen Stoffseiten liegen innen) und nähen Sie die offene lange Kante mit einer Nahtzugabe von ca. 0,5 bis 1 cm zusammen.
- Drehen Sie den entstandenen Tunnelzug auf rechts. Bügeln Sie die Naht flach, um die Handhabung zu erleichtern.
3. Tunnelzug und Stoffkreise zusammennähen
Nun werden die vorbereiteten Teile miteinander verbunden.
- Legen Sie die beiden großen Stoffkreise mit den schönen Seiten nach innen aufeinander.
- Platzieren Sie den vorbereiteten Tunnelzug zwischen den beiden Stoffkreisen. Die offene Kante des Tunnelzugs liegt entlang des Kreisrandes. Achten Sie darauf, dass die Naht des Tunnelzugs nach außen zeigt. Fixieren Sie alles gut mit Stecknadeln oder Stoffklammern.
- Nähen Sie einmal rundherum mit einer Nahtzugabe von etwa 1 bis 1,5 cm. Lassen Sie dabei eine Wendeöffnung von etwa 15-20 cm frei.

4. Wendeöffnung schließen und Wenden
Nachdem Sie die Hauptteile zusammengenäht haben, muss die Wendeöffnung geschlossen und das Werkstück gewendet werden.
- Wenden Sie das gesamte Nähstück vorsichtig durch die offene Stelle auf die richtige Seite.
- Formen Sie die Rundungen gut aus, sodass der Kreis gleichmäßig liegt.
- Schlagen Sie die Nahtzugabe der Wendeöffnung nach innen und bügeln Sie sie glatt.
- Schließen Sie die Wendeöffnung entweder mit einem engen Handstich oder knappkantig mit der Nähmaschine. Alternativ kann auch einmal rundherum knappkantig abgesteppt werden, was dem gesamten Spielzeugsack einen schönen Abschluss verleiht.
5. Kordel einziehen
Der letzte Schritt ist das Einfädeln der Kordel.
- Nehmen Sie die Kordel und befestigen Sie an einem Ende eine Sicherheitsnadel.
- Führen Sie die Sicherheitsnadel mit der Kordel durch den Tunnelzug.
- Wenn Sie das andere Ende des Tunnelzugs erreicht haben, knoten Sie beide Kordelenden zusammen. Tipp: Um ein Ausfransen zu verhindern, können die Kordelenden kurz mit einem Feuerzeug angeschmolzen und versiegelt werden.
- Wenn Sie Ösen verwendet haben, fädeln Sie die Kordel so ein, dass sie zwischen den Ösen sichtbar ist und sich zum Zusammenziehen eignet.

Variationen und zusätzliche Tipps
- Ösen oder Knopflöcher: Anstelle von Knopflöchern können Sie auch Ösen in den Stoff stanzen, um die Kordel hindurchzuführen. Dies erfordert spezielle Werkzeuge, bietet aber eine sehr robuste Lösung.
- Tragegriffe: Optional können Sie aus Stoffresten kleine Tragegriffe anbringen, um den Sack leichter transportieren zu können.
- Materialwahl: Für die Innenseite eignen sich weiche Stoffe wie Samt oder Fleece besonders gut, da sie gemütlich sind. Für die Außenseite ist ein strapazierfähiger, eventuell abwischbarer Stoff wie Wachstuch oder beschichtete Baumwolle praktisch.
- Sicherheitshinweis: Kordeln können für Kleinkinder ein Sicherheitsrisiko darstellen (Strangulationsgefahr). Achten Sie darauf, dass die Kordeln nicht zu lang sind und lassen Sie kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt mit dem Aufräumsack spielen. Die Griffe sollten kürzer sein als ein einzelnes Kordelende, um die Strangulationsgefahr zu minimieren.
Was für eine Szene! 😃 Ausschnitt aus dem Film "Ganz Nah Dabei 3 – Alltagssituationen in Kitas"
tags: #krabbeldecke #als #spielzeugsack