Verarbeitung von Skuddenwolle und Hundehaar: Ein Leitfaden für Spinner

Einleitung: Faszinierende Fasern für kreative Projekte

Als leidenschaftliche Spinnerin versuche ich, sämtliche Fasern zu spinnen, die mir zwischen die Finger kommen. Inzwischen habe ich schon Wolle von verschiedenen Hunderassen auf dem Spinnrad. Wichtig ist dabei, dass es sich um ausgekämmte Unterwolle von langhaarigen Rassen handelt. Geschorene Wolle eignet sich nicht gut zum Spinnen. Außerdem muss die Wolle sauber sein, also frei von Zecken, Gras, Ästen und Dreck. So sollte die Rohwolle im Idealfall aussehen: sauber und weiche Unterwolle.

Aufnahme von sauberer, weicher Hundeunterwolle, bereit zum Spinnen

Wenn die Wolle sauber genug ist, wird sie direkt versponnen. Anschließend wird der Faden verzwirnt. Nachdem die Stränge trocken sind, werden noch die Runden gezählt und somit die Lauflänge bestimmt. Außerdem wird die Nadelstärke bestimmt. Dann nur noch wiegen und beschriften - fertig.

Skuddenwolle: Eine Herausforderung und Chance

Skuddenwolle hat nicht den Ruf, besonders weich zu sein und wird auch nicht besonders oft zu Garn verarbeitet. Das liegt vor allem an ihrer Beschaffenheit und den nötigen Verarbeitungsschritten, die sich daraus ergeben. Bis vor etwa zwei Jahren hatte ich von Skudde-Wolle gelesen und gehört, aber „in echt“ hatte ich sie noch nie bearbeitet. Dann besuchte ich Sigi und ihre Bunten Skudden in Stahnsdorf. Sie schenkte mir ein Stück Vlies, und damit begann ich eine Reihe sehr interessanter Experimente zu unterschiedlichen Verarbeitungsweisen und war erstaunt über die Ergebnisse.

Ein Stück Vlies einer Bunten Skudde in herrlichem silbergrau

Beschaffenheit eines Skuddenvlieses

Skudden gehören zu den Nordischen Kurzschwanzschafen (wie z. B. auch Shetland-Schafe) und sind mischwollig. Ihr Vlies wiegt meist nicht viel mehr als 1 kg und besteht im Grunde aus drei verschiedenen Faserarten:

  • Lange Deckhaare (Grannenhaare)
  • Feine Unterwolle
  • Stichel- bzw. Borstenhaare

Mit diesen drei Fasertypen sind die Schafe perfekt an die Witterungsbedingungen angepasst, unter denen sie leben. Die langen Deckhaare leiten Regenwasser ab und sorgen dafür, dass das Tier nicht bis auf die Haut durchnässt. Die feine Unterwolle ist gekräuselt und wärmt, und die Stichel- bzw. Borstenhaare sorgen wie ein Gerüst dafür, dass die Stapel bzw. Strähnen aufrecht bleiben und die wärmenden Lufteinschlüsse in der Wolle gehalten werden. (Ein Schäfer, der es ja wissen muss, hat mir erklärt, dass man bei Mischwollen nicht von „Stapeln“ spricht; Stapel gibt es nur bei Merino-artigen Vliesen. Bei Skudde spricht man eher von Strähnen oder Locken).

Diese drei Faserarten sind sowohl hinsichtlich der Faserlänge als auch ihrer Beschaffenheit sehr unterschiedlich. Die langen Deckhaare können gut und gerne 30 cm lang sein, und sie sind in der Regel auch sehr glatt. Die Unterwolle hingegen ist deutlich kürzer und auch gekräuselt. Diese Kräuselung sorgt für das Einschließen von Luftpolstern und Wärme. In den Vliesen, die ich bearbeitet habe, hatte die Unterwolle eine Länge von ca. 5-7 cm.

Nahaufnahme einer Locke aus einem weißen Skudde-Vlies

Eine Strähne Skudde-Wolle, aufgetrennt in Deckhaare (ganz unten) und Unterwolle. In diesem Fall sind nur sehr wenig Deckhaare vorhanden und deutlich mehr Unterwolle. Das Verhältnis von Deckhaaren zu Unterwolle ist variabel. Auch gut erkennbar: dieses Schaf hatte Schuppen (ganz oben).

Die gemeinsame Verarbeitung von Fasern so unterschiedlicher Länge ist eine Herausforderung, da sich nicht so einfach eine homogene Mischung erreichen lässt. Beim Kämmen trennen sich die langen von den kurzen Haaren, und beim Kardieren wickeln sich die langen Haare um kleinere Walzen. Eine maschinelle Verarbeitung ist daher ohne ein vorheriges Zerschneiden der Fasern kaum möglich.

Als Handspinner:in hat man bei der Verarbeitung mehr Möglichkeiten (und nein, man muss die Fasern nicht zerschneiden). Der Prozess ist jedoch aufwändiger, als man es vielleicht von gleichmäßigeren Vliesen gewohnt ist, und er lässt sich auch nicht gut beschleunigen.

Verarbeitungsmethoden für Skuddenvlies

Einige Inspiration für die Verarbeitung solch unterschiedlicher Faserarten erhielt ich durch die fantastischen Webinare von Josefin Waltin. Die schwedische Spinnerin arbeitet viel mit den mischwolligen Vliesen Schwedischer Landrassen, die ebenfalls zur Gruppe der Nordischen Kurzschwanzschafe gehören. Die Garne, die sie spinnt und zeigt, sind absolut fantastisch. Ihre Erkenntnisse fasst sie auch in wunderbaren Blogartikeln zusammen.

Skuddenwolle ist offenbar den schwedischen Landrassen ähnlich, aber dennoch scheint es Unterschiede zu geben. Das Verhältnis von Deckhaar zu Unterwolle ist bei schwedischen Landrassen eher bei 50/50 oder 40/60. Die Skudde-Vliese, die ich bearbeitet habe, enthielten deutlich weniger Deckhaar. Auch enthielten die meisten Skudde-Vliese, die ich in der Hand hatte, deutlich mehr Stichelhaare als schwedische Landrassen (soweit ich das über das Video beurteilen kann). Meiner Erfahrung nach fallen die Stichelhaare nicht alle während der Verarbeitung heraus; sie bleiben relativ lange im Garn und stören, wenn man aus dem Garn ein Kleidungsstück herstellen möchte.

Josefin verarbeitet mischwollige Vliese entweder so, wie sie vom Tier kommen (Deckhaare und Unterwolle gemeinsam), oder aber sie trennt die Deckhaare von der Unterwolle und verarbeitet diese Faserarten separat. Diese Herangehensweise erschien mir absolut logisch, und so folgte ich in diesem Experiment ihrem Beispiel, um herauszufinden, wie ich das Beste aus der Skudde-Wolle herausholen kann, wie viel Aufwand das ist und ob es sich überhaupt lohnt.

Versuch 1: Vergleich von zusammen und getrennt verarbeiteten Fasern

Das erste Stück Skudde-Vlies, das ich in den Händen hielt, stammte von einer Bunten Skudde aus der Herde von Sigis Schafe. Inspiriert von Josefins Ansatz wollte ich die verschiedenen Faserarten sowohl getrennt voneinander als auch zusammen verarbeiten.

Vergleich von gemeinsam und getrennt verarbeiteten Skuddenfasern: (1) gewaschenes Stück Vlies, (2) Deckhaare (rechts) und Unterwolle (links) getrennt

So habe ich die Fasern verarbeitet:

In einem ersten Versuch habe ich das Vliesstück vor der Verarbeitung bei ca. 60°C mit PowerScour gewaschen und danach in zwei ungefähr gleich große Teile geteilt.

Für die gemeinsame Verarbeitung habe ich die gesamten Fasern mit meinen Handkarden (72tpi) zu Rolags kardiert. Die Rolags waren erstaunlich gut herzustellen. Zwar waren die Fasern unterschiedlich lang, aber der Längenunterschied war für das Kardieren nicht hinderlich, solange ich sorgfältig gearbeitet und darauf geachtet habe, dass sich die Fasern nicht auf sich selbst zurückfalteten.

Für diese Rolags habe ich Deckhaare und Unterwolle zusammen kardiert. Die dunklen Haare sind recht spröde und pieksig, für Kemp sind sie allerdings zu lang.

Bei der getrennten Verarbeitung habe ich per Hand nach dem Waschen die Deckhaare ausgezogen. Das war durchaus mühsam, da die Schnittkanten leicht angefilzt waren. Das Kardieren der Rolags war jedoch ebenso einfach wie bei den gemeinsam verarbeiteten Fasern. Möglicherweise habe ich sie nicht gekämmt, sondern nur in die Handkarden eingehängt und von dort aus direkt gesponnen.

Rolags nur aus der Unterwolle kardiert enthielten deutlich weniger dieser schwarzen, pieksigen Haare. Dementsprechend wurde das Garn deutlich heller.

Die drei Garne - sehr charakteristisch

Die drei Garne (gemeinsam verarbeitet, nur Deckhaar, nur Unterwolle) waren durchaus unterschiedlich in der Haptik. Alle drei Garne waren keine Schmusegarne, da in diesem Vliesstück auch eine Menge Stichelhaare waren, die sich beim Kardieren nicht vollständig entfernen ließen. Auf der anderen Seite habe ich auch schon Garne produziert, die einen deutlich höheren, wie soll ich sagen, “Durchblutungsfaktor” hatten.

Die drei Garne aus dem ersten Versuch: links aus gemeinsam verarbeiteten Fasern, in der Mitte nur aus Unterwolle, rechts aus den Deckhaaren

Von den drei Garnen war das, was nur aus Unterwolle gesponnen war, erwartungsgemäß das weichste (auch wenn ich es nicht als „flauschig“ bezeichnen würde). Interessant sind auch die Farbunterschiede: Die Unterwolle war in diesem Fall heller als die Deckhaare. Und wie sich bei einem Blick auf das Vlies auch schon vermuten lässt, enthält es deutlich mehr Unterwolle als Deckhaare.

Versuch 2: Deckhaare und Unterwolle getrennt verarbeiten

In einem zweiten Versuch habe ich die Deckhaare VOR dem Waschen mit der Hand ausgezogen. Durch das noch enthaltene Lanolin war eine Art natürliches Gleitmittel in den Fasern enthalten, das die Trennung von Deckhaaren und Unterwolle in der Theorie erleichtern sollte, und das wollte ich unbedingt ausprobieren.

Für diesen Versuch habe ich ein dunkles Vliesstück verarbeitet, das fast keine Stichelhaare enthielt - ich ging also davon aus, dass die Garne weniger pieksig sein würden als im ersten Versuch. Die Schnittkanten des Vliesstücks waren nicht angefilzt.

So habe ich das Vliesstück vorbereitet und verarbeitet:

Ich bin Locke für Locke durch das Vlies gegangen, habe mit den Händen eine Locke abgetrennt und die Schnittkante mit einer Hand festgehalten. Mit der anderen habe ich die Spitze mit den Deckhaaren zwischen Daumen und Zeigefinger festgehalten und durch leichtes Hin- und Herziehen die beiden Faserarten getrennt. Mit den Händen allein ging es teilweise schon ganz gut, noch besser ging es aber mit Kämmen. Das Prinzip ist das gleiche: einige Locken (nicht zu viele) mit der Schnittkante in den Kamm einlegen, Spitze zwischen Daumen und Zeigefinger einklemmen, so dass nur die Deckhaare erfasst werden, und langsames Ziehen und Hin- und Herbewegen trennt die Deckhaare recht gut vom Rest der Strähne.

Vorbereitung der Skuddenfasern mit Kamm: (1) Locke in den Kamm einlegen, nur die Spitze mit den Deckhaaren fassen. (2) Deckhaare unter Hin- und Her-Bewegen ausziehen. Die Unterwolle bleibt im Kamm.

Deckhaare und Unterwolle habe ich anschließend getrennt gewaschen und dann aufbereitet.

Die Deckhaare ließen sich gut kämmen. Ich habe daraus Kammzüge gezogen, die ich mit der Handspindel zu einem Kammgarn mit sehr wenig Drall verarbeitet habe. Die ausgezogenen Deckhaare habe ich nach dem Waschen gekämmt und kleine Nester aus Kammzug gemacht. Ich hätte sie auch gut vom Kamm spinnen können.

Das Kammgarn auf der Spindel, gesponnen mit einer langsam drehenden Kopfspindel für möglichst wenig Drall

Die Unterwolle habe ich nach dem Waschen mit Kämmen geöffnet. Nach 2-3 Kämmvorgängen habe ich mit beiden Händen die Wolle von den Kämmen gezogen (keinen Kammzug, sondern einfach in Büscheln herausgezogen). Die so geöffneten Fasern ließen sich anschließend mit Handkarden (72tpi) wunderbar leicht zu Rolags verarbeiten.

Die Fasern waren deutlich kürzer als die Deckhaare und fühlten sich weich und seidig an (das Fehlen von Stichelhaaren hat sicher geholfen …). Nachdem ich eine Weile gearbeitet hatte, fiel mir auf, dass das, was ich für Unterwolle gehalten hatte, offenbar wiederum aus zwei verschiedenen Fasertypen bestand. Zum einen waren da längere Fasern, wie man sie vielleicht auch vom Gotländischen Pelzschaf kennt oder vom Rauhwolligen Pommerschen Landschaf. Etwas gewellt, nicht sehr biegsam, d. h. etwas Haar-artig. Und dann waren da noch ganz, ganz feine dunkelbraune Flaumfasern. Das muss die echte Unterwolle gewesen sein. Sie ließ sich leider nicht wirklich fotografieren und auch nicht durch Kämmen von den anderen Fasern trennen, dafür waren die beiden Faserarten wohl zu gleichartig in der Länge.

Rolags aus der Unterwolle und eine etwas schneller drehende Spindel
Die getrennten Garne - eines flauschig, eines fest

Durch die Trennung der Faserarten fiel mir auf, dass auch bei diesem Vliesstück (wie auch in Versuch 1 schon beschrieben) die Deckhaare eine andere Farbe hatten als die Unterwolle. Anders als bei der Probe aus Versuch 1 ist hier das Unterhaar dunkler als das Deckhaar. Für beide Garne habe ich nur wenig Drall zugefügt, sodass die Garne für mich dadurch sehr weich wurden (das Fehlen der Stichelhaare mag auch dazu beigetragen haben).

Das Garn aus den Deckhaaren hat kaum Elastizität (das Deckhaar ist kaum gekräuselt) und würde sich sicher hervorragend für ein Kettgarn beim Weben eignen. Das Garn aus der Unterwolle wird vermutlich schön warm, denn die etwas steiferen der beiden Faserarten sorgt für Stand und den Lufteinschluss, den es für die Wärmeisolation braucht. Noch habe ich es nicht weiterverarbeitet, aber ich bin schon sehr gespannt darauf.

Aus der Unterwolle habe ich sowohl ein zweifädiges als auch ein dreifädiges Garn hergestellt. Das zweifädige gefällt mir etwas besser, weil es mehr Luft und Leichtigkeit vermittelt. Das dreifädige wirkt irgendwie schwerer und fast schon wuchtig.

Das Kammgarn aus den Deckhaaren, mit lockerem Zwirn und schöner melierter Farbe

Das Garn aus den Deckhaaren hat kaum Elastizität und würde sich sicher hervorragend für ein Kettgarn beim Weben eignen. Das Garn aus der Unterwolle wird vermutlich schön warm, denn die etwas steiferen der beiden Faserarten sorgt für Stand und den Lufteinschluss, den es für die Wärmeisolation braucht. Noch habe ich es nicht weiterverarbeitet, aber ich bin schon sehr gespannt darauf.

Aus der Unterwolle habe ich sowohl ein zweifädiges als auch ein dreifädiges Garn hergestellt. Das zweifädige gefällt mir etwas besser, weil es mehr Luft und Leichtigkeit vermittelt. Das dreifädige wirkt irgendwie schwerer und fast schon wuchtig.

Definitiv kein 50:50-Verhältnis!

Fazit: Kratzig oder flauschig, beides ist möglich - ich bin fasziniert!

Ich bin fasziniert. Skudde muss nicht so rau oder kratzig sein, wie viele berichten. Mittlerweile habe ich Vliesstücke von mehreren Tieren verarbeitet, und dabei habe ich wieder einmal gemerkt, dass es bei Wolle nicht den einen Weg gibt. Die Variabilität der Wolle von Tier zu Tier erscheint mir bei der Skudde besonders groß zu sein. Es hängt immer davon ab, was man für ein Vlies vor sich hat und was man erreichen möchte.

Es gibt definitiv Vliese, die ein super … nunja, äh … Teppichgarn (oder, um mal im Bild von eingangs zu bleiben: Topfkratzer) ergeben. Aber es gibt auch durchaus flauschige Skudden! In die dunklen Garne bin ich regelrecht verschossen und träume jetzt schon von verschiedenen Verarbeitungsmöglichkeiten. Nur Stricken ist da definitiv zu eng gedacht. Das Kammgarn aus den Deckhaaren würde definitiv ein tolles Kettgarn für ein Webstück geben - gestrickt zeigt es sich sicher nicht von seiner besten Seite. Das Streichgarn aus der Unterwolle könnte man sehr wohl stricken, aber es wäre auch hervorragend für den Schuss geeignet. Und dann kann man ja noch mit Mustern spielen …

In Josefins Blogartikel hat sie einen wirklich sehr interessanten Gedanken: Wenn man ein Twill-Gewebe herstellt, dann bekommt man ein zweiseitiges Gewebe. Auf der einen Seite wäre die robustere Kette dominant, auf der anderen Gewebeseite der weichere Schuss. Perfekt für eine Innen- und eine Außen-Seite …

Die Möglichkeiten sind schier endlos. Und das ist genau der Punkt, der mich so fasziniert: Als Handspinnerin kann ich beide Garne verarbeiten! Ich kann das Beste aus mehreren Welten vereinen, wenn ich mich dafür entscheide. Vermutlich hat man das auch früher so gemacht, weil man es sich nicht leisten konnte, einen Teil der Wolle einfach so wegzuwerfen. Es wurde genutzt, was da war. Dadurch entstand eine Vielfalt an Möglichkeiten der Verarbeitung, derer man sich heutzutage beraubt, wenn Maschinen nur begrenzte Faserlängen verarbeiten können.

Verarbeitung von Hundeunterwolle: Vom Haarbüschel zum Kleidungsstück

Besitzer langhaariger Hunde kennen das Problem: Haart der Hund ab, liegen überall die Haarflocken rum und beim Auskämmen kommen Berge von Unterwolle zum Vorschein. Was tun damit? Wegwerfen? Dafür ist die Hundewolle eigentlich zu schade.

Man kann viel Schönes und Praktisches aus Hundewolle machen, z.B. Schals, Mützen, Handschuhe, Socken, Decken und vieles mehr. Lassen Sie die ausgekämmte Unterwolle Ihres langhaarigen Vierbeiners verspinnen und Sie können damit auch bald Besitzer eines einmaligen Kleidungsstücks sein.

Erfahrungen mit der Verarbeitung von Hundehaar

Die ausgekämmte, saubere Unterwolle meiner beiden Colliemädchen habe ich einige Zeit gesammelt. Aufbewahrt in Papiertüten oder Kartons, dazwischen ein Stückchen Seife gegen Ungeziefer, konnte ich die Hundewolle monatelang aufbewahren.

Ein altes Spinnrad stand schon lange bei uns herum, und ich wollte es schon immer ausprobieren. So kam ich zu meinem schönsten Hobby - Hundewolle und natürlich auch Schafwolle zu verspinnen. Die Unterwolle wird kardiert, gesponnen und gezwirnt, gewaschen und nach dem Trocknen auf Knäuel gewickelt.

Schritte der Hundehaarverarbeitung: Kardieren, Spinnen und Zwirnen, Waschen und Aufwickeln auf Knäuel

Ab und zu verspinne ich auch Hundewolle für andere Hundebesitzer, die sich aus der Wolle ihres Vierbeiners ein schönes Kleidungsstück oder auch ein Erinnerungsstück machen wollen.

Kleine Anmerkungen zur Verarbeitung von Hundehaar

Hundewolle verspinnen macht Freude, ist aber auch zeitaufwendig. Ich wasche und kardiere die Wolle, spinne und zwirne sie. Anschließend wird sie auf Knäuel gewickelt. Für 100 g fertige Wolle brauche ich ca. 2-3 Stunden, je nachdem, wie sauber die Wolle bei mir ankommt. Wenn viel Kletten, Ästchen und geschnittenes Haar aussortiert werden müssen, dauert es halt ein bisserl länger und die Wolle wird auch nicht so schön gleichmäßig, da man leider nicht alles aussortieren kann.

Verzwirnt wird die Wolle, weil sie so strapazierfähiger ist. Hundewolle ist nun mal nicht wie Schafwolle; sie hat keine Kräuselung (Spannung oder Elastizität) oder wie immer man es nennen will, und man möchte doch, dass das Strickstück auch zusammenhält.

Ich verspinne nur noch gewaschene Wolle, so ist das Kardieren und Verspinnen mit staubfreier Wolle einfach schöner. Und auf Knäuel wickle ich, weil man eben wirklich gleich stricken kann und nicht erst die Stränge aufwickeln muss. Ich lasse aber mit mir reden und verzichte auf Waschen und Wickeln, wenn es gewünscht wird. Allerdings muss die Unterwolle dann schon gewaschen sein.

Wichtiger Hinweis zu geschnittenem Haar

Ich verspinne keine geschnittenen oder geschorenen Haare. Bei geschnittenem Haar sind auch die Deckhaare mit dabei, und die sind sehr glatt und hart und stacheln in der Wolle und rutschen auch leicht raus. Ich finde, damit hat man keine Freude.

Bitte unbedingt beachten:

Die von mir handgesponnene Hundewolle weist nicht die Regelmäßigkeit einer maschinell gesponnenen Wolle auf. Die versponnene Hundewolle haart auch nach dem Verspinnen. Die Unterwolle wird zwar von mir einmal gewaschen, der typische Geruch verschwindet unter Umständen aber erst nach mehrmaligem Waschen. Selbstverständlich steht es jedem zu, seine Hundewolle vor dem Verspinnen selbst zu waschen.

Hallo Karin, schau mal nach Dagmar Reuber aus 49419 Wagenfeld. Ich habe hier tatsächlich vor ein paar Monaten gelesen, dass es mehrere zuhause machen. Sie haben sogar Pullover, Socken etc. Jap, die sind echt gesalzen, aber es ist wohl auch nicht so leicht, die Haare zuvor so zu behandeln, dass der "nasser Hund"-Geruch am Ende nicht bei Regen durchschlägt. Dazu noch ein sehr kleiner Markt und die Produktionsstätten sind auch noch nicht für Massenproduktion ausgelegt ... Diese Handarbeit ist nahezu unbezahlbar! Wer selbst nie von Hand gesponnen hat, hat auch keinerlei Vorstellungen von den vielen Stunden, die am Ende in nur 100g handarbeitsfertiges Garn geflossen sind... Von daher mein Tipp: selbst verspinnen. Das ist ein äußerst entspannendes Hobby und man weiß am Ende das fertige Produkt echt wertzuschätzen 😎

Hundewolle allein lässt sich in den meisten Fällen übrigens nicht gut verarbeiten. Für eine bessere Verspinnbarkeit sollte man - je nach Hundehaar - einen Anteil von 20-50% farblich passender Schafwolle unterkardieren. Wenn du die Wolle nur nicht wegwerfen möchtest und daher eine Möglichkeit zur Verwendung suchst....

Wir haben aus der letzten Winterwolle Osterdeko gefilzt (Nadelfilzen). Die Kinder hatten richtig viel Spaß dabei und wenn Frieda irgendwann nicht mehr bei uns ist, denken wir immer an Ostern an sie, wenn wir die Dekokiste vom Dachboden holen 🥰

Wenn du spinnen willst, dann schau, ob es einen Anfängerkurs bei der Volkshochschule oder einem Landfrauenverein gibt.

Alternative Verarbeitung: Filzen von Hundehaar

Wenn man die Wolle nur nicht wegwerfen möchte und daher eine Möglichkeit zur Verwendung sucht, kann man auch filzen. Wir haben aus der letzten Winterwolle Osterdeko gefilzt (Nadelfilzen). Die Kinder hatten richtig viel Spaß dabei und wenn Frieda irgendwann nicht mehr bei uns ist, denken wir immer an Ostern an sie, wenn wir die Dekokiste vom Dachboden holen 🥰

Eine andere Methode der Wollwäsche

Wolle hatte ich geschenkt bekommen. Diesmal habe ich sie anders gewaschen als sonst. Es waren die heißen Tage. Wir haben zwei schwarze Wannen aufgestellt und mit Wasser gefüllt. Dahinein kam die Wolle, als das Wasser warm war. Jeden Tag kam sie in sauberes Wasser, bis das Waschwasser sauber blieb. Das Wasser (Regenwasser) haben wir danach zum Gießen verwendet, so dass die Pflanzen im Garten gleich eine gute Düngung bekamen. Es war das erste Mal, dass ich das so gemacht habe. Mit dieser Methode, nur mit Wasser, muss ich noch ein bisschen Erfahrungen sammeln. Ich weiß nicht, wie sich die Wolle weiterhin verhält, denn sie ist noch mit viel Lanolin behaftet. Nach dem Waschen habe ich mich an das Kardieren gemacht. Mit der Kardiermaschine geht alles etwas schneller. Ich habe nach beiden Methoden die aufbereitete Wolle verarbeitet. Einen Qualitätsunterschied gab es nicht. Im Garten werde ich also auch öfter die Handkarden schwingen.

Dann konnte ich endlich an mein geliebtes Spinnrad. Das leise Surren hat etwas sehr Beruhigendes und die gleichmäßigen, sanften Bewegungen tun Körper und Seele gut. Bei der Arbeit am Spinnrad kann ich mal alles vergessen, was mich gerade umtreibt. Ich bin kein weinerlicher Typ, aber jetzt passiert mir das schon mal öfter, wenn ich an die Umwelt denke (mal etwas weiter weg als im eigenem Ländle), an die vielen sozialen Probleme und an den Reichtum einiger weniger, aber auch an den Umgang miteinander.

Meine Spinnprobe habe ich gleich mit dem Wickeldorn abgewickelt. Bei der kleinen Menge hatte ich keine Lust, die Haspel zu bemühen und ich brauchte zwei Fäden, von innen und außen. Das sind so oft gemachte Tätigkeiten, dass ich nicht viel nachdenken muss. Bei anderen Sachen bin ich gerade arg unkreativ. Die stirbt einfach, wenn man Ängste hat und Sorgen. Gezwirnt habe ich gleich aus dem Knäuel heraus. Man muss die Finger und das Knäuel ständig bewegen, aber es geht gut und es bleibt kein Rest. Der Schenkerin der Wolle werde ich die Bilder zukommen lassen. Sie freut sich nämlich, wenn ich ihre Wolle verarbeite. Und ich freue mich, dass ich sie habe. Außer Zeit und Kraft hat sie mich nichts gekostet. Mal sehen, was daraus wird. Es gibt für mich noch mehr zu tun: Wundsalbe herstellen, Magentropfen ansetzen, Johannisbeeren einkochen, für den Enkel etwas häkeln, was mit ins Päckchen soll … Und ich brauche einen Zukunftsplan. Ich überlege, wo ich hin will.

tags: #eurasier #wolle #spinnbar