Der Wunsch nach einem Kind ist für viele Paare eine Herzensangelegenheit, doch nicht immer stellt sich die Schwangerschaft sofort ein. Es ist durchaus normal, dass es einige Monate dauert. Wer seinen Körper auf eine Schwangerschaft vorbereiten und die Chancen auf eine Empfängnis auf natürliche Weise verbessern möchte, kann verschiedene Maßnahmen ergreifen. Von einer bewussten Lebensweise bis hin zur Anwendung pflanzlicher Präparate - es gibt natürliche Mittel, die auf dem Weg zum Wunschkind unterstützen können.
Homöopathische Mittel bei Kinderwunsch
Die klassische Homöopathie behandelt Frauen und Männer mit Kinderwunsch individuell. Bis heute gibt es keine wissenschaftlichen Belege, dass homöopathische Mittel bei Kinderwunsch helfen. Dennoch empfehlen Heilpraktiker zur Unterstützung des Eisprungs und zur Förderung der Fruchtbarkeit verschiedene Präparate:
- Argentum metallicum praeparatum und Bryophyllum compositum: Diese werden dreimal täglich in einem Abstand von 30 Minuten in einer Dosierung von 5 Globuli empfohlen.
- Ovaria compositum: Fünf Globuli sollten nur abends eingenommen werden.
Die Einnahmeempfehlung für diese Mittel ist in der ersten Zyklushälfte bis zum Eisprung. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Präparate nicht bei Myomen und Zysten eingenommen werden sollten.
Schüßler-Salze bei Kinderwunsch
Schüßler-Salze sind potenzierte Mineralsalze, die in homöopathischer Dosierung bei vielen Beschwerden im Alltag eingesetzt werden. Auch hier fehlen wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit. Entwickelt wurden die Salze vom Homöopathen Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler. Bei unerfülltem Kinderwunsch können folgende Schüßler-Salze ausprobiert werden:
- Nr. 2 Calcium phosphoricum: Stärkt Knochen und Zähne.
- Nr. 3 Ferrum phosphoricum: Unterstützt das Immunsystem.
- Nr. 4 Kalium chloratum: Baut die Schleimhäute auf.
- Nr. 5 Kalium phosphoricum: Gut für Psyche, Nerven und Muskeln.
- Nr. 6 Kalium sulfuricum: Entgiftet.
- Nr. 7 Magnesium phosphoricum: Stärkt Nerven und Muskeln.
- Nr. 8 Natrium chloratum: Reguliert den Flüssigkeitshaushalt, stärkt Willenskraft und Durchhaltevermögen.
- Nr. 11 Silicea: Gut für Haut, Haare, Nägel, Knochen, Bänder, Muskeln und Bindegewebe.
- Nr. 19 Cuprum arsenicosum: Stärkt Muskeln und Blut.
- Nr. 26 Selenium: Aktiviert den Zellschutz und steigert die Leistung.
Kräuter und Tees bei Kinderwunsch
Die Samen von Mönchspfeffer regulieren den Hormonhaushalt und können den Eisprung fördern. Die Wirkung ist medizinisch nachweisbar. Heilpraktiker empfehlen jeden Morgen eine Tasse Tee aus Mönchspfefferfrüchten oder alternativ Mönchspfeffer-Tropfen oder Kapseln aus der Apotheke.
Weitere Kräuter, die bei Kinderwunsch helfen können:
- Blutstärkend (Tees für die erste Zyklushälfte): Chinesische Angelikawurzel, Beifußkraut, Himbeerblätter, Salbeiblätter.
- Entspannend und blutflussfördernd (Tees für die zweite Zyklushälfte): Frauenmantel, Schafgarbe, Zitronenmelisse.

Folsäure bei Kinderwunsch
Während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit benötigt der Körper mehr Folsäure als gewöhnlich. Folsäure unterstützt den Zellaufbau des Kindes im Mutterleib und beugt einem Neuralrohrdefekt (offener Rücken) bei Neugeborenen vor. Schwangere sollten deshalb routinemäßig ein Folsäure-Präparat einnehmen, damit sie nicht unterversorgt sind. Ärzte empfehlen Frauen mit Kinderwunsch, sofern planbar, bereits vier Wochen vor einer bestätigten Schwangerschaft und länger vorsorglich Folsäure-Tabletten einzunehmen. Folsäure wird für den Aufbau des Nervensystems des Kindes schon zwischen dem 21. und dem 27. Schwangerschaftstag benötigt, da sich während dieser Zeitspanne das Neuralrohr schließt. Zu diesem Zeitpunkt wissen aber die wenigsten Frauen, dass sie schwanger sind. Eine Unterversorgung von Eisen, Vitamin B12 und Folsäure führt zu einer Blutarmut (Anämie) und stellt damit ein Risiko für Mütter und ihre ungeborenen Kinder dar.
Der Einsatz von HCG im Kontext von Fruchtbarkeit und Diäten
Das humane Choriongonadotropin (hCG) ist ein natürlich vorkommendes Hormon, das primär in der Plazenta gebildet wird und eine Schlüsselrolle in der Aufrechterhaltung der Schwangerschaft spielt. Durch seine Fähigkeit, die Synthese von Progesteron in den Eierstöcken zu stimulieren, unterstützt es die Implantation und das Wachstum des Embryos. In der Medizin wird hCG therapeutisch zur Behandlung von Unfruchtbarkeit eingesetzt, um bei Frauen den Eisprung auszulösen.
HCG und die 21-Tage-Stoffwechselkur (HCG-Diät)
Die 21-Tage-Stoffwechselkur, auch bekannt als HCG-Diät, wurde in den 1950er-Jahren vom Arzt Albert Simeons entwickelt. Die Idee basierte auf der Beobachtung, dass schwangere indische Frauen trotz geringer Energiezufuhr mehr Fett- als Muskelgewebe verloren und leistungsfähig blieben. Simeons führte dies auf die erhöhten hCG-Konzentrationen während der Schwangerschaft zurück. Bei der Diät wird neben einer stark kalorienreduzierten Kost (oft nur 500 kcal pro Tag) eine geringe Dosis hCG eingenommen, üblicherweise in Form von Globuli, Tropfen oder Sprays. Das Hormon soll dem Körper vorgaukeln, dass er schwanger ist und einen Fötus versorgen muss, was angeblich zu einem schnelleren Fettabbau an Hüften und Oberschenkeln führen soll, bei gleichzeitig geringerem Muskelverlust.
Wissenschaftliche Bewertung der HCG-Diät
Trotz der Popularität der HCG-Diät gibt es erhebliche wissenschaftliche Bedenken hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit. Zahlreiche Studien, darunter auch Meta-Analysen, konnten keine Evidenz dafür finden, dass hCG zusätzlich zu einer energiereduzierten Diät die Fettverteilung im Körper verändert, das Hungergefühl bremst oder zu einer schnelleren Gewichtsabnahme führt. Der Gewichtsverlust ist primär auf die drastische Kalorienreduktion zurückzuführen.
Die Food and Drug Administration (FDA) erklärte bereits 1976, dass hCG-Injektionen weder sicher noch effektiv für die Gewichtsabnahme seien. Auch die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft kam 1987 zu dem Ergebnis, dass hCG weder eine "fettmobilisierende" Wirkung noch einen Einfluss auf Appetit oder Hungergefühl hat.
Risiken und Nebenwirkungen der HCG-Diät
Die extreme Kalorienrestriktion auf 500 kcal pro Tag birgt erhebliche Risiken:
- Nährstoffmängel: Die stark reduzierte Kalorienzufuhr kann zu Mangelerscheinungen an wichtigen Nährstoffen, Mineralstoffen und Vitaminen führen.
- Stoffwechselverlangsamung: Der Stoffwechsel kann sich extrem verlangsamen, was nach Ende der Diät zu einem schnellen Jo-Jo-Effekt führt.
- Gesundheitliche Schäden: Es besteht das Risiko von Herz-Rhythmus-Störungen, Nierensteinen und Muskulaturabbau.
- Nebenwirkungen von hCG: Mögliche Nebenwirkungen des Hormons sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Depressionen, Störungen der Regelblutung und ein erhöhtes Thromboserisiko.
- Wechselwirkungen mit Verhütungsmitteln: Die Einnahme von hCG kann die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel beeinträchtigen.
Experten, darunter die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), raten dringend von der HCG-Diät ab. Die DGE empfiehlt eine Kalorienreduktion auf maximal 1.000 Kilokalorien. Zudem ist der Kauf von HCG-Präparaten im Internet mit Risiken verbunden, da diese im schlimmsten Fall gesundheitsschädlich oder giftig sein können. HCG-Produkte dürfen nicht als Abnehmhilfe verkauft werden.
Wann zur Kinderwunschklinik?
Die Wartezeit für eine Schwangerschaft, bis medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden sollte, hängt vom Alter und der medizinischen Vorgeschichte ab:
- Gesunde Frauen unter 28 Jahren: Können etwa eineinhalb Jahre warten, wenn beim Partner keine Vorerkrankungen bekannt sind.
- Frauen zwischen 28 und 32 Jahren: Sollten nach etwa einem Jahr Wartezeit einen Arzt konsultieren, wenn keine Schwangerschaft eintritt.
- Frauen über 32 Jahren: Sollten sich nach etwa einem halben Jahr ärztlich untersuchen lassen.
Kinderwunsch-Behandlungen sind umso erfolgreicher, je jünger eine Frau ist. Auch bei wiederholten Fehlgeburten ist es ratsam, die Ursachen abklären zu lassen.
Organische Ursachen und Fruchtbarkeitstests
Organische Probleme gehören zu den häufigsten Ursachen für eine ausbleibende Befruchtung. Dazu zählen Endometriose, Fehlbildungen der Gebärmutter oder Eileiterverschluss bei der Frau, sowie Krampfadern am Hodensack beim Mann. Die Reproduktionsmedizin bietet unkomplizierte Methoden zur Überprüfung der Fruchtbarkeit von Mann und Frau, einschließlich der Spermien- und Eizellenqualität.
Hormonelle Probleme und Lebensgewohnheiten
Hormonelle Ungleichgewichte, sei es bei den Schilddrüsen- oder Sexualhormonen, können ebenfalls eine Rolle spielen. Eine ungünstige Lebensweise, wie der Konsum von Suchtmitteln, einseitige Ernährung oder Stress, kann Körper und Seele belasten und indirekt zu Kinderlosigkeit führen.
Stressreduktion und psychische Blockaden
Chronischer Stress kann die hormonelle Balance stören und den Eisprung verzögern oder verhindern. Methoden wie Yoga, Meditation oder gezielte Entspannungstechniken können helfen, Stress abzubauen. Auch seelische Blockaden und destruktive Glaubenssätze können Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch sein. Eine psychologische Beratung kann Paaren helfen, den Erwartungsdruck abzubauen und sich gegenseitig zu unterstützen.
Mikronährstoffversorgung
Gefüllte Mikronährstoffdepots der Mutter unterstützen einen regelmäßigen Zyklus, die Empfängnis und die gesunde Entwicklung des Kindes. Eine adäquate Versorgung mit essentiellen Nährstoffen wie Folsäure, Omega-3-Fettsäuren, Zink, Eisen, Vitamin B12 und Jod ist bereits zu Beginn der Familienplanung wichtig. Spezialisierte Präparate können hierbei helfen.

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