Das humane Choriongonadotropin, kurz hCG, ist ein entscheidendes Hormon in der Frühschwangerschaft. Es spielt eine zentrale Rolle für den Erhalt der Schwangerschaft und ist oft eines der ersten Anzeichen dafür, dass eine Frau ein Baby erwartet. Dieses Hormon, das auch als Schwangerschaftshormon bekannt ist, wird vom Körper produziert, sobald sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat. Die Bestimmung von hCG im Blut oder Urin ist daher ein wichtiger Indikator für eine Schwangerschaft und wird zur Bestätigung und Überwachung eingesetzt.

Was ist hCG und warum ist es wichtig?
Beta-hCG (humanes Choriongonadotropin) ist ein Glykoprotein, das primär von den embryonalen Trophoblastzellen kurz nach der Implantation in der Gebärmutter gebildet wird. Der rasche Anstieg des hCG-Werts nach der Empfängnis ist ein sicherer Marker für eine frühe Bestätigung der Schwangerschaft. Physiologisch betrachtet erhält Beta-hCG den Gelbkörper, der wiederum die Synthese von Progesteron und Östrogen ermöglicht. Diese Hormone sind essenziell für die Aufrechterhaltung der Gebärmutterschleimhaut und verhindern das Einsetzen der Menstruation. Ohne ausreichend hCG würde die Schwangerschaft sehr früh enden.
Der vollständige Name lautet Humanes Choriongonadotropin. Sobald sich die befruchtete Eizelle in deiner Gebärmutter einnistet, beginnt dein Körper mit der hCG-Produktion. Dieser Moment ist biologisch entscheidend. Am Anfang steht der Eisprung. Wird die Eizelle befruchtet, wandert sie durch den Eileiter in die Gebärmutter. Dort nistet sie sich ein. Ab genau diesem Zeitpunkt beginnt die frühe Plazenta mit der Produktion von hCG. Die Plazenta ist das Versorgungsorgan deines Babys.
hCG beeinflusst viele körperliche und seelische Veränderungen. Nicht jede Frau hat alle Symptome. Manche kaum welche. Andere sehr stark. Der hCG-Wert ist übrigens ein Grund für die sehr häufig auftretende Übelkeit in der Schwangerschaft. Aus diesem Grund liest man immer wieder, die Schwangerschaftsübelkeit sei ein „Schutz vor einer Fehlgeburt“.
Nachweisbarkeit von hCG: Wann und wie?
Das Schwangerschaftshormon hCG lässt sich im Urin und im Blut nachweisen, sobald sich der Embryo an der Gebärmutterwand festgesetzt hat, was typischerweise zwischen dem 6. und 14. Tag nach der Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle geschieht. Bereits sechs bis neun Tage nach der Befruchtung kann durch eine ärztliche Untersuchung das schwangerschaftserhaltende Hormon humanes Choriongonadotropin (hCG) im Blut nachgewiesen werden. Noch einmal eine Woche später, also zum Zeitpunkt der eigentlichen Menstruation und ca. 14 Tage nach der Befruchtung tritt hCG auch im Urin der Schwangeren auf.
Schwangerschaftstests für zu Hause
Schwangerschaftstests zur Heimanwendung beruhen darauf, hCG in deinem Urin nachzuweisen. Sie sind in verschiedenen Formen erhältlich, wie z. B. Streifen-, Kassetten- oder Mittelstrahltests. Alle bestimmen dasselbe Schwangerschaftshormon: das hCG. Normalerweise liefern sie ab dem 5. bis 10. Tag nach dem Ausbleiben deiner Regel sichere Ergebnisse, doch einige besonders sensible Tests können die Schwangerschaft bereits 10 Tage nach der Befruchtung nachweisen. Urintests haben eine Nachweisgrenze von 20 bis 100 mU/ml, abhängig vom Hersteller des Tests. Die hCG-Konzentration ist übrigens im gesammelten Morgenurin am größten.
Wichtiger Hinweis: Lies dir immer die Anleitung des Tests genau durch! Ein positives Testergebnis kannst du ziemlich sicher als Schwangerschaft ansehen. Ein negativer Test kann jedoch auch bedeuten, dass du zu früh getestet hast. Wenn deine Periode weiter ausbleibt, solltest du 2 bis 3 Tage später erneut einen Test durchführen.
Blutuntersuchung auf hCG
Eine ärztliche Fachperson kann dir einen Bluttest verschreiben, um den hCG-Wert zu ermitteln. Dies ist besonders hilfreich, wenn es zu Blutungen gekommen ist und eine Fehlgeburt eintreten könnte. Der Bluttest misst hCG direkt im Blut und ist genauer als ein Urintest. In der Kinderwunschklinik oder -praxis ist die Messung des hCG-Wertes gängige Praxis. Wenn Du auf natürlichem Weg schwanger bist, kann es sein, dass Dein hCG-Wert im Blut nicht bestimmt wird - dies ist normal und muss Dich nicht verunsichern. Sobald der Frauenarzt im Ultraschall eine Fruchthülle sieht, weiß er auch ohne hCG-Wert-Bestimmung, dass Du schwanger bist.
Der früheste Nachweis einer Schwangerschaft ist im Blut ca. 1 bis 2 Wochen nach der Befruchtung möglich (4. SSW bis 5. SSW, also 3 bis 4 Wochen nach dem ersten Tag der letzten Menstruation). Der Wert sollte dann mindestens 25 IE/l betragen. Bei einem hCG-Wert von mehr als 2500 IE/l sollte im Vaginalultraschall eine normale intrauterine Schwangerschaft nachweisbar sein, bei einer Untersuchung über die Bauchdecken erst ab einem hCG-Wert von 6500 IE/l.
hCG-Werte im Verlauf der Schwangerschaft
Die Höhe des hCG-Wertes kann Aufschluss über den Verlauf der Schwangerschaft geben. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die hCG-Werte für sich genommen keine Diagnose darstellen und von Frau zu Frau stark variieren können. Ärztliche Fachkräfte nutzen sie als ersten Hinweis, der weitere Tests erforderlich macht.
Normale hCG-Werte und ihr Anstieg
Frauen, die nicht schwanger sind, haben einen hCG-Wert von unter 5 mIU/ml (milli-internationale Einheiten pro Milliliter). Am Tag, an dem sonst die Periode einsetzen würde (14 Tage nach dem Eisprung), liegt ein normaler hCG-Wert im Blut zwischen 40 und 120 mIU/ml. Nach vier bis sechs Wochen sollten sich die Werte dann alle 48 Stunden verdoppeln, aber das gilt nicht für alle Personen. Der hCG-Wert kann von Person zu Person verschieden ausfallen, wobei die Schwangerschaft trotzdem normal sein kann.
Im ersten Trimester der Schwangerschaft steigt der hCG-Wert im Blut rasch an. Der hCG-Wert sollte sich nach der vierten bis sechsten Schwangerschaftswoche alle 48 Stunden verdoppeln. Wenn sich der Wert nicht verdoppelt hat, sollte er zwei Tage später erneut getestet werden. Die Konzentration von hCG im Blut verdoppelt sich innerhalb der ersten zwei Schwangerschaftswochen alle zwei Tage, danach alle drei bis vier Tage. Den Höchststand erreicht der hCG-Wert etwa zwischen der 12. und 14. SSW. Danach fällt er wieder ab und bleibt relativ konstant auf einem niedrigeren Wert bis zur Geburt.
Wichtig: Du solltest dich nicht zu sehr auf die hCG-Verdopplungszeit fixieren, denn jede Schwangerschaft ist anders. Das heißt, dass sich deine hCG-Werte möglicherweise nicht verdoppeln, aber für dich und deinen Körper völlig normal sind. Nichtsdestotrotz ist es hilfreich, wenn du weißt, wie die hCG-Verdopplungszeit in der Theorie funktioniert.
Interpretation von hCG-Werten
Überdurchschnittlich hohe hCG-Werte: Können ein Indiz auf eine Mehrlingsschwangerschaft (Zwillinge oder Drillinge) sein, was jedoch nur durch eine Ultraschalluntersuchung bestätigt werden kann. Bei Mehrlingsschwangerschaften liegen die Werte oft bei bis zu 400 mIU/ml. Ein überdurchschnittlich hoher hCG-Wert kann auch darauf hindeuten, dass dein Fälligkeitstag nicht stimmt (die Schwangerschaft ist weiter fortgeschritten, als du dachtest!). Leider kann der Wert auch ein Anzeichen für eine Blasenmole sein (wenn die Plazenta unkontrolliert wächst). Eine sogenannte Molenschwangerschaft endet immer mit einer Fehlgeburt. Dabei kann es erforderlich sein, den hCG-Wert bis zu sechs Monate lang zu beobachten.
Fallende hCG-Werte: Fallende hCG-Werte innerhalb der ersten sechs Wochen können darauf hindeuten, dass du ein höheres Risiko für eine Fehlgeburt hast. Wenn dir deine hCG-Werte Sorgen bereiten, solltest du dir umgehend ärztlichen Rat einholen. Es gibt außerdem Möglichkeiten, den hCG-Wert-Abbau zu berechnen.
Niedrigere hCG-Werte als der Durchschnitt: Können bedeuten, dass sich die Schwangerschaft einen oder zwei Tage später als angenommen eingenistet hat. Es könnte sich jedoch auch um eine Eileiterschwangerschaft oder eine „biochemische“ Schwangerschaft handeln. Eine biochemische Schwangerschaft ist eine sehr frühe Form der Fehlgeburt, bei der sich der Embryo nur einige wenige Tage einnistet und die Periode verspätet einsetzt, bevor im Ultraschall die Schwangerschaft nachgewiesen werden kann. Sprich mit einer ärztlichen Fachperson, wenn du denkst, dass dies auf dich zutrifft.
Abweichungen von der HCG-Tabelle: Bevor Du nun Deinen Wert aus der HCG Tabelle heraussuchst und mit Deiner Schwangerschaftswoche abgleichst, solltest Du wissen, dass ein zu niedriger oder zu hoher HCG-Wert nicht automatisch bedeutet, dass Deine Schwangerschaft unter einem schlechten Stern steht. Von der HCG-Tabelle abweichende Werte können verschiedene, auch völlig harmlose Ursachen haben. Viel wichtiger als der gemessene Einzelwert ist außerdem, dass die Konzentration des Beta-HCG stetig ansteigt. Zu Beginn der Schwangerschaft (kurz vor Ausbleiben der Regelblutung) bis zur vollendeten 8. SSW (SSW 7+6) verdoppelt sich der HCG-Wert in durchschnittlich alle 48 bis 72 Stunden. Es ist deshalb günstig, wenn Du mindestens zwei HCG-Werte kennst.

Was bedeutet ein negativer Schwangerschaftstest?
Ein Schwangerschaftstest gilt als negativ, wenn der hCG-Wert im Urin auf unter 4 mIU/ml (bzw. unter die Nachweisgrenze des Tests) fällt. Wenn der Urintest negativ ist, du also scheinbar nicht schwanger bist, kann unter Umständen trotzdem eine Schwangerschaft vorliegen. Es gibt unterschiedliche Faktoren, die zu einem falschen negativen Ergebnis führen können:
- Falsche oder zu frühe Handhabung des Tests, so dass die Konzentration des Hormons hCG im Urin nicht hoch genug ist.
- Auch ein "Frühtest" kann fehlerhaft sein. Wie bei allen Prozessen im Körper gibt es individuelle Unterschiede und nicht jede Frau produziert genau gleich schnell hCG. Deshalb kann es insbesondere in den ersten fünf Wochen der Schwangerschaft zu einem falschen negativen Ergebnis kommen.
- Einnahme von Medikamenten (z. B. gegen Depressionen oder zur Erhöhung der Fruchtbarkeit).
- Zu warme oder zu kühle Lagerung des Teststäbchens.
Bei einem negativen Ergebnis, aber ausbleibender Periode, sollte ein erneuter Test nach einigen Tagen durchgeführt werden.
Andere Anzeichen einer frühen Schwangerschaft
Auch wenn Schwangerschaftstests noch nicht funktionieren, weil das hCG noch nicht in messbaren Mengen vorliegt, spüren viele Frauen, dass sie schwanger sind. Klassische Anzeichen sind:
- Morgenübelkeit
- Ziehen im Unterleib und in den Brüsten
- Dunkelfärbung der Brustwarzen und der kleinen Erhebungen auf dem Warzenhof durch eine gesteigerte Durchblutung
- Geruchsempfindlichkeit
- Erhöhter Harndrang
- Verstopfung und/oder Blähungen
- Erschöpfung und Schwindel
- Ausgebliebene Periode (Amenorrhoe)
- Vermehrter Ausfluss
- Stimmungsschwankungen
- Heißhunger
Viele dieser Anzeichen sind allgemein bekannt, doch jede Frau reagiert individuell. Manche Schwangere haben trotz Befruchtung zur Zeit der üblichen Periode eine kleine Schmierblutung, die sogenannte Nidationsblutung oder Einnistungsblutung. Eine ganz leichte Blutung an dem Tag, an dem die Periode normalerweise kommen sollte, ist also nicht selten. Grundsätzlich sollten jedoch Blutungen während der Schwangerschaft unbedingt mit einem Frauenarzt/einer Frauenärztin oder einer Hebamme besprochen werden.
Wenn du deine Basaltemperatur regelmäßig jeden Morgen misst, wirst du wahrscheinlich bemerkt haben, dass die Körpertemperatur auf einem etwas höheren Wert geblieben ist, anstatt vor der erwarteten Menstruation abzufallen. Dies kann allerdings - wie bei allen anderen unsicheren Schwangerschaftszeichen - auch ganz andere, schwangerschaftsunabhängige Gründe haben.
Wichtigkeit der ärztlichen Beratung
Der hCG-Rechner und die Tabellen mit den hCG-Werten im Blut sind dazu bestimmt, dich über die Rolle von hCG in der Schwangerschaft zu informieren. Sie dienen jedoch ausschließlich der Information und sind kein Ersatz für eine ärztliche Beratung und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen. Deine erste Anlaufstelle sollte immer eine ärztliche Fachperson sein, um die Entwicklung deines hCG-Werts zu verfolgen und zu klären.
Wenn die hCG-Werte niedriger als der Durchschnitt sind, sprich mit einer ärztlichen Fachperson. Es ist wichtig zu betonen, dass die hCG-Werte für sich genommen keine Diagnose darstellen. Sie sind für ärztliche Fachkräfte nur ein erster Hinweis, dass weitere Tests erforderlich sind. Der oben stehende hCG-Rechner dient ausschließlich zu Informationszwecken.
Wenn der Verlauf deiner hCG-Werte besorgniserregend ist, wird dein Frauenarzt oder deine Frauenärztin dich darüber informieren. Wir raten dir dringend davon ab, anhand eines einzelnen hCG-Werts Eigendiagnosen zu stellen.