Erfolgreicher Abschluss am St. Bernward Krankenhaus
Die Hebammenschülerinnen am St. Bernward Krankenhaus freuen sich über den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung. 14 Hebammen haben am St. Bernward Krankenhaus erfolgreich ihr Examen abgelegt. Der EVV gratuliert!
Drei Jahre lang lernten die jungen Frauen in Theorie und Praxis alles über die Betreuung von schwangeren Frauen und deren Familien vor, während und nach einer Geburt. Daneben standen unter anderem auch Fächer wie Hygiene, Gesundheits- und Arzneimittellehre, Kinderheilkunde, Biologie und Anatomie sowie Psychologie und Pädagogik auf dem Lehrplan.
Bestanden haben: Miriam Margareta Baumeister, Marielle Georges, Larissa Hund, Maike Kottkamp, Carolin Lüdemann, Mareike Meyer, Sina Rodi, Christiane Schlusche, Adriane Schöneich, Susan Schwerdtfeger, Maibritt Steffens, Jeanique Sophie Treitz, Henriette Usling und Anita Weber.
Am 1. August beginnen 15 neue Hebammen ihre Ausbildung am St. Bernward Krankenhaus. Da es nur alle drei Jahre einen Ausbildungskursus zur Hebamme oder zum Entbindungspfleger gibt, sind die Plätze heiß begehrt und bereits alle vergeben.
Förderung der physiologischen Geburt: Die Latenzphase
Schon in der Latenzphase kann die physiologische Geburt gefördert werden. Denn werden hier die Weichen richtig gestellt, können auch im weiteren Geburtsverlauf Interventionen vermieden werden. Dies war das Ergebnis einer Umfrage an der Hebammenschule am St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim, deren Ergebnisse auf einem Poster auf dem 3. DHZCongress vorgestellt wurden.
Im Rahmen der Implementierung des Expertinnenstandards zur Förderung der physiologischen Geburt am St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim wurde im April 2016 ein Unterrichtsprojekt zum Thema Latenzphase durchgeführt. Ziel war es zu erfassen, ob den Wöchnerinnen die Latenzphase bekannt ist und wie sie sie erleben.
Die Latenzphase ist „eine nicht notwendigerweise kontinuierlich verlaufende Geburtsphase, die gekennzeichnet ist durch schmerzhafte Wehen, das Verstreichen der Zervix und eine Eröffnung des Muttermundes bis auf vier Zentimeter“ (NICE 2007: 139). In dieser Phase merken die Frauen, dass sich nun etwas in ihrem Leben verändern wird und dass etwas Neues beginnt. Mit der Latenzphase beginnt die Geburt und viele Schwangere, besonders Erstgebärende, sind in dieser Zeit verunsichert. Sie stellen sich viele Fragen, auf die sie selbst nur selten Antworten finden. Also gehen sie mit starken Schmerzen und der Ungewissheit auf das Kommende in den Kreißsaal.
Eine frühzeitige Aufklärung der Frauen und der von ihnen gewählten GeburtsbegleiterInnen bereits in der Schwangerschaft über diese Phase der Geburt ist sehr wichtig. In Studien hat sich gezeigt, dass die Schwangere dadurch mit mehr Selbstvertrauen und Sicherheit in die Latenzphase geht. Vor allem, wenn sie sich in dieser Phase in einer ruhigen und entspannten Umgebung außerhalb des Kreißsaals befindet. Es folgt also eine spätere Aufnahme in den Gebärräumen und damit verbunden weniger Interventionen unter der Geburt.
Im Verlauf der Arbeit wurden 125 Wöchnerinnen, die spontan, vaginal-operativ oder per sekundärer Sectio im St. Bernward Krankenhaus geboren hatten, gebeten, einen einseitigen Fragebogen auszufüllen. Alle Daten wurden anonym erhoben. Der Befragungszeitraum erstreckte sich vom 31. März bis zum 13. April 2016. 46 ausgefüllte Fragebögen (36,8 Prozent) wurden zurückgesandt und konnten ausgewertet werden.
Es zeigte sich unter anderem, dass fast allen Frauen die Latenzphase unbekannt war. Besonders wichtig in der Latenzphase waren ihnen eine ruhige gemütliche Atmosphäre sowie eine kontinuierliche Betreuung durch eine Hebamme und/oder eine Hebammenschülerin. Die erhobenen Daten und Wünsche der Frauen konnten in die Gestaltung eines Vorwehenzimmers einfließen lassen. Dieser Raum wurde renoviert und neu möbliert. Außerdem wurde ein Informationsflyer zur Latenzphase erstellt, der den schwangeren Frauen in der Hebammensprechstunde am St. Bernward Krankenhaus ausgehändigt wird.

Hausgeburten im Trend
Planen Sie eine Hausgeburt? Während in anderen europäischen Ländern, vor allem in den Niederlanden, in häuslicher Umgebung viel mehr Kinder als bei uns geboren werden, liegen Hausgeburten inzwischen wieder mehr im Trend. Seit kurzem ist in Großbritannien die Hausgeburt die "Entbindung der ersten Wahl". Hier spricht die neueste Leitlinie des National Institute for Health and Care Excellence (NICE) davon, dass für etwa die Hälfte aller Frauen mit einer unkomplizierten Schwangerschaft eine Hausgeburt (oder die Geburt in einem von Hebammen geleiteten Geburtshaus) „sicherer“ ist als die Geburt in einer Klinik.
Das National Institute for Health and Care Excellence (NICE) gibt Empfehlungen für den steuerfinanzierten staatlichen britischen Gesundheitsdienst (NHS) heraus. Denn - so NICE - die Rate der geburtshilflichen Interventionen (von Regionalanästhesie über Episiotomie und assistierte Geburt mit Zange oder Saugglocke bis zum Kaiserschnitt) ist geringer, ohne dass sich die Komplikationsrate erhöht.
Gerade Frauen in den Niederlanden ziehen die heimische Atmosphäre der Klinik vor und entbinden mit Unterstützung einer Hebamme ihre Babys zu Hause. Jedes dritte Kind kommt in den Niederlanden im Elternhaus auf die Welt. Die Niederländerinnen empfinden die natürliche Geburt als wunderschönes Erlebnis und erleben sie in familiärer, intimer und vertrauter Atmosphäre. Auch bei uns in Deutschland war die Hausgeburt bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts noch die Regel - danach dann die Geburt in einer Klinik.
Ein niederländisches Institut hat eine Reihe an Daten ausgewertet, die in einem Zeitraum von sechs Jahren erhoben wurden. Bei insgesamt 530.000 Geburten wurde weder bei der Gebärenden noch beim Neugeborenen ein Unterschied zur Todesrate in einer Klinik nachgewiesen. Fast 60 Prozent der niederländischen Schwangeren haben sich für eine Hausgeburt entschieden, 31 Prozent für die Geburt in einem Krankenhaus. Dabei mussten nur 7 von jeweils 10.000 Neugeborenen in die Klinik gebracht werden oder verstarben. So ist gemäß dieser Studie eine Hausgeburt nicht weniger sicher als die Entbindung im Krankenhaus.
Die bisher umfangreichste Studie zu Geburten zu Hause oder in außerklinischen hebammengeleiteten Einrichtungen (Geburtshäusern) in Deutschland ist im Jahre 2007 erschienen und wird von der Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe e.V. Hamburg gesamt (und Hausgeburten) Haus für Geburt und Gesundheit, Hebammen Brown & Partnerinnen (Hebammen-Ambulanz, Geburtshaus), Caspar-Voght-Str. Die "Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe" (QUAG e.V) ist eine unabhängige Einrichtung und informiert über außerklinische Geburten. Die Broschüre zur Hausgeburt "Zu Hause und im Geburtshaus" ist kostenfrei bei der QUAG e.V. erhältlich.

Die verschiedenen Rollen der Hebamme
Hebammen begleiten Frauen von Beginn der Schwangerschaft an, während der Geburt und der anschließenden Stillzeit. Vom ersten Tag der Schwangerschaft an können Sie sich jederzeit von einer Hebamme beraten lassen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Hebammen-Leistungen und für die Gespräche. Ihre Hebamme betreut Sie nach der Geburt im Wochenbett. Jede Frau kann nach der Geburt die Hilfe einer Hebamme bis mindestens acht Wochen nach der Geburt in Anspruch nehmen. Diese Nachsorge wird von den Krankenkassen bezahlt.
Es gibt eine freie Hebamme, eine Beleghebamme, eine Hausgeburtshebamme und eine Familienhebamme. Wer blickt da noch durch? Unsere Redaktion sagt Ihnen, was Sie wissen müssen.
- Freie Hebamme: Bietet umfassende Betreuung während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.
- Beleghebamme: Eine Hebamme, die Sie in Ihrer Wunschklinik während der Geburt begleitet. Sie bietet eine 1:1-Betreuung.
- Hausgeburtshebamme: Spezialisiert auf die Betreuung von Geburten im häuslichen Umfeld.
- Familienhebamme: Bietet intensive Unterstützung für Familien in besonderen Situationen, oft über das Wochenbett hinaus.
Geburt-in-Hamburg-TPP: Suchen Sie sich frühzeitig eine Hebamme, die Sie während Ihrer Schwangerschaft und nach der Geburt begleitet. Sie können ruhig schon ab der 12. Woche damit beginnen. Die Leistungen werden von der Krankenkasse bezahlt. Wenn Sie mögen, denken Sie auch über das Angebot von Beleghebammen nach.
Soll Ihr Baby zu Hause, im Kreis der Familie geboren werden? Ab der sechsten Woche nach der Geburt sollten Sie einen Rückbildungskurs zur Stärkung von Beckenboden und Bauchmuskeln besuchen. In diesem Bereich erstellen wir derzeit für Sie Informationen und Übersichten der Hebammen in Hamburg und Umgebung.
Die Ausbildung zur Hebamme
Die Ausbildung zur Hebamme oder zum Entbindungspfleger ist eine schulische Ausbildung an Berufsfachschulen und dauert in der Regel drei Jahre. Sie beinhaltet theoretische und praktische Einheiten und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Bei Krankenschwestern verkürzt sich die Ausbildungszeit auf zwei Jahre.
Der Beruf der Hebamme wird oft verklärt. Dabei sind Schichtdienst in der Klinik, Rufbereitschaft und hohe Versicherungsbeiträge große körperliche und finanzielle Belastungen. Nichtsdestotrotz ist es sehr befriedigend, den neuen Menschenkindern auf die Welt zu helfen und sie am Beginn ihres Lebens zu begleiten.

Hebammenleistungen: Was wird von der Krankenkasse übernommen?
Die Krankenkassen (gesetzlich wie privat) übernehmen in der Regel viele Hebammen-Leistungen.
Hebammen-Leistungen vor der Geburt (Schwangerschaft)
- Persönliche/telefonische Hebammen-Beratung
- Hebammen-Vorsorgeuntersuchungen (Ausnahme: Ultraschall)
- Geburtsvorbereitungskurs für die Schwangere (einzelne Kassen übernehmen auch den Anteil des Mannes bei Paarkursen)
- Geburtsvorbereitungskurs für den Partner (nur einzelne Kassen)
- Alternative Methoden, z.B. Akupunktur (nach Absprache)
Hebammen-Leistungen nach der Geburt
- Täglicher Hebammen-Hausbesuch (bei besonderen Problemfällen auch bis zu zwei Mal täglich) in den ersten 10 Tagen nach der Geburt
- 16 weitere Hebammen-Besuche in den ersten acht Wochen nach der Geburt
- 4 weitere Hebammen-Besuche bei Stillproblemen (ggf. auch länger)
- Rückbildungskurs (oft in Hebammenpraxen angeboten)
Die Krankenkasse zahlt die Leistungen, die vor, während und nach der Geburt in Anspruch genommen werden. Ausnahmen sind Zusatzleistungen wie Yogakurse, Säuglingspflegekurse oder Babymassage.
Suche nach der richtigen Hebamme
Alles Warten hat ein Ende: Bald ist Ihr Liebstes da. Natürlich sind Sie nun ganz bei Ihrem Baby. Wir halten Ihnen den Kopf frei und haben Ihnen hier eine kleine Liste zusammengestellt von Dingen, die Sie rund um die Hebammensuche nicht außer acht lassen sollten.
Hebamme: Suchen Sie sich frühzeitig eine Hebamme, die Sie während Ihrer Schwangerschaft und danach (Wochenbett) begleitet. Sie können ruhig schon ab der 12. Woche damit beginnen. Die Leistungen werden von der Krankenkasse bezahlt. Viele Frauenarztpraxen in Hamburg arbeiten auch mit Hebammen zusammen. Informationen erhalten Sie dann auch dort.
Beleghebamme: Eine Möglichkeit die Geburt in einer persönlichen, vertrauten Atmosphäre zu erleben, bietet Ihnen die Geburtsbegleitung durch eine Beleghebamme. Sie haben sozusagen eine 1:1-Betreuung. Jedoch sollten Sie schon in der frühen Schwangerschaft den Kontakt zu einer Beleghebamme herstellen. Beleghebammen sind oft stark ausgebucht. In individuellen Gesprächen lernen Sie sich kennen und besprechen das weitere Vorgehen. Diese Hebamme ist in der gesamten Schwangerschaft für Sie da, um Sie auf Ihrem Weg zur Elternschaft zu begleiten. Wichtig ist, dass Ihre "Wunsch-Hebamme" Sie auch bei Ihrer Geburt in Ihrer "Wunsch-Geburtsklinik" begleiten kann. Bitte erkundigen Sie sich in jedem Fall danach!
Doula: Doulas sind erfahrene Geburtsbegleiterinnen - sozusagen "die gute Freundin an der Seite der Frau". Sind Sie schwanger und suchen nach einer liebevollen, kontinuierlichen Begleitung während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett? Dann kann eine Geburtsbegleiterin - eine Doula - helfen.
Babyplaner (Babyplanner): Vielleicht kennen Sie ja bereits Hochzeitsplaner. Babyplanner organisieren gemeinsam mit Ihrer Familie alles Anstehende, informieren über Termine und Checklisten zur Geburt und unterstützen werdende wachsende Familien auf dem Weg in ein Leben mit Baby.
Mütterpflegerinnen: Mütterpflegerin ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Grundsätzlich darf sich jeder so nennen. Es gibt inzwischen verschiedene Ausbildungen - vom Fachwissen zum Stillen über pädagogische und psychologische Kenntnisse bis hin zu Kochrezepten für bewusste Ernährung. Die Arbeit der Mütterpflegerinnen soll eine Lücke zwischen der rein physischen Unterstützung durch Haushaltshilfen und der sehr spezialisierten Arbeit von Hebammen schließen. Oft wird die Arbeit auch als "Alternative" für die Mütter gesehen, die aufgrund des Hebammenmangels keine Hebamme gefunden haben.
Geburtsklinik, Hausgeburt oder Geburtshaus: Erkundigen Sie sich frühzeitig, wo und wie Sie entbinden möchten. Alle Krankenhäuser und die meisten Geburtshäuser bieten Informationsabende zur Entbindung an, in der Regel inklusive Kreißsaal-Besichtigung bzw. Besichtigung der Räumlichkeiten der Geburtshäuser. Es gibt auch Kliniken, bei denen man sich schon sehr früh anmelden muss.
Einige Mütter benötigen besonders viel Hilfe. Familienhebammen können sich für die junge Mutter und für ihre Familie besonders viel Zeit nehmen und besonders helfen. Familienhebammen bieten ein vielfältiges und kostenfreies Angebot für Schwangere und Mütter mit Säuglingen und Kleinkindern bis zum ersten Lebensjahr.

Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen
Am 9. März 2026 hat das Oberlandesgericht Wien das Urteil aus erster Instanz gegen eine Hebamme aufgehoben, die für den Tod eines neugeborenen Mädchens verantwortlich gemacht worden war. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 19. März Anforderungen an Strukturen und Prozesse einer durchgängig hebammengeleiteten Betreuung von Geburten im Krankenhaus beschlossen.
Hebammen aus dem EU-Ausland sollen künftig im Saarland auch ohne offizielle Anerkennung durch deutsche Behörden arbeiten dürfen. Seit 1. November 2025 ist ein neuer Hebammenhilfevertrag in Kraft, der Beleghebammen finanziell benachteiligt. Ein neu eröffnetes Geburtshaus in Trier muss seinen großen Geburtsraum vorerst schließen.
Das Aktionsbündnis Gesundheit rund um die Geburt in Niedersachsen begrüßt den politischen Beschluss, der erstmals ermöglicht, finanzielle Mittel für konkrete Projekte im Landeshaushalt zu verankern.
Die rheinland-pfälzischen Abgeordneten des Bündnis90/Die Grünen wollen sich für eine Abschaffung von § 218 starkmachen.