Erfahrungen zum Thema: Kind schläft mit 7 Jahren noch im Elternbett

Die Frage, ob es problematisch ist, wenn ein siebenjähriges Kind noch im Elternbett schläft, beschäftigt viele Eltern. Die Meinungen und Erfahrungen hierzu sind vielfältig und reichen von der Überzeugung, dass dies der Entwicklung schadet und die Selbstständigkeit behindert, bis hin zur Ansicht, dass es ein Ausdruck von Nähe und Sicherheit ist und keineswegs schädlich für die kindliche Entwicklung.

Elternpaar hält ein Kind im Arm, das in einem großen Bett schläft

Unterschiedliche Perspektiven und altersbedingte Entwicklungen

Einige Eltern berichten, dass ihre Kinder im Alter von 8 oder 9 Jahren noch im Familienbett schlafen, während andere Kinder in diesem Alter bereits das elterliche Bett verlassen haben. Es gibt auch Fälle, in denen Kinder nach einer Phase des Auszugs wieder ins Elternbett zurückkehrten, oft bedingt durch Unsicherheiten oder besondere Lebensumstände wie eine Schwangerschaft der Mutter oder gesundheitliche Probleme des Kindes. Diese Erfahrungen deuten darauf hin, dass das Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit eine wichtige Rolle spielt und das gemeinsame Schlafen in solchen Phasen als unterstützend empfunden werden kann.

Die Autonomiephase, die etwa um den dritten Geburtstag beginnt, markiert einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des Kindes, in dem es den Wunsch nach Selbstständigkeit entwickelt. Dies kann sich auch im Wunsch nach einem eigenen Bett äußern. Dennoch schlafen viele Kinder auch nach dem Beginn der Schulzeit noch regelmäßig im Elternbett. Dies wird oft damit erklärt, dass Kinder in diesem Alter vermehrt den Drang nach Unabhängigkeit entwickeln und sich als "Große" fühlen.

Kann das Schlafen im Elternbett der Entwicklung schaden?

Expertenmeinungen zum Thema sind geteilt. Während einige darauf hinweisen, dass das langfristige Schlafen im Elternbett die Fähigkeit zur emotionalen Loslösung und zum selbstständigen Einschlafen verzögern kann, betonen andere, dass die kindlichen Bedürfnisse nach Nähe, Zuwendung, Sicherheit und Liebe gestillt werden müssen. Diese Bedürfnisse seien nicht mit Verwöhnen gleichzusetzen und würden der Entwicklung nicht schaden. Wenn Kinder müde werden, steigt ihr Bedürfnis nach Geborgenheit, was sich im Wunsch nach Nähe zu den Eltern äußert. Da Kinder beim Schlafen die Kontrolle über ihre Sinne abgeben müssen, fällt vielen das Einschlafen schwer und sie benötigen eine Begleitung. Zudem wachen Kinder nachts häufiger auf, um sich von der Anwesenheit der Eltern zu überzeugen, da sie auf diese angewiesen sind.

Es wird betont, dass es keinen pauschalen Zeitpunkt oder ein bestimmtes Alter gibt, ab dem ein Kind aus dem Elternbett "geworfen" werden muss. Solange alle Familienmitglieder gut und erholsam schlafen, kann das Familienbett beibehalten werden. Problematisch wird es, wenn Eltern oder Kind unter der Schlafsituation leiden, beispielsweise durch unruhigen Schlaf des Kindes oder wenn das Kind regelmäßig durch Schnarchen der Eltern geweckt wird. In solchen Fällen sollte die Schlafsituation geändert werden.

Schema eines Familienbetts mit ausreichend Platz für Eltern und Kinder

Individuelle Bedürfnisse und Kompromisslösungen

Die Entscheidung, ob ein Kind im Elternbett schläft, hängt stark von den individuellen Bedürfnissen der Familie ab. Nicht alle Eltern empfinden das gemeinsame Schlafen als störend. Manche haben beispielsweise ein breiteres Bett, das ausreichend Platz für alle bietet, oder nutzen die Zeit, in der das Kind schläft, für ihre eigene Paarzeit. Wenn das gemeinsame Schlafen jedoch als Belastung empfunden wird, ist es wichtig, nach Lösungen zu suchen.

Mögliche Kompromisse und Lösungsansätze, die von Eltern geteilt wurden, umfassen:

  • Gespräch mit dem Kind: Das Kind nach seinen Gründen für den Wunsch, im Elternbett zu schlafen, zu fragen und ihm zu erklären, dass die Eltern ebenfalls Schlaf benötigen.
  • Zusätzliche Schlafgelegenheiten im Elternschlafzimmer: Eine Matratze neben dem Elternbett anzubieten, auf der das Kind schlafen kann, wenn es nachts zu den Eltern kommt.
  • Konsequentes Zurückbringen ins eigene Bett: Wenn das Kind nachts ins Elternbett kommt, es sanft, aber bestimmt zurück in sein eigenes Bett zu bringen und ihm dabei zu versichern, dass es jederzeit kommen darf, wenn es ihm nicht gut geht oder Angst hat. Dies erfordert oft Geduld und Konsequenz, kann aber nach etwa 21 Tagen zur Gewöhnung führen.
  • Schlafzimmerumbau oder Erweiterung: Das Schlafzimmer so umzugestalten, dass Eltern ihren eigenen Schlafbereich haben, beispielsweise durch ein größeres Bett oder die Platzierung von zwei Betten im Zimmer.
  • Feste "Familienbett"-Tage: Ein fester Tag pro Woche, an dem das Kind im Elternbett schlafen darf, kann eine Option sein.
  • Gemeinsames Schlafen mit Geschwistern: Wenn möglich, können Geschwister sich ein Zimmer teilen, was für manche Kinder eine Erleichterung darstellt.
  • Entspannter Umgang und Akzeptanz: Manche Eltern entscheiden sich bewusst dafür, das Kind gewähren zu lassen, solange alle Beteiligten damit leben können und der Schlaf nicht massiv beeinträchtigt wird. Sie vertrauen darauf, dass die Kinder irgendwann von selbst das eigene Bett bevorzugen werden.

Es ist wichtig zu betonen, dass Kindliche Bedürfnisse zu stillen, nicht mit Verwöhnen gleichzusetzen ist. Nähe, Sicherheit und Liebe sind grundlegende Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen. Wenn das Kind tagsüber gut ohne Eltern zurechtkommt, kann der Übergang ins eigene Bett bewusster gestaltet werden. Letztendlich ist es entscheidend, dass die gewählte Schlafsituation für alle Familienmitglieder funktioniert und zu einem erholsamen Schlaf beiträgt.

Familienbett: Vor- und Nachteile – Was wirklich für den Schlaf von Eltern und Kindern zählt!

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