Candidosen: Ursachen, Symptome und Behandlung von Hefepilzinfektionen

Candidosen sind Infektionen, die durch den Hefepilz Candida verursacht werden. Diese Pilze kommen natürlicherweise auf der Haut, im Mund, im Verdauungstrakt und in der Vagina vor, wo sie normalerweise keinen Schaden anrichten. Unter bestimmten Bedingungen kann Candida jedoch übermäßig auf Schleimhäuten und feuchten Hautbereichen wachsen und Infektionen auslösen.

Schema des Hefepilzes Candida albicans

Ursachen und Risikofaktoren für Candidosen

Mehrere Faktoren können das übermäßige Wachstum von Candida begünstigen:

  • Heißes und feuchtes Wetter
  • Enge, synthetische Kleidung
  • Mangelnde Hygiene
  • Seltenes Wechseln von Windeln oder Unterwäsche, insbesondere bei Kindern und älteren Erwachsenen
  • Ein geschwächtes Immunsystem, verursacht durch Krankheiten wie Diabetes, fortgeschrittene HIV-Infektionen oder die Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken (z. B. Steroide, Chemotherapeutika)
  • Schwangerschaft
  • Adipositas (Fettleibigkeit)
  • Die Einnahme von Antibiotika, die natürliche Bakterien abtöten, welche das Candidawachstum normalerweise kontrollieren
  • Bestimmte Hauterkrankungen wie Warzen und Psoriasis
  • Die Anwendung von Steroidinhalatoren, die bei Asthmatikern eingesetzt werden

Bei Personen mit einem stark geschwächten Immunsystem kann der Candidapilz tiefere Gewebeschichten oder sogar das Blut befallen, was zu einer lebensbedrohlichen systemischen Candidose führt.

Infografik mit den häufigsten Risikofaktoren für Candidose

Symptome von Candidose je nach Infektionsort

Die Symptome einer Candidose variieren stark je nachdem, welcher Körperbereich betroffen ist.

Kutane Candidose (Hautinfektionen)

Infektionen in Hautfalten oder im Nabel äußern sich oft als roter, fleckiger Ausschlag, der mit Hautrissen einhergehen kann. Kleine Pusteln können sich am Rand des Ausschlags bilden. Der Ausschlag kann stark jucken oder brennen. Ein Candida-Ausschlag am After kann rau, weiß oder rot sein und ebenfalls Juckreiz verursachen. Bei Säuglingen ist ein durch Candida verursachter Windelausschlag häufig.

Bild eines typischen Windelausschlags bei Säuglingen, verursacht durch Candida

Vaginale Candidose und Candida-Infektionen des Penis

Vaginale Candidose (Scheidenpilz) ist weit verbreitet, besonders bei Schwangeren, Diabetikerinnen und Frauen, die Antibiotika einnehmen. Symptome sind ein weißer, käseähnlicher Ausfluss, Brennen, Juckreiz und Rötung der Scheidenwand und Vulva.

Candida-Infektionen des Penis betreffen hauptsächlich Diabetiker, unbeschnittene Männer und Männer, deren Partnerinnen an Scheidenpilz leiden. Sie äußern sich oft als roter, rauer, juckender und manchmal schmerzhafter Ausschlag an der Eichel.

Soor (orale Candidose)

Soor ist eine Candidose der Mundschleimhaut. Typische cremeweiße Flecken haften auf Zunge und Mundschleimhaut und können schmerzhaft sein. Die Flecken lassen sich abkratzen, wobei die darunterliegende Haut bluten kann. Soor bei gesunden Kindern ist nicht ungewöhnlich, kann aber bei Erwachsenen ein Hinweis auf ein geschwächtes Immunsystem sein, beispielsweise im Zusammenhang mit Krebs, Diabetes oder HIV.

Cheilitis angularis (Mundwinkelsoor)

Diese Infektion der Mundwinkel führt zu Rissen und Aufspringen der Haut. Sie wird durch ständiges Lippenlecken, Daumenlutschen oder schlecht sitzende Zahnprothesen begünstigt, die die Mundwinkel feucht halten.

Candida-Paronychie (Nagelfalzentzündung)

Eine Candidose der Nagelfalten oder Nagelhäutchen verursacht schmerzhafte Rötungen und Schwellungen um den Nagel. Bei länger andauernden Infektionen kann sich der Bereich unter dem Nagel weißlich oder gelblich verfärben und die Nagelplatte vom Nagelbett ablösen (Onycholyse). Diese Infektion tritt häufig bei Menschen mit Diabetes oder einem geschwächten Immunsystem auf, aber auch bei Personen, deren Hände häufig feucht sind.

Chronische mukokutane Candidose (CMC)

CMC ist eine erbliche Erkrankung des Immunsystems, die zu wiederkehrenden oder anhaltenden Candida-Infektionen der Haut, Nägel und Schleimhäute führt. Sie äußert sich oft als rote, eitergefüllte, verkrustete und verdickte Hautbereiche, die Psoriasis-ähnlich aussehen, insbesondere im Gesicht.

ADHS – Symptome von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter

Diagnose der Candidose

Die Diagnose einer Candidose erfolgt in der Regel anhand der charakteristischen Symptome und des Erscheinungsbildes des Ausschlags oder Belags. Zur Bestätigung der Diagnose entnimmt der Arzt eine Hautprobe oder einen Abstrich von betroffenen Stellen. Diese Probe wird mikroskopisch untersucht oder zur Kultivierung von Mikroorganismen verwendet.

Behandlung von Candidose

Die Behandlung der Candidose richtet sich nach dem betroffenen Körperbereich und der Schwere der Infektion.

Topische Behandlung (äußerliche Anwendung)

Infektionen der Hautfalten werden meist mit antimykotischen Salben, Pudern oder Lösungen behandelt. Gängige Wirkstoffe sind Miconazol, Clotrimazol, Ketoconazol und Nystatin. Das Trockenhalten der betroffenen Hautstellen ist entscheidend zur Heilung und Vorbeugung von Rückfällen.

Orale Behandlung (innerliche Anwendung)

Bei hartnäckigen oder großflächigen Infektionen können orale Antimykotika wie Fluconazol erforderlich sein.

Spezifische Behandlungen

  • Vaginale Candidose wird mit Vaginalzäpfchen, Salben oder oralen Antimykotika behandelt.
  • Windelausschlag erfordert häufigeres Windelwechseln, saugfähigere Windeln und die Anwendung von antimykotischen Salben sowie Hautschutzcremes mit Zinkoxid.
  • Candida-Paronychie wird durch Schutz vor Feuchtigkeit und die Anwendung von topischen oder oralen Antimykotika behandelt.
  • Soor bei Erwachsenen wird mit Mundtabletten, Lutschbonbons oder flüssigen Antimykotika wie Nystatin behandelt. Bei Säuglingen wird oft flüssiges Nystatin verwendet, das in die Wangentaschen eingebracht wird.
  • Chronische mukokutane Candidose wird üblicherweise mit oralem Fluconazol behandelt.

Bei der Behandlung von Hautpilzerkrankungen, wie der Ringelflechte, sind antimykotische Cremes und Sprays oft wirksam. Die Behandlungsdauer variiert je nach Körperstelle, liegt aber typischerweise bei zwei bis drei Wochen. Es ist wichtig, die Behandlung konsequent bis zum Ende durchzuführen, um Rückfälle zu vermeiden.

Vergleich von topischen und oralen Antimykotika zur Behandlung von Pilzinfektionen

Vorbeugung von Candidose

Um das Risiko einer Candidose zu minimieren, sollten folgende Maßnahmen beachtet werden:

  • Halten Sie die Haut, insbesondere in feuchten Bereichen wie Hautfalten, gut trocken.
  • Tragen Sie atmungsaktive Kleidung und wechseln Sie diese regelmäßig.
  • Achten Sie auf gute Hygiene, insbesondere bei der Babypflege und im Alter.
  • Wechseln Sie Windeln oder Unterwäsche häufig.
  • Vermeiden Sie übermäßiges Schwitzen und halten Sie die Haut trocken.
  • Bei der Einnahme von Antibiotika kann eine prophylaktische Behandlung mit Antimykotika erwogen werden.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und ein starkes Immunsystem.

Bei Verdacht auf eine Pilzinfektion, insbesondere bei Säuglingen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem, ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich. Hausmittel sind in der Regel nicht ausreichend wirksam und können die Heilung verzögern.

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