Seit Generationen vertrauen Frauen auf die Kraft pflanzlicher Mittel zur Unterstützung ihrer Gesundheit und Fruchtbarkeit. Insbesondere bei unerfülltem Kinderwunsch rücken Heilpflanzen wie Frauenmantel und Mönchspfeffer (Agnus castus) in den Fokus. Diese Kräuter können durch ihre hormonregulierenden und zyklusunterstützenden Eigenschaften dazu beitragen, die Voraussetzungen für eine Schwangerschaft zu verbessern.
Frauenmantel: Die "Frauenpflanze" für Zyklus und Gebärmutter
Frauenmantel, wissenschaftlich Alchemilla vulgaris, ist eine Heilpflanze, die seit Jahrhunderten in der Frauenheilkunde eingesetzt wird. Die Pflanze ist weltweit in Wäldern und Wiesen zu finden, bevorzugt jedoch kühle und feuchte Standorte. Sie erreicht eine Höhe von dreißig bis fünfzig Zentimetern und blüht von Mai bis September.
Die positiven Eigenschaften des Frauenmantels beruhen auf seinen vielfältigen Inhaltsstoffen. Dazu zählen:
- Gerbstoffe: Wirken entzündungshemmend, antibakteriell, adstringierend (zusammenziehend) und blutstillend. Sie können bei Entzündungen im Magen-Darm-Trakt, leichtem Durchfall und zur Wundheilung eingesetzt werden. Im Kontext des Kinderwunsches können sie die Gebärmutterschleimhaut schützen und stärken.
- Bitterstoffe: Unterstützen die Verdauung und regen die Produktion von Verdauungssäften an.
- Flavonoide: Wirken als Antioxidantien und schützen die Körperzellen vor freien Radikalen.
- Ätherische Öle: Tragen zum Duft der Pflanze bei und können in Aufgüssen ihre Wirkung entfalten.
- Phytohormone: Diese pflanzlichen Stoffe ähneln in ihrer Struktur dem weiblichen Sexualhormon Progesteron.
Besonders die enthaltenen Phytohormone machen Frauenmantel für Frauen mit Kinderwunsch wertvoll. Sie können helfen, den weiblichen Hormonhaushalt auszugleichen, die Gebärmutter zu kräftigen, den Eisprung anzuregen und die Produktion des Gelbkörperhormons (Progesteron) zu unterstützen. Dies ist entscheidend für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und die Einnistung einer befruchteten Eizelle.
Anwendung und Zubereitung von Frauenmanteltee
Frauenmantel kann in verschiedenen Formen eingenommen werden, wobei Tee die beliebteste Variante bei Kinderwunsch darstellt. Für die Zubereitung eines Tees werden üblicherweise zwei bis drei Teelöffel getrocknetes Kraut auf einen halben Liter kochendes Wasser gegeben. Der Tee sollte anschließend etwa 10 Minuten ziehen.
Es wird empfohlen, über den Tag verteilt mehrere Tassen zu trinken. Auch ein kalter Aufguss ist möglich, erfordert jedoch eine längere Ziehzeit von mehreren Stunden, da die Wirkstoffe langsamer an kaltes Wasser abgegeben werden. Die volle Wirkung entfaltet sich in der Regel nach sechs bis acht Wochen konstanter Einnahme.
Wichtig: Bei der Anwendung von Naturheilpflanzen ist eine Überdosierung möglich. Es ist ratsam, sich an die empfohlene Dosierung zu halten und gegebenenfalls Rücksprache mit einem Arzt oder einer Hebamme zu halten.
Frauenmanteltee kann auch während der Schwangerschaft unterstützend wirken, insbesondere im letzten Trimester zur Lockerung der Beckenmuskulatur und zur Erleichterung der Geburt. Nach der Geburt kann er die Milchbildung fördern. Die Gerbstoffe im Frauenmantel können zudem blutstillend wirken, was nach der Geburt nützlich sein kann.

Bezugsquellen und mögliche Nebenwirkungen
Getrocknetes Frauenmantelkraut ist in Apotheken, Drogerien und Online-Shops erhältlich. Es ist darauf zu achten, dass das Produkt reinen Frauenmantelkraut enthält, ohne zugesetzten Zucker. Auch der Eigenanbau ist eine Option, da die Pflanze robust ist.
Grundsätzlich gilt Frauenmanteltee als gut verträglich. Aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe können gelegentlich leichte Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall auftreten. Selten sind Übelkeit oder Probleme mit der Leber zu beobachten.
Mönchspfeffer: Hormonregulation und Zyklusstabilisierung
Mönchspfeffer, auch bekannt als Vitex agnus-castus oder Keuschlamm, ist eine weitere wichtige Heilpflanze in der Frauenheilkunde, die besonders bei Zyklusstörungen und Kinderwunsch eingesetzt wird.
Die Pflanze, ein Strauch, der bis zu fünf Meter hoch werden kann, stammt aus dem Mittelmeergebiet und Westasien. Ihre kugeligen, rötlich-schwarzen Früchte erinnern an Pfefferkörner und gaben der Pflanze ihren Namen. Mönchspfeffer wurde bereits in der Antike zur Förderung der Regelblutung genutzt und von Mönchen zur Zügelung ihrer sexuellen Lust verwendet, was ihm den Namen "Keuschlamm" einbrachte.
Die medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe des Mönchspfeffers umfassen:
- Iridoidglykoside (Agnusid, Aucubin): Wichtige Wirkstoffe in den Früchten.
- Flavonoide (Casticin, Penduletin): Wirken antioxidativ.
- Ätherische Öle und Fettsäuren: Tragen zur Gesamtwirkung bei.
Wirkungsweise von Mönchspfeffer
Mönchspfeffer beeinflusst primär das hormonelle Gleichgewicht im weiblichen Körper. Er wirkt auf die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und beeinflusst dort die Ausschüttung von Hormonen:
- Senkung von Prolaktin: Ein zu hoher Prolaktinspiegel kann den Eisprung stören und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Mönchspfeffer kann durch seine dopaminähnliche Wirkung den Prolaktinspiegel senken. Dies ist besonders relevant bei Stress, prämenstruellem Syndrom (PMS) oder Schilddrüsenunterfunktion.
- Unterstützung der Gelbkörperphase: Mönchspfeffer kann die Bildung des Gelbkörperhormons Progesteron in der zweiten Zyklushälfte fördern. Progesteron ist essenziell für den Aufbau und Erhalt der Gebärmutterschleimhaut, was die Einnistung einer befruchteten Eizelle ermöglicht und eine frühe Schwangerschaft unterstützt.
- Regulierung des Zyklus: Durch die hormonelle Balance kann Mönchspfeffer unregelmäßige Zyklen stabilisieren und so die Bestimmung der fruchtbaren Tage erleichtern.
Obwohl klinische Studien zur Wirkung von Mönchspfeffer bei Kinderwunsch vorliegen, ist die Wirkung pflanzlicher Mittel insgesamt noch nicht abschließend wissenschaftlich belegt. Dennoch wird er in der Gynäkologie häufig empfohlen.

Anwendung, Dosierung und Präparateformen
Mönchspfeffer ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter Tabletten, Kapseln, Tropfen und Globuli. Da die Inhaltsstoffmenge in den Früchten variieren kann, wird die Einnahme von standardisierten Fertigarzneimitteln empfohlen, um eine gleichbleibende Wirksamkeit zu gewährleisten.
Die empfohlene Dosierung liegt in der Regel zwischen 20 und 40 mg Extrakt täglich. Die Einnahme sollte kontinuierlich über einen längeren Zeitraum erfolgen, oft sind drei bis sechs Monate nötig, bis sich die volle Wirkung zeigt. Die Einnahme erfolgt üblicherweise in der zweiten Zyklushälfte, da hier die Unterstützung des Progesteronspiegels im Vordergrund steht. Einige Anwenderinnen empfehlen jedoch die Einnahme über den gesamten Zyklus.
Wichtig: Mönchspfeffer sollte nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden, da er den Prolaktinspiegel senken kann, der für die Milchbildung wichtig ist.
Mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Mönchspfeffer gilt generell als gut verträglich. Gelegentlich können Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel, Akne oder Juckreiz auftreten. Allergische Reaktionen sind selten möglich.
Es ist wichtig, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu beachten. Insbesondere bei der gleichzeitigen Einnahme von Psychopharmaka (Dopamin-Antagonisten und -Agonisten), Antiöstrogenen oder bei östrogenabhängigen Tumoren sollte vor der Einnahme von Mönchspfeffer ärztlicher Rat eingeholt werden. Die gleichzeitige Einnahme mit Folsäure ist unproblematisch.
Mönchspfeffer für Männer?
In niedrigerer Dosierung kann Mönchspfeffer auch bei Männern eingesetzt werden, um die Libido und Potenz zu steigern, indem er hormonelle Ungleichgewichte stabilisiert. Hierfür gibt es spezielle Präparate.
Kombination von Frauenmantel und Mönchspfeffer
Sowohl Frauenmantel als auch Mönchspfeffer werden oft zur natürlichen Unterstützung des Kinderwunsches eingesetzt. Während Mönchspfeffer stärker auf die Hormonregulation und Zyklusstabilisierung abzielt, konzentriert sich Frauenmantel auf die Stärkung und Vorbereitung der Gebärmutter sowie die Unterstützung des weiblichen Hormonhaushalts durch seine Progesteron-ähnlichen Inhaltsstoffe.
Manche Anwenderinnen kombinieren beide Kräuter, wobei oft empfohlen wird, Mönchspfeffer in der ersten Zyklushälfte und Frauenmantel in der zweiten Zyklushälfte einzunehmen, um die jeweiligen Wirkungsbereiche optimal zu nutzen. Es ist jedoch ratsam, vor einer kombinierten Anwendung Rücksprache mit einem Experten zu halten.
Mönchspfeffer: So wirkt die Heilpflanze auf Periode, PMS und Wechseljahre | ARD GESUND
Weitere unterstützende Kräuter
Neben Frauenmantel und Mönchspfeffer gibt es weitere Heilpflanzen, die traditionell zur Fruchtbarkeitsförderung eingesetzt werden:
- Himbeerblättertee: Wird oft in der ersten Zyklushälfte empfohlen, um die Gebärmutter zu stärken.
- Salbei: Wirkt östrogenfördernd und wird traditionell in der ersten Zyklushälfte angewendet.
- Beifuß: Kann den Menstruationszyklus regulieren und den Eisprung anregen.
- Granatapfel: Enthält Phytoöstrogene, die den Östrogenhaushalt regulieren können und wird eher in der ersten Zyklushälfte eingesetzt.
Die Anwendung von Kräutern sollte stets informiert und gegebenenfalls in Absprache mit Fachpersonal erfolgen. Eine ausgewogene Ernährung, ein gesunder Lebensstil und die Berücksichtigung individueller Zyklusphasen sind ebenso wichtig für den Erfolg.
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